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Punktspiele
Saison 2008/2009

Abschlußtabelle Saison 2008/2009

Platz Club Spiele Siege Unentschieden Niederlagen Tore Punkte
1 SC Freiburg 34 21 5 8 60:36 68
2 1. FSV Mainz 05 34 18 9 7 62:37 63
3 1. FC Nürnberg 34 16 12 6 51:29 60
4 Alemannia Aachen 34 16 8 10 58:38 56
5 SpVgg Greuther Fürth 34 16 8 10 60:46 56
6 MSV Duisburg 34 14 13 7 56:36 55
7 1. FC Kaiserslautern 34 15 7 12 53:48 52
8 FC St. Pauli 34 14 6 14 52:59 48
9 Rot-Weiß Oberhausen 34 11 9 14 35:54 42
10 Rot Weiss Ahlen 34 11 8 15 38:57 41
11 FC Augsburg 34 10 10 14 43:46 40
12 TSV 1860 München 34 9 12 13 44:46 39
13 Hansa Rostock 34 8 14 12 52:53 38
14 TuS Koblenz 34 11 8 15 47:57 38
15 FSV Frankfurt 34 9 11 14 34:47 38
16 VfL Osnabrück 34 8 12 14 41:60 36
17 FC Ingolstadt 04 34 7 10 17 38:54 31
18 SV Wehen Wiesbaden 34 5 12 17 28:49 27


34. Spieltag - 24. Mai 2009
1. FC Nürnberg 2 : 1 1860 München

Löwen erwachen spät - Lauth gelingt 15. Saisontor

Club-Stürmer Marek Mintal erzielte in der 34. Minute die zwischenzeitliche 2:0-Führung.
Die Löwen unterlagen im letzten Saisonspiel beim 1. FC Nürnberg mit 1:2. Nach den Treffern für den Club durch Christian Eigler (30.) und Marek Mintal (34.) vor der Pause, sorgte Benjamin Lauth mit seinem 15. Saisontor in der 83. Minute nochmals für Spannung in der Schlussphase. Es bleib aber bei dem Anschlusstreffer trotz einiger Konterchancen der Weiß-Blauen.

Personal: Löwen-Trainer Ewald Lienen musste in der Frankenmetropole auf Michael Schick (Magen-/Darmprobleme), Daniel Bierofka (Muskelprobleme), Antonio Di Salvo (Sehnenentzündung am Knie), Sascha Rösler (Gelbsperre), Stefan Aigner (Außenbandriss), Sven Bender (Muskelprellung), Marvin Pourie (Trainingsrückstand), Markus Schroth (Aufbautraining), Lars Bender (Muskelprellung) und Benjamin Schwarz (Knieprobleme) verzichten. Der dritte Torwart, Markus Krauss, stand tags zuvor in der Reserve beim 4:3-Sieg bei Hessen Kassel zwischen den Pfosten.

Spielverlauf: Die Löwen besaßen in der 1. Halbzeit keine einzige nennenswerte Chance, standen aber bis zum ersten Tor der Nürnberger stabil und gut organisiert in der Defensive. Die Hausherren wurden immer erst an der Mittellinie angegriffen, sodass sie kaum Raum hatten, um ihr Kombinationsspiel zu entfalten. Das änderte sich schlagartig in der 30. Minute. Daniel Gygax hatte Christian Eigler in halblinker Position vor dem 1860-Strafraum angespielt, der zog mit einer Drehung in die Mitte gegen die Laufrichtung von Antonio Rukavina davon. Eiglers trockener Flachschuss aus 18 Metern schlug anschließend unhaltbar für Keeper Philipp Tschauner ins rechte untere Eck ein. Zwei Minuten später fast das 2:0 aus einer ähnlichen Situation. Diesmal bediente Gygax Stürmer Isaac Boakye vor dem Strafraum, der mit einer Drehung in die Mitte Mate Ghvinianidze aussteigen ließ, sein Schuss aus 17 Metern aufs kurze Eck konnte Tschauner aber entschärfen (32.). Wiederum zwei Minuten später zappelte der Ball erneut im Löwen-Netz. Markus Thorandt zögerte am linken Strafraumeck mit dem Pass, Marek Mintal kam aus seinem Rücken, spitzelte das Leder zu Gygax, der sofort in die Tiefe auf Mintal zurück passte. Der Slowake ließ den Ball kurz auf dem Oberschenkel tanzen, um ihn dann aus acht Metern unhaltbar für Tschauner im kurzen linken Eck zum 2:0 zu versenken (34.). Kurz vor der Pause wäre Peer Kluge mit einem Sonntagsschuss beinahe noch der dritte Nürnberger Treffer gelungen. Nach einer Club-Ecke wehrte Manuel Schäffler am eigenen Torraum den Ball zu kurz ab, Kluge nahm das Leder aus 19 Metern volley aus der Luft, doch Tschauner fischte mit einem Reflex das Leder aus dem linken Kreuzeck (44.).

Den zweiten Durchgang gingen die Sechziger dann wesentlich offensiver an. Trainer Ewald Lienen stellte auf eine Dreier-Kette in der Defensive um, wodurch Rukavina als zusätzliche Kraft ins Mittelfeld rückte. Dieses Konzept wäre vielleicht aufgegangen, wenn Schiedsrichter Babak Rafati in der 47. Minute auf Strafstoß für die Löwen entschieden hätte. Nach einer Ecke von Nikola Gulan riss Dennis Diekmeier Thorandt am zweiten Pfosten um, doch der Unparteiische ließ weiterspielen. Damit blieben die Löwen in dieser Saison ohne eigenen Elfmeter! Vier Minuten später besaß das „Phantom" Mintal erneut die Chance, sein Trefferkonto zu erhöhen. An der Strafraumgrenze setzte er sich gegen zwei Löwen-Abwehrspieler durch, lief über links auf Tschauner zu, zögerte etwas zu lange mit dem Abschluss, sodass Thorandt seinen Schuss aus neun Metern im letzten Moment mit dem Fuß zur Ecke abwehren konnte (51.). Im Gegenzug spielte José Holebas Manuel Schäffler auf der linken Seite frei, dessen Diagonalpass in die Mitte erreichte Benjamin Lauth vor seinem Gegenspieler Stefan Reinartz, doch er traf aus neun Metern den Ball nicht voll, der weit am FCN-Tor vorbeiging (52.). Danach herrschte über 20 Minuten Flaute auf dem Platz, ehe Mintal den Schluss-Sturm entfachte. Der Slowake traf nach einer Rechtsflanke aus sieben Metern mit links aus spitzem Winkel nur die linke Kreuzeck-Latte (74.). Im direkten Gegenzug kam Holebas aus 23 Metern zum Schuss, der Ball kam zwar mit viel Effet aufs Nürnberger Tor, aber zu zentral auf Keeper Schäfer, der abwehren konnte (75.). Sofort lief das Leder wieder in die Gegenrichtung. Boakye tankte sich zunächst durch den Löwen-Strafraum, aber anstatt auf den freistehenden Mintal zu spielen, schoss er aus 15 Metern selbst, fand aber seinen Meister in 1860-Schlussmann Tschauner (75.). Drei Minuten später die nächste Großchance für die Franken. Nach einer Rechtsflanke verlängerte Vidosic mit dem Kopf auf Mintal, der direkt aus zehn Metern aus halblinker Position schoss, aber diesmal um einige Meter verzog (78.). In der 83. Minute schafften es die Sechziger endlich mal, ein Angriff konsequent zu Ende zu spielen. Holebas im Zentrum passte auf den links mitgelaufenen Lauth, der mit dem Ball am Fuß in den FCN-Strafraum eindrang und abgeklärt das Leder über den herausstürzenden Keeper Schäfer zum 1:2 ins Netz lupfte (83.). Danach witterten die Löwen wieder Morgenluft. Ein Schuss von Fabian Johnson von der linken Strafraumseite aufs rechte Eck konnte Torwart Schäfer mit einer Hand gerade noch zur Ecke abwehren (85.). Drei Minuten später nochmals eine Konterchance für die Weiß-Blauen. Doch Holebas versuchte es von der linken Seite mit einem Heber über Schäfer, der das Leder aber abfing. Eine Flanke auf die mitgelaufenen Löwen-Angreifer wäre wohl die bessere Option in dieser Szene gewesen. Somit unterlagen zwar die Löwen in Nürnberg, zerstörten aber die Serie der Franken von 944 Minuten ohne Gegentor im eigenen Stadion. Der TSV 1860 beendete damit die Spielzeit 2008/2009 auf dem 12. Tabellenplatz.

Stimmen zum Spiel

Löwen-Coach Ewald Lienen war überhaupt nicht zufrieden mit den ersten 45 Minuten seines Teams. „Aufgrund der 1. Halbzeit war der Sieg von Nürnberg verdient", analysierte der 55-Jährige. Lienen musste sogar im ersten Durchgang „zeitweise einen Klassenunterschied" feststellen. „Wir haben es nicht verstanden, in die Zweikämpfe zu kommen", monierte er, „wir waren haushoch unterlegen. Und wenn wir in Ballbesitz waren, hatten wir keine Ruhe und Selbstvertrauen. Wir haben die Bälle nur weggehauen, anstatt Fußball zu spielen." Das führte der Fußball-Lehrer auch darauf zurück, dass sein Team keinen Zugriff auf die Nürnberger Mittelfeld-Raute fand. „Wir haben versucht, schon während der 1. Halbzeit von außen auf die Spieler einzuwirken, taktisch umzustellen. Das war aber in diesem Hexenkessel nicht möglich!" So stellten Lienen und sein Assistent Abder Ramdane in der Pause auf ein 3-5-2-System um. „Dadurch hatten wir eine bessere Zuordnung, haben besser gegen den Ball gearbeitet und auch Fußball gespielt. Wahrscheinlich hat Nürnberg auch im Wissen um die Mainzer Führung etwas Dampf rausgenommen", musste der Ex-Profi eingestehen. „Aber beim Club standen in der Startelf acht erfahrene Spieler, bei uns war das Verhältnis eher umgekehrt." Deswegen sei sein junges Team in Drucksituationen auch nicht in der Lage, dem Gegner die „geeigneten Mittel entgegenzusetzen".

„Wir haben unser Heimspiel gewonnen, 60 Punkte gemacht, damit können wir zufrieden sein", so das Resumee von Club-Trainer Michael Oenning. „In der 1. Halbzeit haben wir gezeigt, dass wir zu Recht dort oben stehen. Wir haben sehr kontrolliert gespielt, die Sechziger waren in der eigenen Hälfte, haben sich mehr oder weniger dort eingeigelt. Trotzdem haben wir aus dem Spiel heraus zwei Tore geschossen. Das ist schon gut", befand der 43-Jährige. „Ich bin nur etwas traurig, dass das Wunder nicht eingetreten ist, noch den Sprung auf den 2. Platz zu schaffen." Weil auch Mainz zur Pause 2:0 führte, nahm Oenning mit Blick auf das Relegationsspiel Daniel Gygax, der beide Treffer vorbereitet hatte, und Innenverteidiger Javier Pinola vom Feld. „Das war für mich die Chance, etwas ganz Neues auszuprobieren", fand er einen weiteren Grund für die Maßnahme. „Ilkay Gündogan habe ich spielen lassen, weil ich sehen wollte, wie er sich macht. Er zeigte sehr gute Ansätze. Auch Dario Vidosic und Marcel Risse sorgten für Belebung. Sie konnten zeigen, dass wir eine homogene Mannschaft besitzen, der die Zukunft gehört:" Ansonsten richtete Oenning schon den Blick auf die beiden Spiele gegen Cottbus. „Wir haben es jetzt selbst in der Hand, besitzen sicher eine reele Chance, den Aufstieg noch zu schaffen."

Kapitän Benjamin Lauth wollte sich nicht lange mit der Spielanalyse aufhalten, sondern freute sich über seinen 15. Saisontreffer in seiner ersten Spielzeit seit der Rückkehr zu den Löwen. „Ich bin mit meiner persönlichen Ausbeute zufrieden", sagte der 27-Jährige, „mit dem Gesamtergebnis der Mannschaft natürlich nicht. Für mich war es nach den letzten Jahren, in denen ich nicht regelmäßig gespielt habe, vor allem wichtig, wieder den Spielrhythmus zu finden." Der Torjäger erklärte anschließend, dass er sich vorm Saisonstart vorgenommen habe, im Schnitt in jeder dritten Partie zu treffen. „Das Ziel habe ich mit 15 Toren sogar übertroffen!"

Sportdirektor Miroslav Stevic musste sich nach dem Saisonschluss natürlich Fragen nach dem Kader für die kommende Saison stellen lassen. „Namen, über die in den Medien spekuliert wird, werde ich nicht kommentieren", stellte der 39-Jährige klar. „Die Mischung im Team muss aber passen", so die Philosophie des gebürtigen Serben. „Das Ziel ist es, erfahrene und junge Spieler zu holen oder bei uns zu behalten, die die entsprechende Qualität haben." Besonders den Fans sei man nach sportlich durchwachsenen Jahren etwas schuldig. „Das war toll, wie sie uns wieder in Nürnberg unterstützt haben", so Miki Stevic. „Schon bei Kleinigkeiten im Spiel, die gelingen, applaudieren sie. Unser Ziel muss es jetzt vor allem sein, unsere Fans in der kommenden Spielzeit zufrieden zu stellen und ihnen etwas zurückzugeben."

FCN:
1 Schäfer - 2 Diekmeier, 3 Reinartz, 25 Pinola, 20 Bieler - 36 Mnari - 24 Kluge, 11 Mintal, 7 Gygax - 8 Eigler, 19 Boakye.
Ersatz:
18 Klewer (Tor) - 2 Risse, 16 Judt, 17 Frantz, 21 Vidosic, 22 Gündogan, 28 Reinhardt
1860:
12 Tschauner - 2 Rukavina, 16 Thorandt, 19 Ghvinianidze, 4 Hoffmann - 26 Baumgartlinger, 24 Gulan - 14 Holebas, 33 Johnson - 11 Lauth, 27 Schäffler.
Ersatz:
1 Hofmann - 6 Beda, 8 D. Schwarz, 13 Jungwirth, 20 Burkhard, 25 Ledgerwood, 37 Mlapa.
Wechsel:
Gündogan für Pinola (62.), Risse für Gygax (62.), Vidosic für Boakye (76.) - Beda für Thorandt (69.), Mlapa für Schäffler (69.), D. Schwarz für Gulan (86.).
Tore:
1:0 Eigler (30.), 2:0 Mintal (34.), 2:1 Lauth (83.).
Gelbe Karten:
Diekmeier - Baumgartlinger, Rukavina.
Zuschauer:
46.780 im easyCredit-Stadion.
Schiedsrichter:
Babak Rafati (Hannover); Assistenten: Stefan Trautmann (Bodenwerder), Björn Hinrichs (Husum).


 
1860 München 1 : 1 Alem. Aachen
 
17.05.2009 | 16:30 Uhr

1860 bleibt drin durch das Remis gegen Aachen

Durch das 1:1 gegen Alemannia Aachen - Benjamin Lauth hatte die Löwen in Führung gebracht (33.), Benjamin Auer glich kurz vor Schluss aus (83.) - spielen die Löwen auch in der kommenden Saison in der Zweiten Liga, da Osnabrück nur noch nach Punkten aufschließen kann, aber eine um 15 Treffer schlechtere Tordifferenz besitzt.

Personal: Verletzungsbedingt musste Trainer Ewald Lienen bei seiner Premiere gegen Aachen auf die langzeitverletzten Daniel Bierofka (Muskelprobleme), Antonio Di Salvo (Sehnenentzündung am Knie), Markus Schroth (Aufbautraining) und Benjamin Schwarz (Knieprobleme) verzichten. Dazu gesellten sich kurzfristig Lars und Sven Bender (beide Muskelprellung), Michael Schick (Magen-/Darmprobleme), Stefan Aigner (Außenbandriss) und Mate Ghvinianidze (Wadenverhärtung). Aufgrund der Personalknappheit wurde der 18-jährige Stürmer Peniel Mlapa für die Profis lizenziert, kam auch in der Nachspielzeit zum Einsatz.

Spielverlauf: Beide Teams begannen hoch konzentriert. Die Gäste mussten unbedingt gewinnen, um ihre theoretische Chance auf Rang drei wahren zu können. Und sie hatten auch die erste Möglichkeit. Eine Ecke, die der Ex-Löwe Mathias Lehmann von der linken Seite in den Rückraum zu Timo Achenbach passte, flankte dieser an den zweiten Pfosten. Der Ball drehte sich etwas vom Tor weg, Benjamin Auer verpasste am rechten Torraumeck nur um Zentimeter (5.). Die erste richtig gefährliche Offensivaktion hatten die Löwen in der 24. Minute zu verzeichnen. Nach einem gelungenen Spielzug legte Manuel Schäffler auf Benjamin Lauth ab, der passte steil nach rechts auf Antonio Rukavina, dessen Flanke konnte ein Aachener Abwehrspieler gerade noch zur Ecke klären. Diese flankt José Holebas von rechts mit dem linken Fuß an den zweiten Pfosten, wo Thorandt zum Kopfball kam, das Leder aber neben den Pfosten setzte. Vier Minuten später versuchte es Schäffler nach einem Konter mit einem Distanzschuss aus 32 Metern. Torwart Thorsten Stuckmann ließ das Leder zur Seite abprallen, aber kein Sechziger-Spieler war zur Stelle (28.). In der 33. Minute das erlösende 1:0 für die Löwen. Fabian Johnson hatte kurz vorher mit Holebas die Seite getauscht. Johnson flankte von rechts quer ins linke hintere Strafraumeck, Holebas nahm dort den Ball kurz an, spielte sofort Lauth in der Mitte an, Mirko Casper rutschte beim Klärungsversuch weg, wodurch der Löwen-Torjäger freie Schussbahn hatte und aus sieben Metern die Nerven behielt und zur Führung traf. Bis zur Pause mussten die Weiß-Blauen aber noch zwei brenzlige Szenen überstehen. In der 38. Minute flankte Jerome Polenz von rechts halbhoch vors Tor, Torben Hoffmann köpft im Flug bei seinem Klärungsversuch den Ball an den eigenen Außenpfosten. Die anschließende Ecke flankte Timo Achenbach von rechts mit links hoch an den Torraum, Auer kam zum Kopfball, aber Rukavina konnte auf der Linie für seinen geschlagenen Keeper Philipp Tschauner klären (39.). In der 44. Minute war es erneut eine Standardsituation, die die Löwen in Schwierigkeiten brachte. Lehmann hatte eine Ecke von links hoch an den zweiten Pfosten geflankt, Lukasz Szukala verlängerte per Kopf auf Holtby in zentraler Position, der verfehlt mit seinem Kopfball aus fünf Metern freistehend nur um Millimeter den rechten Pfosten.

In der 2. Halbzeit musste Aachen alles auf eine Karte setzen. Dabei profitierten sie davon, dass die Löwen zu ängstlich und zu wenig zielstrebig bei Kontern agierten. Doch lange konnte das Team von Ewald Lienen die Führung verteidigen. In der 52. Minute spielte Lehmann aus zentraler Position den rechts gestarteten Manuel Junglas im Strafraum an, der fackelte nicht lange, zog aus spitzem Winkel volley ab, traf aus elf Metern aber nur krachend den Außenpfosten. Beide Teams kamen danach nicht zu klaren Chancen, wenngleich sich die Aachener einen optischen Vorteil erarbeiteten. In der 83. Minute wurden sie dann belohnt. Einen von der rechten Mittelfeldseite hoch in den Strafraum geschlagenen Ball blockte der eingewechselte Hervé Oussalé gegen Hoffmann frei, Markus Daun kam von hinten angerannt, schnappte sich das Leder, lief alleine auf Keeper Tschauner zu, der warf sich ihm entgegen, holte ihn dabei von den Beinen. Doch Schiedsrichter Robert Kempter ließ Vorteil gelten, da das Leder Auer vor die Füße fiel. Der Alemannen-Torjäger hatte dadurch keine Probleme, aus acht Metern zum 1:1 einzuschieben. In der Nachspielzeit - insgesamt ließ der Unparteiische fünf Minuten nachspielen - hatten die Löwen noch die Riesenchance zur erneuten Führung gegen die komplett aufgerückte Aachener Abwehr. Jedoch übersah Schäffler bei einer 2:1-Situation den rechts mitgelaufenen Rukavina, schloss deshalb aus über 30 Metern überhastet ab (90.). Damit blieb es beim 1:1, das letztlich trotzdem zum vorzeitigen Klassenerhalt reichte.

Stimmen zum Spiel

„Das war ein hartes Stück Arbeit", atmete Ewald Lienen nach seiner Premiere als Löwen-Coach tief durch. Seinem Team attestierte er die richtige Einstellung. „Die Mannschaft hat bis zur Erschöpfung alles gegeben." In der 1. Halbzeit habe man noch geordnet gestanden, das Spielfeld verengt, „ohne Aachen permanent in Schwierigkeiten zu bringen". In der 2. Halbzeit hätten die Gäste dann die Schlagzahl erhöht. „In den letzten 25 Minuten sind wir stark unter Druck geraten, auch weil wir die Konter nicht ruhig zu Ende gespielt haben." Selbst nach dem 1:1 hätte sein Team noch die Chance zum Siegtreffer gehabt. „Aber Manuel Schäffler hat nicht gesehen, dass er in einer 2:1-Situation war und Toni Rukavina mitnehmen konnte", zeigte sich Lienen verständnisvoll. Direkt nach dem Schlusspfiff habe er von Miki Stevic erfahren, dass es trotz des Remis zum Klassenerhalt gereicht habe. „Mir wäre aber lieber gewesen, wir hätten auch punktemäßig den Klassenerhalt erreicht - nicht nur über Tordifferenz. Auch bei den Spielern fehlte die letzte Begeisterung", stellte der 55-Jährige fest. „Vielleicht waren sie auch zu erschöpft. Rukavina wollte mir nach dem Schlusspfiff etwas sagen, hat 17 Mal Luft geholt und trotzdem habe ich nicht verstanden, was er wollte", erzählte Lienen. Von seinem ersten Auftritt als Löwen-Coach zeigte sich der 55-Jährige begeistert: „Ich hatte überhaupt keine Zeit mir auf der Bank Notizen zu machen, weil soviel Theater auf dem Platz war. Es war überragend zu sehen, was hier im Stadion möglich ist. Es war ein Traumtag, eine wunderschöne Atmosphäre. Ich nehme bis auf den halben Herzinfarkt, den ich erlebt habe, nur schöne Eindrücke mit." Nach dem Klassenerhalt blickte der Trainer in die Zukunft. „Logisch, dass ein Klub wie 1860 immer das Ziel hat, in die Beletage aufsteigen zu wollen. Wir müssen jetzt eine starke Mannschaft für die kommende Saison aufbauen.

Alemannen-Coach Jürgen Seeberger zeigte sich mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden. „Ich wäre nicht über das 1:1 enttäuscht, wenn wir dieses Spiel nicht hätten gewinnen müssen. Dem Team kann ich nichts vorwerfen", so sein Fazit. Das 0:1 sei vermeidbar gewesen, danach hätten Hoffmann bei seinem Klärungsversuch und Holtby nur den Pfosten getroffen, der Kopfball von Auer sei auf der Linie geklärt worden. „Wir haben den Gegner in der eigenen Hälfte gebunden. Aber leider können wir in dieser Saison keinen Rückstand in einen Sieg umwandeln. Das begleitet uns schon das gesamte Jahr." Das Ziel für den letzten Spieltag sei es nun, „den 4. Platz zu verteidigen und den ‚Tivoli‘ würdig zu verabschieden".

Kapitän Benjamin Lauth, der entkräftet eine Viertelstunde vor dem Ende den Platz verlassen musste, zeigte sich erleichtert, „als kurz vor Schluss die Info aus Osnabrück kam, dass Ahlen den 2:2-Ausgleich gemacht hat. Besser wäre es natürlich gewesen, wenn wir gewonnen hätten. Wir haben es uns selbst schwer gemacht, aber das Auftreten der Mannschaft hat gestimmt", zeigte sich der 27-Jährige zufrieden, „ein zweites Tor hätte die Situation auflockern können". Jeder könne aus dieser Saison für die kommende Spielzeit lernen, meinte der Stürmer. „Natürlich ist es schöner, wenn man oben mitspielt. Wir haben in dieser Saison nicht den schönsten Fußball gespielt. Da ist noch viel Luft nach oben." Über den neuen Coach meinte der Kapitän. „Wenn ein neuer Trainer kommt, ist die Konzentration immer sehr hoch. Er hat versucht, den Druck wegzunehmen und eine gewisse Lockerheit reinzubringen." Das sei ihm auch gelungen. Nun wolle man am letzten Spieltag Nürnberg ärgern. „Ich würde mich über einen Aufstieg des Clubs freuen, hätte aber auch nichts gegen ein Derby in der kommenden Saison vor ausverkauftem Haus", so Lauth mit einem Augenzwinkern.

„Die Erleichterung ist groß. Ich ärgere mich nur, dass wir nicht 1:0 gewonnen haben", sagte Innenverteidiger Torben Hofmann. „Wir haben in der 2. Halbzeit den Fehler gemacht, dass wir uns zu weit hinten reindrücken haben lassen. Am Schluss stellten sie mit Auer, Daun, Szukala und Oussalé gleich vier Mann vorne rein", so Hoffmann. „Wir konnten gerade noch den Worst Case abwenden." Die Planungen für die kommende Spielzeit könnten jetzt beginnen. „Die wichtigste Personalie war sicher der neue Trainer."

Ähnlich sieht dies auch Torhüter Philipp Tschauner. „Miki Stevic und Ewald Lienen müssen jetzt eine gute Mannschaft zusammenstellen. Wir haben über eine gesamte Saison keine konstante Leistung bringen können", bemängelte der 23-Jährige. Sein Fazit der abgelaufenen Spielzeit fiel deshalb negativ aus. „Wir haben unser Ziel klar verfehlt."
 
1860:
12 Tschauner - 2 Rukavina, 16 Thorandt, 4 Hoffmann, 26 Baumgartlinger - 25 Ledgerwood, 6 Beda - 14 Holebas, 33 Johnson - 11 Lauth, 27 Schäffler.
Ersatz:
1 Hofmann (Tor) - 8 D. Schwarz, 10 Rösler, 13 Jungwirth, 20 Burkhard, 24 Gulan, 37 Mlapa.
Alemannia:
12 Stuckmann - 6 Polenz, 28 Casper, 30 Szukala, 32 Achenbach - 16 Müller, 20 Lehmann, 21 Fiel, 26 Milchraum - 18 Holtby, 9 Auer.
Ersatz:
1 Straub (Tor) - 4 Vukovic, 5 Lagerblom, 11 Daun, 23 Oussalé, 25 Junglas, 29 Seitz.
Wechsel:
Rösler für Lauth (76.), Gulan für Johnson (86.), Mlapa für Schäffler (90.) - Junglas für Müller (31.), Daun für Milchraum (62), Oussalé für Fiel (73.).
Tore:
1:0 Lauth (33.), 1:1 Auer (83.).
Gelbe Karte:
Thorandt, Rösler, Schäffler - Casper, Junglas, Holtby.
Zuschauer:
33.600 in der Allianz Arena.
Schiedsrichter:
Robert Kempter (Sauldorf); Assistenten: Robert Kampka (Mainz), Thomas Münch (Rielasingen).


32. Spieltag - 12. Mai 2009
SV Wehen Wiesbaden 0 : 0 1860 München
 

Löwen mit doppeltem Pfostentreffer

Nicht Fisch, nicht Fleisch: Das torlose Remis beim bereits als Absteiger feststehenden SV Wehen Wiesbaden war für die Löwen zu wenig, die zudem in der 75. Minute Riesenpech hatten. Sowohl Manuel Schäffler als auch Fabian Johnson trafen innerhalb von Sekunden nur den Pfosten.

Personal: Verletzungsbedingt musste Trainer Uwe Wolf in Wiesbaden auf Michael Hofmann (Rückenproblem), Daniel Bierofka (Muskelprobleme), Antonio Di Salvo (Sehnenentzündung am Knie), Sven Bender (Prellung), Markus Schroth (Aufbautraining), Lars Bender (Prellung), und Benjamin Schwarz (Knieprobleme) verzichten. Florian Jungwirth, Marvin Pourie, Christoph Burkhard und Mathias Fetsch spielten am gleichen Abend in der U23 gegen Eintracht Bamberg.

Spielverlauf: Die Sechziger begannen offensiver als zuletzt. Hinter den beiden Spitzen Benjamin Lauth und Manuel Schäffler spielte Sascha Rösler zentral. Zunächst sah es auch danach aus, als ob die Löwen die Akzente setzen könnten. In der 9. Minute kam Nikolas Ledgerwood auf der rechten Seite zum Flanken, Wehens Torhüter Alexander Walke konnte zunächst vor Rösler klären. Der Ball kam zu Michael Schick, der in halblinker Position nicht lange fackelte. Doch Walke gelang es gerade noch, den 22-Meter-Schuss des Linksverteidigers über die Latte zulenken. Glück hatten dagegen die Weiß-Blauen in der 27. Minute. Benjamin Hübner hatte auf Ronny König durchgesteckt. Der Torjäger lief alleine auf Löwen-Keeper Philipp Tschauner zu, wurde aber wegen einer angeblichen Abseitsstellung von Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus zu unrecht zurückgepfiffen. Auch die nächste Großchance besaßen die Hessen. Ex-Löwe Björn Ziegenbein hatte einen Freistoß von links mit rechts hoch vors Tor geflankt, Dajan Simac verlängerte auf König, dessen Kopfball aus elf Metern ins linke untere Eck konnte Keeper Tschauner jedoch noch mit einer Hand um den Pfosten lenken (35.). Gerade bei den hohen Flanken der Wiesbadener auf die beiden über 1,90 Meter großen König und Dominik Stroh-Engel offenbarten die Sechziger einige Probleme. Insgesamt war es eine niveauarme 1. Halbzeit.

Auch nach Wiederanpfiff gelang es den Löwen nicht, dem Spiel ihren Stempel aufzudrücken. Im Gegenteil: Der eingewechselte Hajrudin Catic konnte immer wieder gefährliche Angriffe für die Gastgeber einleiten. Die beste Chance besaß das Team aus der hessischen Landeshauptstadt in der 55. Minute. Rukavina brachte knapp vorm linken Strafraumeck Aykurt Öztürk zu Fall. Der rappelte sich aber sofort wieder auf, die Unparteiische ließ Vorteil gelten. Öztürk lief auf Tschauner zu, traf mit seinem Rechtsschuss aus elf Metern aber nur die Unterkante der Latte. Der quirlige Mittelfeldspieler, der eigentlich zum Regionalliga-Kader gehört, besaß auch die nächste Großchance für den zukünftigen Drittligisten. Mate Ghvinianidze hatte auf der rechten Strafraumseite mit einer Grätsche gegen König geklärt, der Ball kam genau zu Öztürk, der vollkommen frei überhastet abschloss und aus 15 Metern zentral auf Tschauner schoss (65.). Richtig gefährlich wurden die Sechziger in dieser Phase nur nach Standards. In der 72. Minute zielte Schick mit einem 21-Meter-Freistoß aus halblinker Position nur knapp übers linke Kreuzeck. Trotzdem hätten die Löwen bei etwas mehr Kaltschnäuzigkeit drei Minuten später alles klar machen können. Der eingewechselte Stefan Aigner kam auf der rechten Seite zum Flanken, Schäffler nahm das Leder in halbrechter Position aus zehn Metern aus der Drehung direkt, traf aber nur den rechten Innenpfosten. Von dort sprang der Ball quer durch den Strafraum, fiel Fabian Johnson auf halblinks vor die Füße, der mit einer Bogenlampe aus 14 Metern ebenfalls am rechten Pfosten scheiterte (75.). Noch einmal hatten die Löwen in der Schlussphase durch einen Freistoß die Chance auf den Siegtreffer. Erneut lief Schick aus halblinker Position an, doch diesmal wurde sein 23-m-Schuss, der genau neben den linken Pfosten gepasst hätte, von Torhüter Walke mit einer Hand zur Ecke abgewehrt (85.). So blieb es bei dem torlosen Remis.

Stimmen zum Spiel

„Das Pech klebt uns im Moment an den Stiefeln, uns fehlt einfach das Quäntchen Glück", beschreibt Löwen-Trainer Uwe Wolf die Szene in der 75. Minute, als nacheinander Manuel Schäffler und Fabian Johnson nur Aluminium trafen. Mit Blick auf die Tabelle nach dem ersten Teil des Spieltages meinte der 41-Jährige: „Nachdem Rostock ebenfalls Unentschieden gespielt hat, bleibt zumindest im Vergleich zu Hansa alles beim Alten." Das schwere Restprogramm seines Teams mit den beiden Aufstiegsaspiranten Alemannia Aachen und 1. FC Nürnberg sieht Wolf nicht unbedingt als gravierenden Nachteil. „Die Liga zeigt, dass jeder jeden schlagen kann. Das ist jetzt reine Nervensache!"

Der Trainerstab und das Funktionsteam überlegen noch, ob sie von Donnerstag bis Samstag wieder ein Kurztrainingslager beziehen werden, um sich voll auf das wichtige Heimspiel am kommenden Sonntag, 17. Mai, 14 Uhr, gegen Alemannia Aachen in der Allianz Arena konzentrieren zu können. Außerdem sind viele Spieler angeschlagen. „Es ist wichtig, dass wir die nächsten Tage optimal regenerieren." Das einzige Positive, was Wolf dem torlosen Remis abgewinnen konnte war, „dass wir nach langer Zeit mal wieder zu Null gespielt haben."

Fußball-Lehrer Wolf kann die Enttäuschung der mitgereisten Fans gut verstehen, appelliert aber an den Zusammenhalt. „Nur gemeinsam können wir Erfolg haben. Wir brauchen am Sonntag mehr denn je die Unterstützung unserer Anhänger", so der Ex-Profi. „Aber in erster Linie steht gegen Aachen die Mannschaft in der Pflicht. Gemeinsam mit unseren Fans werden wir dieses Spiel gewinnen!"

Hans-Werner Moser, der gemeinsam mit Spieler Sandro Schwarz interimsmäßig den SV Wehen Wiesbaden betreut, zeigte sich ebenfalls enttäuscht. „Wir wollten das Spiel unbedingt gewinnen. Dafür haben wir alles versucht. Die Mannschaft hat Charakter gezeigt. Ich muss der Mannschaft ein Riesenkompliment für die gezeigte Leistung machen", war er mit der Einstellung seines Teams absolut zufrieden.

Auch Löwen-Kapitän Benjamin Lauth konnte die Pfiffe der Fans verstehen. „Das ist doch verständlich, wenn man neun Spiele hintereinander nicht gewonnen hat. Deswegen stehen wir auch da unten drin." Der 27-Jährige bestätigte, dass die Mannschaft die Abstiegsgefahr verinnerlicht habe. „Wir können die Situation richtig einschätzen. Aber Angst wäre die falsche Reaktion. Wir sind natürlich angespannt, schließlich geht es um viel. Ob es heute ein Punktgewinn war, werden wir sehen, wenn der Spieltag abgeschlossen ist." Der Stürmer bemängelte, dass im Spiel nach vorne der letzte Pass nicht gekommen sei. „Trotzdem hätten wir das Spiel für uns entscheiden können. Bei den beiden Pfostenschüssen hatten wir Pech."

„Wir waren nach vorne nicht zwingend genug, um drei Punkte mitzunehmen", stellte Löwen-Verteidiger Torben Hoffmann fest. „Natürlich bin ich enttäuscht, dass es nur zu einem Punkt gereicht hat. Jetzt ist es wichtig, fürs kommende Spiel alle Kräfte zu bündeln."

„Wir sind hierher gefahren, um eine größere Beute zu machen. Wir wollten das Spiel gewinnen", gab Sportdirektor Miki Stevic unumwunden zu. Deshalb verstehe er auch die Reaktionen der Fans. „Sie haben das Recht, ihren Unmut zu äußern. Auch wir sind enttäuscht", so der 39-Jährige. „Gegen Aachen am Sonntag werden wir alles tun, um unsere Fans zufrieden zu stellen", versprach Stevic abschließend.

SVWW:
31 Walke - 14 Nakas, 4 Simac, 5 Kopilas, 2 Schönheim - 7 Ziegenbein, 36 Panandetiguiri, 28 B. Hübner, 27 Öztürk - 24 Stroh-Engel, 13 König.
Ersatz:
1 Richter (Tor) - 6 Jeknic, 9 Schmidt, 10 Catic, 11 Siegert, 16 Glibo, 38 Ziemer.
1860:
12 Tschauner - 2 Rukavina, 19 Ghvinianidze, 4 Hoffmann, 3 Schick - 25 Ledgerwood, 6 Beda, 33 Johnson - 10 Rösler - 11 Lauth, 27 Schäffler.
Ersatz:
29 Krauss (Tor) - 8 D. Schwarz, 14 Holebas, 15 Aigner, 16 Thorandt, 24 Gulan, 26 Baumgartlinger.
Wechsel:
Catic für B. Hübner (46.), Ziemer für Stroh-Engel (63.), Siegert für Öztürk (83.) - Aigner für Rösler (61.), Holebas für Schäffler (77.), Thorandt für Ghvinianidze (79.).
Tore:
----
Gelbe Karten:
B. Hübner, Simac - Rukavina, Schick.
Zuschauer:
6.020 in der Brita-Arena.
Schiedsrichter:
Bibiana Steinhaus (Hannover); Assistenten: Tino Wenkel (Göttingen), Michael Karle (Waiblingen).

 
31. Spieltag - 8. Mai 2009
1860 München 3 : 3 Hansa Rostock
 
08.05.2009 | 20:00 Uhr

Wechselbad der Gefühle: Rösler trifft in der Nachspielzeit

Die Löwen-Fans erlebten ein Wechselbad der Gefühle beim 3:3 gegen Hansa Rostock. Der Führung durch Manuel Schäffler in der 19. Minute folgten bis zur Pause zwei Treffer der Gäste durch Enrico Kern (34.) und Mario Fillinger (45.) Benjamin Lauth schaffte in der 56. Minute den erneuten Ausgleich. In der Schlussphase überschlugen sich die Ereignisse: Abseitstor durch Schäffler (84.), im Gegenzug die erneute Hansa-Führung durch Kern (85.), ehe in der Nachspielzeit Sascha Rösler per Freistoß-Hammer zum 3:3-Endstand traf.

Personal: Verletzungsbedingt musste Trainer Uwe Wolf gegen Rostock auf Michael Hofmann (Rückenproblem), Daniel Bierofka (Muskelprobleme), Antonio Di Salvo (Sehnenentzündung am Knie), Sven Bender (Prellung), Markus Schroth (Aufbautraining) und Benjamin Schwarz (Knieprobleme) verzichten. Florian Jungwirth, Marvin Pourie, Christoph Burkhard und Julian Baumgartlinger spielten am gleichen Abend in der Regionalliga-Mannschaft beim SSV Ulm 1846.

Spielverlauf: Von Beginn an entwickelte sich ein hart umkämpftes Spiel. Lange neutralisierten sich beide Teams, ehe die Löwen mit der ersten guten Chance die Führung erzielten. Mathieu Beda hatte einen Freistoß über den Rücken der Innenverteidigung in den Strafraum gespielt, Manuel Schäffler pflückte den Ball aus der Luft, umkurvte am linken Torraumeck Kai Bülow, der sich düpieren ließ. Im Fallen traf der Löwen-Stürmer unhaltbar für Hansa-Keeper Jörg Hahnel ins lange Eck zur Führung (19.). Besser hätte es für die Hausherren kaum beginnen können. Doch durch einen individuellen Fehler machten sie sich diesen Vorteil selbst zunichte. Einen Eckball von links flankte Martin Retov mit rechts an den Torraum, Schäffler ließ Enrico Kern aus fünf Metern frei köpfen, Antonio Rukavina auf der Linie versuchte zwar noch zu klären, lenkte den Ball aber zum 1:1 ins eigene Tor ab (34.). Aber es sollte noch schlimmer kommen. In der letzten Minute vor der Pause kam Kevin Schindler zum Flanken. Die harmlose Hereingabe wollte Markus Thorandt klären, der aber das Leder nicht richtig traf. Mario Fillinger konnte sich an der Strafraumgrenze gegen Beda durchsetzen, der beim Abwehrversuch wegrutschte, sodass der Hansa-Mittelfeldspieler frei zum Schuss kam und aus elf Metern genau ins rechte untere Eck traf (45.).

Nach der Pause kam Danny Schwarz für den verletzten Lars Bender. Die Löwen traten nun wieder lauffreudiger und aggressiver in den Zweikämpfen auf und kamen zu Chancen. Erst spielte Rukavina Lauth im Strafraum an, der mit einem Drehschuss vom rechten Torraumeck knapp am linken Pfosten vorbeizielte (49.). Drei Minuten später scheiterte Danny Schwarz aus spitzem Winkel aus zehn Metern am Hansa-Keeper, der den Schuss zur Ecke faustete (52.). In der 56. Minute wurden dann die Bemühungen der Weiß-Blauen belohnt. Torben Hoffmann überwarf mit einem Einwurf auf der linken Seite die Rostocker Verteidiger, die Steilvorlage nahm Fabian Johnson auf, der fast von der Grundlinie quer in die Mitte legte, wo der heranstürmende Lauth aus vier Metern nur noch zum 2:2 eindrücken brauchte. Unverständlicherweise verloren die Löwen nach dem Ausgleich erneut den Faden, vor allem, weil es Rostock immer wieder schaffte, sich Überzahl-Situationen zu erspielen. Zudem standen die Sechziger zu weit von ihren Gegenspielern weg. Exemplarisch die Szene in der 69. Minute, als Kern mit dem Ball am Fuß durch den gesamten Löwen-Strafraum spazierte und erst am Torraum von Mate Ghvinianidze entscheidend gestört werden konnte (69.). Auch in der Folge hatte Hansa noch einige Konterchancen. Plötzlich lag aber der Ball auf der Gegenseite im Tor. Rukavina hatte vom rechten Strafraumeck mit links vors Tor geflankt, Schäffler lief in den Ball, drückte ihn aus sieben Metern unter die Latte. Doch der Linienrichter hob sofort die Fahne (84.). Schäffler stand etwa einen halben Meter im Abseits. Im direkten Gegenzug kam Fillinger auf der rechten Seite unbedrängt zum Flanken, Löwen-Keeper Tschauner segelte unter dem Ball hindurch, Kern war erneut zur Stelle, traf per Kopf aus sechs Metern zum 3:2 ins leere Tor (85.). Danach setzte Trainer Uwe Wolf alles auf eine Karte, brachte für Innenverteidiger Thorandt Stürmer Sascha Rösler. Torchancen blieben aber zunächst aus - bis zur 3. Minute der Nachspielzeit, als Schiedsrichter Lutz Wagner einen Zweikampf zwischen den Rostocker Spielern Sebastian Svärd und Gledson mit Rösler als Foul wertete. Den fälligen Freistoß in halbrechter Position hämmerte Rösler aus 20 Metern mit einer enormen Wucht, bei dem sich der ganze Frust der letzten Wochen entlud, mit links ins rechte Kreuzeck zum 3:3. Danach war Schluss. Mit diesem Remis konnten die Löwen zumindest unter Wolf den Heimnimbus bewahren und Rostock in der Tabelle auf Distanz halten.
 

1860:
12 Tschauner - 2 Rukavina, 16 Thorandt, 19 Ghvinianidze, 4 Hoffmann - 6 Beda, 22 L. Bender - 15 Aigner, 33 Johnson - 11 Lauth, 27 Schäffler.
Ersatz:
29 Krauss (Tor) - 3 Schick, 8 D. Schwarz, 10 Rösler, 14 Holebas, 24 Gulan, 25 Ledgerwood. 
Hansa:
21 Hahnel - 35 Schöneberg, 31 Bülow, 4 Orestes, 18 Oczipka - 14 Svärd, 6 Retov - 20 Schindler, 13 Fillinger - 9 Kern, 27 Bartels.
Ersatz:
37 Kerner (Tor) - 2 Langen, 7 Dorn, 8 Lisztes, 19 Buschke, 28 Gledson, 32 Kroos.
Wechsel:
D. Schwarz für L. Bender (46.), Ledgerwood für Aigner (75.), Rösler für Thorandt (87.) - Dorn für Bartels (70.), Gledson für Kern (90.).
Tore:
1:0 Schäffler (19.), 1:1 Kern (34.), 1:2 Fillinger (45.), 2:2 Lauth (56.), 2:3 Kern (85.), 3:3 Rösler (90.).
Gelbe Karte:
- Svärd.
Zuschauer:
24.400 in der Allianz Arena.
Schiedsrichter:
Lutz Wagner (Kriftel); Assistenten: Thorsten Joerend (Lübbecke), Karl-Markus Schumacher (Oberhausen).


30. Spieltag - 1. Mai 2009
FC Augsburg 3 : 0 1860 München
 

Augsburg besiegt Löwen 3:0

Ein nicht gegebener Elfmeter nach knapp einer Stunde beim Spielstand von 0:1 entschied die Partie gegen die Löwen. Dagegen bekamen zehn Minuten später die Augsburger einen äußerst fragwürdigen Strafstoß zugesprochen, der zum 2:0 durch Michael Thurk führte (70.). Dieser hatte auch den ersten Treffer für die Schwaben erzielt. Den Schlusspunkt setzte Elton da Costa zum 3:0 (86.). Davor trafen Manuel Schäffler (76.) und Fabian Johnson (79.) nur Aluminium.

Personal: Verletzungsbedingt musste Trainer Uwe Wolf gegen den FC Augsburg auf Mathieu Beda (Sprunggelenksverletzung), Daniel Bierofka (Muskelprobleme), Danny Schwarz (Kapselverletzung), Antonio Di Salvo (Sehnenentzündung am Knie), Markus Schroth (Aufbautraining) und Benjamin Schwarz (Knieprobleme) verzichten. Florian Jungwirth, Marvin Pourie, Christoph Burkhard und Torwart Markus Krauss wurden für das Regionalliga-Team abgestellt.

Spielverlauf: „Und täglich grüßt das Murmeltier!" - Wie so oft in den vergangenen Spielen mussten die Löwen frühzeitig einen Rückstand hinnehmen. Hatten sie in der 17. Minute noch Glück, als Imre Szabics nach einer Ecke durch Tobias Werner von der rechten Seite aus fünf Metern mit dem Kopf nur die Latte traf, war es drei Minuten später passiert. Werner hatte aus dem rechten Halbfeld fast von der Außenlinie einen Freistoß schnell ausgeführt, Lars Bender als einziger Löwe hatte Szabics vor sich, der aber im Abseits stand, doch in seinem Rücken stahl sich Michael Thurk unbehelligt in den Strafraum, traf mit einem Flugkopfball unhaltbar für Löwen-Keeper Michael Hofmann ins linke untere Eck (20.). Es dauerte fast eine halbe Stunde, bis die Weiß-Blauen zu ihrer ersten Chance kamen. Antonio Rukavina flankte von der rechten Grundlinie nach hinten, seine flache Hereingabe war aber so scharf, dass Fabian Johnson das Leder aus acht Metern nicht kontrolliert per Direktabnahme traf, sodass FCA-Torhüter Sven Neuhaus klären konnte (29.). Drei Minuten später brannte es nach einer direkten Kombination wieder vorm Löwen-Tor. Mourad Hdiouad kam fast an der rechten Grundlinie frei zum Flanken, doch Thurk konnte das Leder aus sieben Metern nicht mehr drücken. Es ging weit über die Querlatte (32.). Aber insgesamt zu selten kamen die Sechziger vor der Pause gefährlich vors Augsburger Tor - und noch weniger zum Abschluss. Anders in der 38. Minute. Johnson kam in zentraler Position aus 23 Metern zum Schuss, Neuhaus hatte Probleme mit dem gefährlichen Aufsetzer, konnte aber im Nachfassen die Situation entschärfen.

Die Löwen begannen die 2. Halbzeit offensiver. Für Sven Bender, der sich bei einem üblen Foul von Werner in der 2. Minute bereits eine Schienbeinprellung zugezogen hatte, aber bis zur Pause durchhielt, kam Stürmer Manuel Schäffler in die Partie. Und das Spiel wurde nun von 1860-Seite wesentlich aggressiver geführt. Trotzdem kam Augsburg aus heiterem Himmel zur nächsten Chance. Eine verunglückte Flanke von Werner wollte Keeper Hofmann fangen, ließ den Ball aber abprallen, das Leder trudelt die Linie entlang, ehe es der 35-Jährige endgültig aufnehmen konnte. Die Sechziger erarbeiteten sich in dieser Phase eine Reihe von Standardsituation. In der 58. Minute flankte Rukavina einen Freistoß aus halblinker Position vors Tor, der Ball wurde abgefälscht, doch Schäffler am rechten Torraumeck war zu überrascht, konnte nicht mehr kontrolliert passen. Zwei Minuten später stand der 20-jährige Löwen-Stürmer erneut im Mittelpunkt. Mit dem Leder am Fuß rannte er in den FCA-Strafraum, Patrick Mölzl kam von der Seite angestürmt, rammte ihn ohne Chance auf den Ball mit dem Oberkörper um, doch Schiedsrichter Michael Kempter ließ trotz heftiger Proteste weiterspielen. Damit sind die Löwen in dieser Saison weiterhin ohne eigenen Elfmeter. Zwei Minuten später klärte Thomas Kläsener eine 24-Meter-Freistoß aus halbrechter Position, den Michael Schick ausführte, per Kopf in der Mauer (62.). Wie aus heiterem Himmel eine Riesenchance für die Schwaben auf der Gegenseite. Werner hatte aus halblinker Position mit links aus 25 Metern einfach draufgehalten, das Leder knallte an den rechten Innenpfosten des Löwen-Tors und sprang von dort auf die linke Strafraumseite. Schick wollte klären, der eingewechselte Otar Khizaneishvili sprang dazwischen und fiel theatralisch ohne Möglichkeit, den Ball zu spielen. Zur Überraschung der Löwen entschied Schiedsrichter Kempter sich diesmal für einen Elfmeter. Thurk lief an, verlud Keeper Hofmann und traf zum 2:0 (70.). Trotz dieses Nachenschlags steckten die Löwen auch in der Folge nicht auf, hatten aber nur noch zu zwei Aluminiumtreffer. Nach einem Freistoß von Rukavina aus halblinker Position kam Schäffler sieben Meter vor dem FCA-Tor mit dem Kopf ans Leder, traf aber nur die Latte (76.). Drei Minuten später schoss Johnson per Direktabnahme von der Strafraumgrenze mit links an den rechten Pfosten (79.). Während die Löwen nicht mit dem Ehrentreffer belohnt wurde, kamen die Schwaben noch zum 3:0. Einen weiten Abschlag von Keeper Neuhaus verlängerte Markus Thorandt mit dem Kopfunglücklich in Richtung eigenes Tor. Der eingewechselte Elton da Costa schaltete am schnellsten, lief Torben Hoffmann und Rukavina davon, traf aus 13 Metern ins rechte untere Eck (86.)

Stimmen zum Spiel

Für Löwen-Coach Uwe Wolf war es „sehr bitter, ein Derby mit 0:3 zu verlieren". Als Schlüsselszene bezeichnete der 41-Jährige den nicht gegebenen Elfmeter beim Stand von 0:1 in der 60. Minute beim Foul an Manuel Schäffler. „Zu diesem Zeitpunkt hätte das Spiel einen ganz anderen Verlauf nehmen können. Die Mannschaft hat nach dem Rückstand versucht, die Partie zu drehen, ist dafür - weder mit einem Elfmeter, noch beim Latten- und Pfostentreffer - belohnt worden." Außerdem bemängelte Wolf, dass der erste Gegentreffer aus einer Standardsituation heraus fiel. „Da haben wir nicht aufgepasst. Natürlich tut die Niederlage uns und unseren Fans sehr weh. Ich kann die Enttäuschung gut verstehen. Aber wir dürfen jetzt den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern müssen nach vorne schauen. Wir haben am Freitag ein ganz wichtiges Heimspiel gegen Hansa Rostock vor uns. Und beim nächsten Auswärtsspiel in Wehen Wiesbaden wir zum Punkten verdammt", so der Coach. „Jeder Einzelne von uns ist sich der prekären Situation bewusst."

Augsburgs Trainer Jos Luhukay hatte ein „richtig gutes Derby" gesehen. „Meine Mannschaft erzielte die Tore in den entscheidenden Momenten", lobte der Niederländer seine Elf. „Das war ein sehr wichtiger Sieg für uns, weil wir dadurch unsere Konkurrenten im Abstiegskampf auf Abstand hielten."

Löwen-Verteidiger Torben Hoffmann legte bewusst den Finger in die Wunde und sprach davon, dass sich die Mannschaft mitten im Abstiegskampf befände. „Ich habe schon vor Wochen versucht, meinen Mitspielern die Parallelen zur Abstiegssaison 2003/2004 aufzuzeigen. Wir dürfen nicht mit der Einstellung in die verbleibenden Partien gehen, dass es ja noch genügend Spiele gibt, um die restlichen Punkte zu holen." Deswegen redet der 34-Jährige Tacheles: „Gegen Rostock ist Abstiegskampf pur. Die sind nur noch zwei Punkte hinter uns. Jeder sollte sich deshalb klar machen, wie wichtig dieses Spiel für uns und den Verein ist."

Sein 36-jähriger Kollege Michael Hofmann blies ins gleiche Horn. „Für uns gibt es jetzt keine Ausreden oder Alibis mehr. Der Fokus darf jetzt nur noch auf dem Spiel gegen Rostock liegen. Nur das zählt, sonst Nichts!" Der Torwart bedauerte, dass der Gegner erneut durch eine Standardsituation zu einem „leichten Tor" kam. „Wir schaffen es einfach nicht, unsere Linie so über 90 Minuten durchzuziehen, wie wir es uns vor dem Spiel vornehmen. Und dann haben wir noch Pech. Erst gibt es für uns keinen Elfmeter, auf der Gegenseite schon."

Dagegen wertete der zweifache Torschütze der Augsburger, Michael Thurk, den Sieg über die Löwen als „großer, großer Schritt" in Richtung Klassenerhalt. „Wir haben uns im Gegensatz zum Spiel in Fürth, wo wir etwas geschlafen haben, gegen Sechzig als Einheit präsentiert. Wir waren da, haben aus einem Standard das 1:0 gemacht. In der 2. Halbzeit sind wir dann kluge Konter gefahren", freute sich der Torjäger über den Spielverlauf und die drei Punkte.
 
FCA:
30 Neuhaus - 2 Hegeler, 23 Sinkala, 6 Kläsener, 17 L. Müller - 13 Werner, 22 Mölzl, 18 Hdiouad, 7 Baier - 9 Szabics, 27 Thurk.
Ersatz:
Kruse (Tor) - 3 Khizaneishvilli, 5 Hertzsch, 8 Kioyo, 10 da Costa, 20 C. Müller, 28 Strauß, 36 Hain.
1860:
1 Hofmann - 25 Ledgerwood, 16 Thorandt, 4 Hoffmann, 3 Schick - 17 S. Bender, 22 L. Bender- 2 Rukavina, 33 Johnson, 14 Holebas - 11 Lauth.
Ersatz:
12 Tschauner - 10 Rösler, 15 Aigner, 19 Ghvinianidze, 24 Gulan, 26 Baumgartlinger, 27 Schäffler.
Wechsel:
Khizaneishvili für Szabics (65.), Da Costa für Werner (78.), Hain für Thurk (87.) - Schäffler für S. Bender (46.), Aigner für Holebas (61.), Rösler für L. Bender (75.).
Tore:
1:0 Thurk (20.), 2:0 Thurk (70., Foulelfmeter), 3:0 da Costa (86.).
Gelbe Karten:
Werner, Hdiouad, Sinkala, Mölzl - Rukavina, Ledgerwood.
Zuschauer:
29.800 im Rosenaustadion.
Schiedsrichter:
Michael Kempter (Sauldorf); Assistenten: Jan-Hendrik Salver (Stuttgart), Arno Blos (Altbach).


29. Spieltag - 26. April 2009
RW Oberhausen 1 : 1 1860 München
 

Löwen laufen erneut Rückstand hinterher

Erneut klappte es für die Löwen nicht mit einem Auswärtssieg beim 1:1 in Oberhausen. Nach dem frühen Rückstand durch den Treffer von Christopher Nöthe in der 13. Minute kamen sie zwar noch vor der Pause durch Torben Hoffmann zum Ausgleich, aber insgesamt konnten sie ihre optische Überlegenheit nicht in Chancen ummünzen. In der Schlussminute hatten sie sogar Glück, dass es beim Remis blieb.

Personal: Löwen-Coach Uwe Wolf musste in Oberhausen auf Mathieu Beda (Prellung), Daniel Bierofka (Muskelprobleme), Danny Schwarz (Kapselverletzung), Antonio Di Salvo (Sehnenentzündung am Knie), Sascha Rösler (Aufbautraining), Markus Schroth (Aufbautraining) und Benjamin Schwarz (Knieprobleme) verzichten. Kurzfristig fiel auch noch Mathieu Beda (Prellung) aus. Marvin Pourie war bereits am Freitag aus dem Kader gestrichen worden, Florian Jungwirth, Christoph Burkhard und Markus Krauss spielten beim 4:0-Erfolg der U23 beim 1. FC Nürnberg II.

Spielverlauf: Wie so oft in den letzten Spielen, mussten die Löwen auch in Oberhausen einem frühen Rückstand hinterherlaufen. Noch nicht einmal eine Viertelstunde war gespielt, als Löwen-Keeper Michael Hofmann das Leder aus dem Netz holen musste. Christopher Nöthe kam nach einem sehenswerten Doppelpass mit Benjamin Schüßler erneut ans Leder, überlief die Innenverteidigung der Sechziger und zielte aus 14 Metern genau ins obere rechte Kreuzeck zur 1:0-Führung für RWO (13.). Beinahe wäre vier Minuten später den Weiß-Blauen der Ausgleich gelungen. Nach einem Doppelpass zwischen Fabian Johnson und Benjamin Lauth kam der Löwen-Torjäger aus 15 Metern zum Abschluss, doch sein unplatzierter Schuss stellte Sören Pirson im Oberhausener Tor vor keine allzu großen Probleme (17.). Die nächste gefährliche Szene spielte sich vor dem Löwen-Tor ab. Markus Kaya hatte einen Freistoß aus dem Halbfeld gefährlich an den Strafraum geflankt, jedoch verfehlte Nöthe mit seinem 18-Meter-Schuss deutlich das Tor (31.). Der mittlerweile aufgrund der Spielanteile verdiente Ausgleich gelang den Sechzgern in der 39. Minute. Michael Schick hatte eine Ecke von der rechten Seite mit links gefährlich vors Tor gedreht, Torben Hoffmann stieg am zweiten Pfosten am höchsten, köpft den Ball aus sechs Metern zum 1:1 in die Maschen. Kurz vor dem Halbzeitpfiff besaßen die Weiß-Blauen die Riesenchance zur Führung. Erneut war ein gefährlicher Standard von Schick der Ausgangspunkt. Der Freistoß des 21-Jährigen fälschte Lars Bender am Torraum noch gefährlich ab, doch RWO-Keeper Pirson reagierte glänzend, wehrte den Ball ab (45.).

Die Zuschauer sahen nach der Pause ein engagiertere Löwen-Mannschaft. Vom Wiederanpfiff weg dominierten sie den Durchgang, ohne sich aber klare Chancen zu erspielen. In der 50. Minute war es erneut ein gefährlich von Schick vors Oberhausener Tor getretener Freistoß, der für Aufregung sorgte. Doch diesmal brachte kein Sechzger den Fuß dazwischen. Auf der Gegenseite kam Schüßler nach einer Kaya-Ecke am Strafraumeck zum Schuss, aber das Leder strich einen halben Meter über die Querlatte des 1860-Tores (52.). In der 71. Minute gab es einen Freistoß für die Löwen aus halblinker Position - wie immer eine Sache für Rechtsfuß Antonio Rukavina. Aus 20 Metern drehte er mit rechts das Leder gefährlich in den Strafraum, aber auch diesmal kam kein Löwe an den Ball (71.). Nach dieser Szene tat sich wenig auf dem Spielfeld. Beide Mannschaften schienen sich mit der Punkteteilung abgefunden zu haben- bis zur Schlussminute. Dann wäre beinahe den Rot-Weißen der Siegtreffer gelungen. Mike Terranova passte den Ball von halbrechts in den Strafraum, der kurz zuvor eingewechselte Julian Lüttmann stand plötzlich alleine vor 1860-Keeper Hofmann, scheiterte aber aus kurzer Distanz an dem Routinier (90.). Nach dieser Szene mussten die Löwen sogar mit dem einen Punkt zufrieden sein!

Stimmen zum Spiel

„Unterm Strich ist es eine gerechte Punkteteilung", musste Löwen-Trainer Uwe Wolf feststellen. „Die 1. Halbzeit ging an Oberhausen. Meine Mannschaft kam nicht richtig ins Spiel, auch weil sie in punkto Laufbereitschaft gegen den Ball zu wenig bot." Das hätte sich, so Wolf, nach der Pause grundlegend geändert. „Da waren wir viel agiler und präsenter auf dem Platz, aggressiver in den Zweikämpfen. Uns war kein Weg zu weit. In der 2. Halbzeit hat sich die Mannschaft so präsentiert, wie ich das von ihr erwarte. Sie hat viel ins Spiel investiert und sich so den Punkt verdient."
 
RWO:
21 Pirson - 2 Uster, 5 B. Reichert, 16 Schlieter - 6 Falkenberg, 20 Kruse, 3 Embers - 27 Schüßler, 23 Kaya - 10 Terranova, 18 Nöthe.
Ersatz:
1 Semmler (Tor) - 7 Stoppelkamp, 9 Lüttmann, 14 T. Reichert, 19 Heppke, 22 Celik, 31 de Cock.
1860:
1 Hofmann - 2 Rukavina, 16 Thorandt, 4 Hoffmann, 3 Schick - 22 L. Bender, 17 S. Bender - 15 Aigner, 33 Johnson - 11 Lauth, 27 Schäffler.
Ersatz:
12 Tschauner (Tor) - 14 Holebas, 19 Ghvinianidze, 24 Gulan, 25 Ledgerwood, 26 Baumgartlinger, 35 Fetsch.
Wechsel:
Heppke für Schüßler (71.), de Cock für Kaya (81.), Lüttmann für Nöthe (89.) - Holebas für Schäffler (59.), Ledgerwood für Aigner (75.), Fetsch für Lauth (89.).
Tore:
1:0 Nöthe (13.), 1:1 Hoffmann (39.).
Gelbe Karten:
Rukavina, Schick, L. Bender.
Zuschauer:
 5.000 im Niederrheinstadion.
Schiedsrichter:
Holger Henschel (Braunschweig); Assistenten: Kuno Fischer (Leer), Arne Aarnink (Nordhorn).


28. Spieltag - 20. April 2009
1860 München 1 : 1 1. FC Kaiserslautern

Dramatik pur zwischen Löwen und Roten Teufeln

Es war kein gewöhnliches 1:1 zwischen dem TSV 1860 München und dem 1. FC Kaiserslautern, sondern ein Spiel das - gerade in der Schlussphase - an Dramatik nichts zu Wünschen übrig ließ. Michael Schick hatte die Löwen durch einen sehenswerten Freistoß aus 20 Metern in Führung gebracht (6.), Erik Jendrisek glich in der 27. Minute aus.

Personal: Im Heimspiel gegen den FCK musste Trainer Uwe Wolf auf Daniel Bierofka (Muskelprobleme), Danny Schwarz (Kapselverletzung im Sprunggelenk), Antonio Di Salvo (Sehnenentzündung am Knie), Sascha Rösler (Trainingsrückstand), Markus Schroth (Aufbautraining), Benjamin Schwarz (Knieprobleme) und Markus Krauss (Teileinriss Innenband im Knie) verzichten.

Spielverlauf: Diesmal waren die Löwen von Beginn an hellwach und schafften zu Hause eine schnelle Führung. Dazu diente eine Standardsituation. Einen Freistoß aus halblinker Position zirkelte Michael Schick mit links über die Mauer, traf genau unter die Latte des kurzen Ecks. „Unhaltbar", nannte später FCK-Trainer Milan Sasic diesen Treffer (6.). Bereits drei Minuten später hätten die Weiß-Blauen nachlegen können. Lars Bender spielte aus einer Kontersituation steil auf die rechte Seite, wo Manuel Schäffler gestartet war. Der 20-Jährige drang halbrechts in den Strafraum ein, wollte auf den mitgelaufenen Benjamin Lauth am zweiten Pfosten flanken, aber das Zuspiel landete im Tor-Aus (9.). Eine gute Chance vertan! Aber auch die Gäste hatten ihre Möglichkeiten in dem munteren Spiel. In der 17. Minute setzte sich Alexander Bugera auf der linken Seite durch, flankte an den zweiten Pfosten, wo Kai Hesse aus kurzer Distanz frei zum Schuss kam, aber Löwen-Keeper Michael Hofmann per Reflex glänzend reagierte. Zehn Minuten später war aber auch er machtlos. Diesmal war es Hesse selbst, der auf der rechten Seite zum Flanken kam. Die flache Hereingabe erlief sich Erik Jendrisek im Laufduell mit Torben Hoffmann, drückte aus sieben Metern das Leder unhaltbar für Keeper Hofmann ins rechte untere Eck zum 1:1ein (27.) Danach hatten die Pfälzer die Oberhand, doch Tore fielen bis zur Pause keine mehr.

Im zweiten Durchgang waren zunächst wieder die Löwen am Drücker. In der 52. Minute besaß Fabian Johnson die Chance zur erneuten Führung. Lauth hatte Stefan Aigner auf dem rechten Flügel angespielt, der flankte quer durch den gesamten Strafraum, Johnson kam auf der linken Seite ans Leder, sein Neun-Meter-Schuss aus spitzem Winkel konnte Torhüter Sippel gerade noch mit dem Fuß parieren. Fünf Minuten später passte Johnson auf Lauth, der leitete direkt auf halbrechts zu Schäffler weiter. Ein FCK-Verteidiger konnte aber gerade noch vor dem schussbereiten Löwen-Stürmer zur Ecke klären. Diese flankte Antonio Rukavina an den ersten Pfosten, wo Schäffler ans Leder kam, doch sein Kopfball wurde erneut geblockt (57.). In die Löwen-Drangphase hinein konterten die Gäste. Anel Dzaka spielte Jendrisek auf halblinks im Strafraum an, dessen Schuss aus zwölf Metern landete jedoch am linken Außennetz (60.). Vier Minuten später drehte Dzaka aus halblinker Position einen Freistoß gefährlich vors Löwen-Tor, Dario Damjanovic verpasste das Leder freistehend am Torraum nur knapp (64.). Noch größer war die Chance zur Führung für die Pfälzer in der 67. Minute. Bugera hatte von links über die Abwehr geflankt, Hesse kam völlig unbedrängt am zweiten Pfosten aus sechs Metern zum Kopfball, konnte das Leder aber nicht platzieren. Aber die Schlussviertelstunde sollte noch intensiver und spannender werden, als die 75 Minuten zuvor. Eingeläutet wurde sie von einem Pfostentreffer durch Lars Bender. Nach einem Freistoß von halbrechts, den Schick mit links hoch in die Mitte flankte, konnte Sippel das Leder nicht festhalten. Das fiel Lars Bender vor die Füße, der aus acht Metern nur den linken Innenpfosten traf (76.). In der 84. Minute gab es nach einem unnötigen Foul von Mathieu Beda 22 Meter vor dem Löwen-Tor einen Freistoß für die Roten Teufel. Dzaka schoss den Ball in die Mauer. Plötzlich ertönte ein Pfiff und Schiedsrichter Manuel Gräfe zeigte zum Entsetzen der Sechzger auf den Elfmeterpunkt. Der Unparteiische wollte ein absichtliches Handspiel von José Holebas gesehen haben (84.). Dzaka lief an, Hofmann ahnte die Ecke und hielt den Elfer (85.). Aber damit der Aufregung nicht genug. Drei Minute später eine krasse Fehlentscheidung des Schiedsrichtergespanns gegen die Löwen. Lauth war mustergültig freigespielt worden, Torhüter Sippel konnte gerade noch außerhalb seines Strafraums vor dem Löwen-Torjäger mit einer Grätsche klären. Das Leder kam zu Johnson, der aus 30 Metern den Ball mit viel Gefühl aufs leere Tor hob. Das Leder sprang an die Unterkante der Latte, anschließend hinter der Linie auf und dann wieder zurück in den Torraum. Doch die Fahne von Linienrichter Markus Häcker blieb unten (88.). Eine Fehlentscheidung, die letztlich den TSV 1860 zwei Punkte kostete und Kaiserslautern weiter im Aufstiegsrennen hält!

Stimmen zum Spiel

Löwen-Trainer Uwe Wolf fand, dass sein Team gut ins Spiel gekommen sei. „Das war ein super Freistoß von Michael Schick. Das war genau der Grund, wieso ich ihn zu den Profis geholt habe", so der 41-Jährige zum ersten Zweitliga-Treffer des 20-Jährigen. „Leider haben wir es versäumt, drei Minuten später nachzulegen, als Manuel Schäffler den Pass auf Benny Lauth unsauber gespielt hat. Beim 1:1 sind wir in einen Konter gelaufen, haben danach den Rhythmus verloren." Nach der Pause habe sein Team wieder mehr ins Spiel investiert. „Da hat die Laufbereitschaft gestimmt. Natürlich sind wir mit dem einen Punkt nicht so zufrieden wie der FCK. Ich wünsche mir, dass wir mal wieder ein reguläres Tor auch anerkannt bekommen", sagte Wolf mit Blick auf die Szene in der 88. Minute. „Schade, dass der Linienrichter nicht die Schnelligkeit von Fabian Johnson besaß", monierte er die schlechte Position des Assistenten an der Außenlinie. „Vielleicht sollte man beim DFB mal die Fitnessregeln etwas strenger ansetzen." Unterm Strich lobte er seine Mannschaft. „Sie hat ein klasse Fußballspiel abgeliefert. Diese Partie hat gezeigt, dass beide Traditionsvereine eigentlich in die Erste Liga gehören."

Lauterns Coach Milan Sasic geriet sogar mit Blick auf die 90 Minuten ins Schwärmen. „Es gibt gute Gründe ins Stadion zu kommen und Fußball zu gucken", so der 50-Jährige. „Heute hat es sich sicher für alle Zuschauer gelohnt. Es wurde alles geboten: Enttäuschung und Freude - in beide Richtungen. Wenn mich jemand fragen würde, was mir lieber wäre, zwei Punkte mehr oder so ein Spiel, ich müsste ernsthaft überlegen!" Sasic sah sein Team in der 1. Halbzeit bereits im Vorteil. „Sechzig ist aber durch einen Standard in Führung gegangen. Das ist uns nicht das erste Mal in dieser Spielzeit passiert", ärgerte sich der Kroate. „Aber wir hatten danach noch einige Top-Chancen. Ich habe heute eine Lauterer Mannschaft gesehen, die alles versucht und Fußball gespielt hat. Auch in der 2. Halbzeit haben wir mehr investiert als der Gegner, auch wenn Sechzig ein Tor geschossen hat, das der Schiedsrichter zu unrecht nicht gegeben hat."

„Das 1:1 ist nicht genug", ärgerte sich Löwen-Torhüter Michael Hofmann, der seinen vierten Elfmeter in seiner Profi-Karriere hielt, davon allein drei gegen Kaiserslautern! Die Entscheidung, die zum Strafstoß führte, konnte er nicht ganz nachvollziehen. „Es ist immer schwer, einen Elfmeter gegen einen Spieler zu pfeifen, der in der Mauer steht. Der Schiedsrichter hätte uns wenigstens ein Happyend bescheren können, wenn er das Tor von Fabian Johnson pfeift." Aufgrund der guten Mannschaftsleistung sei der Punkt zu wenig. „Die permanenten 1:1-Unentschieden zu Hause bringen uns auf Dauer nicht weiter. Gegen Oberhausen und Augsburg brauchen wir Minimum drei Punkte, damit der Verein frühzeitig für die kommende Saison planen kann."

Kapitän Benjamin Lauth fand das Unentschieden ärgerlich. „Zum Schluss gab es ein paar Entscheidungen gegen uns, die ich anders gesehen habe. Aufgrund der letzten Minuten hätten wir den Sieg verdient", so das Fazit des 27-Jährigen. Zum nicht gegebenen Treffer meinte Lauth: „Bei so einem langen Ball sollte der Linienrichter eigentlich sehen, dass er hinter der Linie ist." Man hätte das Heimspiel gerne gewonnen, „aber wenigstens verlieren wir die Spiele zu Hause nicht mehr", gewann der Stürmer der Punkteteilung etwas Gutes ab. Er habe, was die Einstellung betrifft, eine gute Löwen-Mannschaft gesehen. „Das Auftreten gegen Kaiserslautern müssen wir in die Auswärtsspiele mitnehmen. Wir sind besser als Oberhausen. Das müssen wir aber auf dem Platz zeigen", fordert der Stürmer von sich und seinen Kollegen.

„Eigentlich wollte ich nie mehr was zu Schiedsrichtern sagen", echauffierte sich Torben Hoffmann. „Die pfeifen Dinge, die es gar nicht gibt, und klare Sachen sehen sie nicht!" Für die Zuschauer hatte er aber ein Kompliment parat. „Das war Wahnsinn, wie sie uns nach vorne gepusht haben. Mit dem einen Punkt können wir nicht zufrieden sein. Wir hatten Möglichkeiten, dieses Spiel zu gewinnen. Diese grenzwertigen Entscheidungen haben uns letztlich den Dreier gekostet." Nach dem gehaltenen Elfmeter durch Michael Hofmann sei nochmals ein Ruck durch die Mannschaft gegangen. „Leider sind wir aber dafür nicht belohnt worden."
 
1860:
1 Hofmann - 2 Rukavina, 16 Thorandt, 4 Hoffmann, 3 Schick - 22 L. Bender, 6 Beda - 15 Aigner, 33 Johnson - 11 Lauth, 27 Schäffler.
Ersatz:
12 Tschauner (Tor) - 14 Holebas, 17 S. Bender, 18 Pourie, 19 Ghvinianidze, 24 Gulan, 25 Ledgerwood.
1. FCK:
1 Sippel - 38 Kotysch, 5 Amedick, 3 Damjanovic, 17 Bugera - 21 Demai - 23 Dick, 10 Dzaka, 15 Simpson - 24 Hesse, 26 Jendrisek.
Ersatz:
29 Trapp (Tor) - 2 Ouattara, 8 Sam, 11 Fuchs, 20 Paljic, 30 Müller, 37 Pinheiro.
Wechsel:
Holebas für Schäffler (75.), S.Bender für Aigner (82.) - Paljic für Simpson (81.), Fuchs für Hesse (90.), Pinheiro für Dzaka (90.).
Tore:
1:0 Schick (6.), 1:1 Jendrisek (27.).
Gelbe Karte:
Thorandt, Hoffmann, L. Bender, Lauth - Damjanovic, Hesse, Dzaka, Jendrisek, Amedick, Kotysch.
Zuschauer:
25.100 in der Allianz Arena.
Schiedsrichter:
Manuel Gräfe (Berlin); Assitenten: Markus Häcker (Pentz), Daniel Siebert (Berlin).

 
27. Spieltag - 12. April 2009
TuS Koblenz 3 : 2 1860 München

Früher Rückstand kostet Punkte

Erneut kein Ertrag für die Löwen bei der 2:3-Niederlage in Koblenz. Bereits in der 4. Minute brachte Darko Maletic die Gastgeber in Führung, Matthew Taylor erhöhte in der 33. Minute auf 2:0. Nach der Pause verkürzte zunächst Benny Lauth mit seinem 12. Saisontreffer auf 1:2 (53.). Dann ging's Schlag auf Schlag: Taylor traf mit seinem zweiten Treffer zum 3:1 (65.), Beda verkürzte im Gegenzug zum Endstand (66.).

Personal: Verletzungs- oder krankheitsbedingt musste Löwen-Trainer Uwe Wolf in Koblenz auf Daniel Bierofka (Muskelprobleme), Antonio Di Salvo (Sehnenentzündung am Knie), Stefan Aigner (Grippe), Mate Ghvinianidze (Bronchitis), Markus Schroth (Aufbautraining), Lars Bender (Muskelfaserriss), Benjamin Schwarz (Knieprobleme) und Markus Krauss (Teileinriss Innenband im Knie) verzichten. Marvin Pourie weilt derzeit mit der deutschen U18 bei einem internationalen Turnier in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Spielverlauf: Wie schon in den vorhergehenden Spielen mussten die Löwen einen frühen Rückstand verkraften. Nikola Gulan machte bei seinem Zweitliga-Debüt in der 4. Minute keine gute Figur. Auf der rechten Angriffsseite konnte Darko Maletic ungestört einen Pass von Manuel Hartmann annehmen, zog danach an Gulan vorbei in die Mitte, schoss an der Strafraumgrenze aus halbrechter Position mit links, Sven Bender versuchte den Ball noch zu blocken, nahm dabei dem Torwart die Sicht. Der aufsetzende Schuss rutschte anschließend Löwen-Keeper Michael Hofmann unglücklich über die Hände, schlug ins rechte Eck zum 1:0 für Koblenz ein. Fast im Gegenzug hätte José Holebas das Ergebnis egalisieren können. Doch bei seinem Neun-Meter-Schuss aus halblinker Position wurde der 24-Jährige bedrängt, traf nur das linke Außennetz (5.). In der 17. Minute kamen die Sechziger durch einen Standard zur nächsten Chance. Aus halblinker Position versuchte Antonio Rukavina den Ball mit rechts aufs rechte Kreuzeck zu zirkeln, das Leder ging aber knapp über den Querbalken. Zwei Minuten später war es Holebas, der am linken vorderen Strafraumeck einen hohen Ball per Kopf verlängerte, Benjamin Lauth war von rechts nach links gekreuzt, kam ans Leder. Sein Neun-Meter-Schuss aus spitzem Winkel konnte Torhüter David Yelldell jedoch mit dem Arm abwehren. Koblenz versuchte es immer wieder mit hohen Bällen in den Rücken der Löwen-Innenverteidigung. So auch in der 22. Minute. Du-Ri Cha hatte auf Taylor gepasst, Markus Thorandt klärte, passte dabei aber genau zu Maletic auf der rechten Seite. Der lief erneut mit dem Ball in die Mitte, ohne dass er angegriffen wurde, jedoch konnte Keeper Hofmann seinen Schuss aus 18 Metern abwehren, aber nicht klären. Njazi Kuqi setzte nach, prallte anschließend im Luftkampf mit dem Löwen-Schlussmann zusammen. Hofmann wurde zunächst behandelt, spielte weiter, doch zwei Minuten später im Anschluss an eine Ecke musste der 36-Jährige endgültig passen. Erste Diagnose: Innenbandverletzung im Knie. Für ihn kam Philipp Tschauner. Den ersten Ballkontakt hatte der 23-Jährige in der 33. Minute, als er den Ball aus dem Netz holen musste. Marco Lomic hatte eine Ecke von links halbhoch vors Tor gespielt, Taylor kam mit der Fußspitze vor Sven Bender an den Ball, traf aus sieben Metern zum 2:0. Es war zu diesem Zeitpunkt der dritte Torschuss für die Rheinländer. In der dritten Minute der Nachspielzeit besaß Lauth die Riesenmöglichkeit zum Anschlusstreffer. Holebas hatte von links auf den zweiten Pfosten geflankt, der Löwen-Torjäger nahm den Ball mit dem Rücken zum Tor aus der Luft an, drehte sich blitzschnell um seinen Gegenspieler, schoss aus neun Metern, traf aber nur an den linken Innenpfosten.

Die 2. Halbzeit gingen die Löwen wesentlich offensiver als den ersten Durchgang an. Aber erneut beschworen sie in der 48. Minute eine brenzlige Situation selbst herauf. Erst flankte Zoltan Stieber relativ ungehindert von links quer durch den 1860-Strafraum, dann stahl Martin Forkel sich aus dem Rücken von Gulan nach vorne, kam aber nicht optimal an den Ball, sodass Tschauner retten konnte. Fünf Minuten später dann der Anschluss für die Sechziger. Fabian Johnson hatte den Ball hoch über die TuS-Verteidigung in den Strafraum gelupft, Lauth setzte sich halblinks im Zweikampf gegen Cha durch, traf aus neun Metern ins lange Eck zum 2:1 (53.). Keine 60 Sekunden später die Riesenchance für Manuel Schäffler zum Ausgleich. Nach Antonio Rukavinas Flanke von der rechten Seite kam der 20-Jährige am Torraum frei ans Leder, aber sein Flugkopfball konnte TuS-Keeper Yelldell parieren (54.). Statt auszugleichen, mussten die Löwen in der 65. Minute erneut einen Zwei-Tore-Rückstand hinnehmen. Wiederum war es Lomic, der einen Freistoss von der linken Seite vors Tor flankte, erneut sprintete Taylor in den Ball, traf diesmal per Flugkopfball aus acht Metern zum 3:1. Die Löwen gaben sich nicht auf, konnten keine 90 Sekunden später bereits verkürzen. Einen Rukavina-Eckball von links mit dem rechten Fuß vors Tor gedreht verlängerte Mathieu Beda am kurzen Pfosten mit dem Kopf, TuS-Verteidiger Hartmann hatte noch die Schulter dazwischen, sodass der Ball unhaltbar für Yelldell den Weg ins lange Eck zum 3:2 fand (66.). In der verbleibenden Zeit versuchten die Löwen zwar immer wieder die Koblenzer unter Druck zu setzen, aber letzlich fehlte die Passgenauigkeit und die Kraft gegen eine kompakt stehende Defensive der Rheinländer. Diese hatten ihrerseits in der Nachspielzeit die große Chance, alles klar zu machen. Einen weiten Ball erlief sich Kuqi, der alleine auf Tschauner zusteuerte, doch der Löwen-Keeper konnte gegen den baumlangen Angreifer klären (90.). So stand das Team von Uwe Wolf erneut mit leeren Händen da, obwohl es nach Spielanteilen mindestens einen Punkt hätte mitnehmen können.

Stimmen zum Spiel

Löwen-Trainer Uwe Wolf war nach der Niederlage in Koblenz sehr von seinem Team enttäuscht. „Wir hatten uns in Koblenz viel vorgenommen", sagte der 41-Jährige, der schon früh umstellen musste. „Die Herausnahme von Danny Schwarz war taktisch bestimmt. Ich wollte einen zweiten Stürmer bringen. Manuel Schäffler hat vorne für die erwartete Belebung gesorgt."Sein Team habe sich auch nach dem 0:2-Rückstand nicht aufgegeben. „Nach dem 1:2 sind wir gut zurückgekommen, haben es aber verpasst, durch die Riesenchance von Schäffler gleich das 2:2 nachzulegen. Aufgrund der 2. Halbzeit wäre ein Punkt verdient gewesen." Angesprochen auf die Zuordnung bei den beiden Gegentoren nach einem Freistoß bzw. Eckball meinte Wolf: „Ich werde keinen öffentlich bloß stellen. Wir werden das intern analysieren. Aber jeder Einzelne muss sich hinterfragen." Für ihn sei diese Niederlage sehr lehrreich gewesen. „Ich weiß jetzt, auf welche Spieler ich in Zukunft bauen kann, wer für 1860 durchs Feuer geht. Insofern habe ich wichtige Erkentnisse gewonnen.

Zwei weitere positive Dinge konnte Wolf in Koblenz verzeichnen. Zum einen gelang Benjamin Lauth unter Wolf als Cheftrainer in seinem sechsten Spile bereits sein fünfter Treffer (Wolf: „Benny ist auf einem guten Weg!"), zum anderen erlebte der Fußball-Lehrer erstmals den Schlusspfiff als Cheftrainer bei einem Auswärtsspiel am Spielfeldrand mit. Sogar Schiedsrichter-Obmann Eugen Striegel gratulierte dem Löwen-Trainer dazu und erklärte, dass er sich „vorbildlich" verhalten hätte.

Nicht ganz so vorbildlich war sein Pendant auf Koblenzer Seite, Uwe Rapolder, der von Schiedsrichter Sascha Thielert (Hamburg) eindringlich ermahnt worden war. Der Jubilar, der gegen den TSV 1860 zum 200. Mal bei einem Zweitliga-Spiel als Trainer auf der Bank saß, sprach von einer verdienten Führung seines Teams zur Pause. „Aber Sechzig hat nie aufgesteckt. Zudem hat der ein oder andere meiner Spieler in der 2. Halbzeit weiche Knie bekommen. Das war teilweise die nackte Angst", resümierte der 50-Jährige. „Am Ende waren wir froh, dass wir das Spiel gewonnen haben. Aber wir wissen, dass wir bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt kämpfen müssen."

Löwen-Kapitän Benjamin Lauth monierte einmal mehr die fehlende Konzentration zu Beginn des Spiels. „Es kann eigentlich nicht sein, dass wir schon wieder nach wenigen Minuten zurückliegen und einem Rückstand hinterherrennen müssen. Das musste ich in dieser Saison schon fünf-, sechsmal sagen. Es ist immer das Gleiche: 1:0 für den Gegner, und dann beginnt das Hinterherlaufen. Dann wird es natürlich schwer. Aber auch nach dem 0:2 haben wir versucht, das Spiel zu drehen. Wir hatten auch die Chancen, die wir aber leider nicht genutzt haben, wie ich direkt vor der Halbzeit oder Manuel nach dem 1:2. Das waren die beiden Schlüsselszenen des Spiels", so das Resumee des 27-Jährigen.

Innenverteidiger Torben Hoffmann ärgerte sich besonders über die beiden Gegentore nach Standards. „Aus dem Spiel heraus haben wir wenig zugelassen", so der 34-Jährige. „Bei Standards gibt es eine klare Zuordnung. Da müssen wir viel konzentrierter und konsequenter zu Werke gehen." Dem Gegner habe man es nach dem Rückstand zu leicht gemacht, den Vorsprung zu verteidigen. „Wir haben zu viele lange Bälle geschlagen und zu wenig über die Flügel gespielt", monierte der gebürtige Kieler. „Der Wille war da, aber letztlich hat das Durchsetzungsvermögen gefehlt."
 
TuS:
1 Yelldell - 22 Cha, 24 Mavric, 5 Bajic, 13 Lomic - 23 Maletic, 6 Hartmann, 27 Göderz, 17 Stieber - 35 Taylor, 9 Kuqi.
Ersatz:
31 Rickert (Tor) - 3 Wiblishauser, 7 Gambino, 8 Forkel, 15 Ndjeng, 20 Fischer, 38 Stahl.
1860:
1 Hofmann - 2 Rukavina, 16 Thorandt, 4 Hoffmann, 24 Gulan - 17 S. Bender, 6 Beda - 33 Johnson, 8 D. Schwarz, 14 Holebas - 11 Lauth.
Ersatz:
12 Tschauner (Tor) - 3 Schick, 10 Rösler, 20 Burkhard, 25 Ledgerwood, 26 Baumgartlinger, 27 Schäffler.
Wechsel:
Wiblishauser für Maletic (35.), Forkel für Göderz (46.), Stahl für Taylor (71.) - Tschauner für Hofmann (24.), Schäffler für D. Schwarz (39.), Rösler für S. Bender (77.).
Tore:
1:0 Maletic (4.), 2:0 Taylor (33.), 2:1 Lauth (53.), 3:1 Taylor (65.), 3:2 Beda (66.).
Gelbe Karten:
Yelldell -.
Zuschauer:
 10.991 im Stadion Oberwerth.
Schiedsrichter:
Sascha Thielert (Hamburg); Assistenten: Malte Dittrich (Bremen), Marek Preuß (Hamburg).

 
26. Spieltag - 5. April 2009
1860 München 1 : 1 VfL Osnabrück
 
05.04.2009 | 16:00 Uhr

Löwen mit zwei Gesichtern

Die Löwen zeigten gegen den VfL Osnabrück beim 1:1 zwei Gesichter. Nach einer „desolaten Leistung" (Uwe Wolf) in der 1. Halbzeit und dem Treffer durch Matthias Heidrich lagen die Sechziger vollkommen verdient mit 0:1 zurück (15.). Im zweiten Durchgang machten die Weiß-Blauen mächtig Druck, kamen durch den 11. Saisontreffer durch Benjamin Lauth in der 57. Minute zum gerechten Ausgleich.

Personal: Trainer Uwe Wolf musste im Heimspiel gegen Osnabrück auf Antonio Rukavina (Gelb-Sperre), Daniel Bierofka (Schambeinentzündung), Antonio Di Salvo (Sehnenentzündung am Knie), Mate Ghvinianidze (Grippe), Markus Schroth (Aufbautraining), Lars Bender (Muskelfaserriss) und Markus Krauss (Teileinriss Innenband im Knie) verzichten. Nicht für den 18-Mann-Kader berücksichtigt waren Florian Jungwirth, Christoph Burkhard und Benjamin Schwarz.

Spielverlauf: Die Löwen präsentierten sich von Beginn an mit einer hohen Fehlerquote, ließen sich von den aggressiv auftretenden Gästen immer wieder den Schneid abkaufen, standen viel zu weit vom Gegner weg. Folgerichtig hatte Osnabrück immer wieder Chancen, während die Weiß-Blauen kaum vors VfL Tor kamen. Die erste gefährliche Situation mussten die Löwen in der 5. Minute überstehen. Dominic Peitz kam am Strafraum halblinks an den Ball, zog Richtung Grundlinie, flankte anschließend an den ersten Pfosten, wo Marvin Braun am linken Torraumeck das Leder nur knapp verpasste. Piere de Witt besaß die nächste Chance für die Niedersachsen. Der Mittelfeldspieler kam zwei Meter vor dem Löwen-Strafraum zum Schuss, aber zum Glück fälschte ein 1860-Verteidiger den Ball noch zur Ecke ab. Der anschließende Eckball wurde zunächst abgewehrt, Thomas Cichon schlug das Leder aus dem rechten Halbfeld hoch an den zweiten Pfosten, wo Nico Frommer aus sieben Metern zum Kopfball kam, aber Keeper Michael Hofmann konnte parieren (10.). In der 15. Minute war es dann passiert. In der Vorwärtsbewegung verloren die Löwen in der VfL-Hälfte den Ball, Marvin Braun bekam an der Mittellinie das Leder zugespielt, passte zentral in die Schnittstelle der Innenverteidigung, halbrechts war Matthias Heidrich gestartet, erlief sich den Ball, hängte Torben Hoffmann ab und traf aus 15 Metern mit links durch die Beine von Keeper Michael Hofmann zum 1:0 für Osnabrück (15.). Die erste nennenswerte Offensivaktion hatten die Löwen in der 24. Minute. Nach einem Einwurf von Nikolas Ledgerwood auf der rechten Seite setzte sich Sascha Rösler am vorderen Strafraumeck gegen zwei VfL-Spieler gekonnt durch, legte auf Sven Bender ab, der aus 19 Metern aber knapp am rechten Pfosten vorbeizielte. Nach einem Riesenschnitzer von Manuel Schäffler zehn Meter vorm eigenen Strafraum besaß der VfL die nächste Chance. Der Löwen-Stürmer legte genau für Pierre de Witt auf. Hofmann konnte aber den 23-Meter-Schuss des 31-Jährigen parieren (34.). Fast im Gegenzug die beste Möglichkeit der Sechziger vor der Pause. Hofmann hatte aus den Händen abgeschlagen, Schäffler verlängerte den Ball per Kopf, Thomas Cichon ließ das Leder passieren, wodurch Benjamin Lauth alleine auf Torhüter Timo Berbig zulief, den Ball aber zu weit links an ihm vorbeilegte, sodass er im Tor-Aus landete (35.). Eine Führung zu diesem Zeitpunkt wäre für die Löwen aber auch des Guten zu viel gewesen.

Eine ganz andere Löwen-Mannschaft präsentierte sich nach der Pause. Zudem zeigte Trainer Uwe Wolf mit seiner Umstellung ein glückliches Händchen. José Holebas kam für Sascha Rösler, wechselte auf die linke Seite, dadurch agierte Fabian Johnson zentral. Und der 21-Jährige gab dem Spiel der Sechziger die in der 1. Halbzeit vermissten Impulse. Die Weiß-Blauen setzten die Gäste nun permanent unter Druck. In der 48. Minute war es Hoffmann, der den Einwurf von der linken Seite bis an den Torraum brachte, Schäffler verlängerte mit dem Kopf, Keeper Berbig flog am Ball vorbei. Zwar kam Sven Bender aus neun Metern zum Kopfball, konnte das Leder aber nicht platziert aufs leere Tor bringen. Besser lief es in der 57. Minute. Sechzig setzte Osnabrück am eigenen Strafraum unter Druck, Johnson kam auf der rechten Seite an den Ball, flankte flach in die Mitte, wo Lauth mit einem Seitfallzieher aus neun Metern ins kurze rechte Eck zum 1:1 traf (57.). Danach hatten die Löwen nach Standards noch einige gute Szene, ohne aber zum entscheidenden Abschluss zu kommen. In der letzten Viertelstunde war die Partie wieder absolut offen. Die Sechziger mussten ihrer kraftraubenden Aufholjagd Tribut zollen, Osnabrück konterte und hätte beinahe doch noch den Siegtreffer erzielt. In der 80. Minute kam der eingewechselte Thomas Reichenberger auf der rechten Seite zum Flanken, Markus Thorandt stand zu weit von Heidrich weg, der aus fünf Metern aber an die Querlatte köpfte. So blieb es bei einem gerechten Remis nach zwei grundverschiedenen Halbzeiten.

Stimmen zum Spiel

Löwen-Trainer Uwe Wolf war absolut unzufrieden mit der 1. Halbzeit seines Teams. „Wir trainieren die ganze Woche betontes Flügelspiel, Spielverlagerung und Zweikämpfe - und dann liefern wir eine desolate 1. Halbzeit ab. Wir waren nicht aggressiv genug, haben einfach nicht die Räume zubekommen." Der 41-Jährige freute sich, dass der Wechsel zur Halbzeit (Holebas für Rösler) aufging. „Die 33.000 Zuschauer, die für Sechzig waren, haben uns nach vorne getrieben. Wir haben folgerichtig das 1:1 gemacht." Danach sei sein Team durch Standards weiterhin gefährlich gewesen. „In den letzten 15 Minuten waren wir dann zu unkonzentriert im Passspiel und hatten Glück bei dem Lattentreffer. Das Unentschieden geht meiner Meinung nach in Ordnung." Dem Gegner wünschte er alles Gute für den Rest der Saison. „Osnabrück hat gezeigt, dass sie in die Zweite Liga gehören."

VfL-Trainer Claus-Dieter „Pelé" Wollitz freute sich darüber, dass seine Mannschaft die Vorgaben voll umgesetzt hatte. „Genau das, was wir uns vorgenommen haben, haben wir in der 1. Halbzeit, speziell in den ersten 35 Minuten, gezeigt und zurecht das Tor gemacht." Danach habe aber seinem Team die „Frechheit" gefehlt, nochmals nachzulegen. „Es war klar, dass nach der Halbzeit mehr Druck von den Löwen kommt." Dabei machte er seinem Kontrahenten Wolf ein Kompliment wegen dessen taktischer Umstellung, bemängelte aber auch das Verhalten seiner Mannschaft vorm 1:1. „Da können wir zweimal den Ball wegschlagen, schaffen es aber einfach nicht. Lauth hat dann bei dem Seitfallzieher seine ganze Qualität gezeigt. Solche Tore machen nicht viele." In der Schlussviertelstunde habe man nochmals die Möglichkeit gehabt, das Spiel zu gewinnen. „Es wäre nicht unverdient gewesen", so der Ex-Profi, der seinem Kapitän Thomas Reichenberger ein Kompliment aussprach. „Er hätte in München von Beginn an gespielt, kam aber am Donnerstag zu mir und hat gesagt, dass er müde ist. Dazu kam noch ein grippaler Infekt. Er hat also freiwillig auf einen Platz in der Startelf verzichtet. Das war eine Riesengeste!"

Löwen-Profi Stefan Aigner übte schonungslose Selbstkritik. „Wir haben brutal schlecht angefangen. Ich habe Fehlpässe gemacht, bin überhaupt nicht an meinem Gegenspieler vorbeigekommen. Wir sind überhaupt nicht ins Spiel gekommen." Er habe Respekt vor Osnabrück, „aber ein Punkt ist einfach zu wenig, vor allem, wenn man vor 35.000 Zuschauern spielt. Gegen Fürth haben wir trotz der 0:1-Niederlage eine Klasse besser gespielt".

Torschütze Benjamin Lauth sah ein ähnliches Spiel wie gegen den FSV Frankfurt. „Wieder sind wir zu Hause in Rückstand geraten und haben zu lange gebraucht, um ins Spiel zu finden." Der 27-Jährige sprach von zwei verschiedenen Halbzeiten. „Wir sind ganz schlecht reingekommen. Erst nach der Pause ist es uns gelungen, frühzeitig vorne drauf zu gehen und die Bälle zu erobern." Auch Lauth sah, dass es am Ende nochmals eng wurde. „In den letzten zehn Minuten waren wir nach der Aufholjagd leer, die Temperaturen kamen dazu. Vielleicht hätten wir nach dem 1:1 den Druck etwas rausnehmen sollen." Mit zwei Punkten aus den letzten drei Spielen könnte man aber nicht zufrieden sein. „Das ist unterm Strich einfach zu wenig."

VfL-Torjäger Thomas Reichenberger freute sich über die Vorstellung seiner Mannschaft in München. „In den ersten 25 Minuten haben wir mehr als vernünftig gespielt. Die Gegner merken langsam, dass in Osnabrück ordentlich Fußball gespielt wird." Für sein Team war es überhaupt das erste Mal in dieser Saison, dass es auswärts in Führung ging. „Wir hatten viele Torchancen, leider haben wir nur einen Punkt geholt."
 
1860:
1 Hofmann - 25 Ledgerwood, 16 Thorandt, 4 Hoffmann, 3 Schick - 17 S. Bender - 15 Aigner, 33 Johnson - 10 Rösler - 11 Lauth, 27 Schäffler.
Ersatz:
12 Tschauner (Tor) - 6 Beda, 8 D. Schwarz, 14 Holebas, 18 Pourie, 24 Gulan, 26 Baumgartlinger.
VfL:
1 Berbig - 17 Thomik, 30 Cichon, 25 Engel, 11 Schäfer - 15 Surmann, 6 Peitz, 12 Heidrich - 5 de Wit - 20 Frommer, 7 Braun.
Ersatz:
33 Wessels (Tor) - 2 Anderson, 4 Omodiagbe, 9 Reichenberger, 16 Sykora, 21 Schoun, 27 Bernhardt.
Wechsel:
Holebas für Rösler (46.), Pourie für Schäffler (77.) - Schuon für Peitz (68.), Bernhardt für Surmann (68.), Reichenberger für Frommer (78.).
Tore:
0:1 Heidrich (15.), 1:1 Lauth (57.).
Gelbe Karte:
S. Bender, Thorandt, Aigner - Peitz.
Zuschauer:
35.800 in der Allianz Arena.
Schiedsrichter:
Marco Fritz (Korb); Assistenten: Florian Steinberg (Korntal-Münchingen), Dominik Schaal (Tübingen).


25. Spieltag - 22. März 2009
SpVgg Greuther Fürth 1 : 0 1860 München
 

Lob für die Löwen, Punkte für Greuther Fürth

Eine Unachtsamkeit nach einer Ecke und der anschließende Sonntagsschuss von Sercan Sararer brachte die Löwen bei der SpVgg Greuther Fürth um die Früchte ihrer Arbeit. Der Treffer des 19-Jährigen in der 77. Minute besiegelte die 0:1-Niederlage der Weiß-Blauen im Playmobil-Stadion, die ihrerseits beste Chancen ungenutzt ließen.

Personal: Im zweiten Derby unter Uwe Wolf als Chefcoach konnte der 41-Jährige verletzungsbedingt nicht auf Mathieu Beda (Knieprellung), Daniel Bierofka (Schambeinentzündung), Antonio Di Salvo (Sehnenentzündung am Knie), Sven Bender (Oberschenkelprellung), Markus Schroth (Aufbautraining) und Benjamin Schwarz (Knieprobleme) zurückgreifen. Markus Krauss (3. TW), Florian Jungwirth, Marvin Pourie und Christoph Burkhard kamen tags zuvor bei der 2:3-Niederlage der U23 in Darmstadt zum Einsatz, Gregg Berhalter und Nikola Gulan schafften nicht den Sprung in den 18er-Kader.

Spielverlauf: Die Löwen dominierten vom Anpfiff weg die Partie. Immer wieder setzten sie die Kleeblätter durch Angriffe über die Außenbahnen unter Druck. Folgerichtig kamen sie zu Chancen, die aber entweder der gut haltende Torhüter Stephan Loboué vereitelte oder die dem eigenen schwachen Abschluss zum Opfer fielen. So auch in der 3. Minute. Benjamin Lauth hatte das Spiel aus der eigenen Hälfte schnell gemacht, passte auf Lars Bender, der steil Fabian Johnson auf der linken Seite auf die Reise schickte. Der U21-Nationalspieler überlief seinen Gegenspieler Bernd Nehrig, zog nach innen, lief alleine auf Loboué zu, steckte mit rechts den Ball links am Keeper vorbei, aber auch um Zentimeter am leeren Tor (3.). Die Franken dagegen waren nur nach Standards gefährlich. In der 12. Minute flankte Leo Haas einen Freistoß aus halbrechter Position vors Tor, der Ball wurde vom zweiten Pfosten in die Mitte verlängert, wo aber Manuel Schäffler im Luftduell Jan Mauersberger entscheidend stören konnte, bevor Markus Thorandt endgültig zur Ecke klärte. Fünf Minuten später wieder eine Möglichkeit für die Weiß-Blauen. Antonio Rukavina schoss halblinks einen Freistoß aus 30 Metern mit rechts aufs Tor, Fürths Keeper Loboué konnte das Leder gerade noch aus dem rechten Kreuzeck mit den Fingerspitzen über die Querlatte lenken (17.). Noch besser die nächste Löwen-Chance: Lauth hatte von der rechten Strafraumseite direkt auf Rukavina gepasst, der tauchte halbrechts alleine vor Loboué auf, sein Schuss aus zehn Metern lenkte der Torwart mit viel Glück ins Tor-Aus (23.). Auch eine tolle Direktkombination in der 30. Minute brachte für die Sechziger nicht die längst fällige Führung. Lars Bender hatte auf Stefan Aigner auf der rechten Seite gepasst, der legte im Strafraum zurück auf Lauth, aber erneut konnt Loboué den Schuss aus 17 Metern aus halbrechter Position über die Querlatte lenken. Die harmlosen Franken kamen lediglich nach Standards zu Chancen. Ein von der Löwen-Defensive abgewehrter Freistoß von Charles Takyi landete bei Hass, der das Leder aus 20 Metern volley nahm, aber knapp am rechten Pfosten vorbeizielte (38.). Zwei Minuten später konnte Lars Bender am eigenen Strafraum Stephan Schröck nur mit einem Foul bremsen. Haas zirkelt den Ball aus 19 Metern vor der linken Strafraumseite hoch aufs kurze Eck, wo Löwen-Keeper Hofmann aber mit einer tollen Flugparade den Ball über die Querlatte lenkte. Der Halbzeitstand von 0:0 schmeichelte den Fürthern, die fast alle entscheidenden Zweikämpfe verloren. Das erfolgreichste Sturmduo der Liga, Stefan Reisinger und Sami Allagui, bekam gegen Markus Thorandt und Torben Hoffmann keinen einzigen Stich.

Doch bereits wenige Sekunden nach Wiederanpfiff hätte eine Unachtsamkeit in der 1860-Defensive beinahe zum Rückstand geführt. Takyi hatte aus zentraler Position auf Allagui am Strafraum gepasst, der ließ mit einer Körpertäuschung Thorandt aussteigen, lief alleine auf Hofmann zu, der sich ihm entgegenwarf und seinen Sieben-Meter-Schuss zur Ecke parieren konnte (46.). Nach dieser Schrecksekunde waren aber wieder die Löwen am Drücker. In der 56. Minute kam Aigner auf der rechten Strafraumseite gegen Asen Karaslavov aus sieben Metern zum Schuss, der Ball landet aber neben dem rechten Pfosten im Tor-Aus. Dann hatte Lauth, der die drei Spiele unter Trainer Uwe Wolf in jeder Partie getroffen hatte, die größte Möglichkeit zur Führung. Marino Biliskov war vorm linken Strafraumeck weggerutscht, Schäffler schnappte sich den Ball, legte in die Mitte auf den startenden Lauth, der freistehend aus elf Metern an Loboué scheiterte. Der Ball sprang dabei vom Fuß des Torhüters ab, traf Biliskov und fand so erneut den Weg in Richtung Fürther Tor, wo aber Schröck drei Meter vor der Linie endgültig klären konnte (70.). In der 76. Minute ebnete ein Stellungsfehler den Weg zur Fürther Führung. Bei einem hohen Anspiel auf Reisinger stand Thorandt schlecht zum Ball, wodurch der Ex-Löwe allein aufs Tor zulief, an der Strafraumgrenze den Ball am herauseilenden 1860-Keeper vorbeilegte, aber von hinten kam Rukavina, der im letzten Moment gegen Reisinger klären konnte. Zunächst deutete Schiedsrichter Babak Rafati Abstoß an, wandelte seine Entscheidung dann nach Intervention des Linienrichters in einen Eckball für die Gastgeber um. Für eine kurze Zeit befanden sich zudem zwei Bälle auf dem Spielfeld. Während die Sechziger Hintermannschaft noch lamentierte, führte Haas den Eckball schnell aus, legte zurück auf den eingewechselten Sercan Sararer, der das Leder vorm linken Strafraumeck kurz annahm, dann aus 21 Meter abzog und mit einem Sonntagsschuss hoch ins kurze Eck zum 1:0 traf (77.). Direkt vom Anstoß weg kam Schäffler am Strafraum zum Schuss, traf ins Fürther Netz, aber erneut hatte der Linienrichter die Fahne gehoben, Rafati entschied auf Abseits (78.). Trainer Uwe Wolf, der in der 1. Halbzeit von Assistent Matthias Anklam bereits verwarnt worden war, wurde nach Diskussionen mit dem Linienrichter erneut vom Schiedsrichter auf die Tribüne geschickt. In der Schlussphase des Spiels tat sich nicht mehr viel. Zwar kam noch Mathias Fetsch zu seinem ersten Profieinsatz für die Löwen, zum Ausgleich reichte es aber nicht mehr.

Stimmen zum Spiel

Für Uwe Wolf war es die erste Niederlage als Cheftrainer in seinem vierten Spiel. Trotzdem war der 41-Jährige mit dem Auftreten seiner Mannschaft zufrieden. „Das war ein geiles Spiel von uns", so seine Analyse, „das Salz in der Suppe sind aber die Tore", bemängelte er die Abschlussschwäche seines Teams.„Wir sind sehr gut in die Partie gekommen, hatten bereits nach drei Minuten die Riesenchance zur Führung durch Fabian Johnson", bedauerte Wolf den negativen Ausgang der Szene. „In der 1. Halbzeit haben wir Fürth klar beherrscht, den Gegner früh gestört und viele Zweikämpfe gewonnen, aber leider nicht die Tore gemacht. Auch in der 2. Halbzeit hatten wir durch Benny Lauth noch einen Matchball. Und dann kommen wir durch einen Sonntagsschuss auf die Verliererstraße ..." Seine Mannschaft sei das Derby angegangen wie ein Endspiel. „Wir wollten unbedingt in Fürth gewinnen, um nochmals oben angreifen zu können. Da uns das nicht gelungen ist, ist der nächste Schritt, jetzt möglichst schnell 40 Punkte auf unser Konto zu bringen."

Erneut durfte Wolf das Spiel nicht an der Seitenlinie beenden. „Für mich ist das nicht nachvollziehbar", so der Ex-Profi, der sich etwas mehr Feingefühl vom Schiedsrichtergespann gewünscht hätte. Bereits in der ersten Hälfte sei er wegen einer Nichtigkeit verwarnt worden. „Ich habe Manuel Schäffler Anweisungen gegeben. Dabei hatte ich die Coaching-Zone um ein paar Zentimeter überschritten", erklärte der Pfälzer. „Als Manuel dann kurz nach der Fürther Führung das 1:1 machte, habe ich mich gefreut und nach der Aberkennung Emotionen gezeigt. Aber ich habe niemanden beleidigt", sagt Wolf, der daraufhin von Schiedsrichter Babak Rafati auf die Tribüne geschickt wurde. Explizit bedankte sich der 1860-Coach bei den zahlreichen mitgereisten Löwen-Fans. „Ein Extralob an unseren Anhang. Sie haben uns fantastisch unterstützt und nach dem Spiel der Mannschaft applaudiert. Das zeigt mir, dass sie mit der Leistung und dem Auftreten des Teams zufrieden waren."

Auch Fürths Trainer Benno Möhlmann fand lobende Worte für die Leistung der Sechziger. „Sie haben gut agiert, während meine Mannschaft zu viele Fehler im Passspiel produziert hat. Das wir zu Null gespielt haben war kein Verdienst von uns, sondern weil Sechzig zu viele Chancen vergeben hat. Einige Dinge sind bei meiner Mannschaft noch ausbaufähig, wenn wir oben dabei bleiben wollen." Der 54-Jährige zeigte aber auch Verständnis für den nervösen Beginn seines Teams. „Wir hatten eine schwierige Situation nach dem katastrophalen 1:5 in Osnabrück zu meistern. Da ist viel auf uns hereingebrochen, gab es jede Menge Kritik."

Löwen-Torhüter Michael Hofmann zeigte sich sehr enttäuscht über die Niederlage. „Wir haben durch eine dumme Situation das Spiel verloren. Das Tor fiel durch einen Sonntagsschuss. Aber zuvor war der Abstoß vom Schiedsrichter in einen Eckstoß umentschieden worden, was uns verunsichert hat. Die kleine Unordnung ist dann hart bestraft worden. Ich denke, hier hat nicht die bessere, sondern die glücklichere Mannschaft gewonnen. Aber das ist eben Fußball. Morgen fragt keiner mehr danach, wie Fürth zu den drei Punkten gekommen ist."
 
Fürth:
1 Loboué - 7 Nehrig, 4 Biliskov, 5 Mauersberger, 17 Schröck - 3 Karaslavov - 13 Takyi, 18 Haas - 10 Burkhardt - 11 Reisinger, 22 Allagui.
Ersatz:
27 Kirschstein (Tor) - 9 Ilicevic, 19 Kotuljac, 23 Langen, 26 Voigt, 33 Cidimar, 36 Sararer.
1860:
1 Hofmann - 2 Rukavina, 16 Thorandt, 4 Hoffmann, 3 Schick - 22 L. Bender - 15 Aigner, 33 Johnson - 10 Rösler - 11 Lauth, 27 Schäffler.
Ersatz:
12 Tschauner (Tor) - 8 D. Schwarz, 14 Holebas, 19 Ghvinianidze, 25 Ledgerwood, 26 Baumgartlinger, 35 Fetsch.
Wechsel:
Sararer für Burkhardt (67.), Ilicevic für Takyi (67.), Cidimar für Allagui (90.) - Holebas für Aigner (61.), D. Schwarz für L. Bender (61.), Fetsch für Schick (83.).
Tor:
1:0 Sararer (77.).
Gelbe Karten:
Nehrig, Loboué - Thorandt, Aigner, Rösler, Rukavina.
Zuschauer:
14.150 im Playmobil-Stadion.
Schiedsrichter:
Babak Rafati (Hannover); Assistenten: Matthias Anklam (Buchholz i.d. Nordheide), Bastian Dankert (Rostock).

 
24. Spieltag - 13. März 2009
1860 München 1 : 1 FSV Frankfurt
 
13.03.2009 | 20:00 Uhr

Einbahnstraßen-Fußball nach der Pause

Ein frühes Gegentor durch Markus Husterer (12.) und nach der Pause ein einziger Sturmlauf auf das Tor des FSV Frankfurt. Trotzdem reichte es für die Löwen gegen die Hessen nur zu einem 1:1. Auch weil ein reguläres Tor von Sven Bender wegen angeblicher Abseitsstellung aberkannt wurde (20.). Benjamin Lauth erzielte mit seinem 10. Saisontreffer in der 80. Minute den hochverdienten Ausgleich.

Personal: Verletzungs- und krankheitsbedingt musste Trainer Uwe Wolf auf Daniel Bierofka (Schambeinentzündung), Antonio Di Salvo (Sehnenentzündung am Knie), Markus Schroth (Aufbautraining), Lars Bender (Muskelprobleme) und Julian Baumgartlinger (Grippe) verzichten. Keine Berücksichtigung fanden - auch zum Teil wegen erst kürzlich auskurierter Verletzungen - Gregg Berhalter, Danny Schwarz, Mate Ghvinianidze, Christoph Burkhard, Benjamin Schwarz und Torwart Markus Krauss.

Spielverlauf: Die Löwen konnten nicht wie in den beiden Spielen zuvor unter Trainer Uwe Wolf den Gegner von Anpfiff weg unter Druck setzen. Frankfurt stand gut, ließ den Weiß-Blauen wenig Raum zum Kombinieren. Und dann fiel auch noch in der 12. Minute nach einem Eckball die Führung für die Hessen. Oualid Mokhtari hatte von links an den Torraum geflankt, Markus Husterer war seinem Bewacher Manuel Schäffler entwischt, traf aus sechs Metern per Kopf ins linke Eck. Acht Minuten später der Ausgleich: Denkste! Antonio Rukavina hatte einen Freistoß vorm linken Strafraumeck mit rechts vors Tor gezirkelt, Schäffler kam in der Mitte mit dem Kopf nicht dran, Sven Bender am zweiten Pfosten nahm das Leder aber mit dem rechten Fuß direkt, traf aus fünf Metern ins rechte untere Eck. Im Jubel ging zunächst unter, dass Assistent Thorsten Joerend die Fahne gehoben hatte. Schiedsrichter Thomas Frank folgte seinem Assistenten, entschied auf Abseits (20.). Die Fernsehbilder zeigten klar, dass Sven Bender bei der Ausführung des Freistoßes sich mit seinem Gegenspieler auf gleicher Höhe befand. In der Folge taten sich die Löwen schwer, kamen erst kurz vor der Pause wieder zu Möglichkeiten. Nach einem Eckball von Rukavina von der linken Seite verlängerte Sven Bender am ersten Pfosten das Leder mit dem Kopf auf Benjamin Lauth, der aus fünf Metern über die die Querlatte köpfte (42.). Fast mit dem Halbzeitpfiff war es Michael Schick, der einen Freistoß aus dem Halbfeld von halbrechts links vors Tor flankte, Markus Thorandt und Manuel Schäffler standen plötzlich frei vor Torhüter Patric Klandt, aber Thorandt köpfte das Leder über den Keeper und die Querlatte (45.).

Im zweiten Durchgang legten die Sechziger los wie die Feuerwehr. Es brannte minutenlang lichterloh im Strafraum der Hessen, doch der Ball wollte einfach nicht ins Tor. Im Anschluss an eine Ecke von links, die Rukavina getreten hatte, verlängerte Rösler am zweiten Pfosten auf Sven Bender, dessen Direktabnahme aus acht Metern aber Husterer zur Ecke blockte (46.). In der nächsten Offensivszene nahm Lauth das Leder aus elf Metern direkt mit links. Seinen strammen Schuss konnte Keeper Klandt mit einer Glanzparade aus dem rechten unteren Eck fischen (47.). In der 50. Minute rettete das Aluminium für den FSV. Nach einem Rukavina-Freistoß aus halblinker Position aufs lange Eck kam Thorandt am rechten Torraumeck frei zum Kopfball, setzte das Leder aber an den Pfosten. Eine Minute später versuchte Lauth auf der linken Strafraumseite Klandt aus neun Metern zu überlupfen, der Ball landet aber auf dem Tornetz (51.). Danach konnten die Hessen wieder etwas den Druck aus dem Spiel nehmen. In der 63. Minute flankte Schick aus dem linken Halbfeld hoch in den Strafraum, Schäffler setzte sich im Kopfballduell außerhalb des Torraums gegen Torhüter Klandt durch, doch Lars Weißenfeldt konnte für seinen Keeper vor der Linie klären. In der 80. Minute überschlugen sich die Ereignisse. Erst passte nach einem Einwurf von Schick Torhüter Hofmann den Ball schlecht an die Strafraumgrenze zu Thorandt, der verlor das Leder gegen Matias Esteban Cenci, passte flach in die Mitte zu Youssef Mokhtari, der freistehend vor dem Keeper den Ball ins Tor-Aus stolpert. Der Marokkaner monierte, dass er von Torben Hoffmann gestoßen worden sei. Die Löwen konterten schnell über die rechte Seite, Aigner flankte fast von der Außenlinie an den Torraum, Lauth stürmte heran, kam vor Weißenfeldt aus sechs Metern zum Kopfball, erzielte den hochverdienten Ausgleich zum 1:1 (80.). Es war bereits der 10. Saisontreffer des 1860-Torjägers. In der Schlussphase drängten die Löwen auf den Siegtreffer, doch es fehlte die Kraft und damit die Genauigkeit in den Aktionen. So blieb es beim Remis.
 
1860:
1 Hofmann - 2 Rukavina, 16 Thorandt, 4 Hoffmann, 3 Schick - 10 Rösler, 17 S. Bender - 15 Aigner, 33 Johnson - 11 Lauth, 27 Schäffler.
Ersatz:
12 Tschauner (Tor) - 6 Beda, 13 Jungwirth, 14 Holebas, 18 Pourie, 24 Gulan, 25 Ledgerwood.
FSV:
1 Klandt - 14 Weißenfeldt, 3 Klitzpera, 4 Husterer, 33 Noll - 8 Mehic - 26 O. Mokhtari, 28 Kreuz - 36 Y. Mokhtari - 9 Cenci, 27 Bliznnik.
Ersatz:
25 Petkovic (Tor) - 10 Theodoridis, 15 Spilacek, 18 Mikolajczak, 20 Shapourzadeh, 24 Barletta, 37 Junior Ross.
Wechsel:
Pourie für Rösler (70.) - Spilacek für Bliznyuk (46.), Mikolajczak für O. Mokhtari (84.), Junior Ross für Kreuz (90.).
Tore:
0:1 Husterer (12.), 1:1 Lauth (80.).
Gelbe Karte:
S. Bender - Mehic, Bliznyuk, Klitzpera.
Zuschauer:
 21.100 in der Allianz Arena.
Schiedsrichter:
Thomas Frank (Hannover); Assistenten: Thorsten Joerend (Leipzig), Martin Bärmann (Lübbecke).


23. Spieltag - 8. März 2009
FC Ingolstadt   2 : 3 1860 München

Dramatisches Derby endet mit Löwen-Sieg

Fünf Tore vor der Pause, Platzverweise für die beiden Trainer Uwe Wolf und Thorsten Fink:
Es war einiges geboten im oberbayerischen Derby, das die Löwen mit 3:2 gewannen. Benjamin Lauth hatte die Sechziger in der 2. Minute in Führung gebracht, Daniel Jungwirth glich per Foulelfmeter aus (28.). Steffen Wohlfarth brachte sechs Minuten später die Gastgeber in Führung, die Markus Thorandt (36.) und Lars Bender (41.) vorm Seitenwechsel zum Endstand drehten.


Personal: Trainer Uwe Wolf musste verletzungsbedingt auf Kapitän Daniel Bierofka (Schambeinentzündung), Danny Schwarz (Muskelfaserriss), Antonio Di Salvo (Sehnenentzündung am Knie), Mate Ghvinianidze (Kapselverletzung und Teileinriss des vorderen Außenbandes im rechten Sprunggelenk), Markus Schroth (Aufbautraining), und Benjamin Schwarz (Knieprobleme) verzichten. Nicht für den Kader berücksichtigt waren Torwart Markus Krauss, Gregg Berhalter, Florian Jungwirth, Christoph Burkhard und Julian Baumgartlinger.

Spielverlauf: Von Beginn an befolgten die Löwen die Devise ihres Coaches, der couragiertes Spiel nach vorne gefordert hatte. Und bereits nach 72 Sekunden lag der Ball im Ingolstädter Netz. Antonio Rukavina hatte auf der rechten Seite eingeworfen, Manuel Schäffler behauptete den Ball gegen Michael Wenczel, lies anschließend Necat Aygün stehen, legte sich das Leder Richtung Strafraum vor. Benjamin Lauth kam von halblinks angestürmt, nahm den Schuss aus 16 Metern und traf ins linke untere Eck zum 1:0 (2.). Die Weiß-Blauen dominierten die Anfangsphase und besaßen in der 6. Minute die nächste Großchance. Lars Bender setzte sich auf der linken Seite durch, legte von der Grundlinie zurück aufs vordere Torraumeck, wo Lauth aus sechs Metern zum Schuss kam, doch FCI- Torwart Michael Lutz konnte das Leder um den kurzen Pfosten lenken. Auch an der nächsten gefährlichen Szene war Interimskapitän Lauth beteiligt. Zunächst setzte er sich auf der rechten Seite durch, flankte aus vollem Lauf über die Abwehr, Fabian Johnson kam am zweiten Pfosten ans aufsetzende Leder, sein Sechs-Meter-Schuss aber wurde vom Ex-Löwen Aygün auf der Linie geklärt (20.). Fast aus dem Nichts kamen die Ingolstädter zum Ausgleich. Rukavina verschätzte sich im Zweikampf mit Valdet Rama, brachte ihn im Strafraum zu Fall. Schiedsrichter Torsten Kinhöfer zeigte sofort auf den Punkt. Daniel Jungwirth lief an, wartete lange bis Torhüter Michael Hofmann sich fallen ließ und traf dann ins verwaiste linke Eck zum 1:1 (28.). Doch es kam noch schlimmer für die Löwen. In der 34. Minute schlug FCI-Keeper Lutz den Ball vom eigenen Tor ab, Vratislav Lokvenc behauptete das Leder mit dem Rücken zum Löwen-Strafraum, legte Jungwirth auf. Der Torschütze zum 1:1 passte in den Lauf von Steffen Wohlfarth, der alleine auf Hofmann zulief und ihn mit einem Schlenzer aus zwölf Metern ins rechte Eck überwand (34.). Aber lange konnten die Ingolstädter diese Führung nicht bejubeln. Einen Freistoß aus halbrechter Position zirkelte Michael Schick mit links vors Tor, Markus Thorandt kam in einer Spielertraube zum Kopfball, lenkte den Ball ins rechte Eck zum 2:2 ab (36.). Fünf Minuten später dann die erneute Löwen-Führung. Johnson passte von der linken auf die rechte Seite, Lauth nahm den Ball im Lauf mit, flankte von der rechten vorderen Strafraumecke auf den zweiten Pfosten, wo sich Lars Bender im Kopfballduell gegen Matthias Schwarz durchsetzte und aus acht Metern zum 3:2 traf (41.). Zwei Minuten später eine Szene, die nicht nur Löwen-Trainer Uwe Wolf, sondern auch die etwa 5.000 mitgereisten 1860-Fans auf die Palme brachte. Direkt vor seiner Coaching-Zone, also noch in der Löwen-Hälfte, sprang Innenverteidiger Wenczel mit Anlauf Lauth von hinten in die Beine. Wolf echauffierte sich über dieses Szene, die fast an eine Tätlichkeit grenzte. Plötzlich stand FCI-Trainer Thorsten Fink vor der Löwen-Bank, beteiligte sich ebenfalls vehement an dieser verbalen Auseinandersetzung. Und was machte Schiedsrichter Kinhöfer. Anstatt Fink, der seine Coaching-Zone verlassen hatte, alleine auf die Tribüne zu schicken, musste Wolf ebenfalls den Weg nach oben antreten. Dagegen durfte der Übeltäter und Auslöser dieser Szene, Verteidiger Wenczel, weiterspielen. Er sah lediglich Gelb.

In der Pause redete Wolf lange mit seinen Ersatzspielern auf dem Rasen, danach übernahm der verletzte Markus Schroth, der schon beim Heimspiel gegen St. Pauli als Co-Trainer fungierte, das Kommando zusammen mit Torwart-Trainer Jürgen Wittmann auf der Bank. Die ersten zehn Minute im zweiten Durchgang versuchten die Ingolstädter alles, um erneut auszugleichen. Innerhalb von drei Minuten besaßen sie drei gute Chancen. Erst kam Matthias Schwarz halbrechts im Löwen-Strafraum frei aus zwölf Metern zum Schuss, aber Keeper Hofmann konnte das Leder abwehren (51.). Im Anschluss an den daraus resultierenden Eckball von der rechten Seite stieg Lokvenc am ersten Pfosten im Luftkampf gegen Mathieu Beda am höchsten, köpfte aber knapp übers linke Kreuzeck (52.). In der nächsten Szene passten die Sechziger bei einem schnell ausgeführten Einwurf von Wolfarth auf der rechten Seite nicht auf, Rama kam im Strafraum in halbrechter Position an den Ball, scheiterte aber mit seinem Schuss aus 13 Metern aufs rechte untere Eck an dem glänzend reagierenden Hofmann (53.). Sechs Minuten später hätten die Löwen alles klar machen können, wenn nicht erneut Schiedsrichter Kinhöfer eine sehr strittige Entscheidung getroffen hätte. In einer Kontersituation überlupfte Johnson Innenverteidiger Aygün an der Mittellinie, wodurch Schäffler zusammen mit Lauth alleine aufs Ingolstädter Tor zulief. Doch der Unparteiische wollte bei der Ballmitnahme ein Handspiel des 20-jährigen 1860-Stürmers gesehen haben, pfiff die beiden zurück. So blieb es bei der 3:2-Führung. Auch nach Rukavinas Flanke von der rechten Eckfahne in der 62. Minute. Zwar setzte sich der agile Lauth am zweiten Pfosten im Kopfballduell gegen Schwarz durch, köpfte aber aus acht Metern über die Querlatte. Danach war viel Kampf auf beiden Seiten angesagt. Die Löwen standen sicher in der Defensive, versäumten es aber, den entscheidenden Konter in der letzten halben Stunde zu setzen. In der Nachspielzeit mussten sie dann nochmals eine brenzlige Situation überstehen. Wenczel hatte sich auf der rechten Strafraumseite gegen Thorandt durchgesetzt, doch seine Flanke an den Torraum konnte der eingewechselte Sven Bender zur Ecke klären (91.). So kamen die Löwen unter Cheftrainer Wolf im zweiten Spiel zum zweiten Sieg, verbesserten sich auf den 9. Tabellenplatz.

Stimmen zum Spiel

Zweites Spiel als Chefcoach, zweiter Sieg für Uwe Wolf: Der Trainer wurde nach dem Abpfiff von den mitgereisten Fans in der Gästekurve mit Sprechchören gefeiert. Er selbst war hochzufrieden mit dem Ergebnis. „Das waren ganz wichtige drei Punkte", sagte der 41-Jährige, „und ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Wir sind Sechzig, und wir wollen nach oben", verkündigte er mit viel Selbstvertrauen und stolzgeschwellter Brust.

Ein Riesenkompliment an die Mannschaft. Das war toll, wie sie sich den Sieg erarbeitet und den Rückstand noch vor der Pause gedreht hat." Auch für sein Trainerteam hatte Wolf ein dickes Lob parat. „Wir sind das kleinste Team in der Bundesliga und hatten uns gut arrangiert, nachdem ich auf die Tribüne musste. Es gab eine ständige Kommunikation zwischen Markus Schroth oder Jürgen Wittmann und mir." Die Verbannung von der Trainerbank beschrieb Wolf als „die längsten 45 Minuten, die ich je erlebt habe. Ich bin auf der Tribüne fast verrückt geworden".

Die Szene, die zu seiner Verbannung führte, beschreibt der Pfälzer wie folgt: „Es war eine rüde Attacke gegen Benny Lauth direkt vor unserer Coaching-Zone. Da ist es normal, dass man Emotionen zeigt und mitlebt. Aber zum Schiedsrichter habe ich nichts gesagt und auch niemanden beleidigt", beteuert Wolf. „Ich wollte nur meinen Spieler schützen."Auch für seinen Kollegen Thorsten Fink zeigte er Verständnis. „Er wollte auch seinen Spieler schützen. Deshalb ist es legitim, dass er in unsere Zone rübergekommen ist. Die Reaktion vom Schiedsrichter finde ich überzogen, da hätte er mehr Fingerspitzengefühl zeigen müssen. Jetzt nach dem Spiel ist alles vergessen." Trotzdem warten Wolf und Fink gespannt darauf, was Schiedsrichter Torsten Kinhöfer in den Sonderbericht schreiben wird. Aber beide Trainer gehen davon aus, dass sie keine weitere Strafe erhalten werden.

Für Wolf war neben Torschütze und Vorlagengeber Benny Lauth besonders Torwart Michael Hofmann der „Matchwinner" in einer geschlossen auftretenden Löwen-Mannschaft. „Michi war ein wichtiger und sicherer Rückhalt. Er hat uns mit einer bravourösen Leistung den Sieg gerettet", lobte er den 35-jährigen Schlussmann.

Ingolstadts Trainer Thorsten Fink sprach von einem „guten und ausgeglichenen Spiel" beider Teams. „Nach dem Rückstand hatten wir den Gegner gut im Griff, haben nach unserer Führung dann zwei Tor hergeschenkt. Aber positiv ist, dass sich die Mannschaft nach der Pause gegen die Niederlage gestemmt hat. Wenn wir so weiter fighten, dann kommen wir auch wieder unten raus", so der 41-Jährige, der folgende Rechnung aufmachte: „Wir haben noch sechs Heimspiele. Davon müssen wir vier gewinnen und den ein oder anderen Punkt auswärts holen. Damit wollen wir gleich am nächsten Spieltag beim Auswärtsspiel in Rostock anfangen."

„Wir wollten wie gegen St. Pauli aggressiv und druckvoll beginnen", sagte Löwen-Innenverteidiger Torben Hoffmann. „Das ist uns phasenweise auch gut gelungen." Das frühe Tor habe zusätzliches Selbstvertrauen gegeben. „Auch die beiden Gegentore haben wir weggesteckt. Die Moral, dass wir dieses Spiel wieder drehen konnten und mit viel Einsatz die Führung nach der Pause verteidigt haben, zeichnet die Mannschaft im Moment aus."

Ähnlich sah es Benjamin Lauth, der bereits seinen 9. Saisontreffer in Ingolstadt erzielte. „Die Mannschaft hat nach dem Rückstand Moral gezeigt und das Spiel gebogen. Wir haben uns den Sieg durch eine geschlossene Mannschaftsleistung redlich verdient." Der 27-jährige Kapitän ging dabei mit gutem Beispiel voran. Wegen seines Bruchs des 4. Mittelhandknochens der rechten Hand aus dem Pauli-Spiel musste der Torjäger einen Schienenverband tragen. Dieses Handicap steckte er ohne Probleme weg. „Es war zwar etwas ungewohnt, aber im Spiel hat es mich kaum behindert."

Trotz des neuerlichen Erfolges wird es auch am Dienstag keinen freien Tag für die Mannschaft geben. Wolf hat wie vergangene Woche, als die Mannschaft gemeinsam beim Baden war, erneut eine teambildende Maßnahme anberaumt: eine Wanderung auf die berühmte Winkelmoos-Alm bei Reit im Winkel, der Heimat von Ski-Legende Rosi Mittermaier. „Bergwandern passt super zu uns", erklärt Wolf lapidar, „denn wir wollen nach oben!"
 
FCI:
1 Lutz - 4 M. Schwarz, 33 Aygün, 13 Wenczel, 3 Gerber - 8 Karl - 25 Braganca, 10 D. Jungwirth, 27 Rama - 23 Wohlfarth, 9 Lokvenc.
Ersatz:
21 Sejna (Tor) - 16 Buchner, 17 Neunaber, 19 Metzelder, 22 Lemos, 26 Buch, 34 Santini.
1860:
1 Hofmann - 2 Rukavina, 16 Thorandt, 4 Hoffmann, 3 Schick - 6 Beda, 22 L. Bender - 15 Aigner, 33 Johnson - 11 Lauth, 27 Schäffler.
Ersatz:
12 Tschauner (Tor) - 10 Rösler, 14 Holebas, 17 S. Bender, 18 Pourie, 24 Gulan, 25 Ledgerwood.
Wechsel:
Buchner für Rama. (72.), Santini für Braganca (72.), Buch für Gerber (79.) - Rösler für L. Bender (70.), S. Bender für Aigner (85.).
Tore:
0:1 Lauth (2.), 1:1 D. Jungwirth (28., Foulelfmeter), 2:1 Wolfarth (34.), 2:2 Thorandt (36.), 2:3 L. Bender (41.).
Gelbe Karten:
M. Schwarz, Wenczel, Lokvenc - Schick, Rukavina, Aigner.
Zuschauer:
10.360 im Tuja-Stadion.
Schiedsrichter:
Torsten Kinhöfer (Herne); Assistenten: René Kunsleben (Hamm), Raphael Seiwert (Merzig-Merchingen).

 
22. Spieltag - 1. März 2009
1860 München 5 : 1 FC St. Pauli
01.03.2009 | 16:30 Uhr

Löwen demontieren den FC St. Pauli

Der höchsten Saisonniederlage (1:4 in Duisburg) ließen die Löwen gegen St. Pauli mit 5:1 den höchsten Sieg bei der Premiere von Uwe Wolf als Cheftrainer folgen. Lars Bender (7.), Manuel Schäffler (11.) und Fabian Johnson (22.) trafen innerhalb einer Viertelstunde zum 3:0. David Hoilett (33.) verkürzte auf 1:3, doch Benjamin Lauth (39.) stellte vor der Pause wieder den Drei-Tore-Vorsprung her. Torben Hoffmann setzte in der 76. Minute den Schlusspunkt.

Personal: Uwe Wolf musste in seinem ersten Spiel als Cheftrainer auf die verletzten Daniel Bierofka (Überdehnung der Adduktorenmuskulatur), Danny Schwarz (Muskelfaserriss), Antonio Di Salvo (Sehnenentzündung am Knie), Mate Ghvinianidze (Kapselverletzung und Teileinriss des vorderen Außenbandes im rechten Sprunggelenk), Markus Schroth (Aufbautraining) und Nikola Gulan (Kapselverletzung am linken Sprunggelenk) verzichten. Gregg Berhalter, José Holebas, Christoph Burkhard, Julian Baumgartlinger und Markus Krauss (3. TW) fanden keine Berücksichtigung. Sein Profi-Debüt auf der linken Abwehrseite gab Amateur Michael Schick, der zudem seinen 21. Geburtstag feierte.

Spielverlauf: Die erste Großchance des Spiels besaßen die Gäste. Nach einem Eckball von der rechten Seite durch Alexander Ludwig entwischte Carsten Rothenbach seinem Gegenspieler Mathieu Beda, sein Schuss aus sieben Meter konnte jedoch Debütant Michael Schick für den geschlagenen Torhüter Michael Hofmann auf der Linie klären (6.). Ein Minute später gingen die Löwen in Führung. Nach einem Eckball von der rechten Seite durch Antonio Rukavina kam Lars Bender am ersten Pfosten sträflich frei zum Kopfball, traf aus acht Metern ins kurze Eck (7.). Dieser Treffer war wie ein Befreiungsschlag für die Löwen gegen die defensiv äußerst schwach agierenden Hanseaten. In der 11. Minute sprintete Rukavina, nach Zuckerpass von Stefan Aigner, auf der rechten Seite bis zur Grundlinie, flankte dann flach und scharf ans vordere Torraumeck, wo Manuel Schäffler in den Ball grätschte und aus sieben Metern ins rechte untere Eck zum 2:0 traf (11.). Fast wäre Schäffler in der 21. Minute das „Tor des Monats" gelungen. Rukavina hatte von rechts einen Freistoß an den zweiten Pfosten geflankt, Beda und Torben Hoffmann behinderten sich beim Kopfball gegenseitig. Das Leder kam hoch zu Schäffler, der es mit einem artistischen Fallrückzieher aus elf Metern auf die Oberkante der Latte setzte (21.). Doch bereits im nächsten Angriffszug fiel das 3:0. Ein weiter Einwurf von Stefan Aigner von der rechten Seite ging über Freund und Feind hinweg, Fabian Johnson sprintet am Torraum in den Ball, setzte ihn trocken in die Maschen (22.). Nach einer guten halben Stunde kamen auch die Braun-Weißen zu Chancen. Zunächst lief David Hoilett Richtung Löwen-Tor, aber Schick grätschte ihm am Elfmeterpunkt den Ball vom Fuß (30.). Drei Minuten später konnte den Kanadier aber keiner mehr am Torschuss hindern. Die Löwen brachten das Leder nicht aus der Gefahrenzone, Ralph Gunesch flankte aus halblinker Position scharf auf den zweiten Pfosten, wo Hoilett vom rechten Torraumeck volley ins lange Eck zum 1:3 traf (33.). Aber bereits drei Minuten später erneut eine Riesenchance für die Weiß-Blauen. Aigner schickte Schäffler auf der rechten Seite, der sich den Ball erlief. Seine Hereingabe hätte Rothenbach problemlos klären können, doch der Außenverteidiger rutschte weg. Johnson kam vollkommen frei aus neun Metern zum Schuss, drosch das Leder aber in die Wolken (36.). Wiederum drei Minuten später doch das 4:1. Hoffmann hatte einen Freistoß von der Mittellinie hoch vors Tor geflankt, Gunesch unterlief an der Strafraumgrenze den Ball, der hinter ihm aufsprang, Lauth bekam den Fuß dazwischen, überlupfte damit Fabio Morena und Torhüter Mathias Hain. Anschließend trudelte der Ball ins rechte Eck (39.).

Auch nach der Pause setzte sich die Dominanz der Löwen fort, wenngleich sie dem hohen Tempo der ersten 45 Minuten Tribut zollen mussten. In der 49. Minute wäre Schick in seinem ersten Spiel beinahe gleich sein erstes Tor gelungen. Johnson hatte ihn angespielt, der Linksverteidiger wurde nicht angegriffen, zog aufs Tor, schoss dann aus 14 Metern mit seinem schwächeren rechten Fuß, doch Hain konnte im Fallen mit den Füßen abwehren (49.). Zwei Minuten später flankte Rukavina von rechts in die Mitte, Lauth versuchte es mit einem Drehschuss aus zwölf Metern, verfehlte aber haarscharf den linken Pfosten (51.). Den Schlusspunkt des Torreigens setzte an diesem Tag Hoffmann in der 76. Minute. Schick hatte einen Eckball von der rechten Seite mit links vors Tor geflankt, der Innenverteidiger stieg am Torraum am höchsten und verlängerte Schäfflers Kopfballvorlage zum 5:1 in die Maschen (76.). Die Löwen hätten bei konsequenter Chancenverwertung sogar noch höher gewinnen können. So lief Schäffler in der 83. Minute alleine auf Keeper Hain zu, wollte ihn an der Strafraumgrenze mit einem Übersteiger narren, doch der St.-Pauli-Torhüter erwischte den Ball mit den Füßen. Trotzdem feierten die Sechziger mit 5:1 den höchsten Sieg der Saison 2008/2009.

Stimmen zum Spiel

Uwe Wolf zeigte sich nach seiner Premiere als Cheftrainer zufrieden. „Die Mannschaft hat das umgesetzt, was wir von ihr die Woche über gefordert haben. Wir wollten 100 Prozent Einsatz von der ersten bis zur letzten Minute. Das hat sie gezeigt." Über 90 Minuten konnte man St. Pauli vom eigenen Tor weitgehend weghalten. Über sein Rezept im Gegensatz zu seinem Vorgänger Marco Kurz befragt, meinte der 41-Jährige. „Wir haben einige Punkte geändert. Außerdem habe ich den Spielern klar gemacht, dass sie konzentriert ihren Beruf ausüben müssen. Wer mit dem Löwen auf der Brust aufläuft, dem muss klar sein, dass er Fußball arbeiten muss. Das erwarten die Fans."

Sein Hamburger Kollege, Holger Stanislawski, gratulierte Wolf zu seinem „tollen Einstand als Cheftrainer". Ansonsten fiel sein Fazit kurz aus. „Es wäre vernichtend für meine Mannschaft, wenn ich jetzt ins Detail gehen würde. Wir waren in allen Belangen unterlegen und haben auch in der Höhe verdient verloren."

„Es war für uns ein kleiner Befreiungsschlag", sagte Benny Lauth, der für den verletzten Daniel Bierofka die Binde trug. „Wir haben die Einladung zum Tore schießen dankend angenommen, sind gut ins Spiel gekommen und konnten gleich vorlegen. Im Gegensatz zum letzten Heimspiel gegen Ahlen haben wir auch mit der Führung im Rücken nicht aufgehört, Fußball zu spielen." Der neue Trainer habe das Team gut auf dieses wichtige Spiel eingestellt. „Er hat ein Zeichen gegeben, das die Mannschaft auf dem Platz umgesetzt hat. Unter der Woche konnte man schon im Training merken, dass härter um die Plätze gekämpft wird. Das ist normal nach einem Trainerwechsel. Die Spieler, die hinten dran stehen, riechen wieder Lunte." Außerdem habe die Mannschaft kapiert, was der Trainer wollte. „Mehr Sicherheit und Selbstvertrauen wie durch einen solchen Sieg kann man sich nicht holen", so der Stürmer. „Da müssen wir jetzt weiter machen, wenn auch klar ist, dass man nicht jedes Spiel so wie gegen St. Pauli arbeiten kann."

Innenverteidiger Torben Hoffman war ein Gewinner des Trainerwechsels. „Ich bin froh, dass Uwe Wolf die eine oder andere Änderung in der Aufstellung vorgenommen hat. Ich denke, dass wir ihm dieses Vertrauen zurückgezahlt haben. Die Einstellung der Mannschaft war sensationell. Wir haben St. Pauli frühzeitig unter Druck gesetzt. Eine solche couragierte Leistung müssen wir aber in jedem Spiel abrufen." Als weiteren Grund für den Wandel erkannte der gebürtige Kieler, dass „wir von der ersten Minute an kommuniziert haben. Wir hatten auf den Schlüsselpositionen auch lautstarke Spieler." Auf die Frage, ob er eine Weiterverpflichtung des Trainers begrüßen würde, sagte der 34-Jährige. „Wir Spieler sind nicht die Entscheidungsträger im Verein. Aber wir haben Uwe mit unserer Leistung sicher geholfen."

Ähnlich sah es auch Sportdirektor Miroslav Stevic. „Der Trainer und die Mannschaft haben die beste Antwort gegeben. Uwe Wolf verkörpert alles, was dieser Verein ausmacht. Entscheidend ist, dass der Trainer die Mannschaft erreicht und wir so weiterspielen. Was gut ist, werde ich nicht ändern. Mein Wusch ist, dass Uwe bis zum Saisonende so weitermacht." Aber auch dem Team sprach er ein Kompliment aus. „Es hat den Druck nach dem Trainerwechsel standgehalten, die beste Antwort gegeben und sein Potenzial abgerufen." Ein Ziel gegen St. Pauli sei gewesen, „die Leute sprachlos zu machen". Das sei gelungen. „Ich freue mich unheimlich, dass die Jungs Charakter gezeigt haben. So können sich die Fans voll mit der Mannschaft identifizieren. An einen Sieg in einer solchen Höhe hatte ich nie gedacht." Jetzt könne die Mannschaft einen Tag feiern. „Ab Montag muss sie sich auf das nächste Spiel konzentrieren. Sie muss versuchen, diese Leidenschaft Woche für Woche abzurufen."
 
1860:
1 Hofmann - 2 Rukavina, 16 Thorandt, 4 Hoffmann, 3 Schick - 22 L. Bender, 6 Beda - 15 Aigner, 33 Johnson - 11 Lauth, 27 Schäffler.
Ersatz:
12 Tschauner (Tor) - 10 Rösler, 13 Jungwirth, 17 S. Bender, 18 Pourie, 23 B. Schwarz, 25 Ledgerwood.
St. Pauli:
25 Hain - 24 Rothenbach, 4 Morena, 11 Gunesch, 32 Drobo-Ampem - 17 Boll, 12 Schultz - 23 Hoilett, 18 Ludwig, 6 Trojan - 7 Hennings.
Ersatz:
1 Borger ( Tor) - 2 Lechner, 5 Brunnemann, 8 Bruns, 14 Eger, 26 Sako, 28 Sismanoglu.
Wechsel:
S. Bender für L. Bender (79.), Rösler für Lauth (85.), Pourie für Schäffler (85.). - Schultz für Bruns (43.), Eger für Gunesch (43.), Sismanoglu für Ludwig (73.).
Tore:
1:0 L. Bender (7.), 2:0 Schäffler (11.), 3:0 Johnson (22.), 3:1 Hoilett (33.), 4:1 Lauth (39.), 5:1 Hoffmann (76.).
Gelbe Karte:
Lauth - Morena.
Zuschauer:
28.500 in der Allianz Arena.
Schiedsrichter:
Wolfgang Walz (Pfedelbach); Assistenten: Thorsten Schiffner (Konstanz), Michael Karle (Waiblingen).

 
21. Spieltag - 22. Februar 2009
MSV Duisburg  4 : 1 1860 München

Löwen kassieren beim MSV höchste Saisonniederlage

Drei Treffer von Dorge Rostand Kouemaha (7., 35. und 76.) sowie ein Tor von Cedrik Makiadi (70.) besiegelten in Duisburg die höchste Saisonniederlage für die Löwen. Lediglich der eingewechselte Manuel Schäffler (72.) traf für die Sechziger beim 1:4 in der MSV-Arena. Für Duisburg war es der erste Sieg über die Sechziger in der Zweiten Liga.

Personal: Beim MSV Duisburg musste Löwen-Trainer Marco Kurz auf die verletzten bzw. kranken Spieler Michael Hofmann (Magen-Darm-Probleme), Danny Schwarz (Muskelfaserriss), Antonio Di Salvo (Sehnenentzündung am Knie), Sascha Rösler (Muskelprobleme), Markus Schroth, Benjamin Schwarz (beide Aufbautraining) und Nikola Gulan (Kapselverletzung am linken Sprunggelenk) verzichten. Florian Jungwirth, Christoph Burkhard und Julian Baumgartlinger spielten tags zuvor in der U23 beim 3:1-Testspielerfolg über Wacker Burghausen. Erstmals in der Anfangsformation stand Marvin Pourie; auf der Bank feierte Torwart Markus Krauss seine Premiere.

Spielverlauf: Duisburg besaß zwei Chancen in der ersten Halbzeit, woraus die Gastgeber das Optimum herausholten. Beide Male war Dorge Rostand Kouemaha der Torschütze, beide Male sah die Defensive der Löwen dabei nicht gut aus. In der 7. Minute erkämpfte sich Bernd Korzynietz kurz hinter der Mittellinie den Ball, passte zu Cedrick Makiadi, der auf der rechten Seite Christian Tiffert anspielte. Dieser flankte scharf an den Torraum, dort gewann Kouemaha das Kopfballduell gegen Mate Ghvinianidze und traf ins kurze Eck zur 1:0-Führung. Das zweite Mal hatten die Löwen in der 35. Minute das Nachsehen. Im Mittelkreis erkämpfte sich Tiffert ans Leder, passte steil auf Marcel Heller. Die Frankfurter Leihgabe lief halbrechts Fabian Johnson davon, legte im Strafraum uneigennützig quer auf Kouemaha, der freistehend am zweiten Pfosten aus sieben Metern nur noch eindrücken brauchte. Die Sechziger selbst besaßen in den ersten 45 Minuten nur eine halbe Torchance. Marvin Pourie passte nach einem sehenswerten Dribbling auf links zu José Holebas, der in die Mitte flankte, wo MSV-Keeper Tom Starke das Leder nicht festhalten konnte. Der Ball fiel Pourie neun Meter vor dem Tor vor die Füße, doch Markus Brzenska warf sich in den Schuss des 18-Jährigen (32.). Erschwerend kam für die Sechziger hinzu, dass sie in der ersten halben Stunde zweimal verletzungsbedingt wechseln mussten. Mate Ghvinianidze zog sich eine Bänderverletzung im rechten Sprunggelenk zu, Daniel Bierofka eine Adduktorenverletzung. Außerdem machte dem Kapitän die Oberschenkelprellung aus dem Ahlen-Spiel zu schaffen.

Auch nach der Pause behielten die Zebras das Heft in der Hand, auch wenn die Löwen mehr Spielanteile besaßen. Beinahe hätte der MSV die Sechziger in der 54. Minute klassisch ausgekontert. Tiffert flankte auf der rechten Seite aus vollem Lauf, Makiadi kam unbedrängt aus zehn Metern zum Kopfball, traf das Leder aber nicht voll, sodass es zwei Meter am linken Pfosten vorbei in Tor-Aus schlitterte. Eine Viertelstunde später dann doch das 3:0 für die Gastgeber. Erneut kam Tiffert an der rechten Außenlinie aus vollem Lauf zum Flanken. Der Ball flog über die Abwehr, wo in Antonio Rukavinas Rücken Makiadi ans Leder kam und mit einem sehenswerten Seitfallzieher vom linken Torraumeck ins lange Eck traf (70.). Kurz danach wurde Manuel Schäffler für Stefan Aigner eingewechselt. Und gerade mal eine Minute brauchte der Stürmer, um seinen zweiten Saisontreffer zu erzielen. Johnson hatte fast von der linken Eckfahne flach geflankt, Schäffler konnte den Ball unbedrängt annahmen, traf mit einem Drehschuss aus neun Metern unhaltbar für MSV-Keeper Tom Starke ins linke untere Eck (72.). Aber die Freude währte nicht lange. Denn kurze Zeit später stellte Kouemaha mit seinem dritten Treffer den alten Abstand wieder her. Mihai Tararache hatte aus halblinker Position den Ball an den Elfmeterpunkt geschlenzt, der Kameruner schaltete am schnellsten, nahm den Ball mit und ließ Torwart Philipp Tschauner bei seinem dritten Treffer keine Chance (76.). In der Schlussphase traf Schäffler noch ein zweites Mal ins Duisburger Netz (80.), aber Schiedsrichter Tobias Welz erkannte den Treffer nicht an, weil sich der 20-Jährige etwas zu beherzt gegen Markus Brzenska eingesetzt hatte. Zwei Minuten vor dem Ende besaß Benjamin Lauth nochmals die Chance, die Niederlage erträglicher zu gestalten. Holebas hatte ihn von links im Strafraum angespielt, der Löwen-Torjäger scheiterte aus zehn Metern zunächst an Keeper Starke, seinen Nachschuss wehrte ein MSV-Verteidiger zur Ecke ab (88.). Damit war der 4:1-Sieg für die Zebras besiegelt, die zum ersten Mal in der Zweiten Liga ein Spiel gegen den TSV 1860 gewannen und seit acht Spielen ohne Niederlage sind.

Stimmen zum SpielLöwen-Trainer Marco Kurz sprach von einem „schlechten Tag" seiner Mannschaft. „Aber mit Duisburg stand auch eine enorm starke Mannschaft auf dem Platz. Das muss man auch anerkennen. Sie haben uns von Beginn an mit ihrer aggressiven und bissigen Spielweise den Schneid abgekauft und wir haben sie zur Entfaltung kommen lassen. Sie haben sich gesteigert und ein gutes Spiel abgeliefert." Dazu sei gekommen, dass „wir erneut mit Ghvinianidze und Bierofka in der Anfangsphase zwei Leistungsträger ersetzen mussten. Das hat uns zusätzlich zurückgeworfen", resümierte der 39-Jährige. „Zu Beginn der zweiten Halbzeit sind wir besser ins Spiel gekommen, konnten in dieser Phase aber keinen Treffer erzielen."

Sein Kollege auf Duisburger Seite, Peter Neururer, sieht sein Team „auf dem richtigen Weg" nach acht Spielen ohne Niederlage seit seinem Amtsantritt. „Wir haben 1860 München in einer überzeugenden Art und Weise geschlagen. Der Sieg ist verdient", so der 53-Jährige. Lediglich mit der Phase nach der Pause war er nicht zufrieden. „Aber dann haben wir das Spiel wieder kontrolliert, ein gutes Gesicht gezeigt. Für mich geht jetzt die Saison erst richtig los", gibt Neururer die Hoffnung nicht auf, am Saisonende noch einen der drei ersten Plätze belegen zu können.

„Wir haben es dem Gegner zu einfach gemacht", so das Fazit von Löwen-Torjäger Benjamin Lauth. Der Trainer habe vor der Partie eindringlich darauf hingewiesen, dass Duisburg oft versuche, aus dem Halbfeld auf Kouemaha zu flanken. „So haben wir gleich nach sechs Minuten das 0:1 bekommen. Das darf einfach nicht passieren. Dadurch mussten wir erneut einem frühen Rückstand hinterherlaufen." Lauth sprach von einer „deftigen Schlappe" gegen Duisburg. „Das war insgesamt viel zu wenig, um etwas mitnehmen zu können." Noch drastischer formulierte es Routinier Gregg Berhalter. „Heute waren bei uns elf Einzelkämpfer auf dem Platz, aber keine Mannschaft."

MSV-Mittelfeldspieler Christian Tiffert, der an drei Treffern beteiligt war, lobte seine Stürmer. „Es ist ja nicht damit getan, dass die Flanken kommen. Die Stürmer müssen auch treffen, und das haben sie heute getan." Sein Team habe sich mehr Chancen als in den Partien zuvor erspielt. „Es hat fast alles gepasst, wir haben nichts anbrennen lassen, gut nach vorne gespielt - heute war einfach ein perfekter Tag für uns!"
 
MSV:
1 Starke - 2 Korzynietz, 4 Schlicke, 32 Brzenska, 28 Veigneau - 20 Grlic, 13 Bodzek, 11 Tiffert - 10 Makiadi, 19 Kouemaha, 35 Heller.
Ersatz:
18 Herzog (Tor) - 6 Sahan, 8 Tararache, 16 Adler, 22 Caceres, 23 Ben-Hatira, 33 Schildenfeld.
1860:
12 Tschauner - 2 Rukavina, 19 Ghvinianidze, 6 Beda, 33 Johnson - 22 L. Bender, 25 Ledgerwood - 15 Aigner, 7 Bierofka - 11 Lauth, 18 Pourie.
Ersatz:
29 Krauss (Tor) - 4 Hoffmann, 5 Berhalter, 14 Holebas, 16 Thorandt, 17 S. Bender, 27 Schäffler.
Wechsel:
Ben-Hatiri für Tiffert (72.), Tararache für Bodzek (74.), Sahan für Makiadi (77.) - Berhalter für Ghvinianidze (19.), Holebas für Bierofka (28.), Schäffler für Aigner (71.).
Tore:
1:0 Kouemaha (7.), 2:0 Kouemaha (35.), 3:0 Makiadi (70.), 3:1 Schäffler (72.), 4:1 Kouemaha (76.).
Gelbe Karte:
Grlic - Ledgerwood.
Zuschauer:
13.200 in der MSV-Arena.
Schiedsrichter:
Tobias Welz (Wiesbaden); Assistenten: Ralf Viktora (Siegbach), Dr. Manuel Kunzmann (Bad Hersfeld).


20. Spieltag - 15. Februar 2009
1860 München 2 : 1 Rot Weiss Ahlen
 
15.02.2009 | 16:30 Uhr

Erster Pflichtspielsieg 2009 beim Erfolg über Ahlen

Ein Blitztor nach 20 Sekunden durch Daniel Bierofka und das 2:0 durch Antonio Rukavina in seinem zweiten Spiel für die Löwen waren die absoluten Höhepunkte beim 2:1-Erfolg über Rot Weiss Ahlen. René Müller verkürzte in der Schlussphase noch auf 1:2 (82.) in einer Partie, die von den Sechzigern mit viel Einsatzwillen und Laufbereitschaft geführt wurde.

Personal: Trainer Marco Kurz musste im Heimspiel gegen Rot Weiss Ahlen auf Antonio Di Salvo (Sehnenentzündung am Knie), Sven Bender (leichte Gehirnerschütterung), Markus Schroth (Aufbautraining), Lars Bender (Lauftraining nach Muskelfaserriss), Benjamin Schwarz (Aufbautraining) und Nikola Gulan (Kapselverletzung am linken Sprunggelenk) verzichten. Florian Jungwirth, José Holebas, Christoph Burkhard und Markus Krauss standen nicht im Kader.

Spielverlauf: Die Löwen hatten sich viel vorgenommen und setzten dies sofort um. Nach dem Anstoß kam der Ball auf die rechte Seite zu Stefan Aigner, der lief Ronald Maul davon, flankte hoch auf den zweiten Pfosten, wo Daniel Bierofka aus sechs Metern frei zum Kopfball kam und zum 1:0 ins rechte untere Ecke traf. Als der Ball einschlug, waren gerade mal 20 Sekunden gespielt. Die Sechziger dominierten auch in der Folge die Partie. In der 9. Minute kam Manuel Schäffler nach einem Eckball von rechts durch Bierofka am Torraum zum Kopfball, traf das Leder aber nicht voll, das links am Pfosten vorbei ging. Nach einer Viertelstunde war ein Bruch im Spiel der Sechziger, als sich nacheinander Daniel Bierofka (Muskelprellung) und Danny Schwarz (Muskelzerrung) verletzten und ausgetauscht werden mussten. Trotzdem waren auch in dieser Phase die Löwen gegen harmlose Gäste spielbestimmend. In der 32. Minute ein gelungener Spielzug, als Benjamin Lauth auf Aigner durchsteckte. Der Münchner lief rechts Maul davon, flankte zurück an den Elfmeterpunkt, wo aber Michael Wiemann gerade noch vor dem einschußbereiten Rösler klären konnte. Fünf Minuten später legte Lauth zehn Meter vorm Ahlener Strafraum auf Rösler ab, der hielt aus 23 Metern in zentraler Position mit links drauf, traf aber nur den rechten Pfosten (37.). Für die Gäste war das 0:1 zur Pause mehr als schmeichelhaft, hatten sie doch in den ersten 45 Minuten keine einzige Torchance zu verzeichnen.

Zunächst änderte sich auch nach Wiederanpfiff an den Spielanteilen wenig. Die Löwen präsentierten sich überlegen, aber ohne spielerisch zu glänzen. Die erste Großchance für die Westfalen kam dann nach einer Stunde wie aus heiterem Himmel. Ein Pass von der Mittellinie in die Gasse auf Kevin Großkreutz erreichte der Ahlener Stürmer vor Torben Hoffmann und dem aus seinem Tor stürmenden Philipp Tschauner mit der Fußspitze an der Strafraumlinie, das Leder kullerte aber zwei Meter am linken Pfosten des leeren Tores vorbei (60.). In der 69. Minute dann die überfällige 2:0-Führung für die Löwen. Rösler wollte im Strafraum quer in die Mitte legen, ein Ahlener Abwehrspieler wehrte das Leder ab. Das kam zu Aigner am Elfmeterpunkt, der mit viel Übersicht Antonio Rukavina in halbrechter Position bediente. Der 25-Jährige Serbe blieb in seinem zweiten Spiel für die Sechziger cool, traf mit rechts aus neun Metern ins linke Eck. Die Rot-Weißen wechselten in der Folge offensiv ein, brachten mit René Müller, Deniz Naki und Daniel Chitsulo drei frische Stürmer, profitierten aber durch eine Unsicherheit in der Löwen-Defensive. Bei einem Freistoß aus halblinker Position, der hoch vors 1860-Tor kam, köpfte Mate Ghvinianidze das Leder vor seinem Torwart am Torraum weg. Der Ball landete bei Michael Wiemann, der in mit dem Kopf hoch an den linken Pfosten verlängerte, wo Müller den Luftkampf gegen zwei Löwen-Spieler gewann und das Leder aus kürzester Distanz zum 1:2 eindrückte (82.). Danach begann wieder das Zittern für die Weiß-Blauen, die in der Vorrunde sogar eine 3:0-Führung gegen Wehen Wiesbaden noch verspielten. Doch dieses Mal retteten sie die knappe Führung über die Zeit, feierten ihren ersten Pflichtspielsieg 2009.
 
1860:
12 Tschauner - 2 Rukavina, 19 Ghvinianidze, 6 Beda, 33 Johnson - 8 D. Schwarz, 25 Ledgerwood - 15 Aigner, 7 Bierofka - 11 Lauth, 27 Schäffler.
Ersatz:
1 Hofmann (Tor) - 4 Hoffmann, 5 Berhalter, 10 Rösler, 16 Thorandt, 18 Pourie, 26 Baumgartlinger.
Ahlen:
1 Langerbein - 2 Busch, 19 Döring, 20 Wiemann, 6 Maul - 13 Bäumer, 17 Heithölter, 29 Pelzer - 21 Großkreutz, 11 Toborg, 18 Reus.
Ersatz:
33 Lenz (Tor) - 5 Kittner, 9 Chitsulo, 14 Kraus, 16 Müller, 24 Naki.
Wechsel:
Rösler für D. Schwarz (17.), Hoffmann für Bierofka (19.), Thorandt für Aigner (78.) - Müller für Bäumer (63.), Naki für Heithölter (72.), Chitsulo für Großkreutz (77.).
Tore:
1:0 Bierofka (1.), 2:0 Rukavina (69.), 2:1 Müller (82.).
Gelbe Karte:
Rösler, Rukavina - Reus, Müller.
Zuschauer:
18.000 in der Allianz Arena.
Schiedsrichter:
Markus Wingenbach (Altendiez); Assistenten: Robert Kampka (Mainz), Markus Sinn (Filderstadt).


19. Spieltag - 8. Februar 2009
1. FSV Mainz 05 2 : 2 1860 München
 

Löwen zeigen Moral in Mainz, gleichen 0:2 noch aus

Die Löwen holten einen Punkt in Mainz und konnten sich nach dem 0:2-Rückstand - Florian Heller (4.) traf zum 0:1 und Felix Borja (32.) zum 0:2 - als moralischer Sieger fühlen. Manuel Schäffler hatte noch vor der Pause mit seinem ersten Profitreffer den Anschluss erzielt (37.), Benjamin Lauth traf in der 66. Minute zum vielumjubelten Ausgleich am Mainzer Bruchweg.

Personal: Cheftrainer Marco Kurz musste verletzungsbedingt oder wegen Trainingsrückstands auf Antonio Di Salvo (Sehnenentzündung am Knie), Markus Schroth (Aufbautraining), Lars Bender (Muskelfaserriss) und Benjamin Schwarz (Aufbautraining) verzichten. Keine Berücksichtigung für den Kader fanden Torben Hoffmann, Florian Jungwirth, José Holebas, Christoph Burkhard, Julian Baumgartlinger und Markus Krauss. Von den beiden kurz vor Transferschluss verpflichteten Zugängen kam Antonio Rukavina gleich von Beginn an zum Einsatz, Nikola Gulan saß auf der Ersatzbank.

Spielverlauf: Die Mainzer begannen druckvoll und wurden bereits in der 4. Minute mit der ersten Chance belohnt. Felix Borja lupfte vorm linken Strafraumeck den Ball in die Mitte, Florian Heller legte mit dem Fuß auf Delron Buckley ab, der Südafrikaner flankte von der linken Strafraumseite zurück auf Heller, der per Dropkick vom Elfmeterpunkt zum 1:0 traf. Genau einen solchen Beginn wollten die Löwen vermeiden, die sich erst nach etwa zehn Minuten aus der Umklammerung der Rheinhessen lösen konnten. Danach waren sie die spielbestimmende Mannschaft und kamen zu einigen guten Möglichkeiten. In der 15. Minute dribbelte Daniel Bierofka über links auf Tim Hoogland zu, legte sich im Strafraum den Ball auf den rechten Fuß, traf mit seinem Schuss aus zehn Metern aber nur den rechten Innenpfosten. Den Abpraller konnte Innenverteidiger Nikolce Noveski klären. In dieser Phase spielte nur eine Mannschaft: 1860 München. Ein Konter brachte die nächste Chance: Benjamin Lauth legte auf links zu Bierofka raus. Fast von der geleichen Stelle wie fünf Minuten zuvor versuchte es der Kapitän erneut mit einem Rechtsschuss aufs kurze Eck, doch diesmal war es Torhüter Dimo Wache, der abwehrte (20.). In der 28. Minute unterlief Noveski nach einem hohen Ball in die Mainzer Hälfte ein „Stockfehler", Lauth kam dadurch rechts ans Leder, lief dem 05-Verteidiger davon. Beim Schuss aus halbrechter Position aus zwölf Metern rutschte ihm der Ball jedoch über den Spann, sodass er knapp übers rechte Kreuzeck strich. Wie aus heiterem Himmel fiel dann vier Minuten später das 2:0 für die Rheinhessen. Markus Feulner drehte einen Freistoß acht Meter vorm rechten Strafraumeck mit rechts an den Torraum, Borja sprintete heran, kam aus sechs Metern frei zum Schuss und ließ Torhüter Philipp Tschauner keine Chance (32.). Doch auch danach zeigten die Weiß-Blauen keine Spur von Resignation und wurden in der 37. Minute dafür belohnt. Im Anschluss an einen Eckball kam Bierofka auf der linken Seite an den Ball, flankte in die Mitte, Lauth ließ passieren, Verteidiger Mate Ghvinianidze nahm das Leder mit dem Rücken zum Tor mit, vernaschte Borja mit einer Drehung, traf mit seinem Schuss aus spitzem Winkel aber nur den linken Pfosten. Der Abpraller fiel genau Schäffler vor die Füße, der mit einem Linksschuss aus zehn Metern den 1:2-Anschlusstreffer erzielte. Weiterhin rollte ein Löwen-Angriff nach dem anderen Richtung Mainzer Tor. Danny Schwarz verlängerte ein Zuspiel sofort auf die rechte Strafraumseite, Stefan Aigner flankte direkt in die Mitte, wo Schäffler erneut ans Leder kam, aber im letzten Moment von Bo Svensson am Torschuss aus fünf Metern gehindert wurde (42.). Dann war es Schiedsrichter Manuel Gräfe, der in der letzten Spielminute der 1. Halbzeit mit einem Pfiff eine Riesenchance vereitelte. Aigner steckte auf Schäffler durch, der beim Zuspiel auf gleicher Höhe mit den Mainzer Verteidigern war. Anschließend lief der 19-Jährige zusammen mit Bierofka alleine auf Keeper Wache zu, doch der Unparteiische entschied auf Abseits - eine klare Fehlentscheidung, wie die Fernsehbilder bewiesen! So gingen die Löwen mit einem 1:2-Rückstand in die Kabine.

Auch nach Wiederanpfiff zeigten sich die Weiß-Blauen als spielbestimmendes Team, aber erneut wurden sie von Gräfe benachteiligt, der ein klares Foul in der Mainzer Hälfte gegen Lauth nicht pfiff. Dadurch konnten die 05er kontern, Borja flankte von rechts auf Aristide Bancé, der unbedrängt das Leder am Elfmeterpunkt annehmen konnte, aber seinen Drehschuss neben den rechten Pfosten setzte (49.). Zwischendurch verloren die Sechziger für kurze Zeit den Faden, als Sven Bender und Mathieu Beda sich bei einem Klärungsversuch gegenseitig verletzten (56.). Beide mussten für Nikolas Ledgerwood und Gregg Berhalter ausgetauscht werden (60.). Doch schnell nach dieser Phase gelang der Treffer zum 2:2. Nikolas Ledgerwood hatte nach feiner Vorarbeit von Rukavina auf der rechten Seite aus dem Halbfeld hoch in den Strafraum geflankt, Lauth setzte sich im Kopfballduell gegen Hoogland durch, traf aus zehn Metern ins rechte untere Eck (66.). Beide Teams waren auch in der Folge bemüht, noch den Siegtreffer zu erzielen, doch die Löwen mussten in der Schlussphase dem hohen Tempo der Aufholjagd Tribut zollen. Zwar waren die Möglichkeiten da, aber es fehlte an der Genauigkeit beim letzten Zuspiel. Die Mainzer ihrerseits, die nach der starken Anfangsphase immer mehr abbauten, besaßen noch eine große Chance in der 70. Minute. Borja hatte am linken Torraumeck zurück auf Feulner gelegt, der nahm das Leder aus zwölf Metern volley, setzte es aber knapp neben den linken Pfosten. Für Mainz war es ein schmeichelhaftes Remis, während die Löwen Wiedergutmachung für die desolate 2. Halbzeit gegen Freiburg betrieben.

Stimmen zum SpielLöwen-Cheftrainer Marco Kurz wollte auch nach dem 2:2 bei Aufstiegsfavorit Mainz 05 nichts davon wissen, dass sein Team für ihn gespielt habe. „Die Spieler spielen für sich und den Verein", betonte der 39-Jährige. „Sie haben aber bewiesen, was möglich ist, wenn man das nötige Engagement und die Leidenschaft zeigt." Aber, so der Trainer, das Remis in Mainz nach 0:2-Rückstand könne nur ein Anfang gewesen sein. „Jetzt müssen wir im Heimspiel gegen Rot Weiss Ahlen daran anknüpfen. Nach den schwachen Leistungen zuletzt in der Allianz Arena ist ein Heimsieg Pflicht", so seine Forderung an die Mannschaft.

Jörn Andersen, der Mainzer Trainer, zeigte sich enttäuscht. „Das ist doch klar, wenn man 2:0 führt und am Ende den Sieg nicht nach Hause bringt. Aber 1860 hat sich den Punkt redlich verdient. Hut ab vor dieser Leistung. Sie haben uns über die gesamte Spielzeit große Probleme bereitet und waren sehr bissig in den Zweikämpfen."

1860-Kapitän Daniel Bierofka wusste zunächst nicht so recht, ob er sich freuen oder ärgern sollte, entschied sich aber für die Freude. „Den Chancen und dem Auftreten nach hätten wir gewinnen müssen", sagte Bierofka, der tags zuvor seinen 30. Geburtstag gefeiert hatte. „Aber wenn man in Mainz 0:2 zurückliegt und dann noch einen Punkt holt, dann ist das Okay. Die Mannschaft hat auf alle Fälle Moral bewiesen." Bierofka wertete die Leistung auch als Vertrauensbeweis in die Arbeit des Trainers. „Wir haben ein Stück weit für ihn gespielt, auch wenn viele das als Floskel empfinden. Marco Kurz lebt Sechzig, verkörpert den Verein und lebt uns jeden Tag vor, was es heißt, Profi zu sein. Leider konnten wir es bisher noch nicht so umsetzen." Vor dem Spiel, erklärte Bierofka, habe man auf dem Feld einen Kreis gemacht und sich eingeschworen. „Wir haben uns gegenseitig versprochen, dass wir, egal was passiert, bis zur letzten Minute alles geben werden. Für diese Einstellung sind wir am Ende mit dem Punkt belohnt worden."

Der neue Sportdirektor Miroslav Stevic, der schon vor dem Spiel beteuerte, dass dies nicht das Schicksalsspiel von Trainer Marco Kurz sei, zeigte sich zufrieden mit der Einstellung. „Unser Ziel in Mainz war es, Leidenschaft zu zeigen, Biss und Gier. Die Mannschaft hat die richtige Antwort gegeben. Es war nur eine Frage der Zeit, bis sie dafür belohnt wurde. Es war sicher gegen Mainz mehr drin, aber gegen einen solchen Gegner kann man auch mit einem Punkt zufrieden sein." Die Glückwünsche an seine Person schmetterte der 39-jährige Ex-Profi ab. „Spieler und Trainer verdienen nach so einer Leistung Lob", so das Credo des Sportdirektors, der Fragen nach der Zukunft des Trainers mit folgenden Worten abschmetterte: „Es wäre etwas lächerlich, nach so einem Spiel über den Trainer zu diskutieren."

Der Mainzer Torschütze zum 1:0, Florian Heller, bekannte: „Wir tuen uns zu Hause schwer, weil der Gegner relativ tief steht und wir im Endeffekt kein Mittel dagegen finden", so der gebürtige Rosenheimer. „Auf der anderen Seite ist in der Mannschaft genug Klasse und Qualität, um trotzdem zu Torchancen zu kommen. Das haben wir bewiesen."
 
Mainz:
1 Wache - 6 Hoogland, 2 B. Svensson, 4 Noveski, 3 van der Heyden - 21 Karhan, 7 Feulner - 16 Heller, 11 Buckley - 23 Bancé, 9 Borja
Ersatz:
29 Wetklo (Tor) - 15 Neustädter, 18 Hyka, 24 Löw, 26 Bungert, 27 Gunkel, 32 Bogavac.
1860:
12 Tschauner - 2 Rukavina, 19 Ghvinianidze, 6 Beda, 33 Johnson - 17 S. Bender, 8 D. Schwarz - 15 Aigner, 7 Bierofka - 11 Lauth, 27 Schäffler.
Ersatz:
1 Hofmann (Tor) - 5 Berhalter, 10 Rösler, 16 Thorandt, 18 Pourie, 24 Gulan, 25 Ledgerwood.
Wechsel:
Gunkel für Feulner (78.), Bogavac für Buckley (83.) - Ledgerwood für S. Bender (60.), Berhalter für Beda (60.), Rösler für D. Schwarz (74.).
Tore:
1:0 Heller (4.), 2:0 Borja (32.), 2:1 Schäffler (37.), 2:2 Lauth (66.).
Gelbe Karte:
Heller, Feulner, Noveski, Buckley - Schäffler.
Zuschauer:
19.800 im Bruchwegstadion.
Schiedsrichter:
Manuel Gräfe (Berlin); Assistenten: Markus Häcker (Pentz), Tino Wenkel (Göttingen).

 

18. Spieltag - 1. Februar 2009

1860 München 0 : 2 SC Freiburg
 
01.02.2009 | 16:30 Uhr

Erneuter Fehlstart in die Rückrunde

Erneut legten die Löwen einen Fehlstart in die Rückrunde hin. Nach ordentlichem Beginn riss nach einer Viertelstunde der Faden. Freiburg kam im Anschluss an eine Standardsituation durch U19-Europameister Ömer Toprak zur Führung (27.). Die Partie war nach Julian Schusters 2:0 nach etwas mehr als einer Stunde endgültig entschieden. „Die Ernüchterung ist groß", so das Fazit von Löwen-Trainer Marco Kurz.

Personal: 1860-Chefcoach Marco Kurz musste im ersten Punktspiel der Rückrunde auf Antonio Di Salvo (Sehnenentzündung am Knie), Mate Ghvinianidze (Muskelprobleme), Markus Schroth (Aufbautraining), Benjamin Schwarz (Aufbautraining), Nikolas Ledgerwood (Trainingsrückstand nach Verletzung), Christoph Burkhard, Julian Baumgartlinger und Markus Krauss - alle tags zuvor in der U23 beim Test gegen Heimstetten (0:1) aktiv - verzichten.

Spielverlauf: Die Löwen versuchten von Beginn an, die Freiburger unter Druck zu setzen und besaßen in der 4. Minute die erste gute Chance. Daniel Bierofka hatte einen Freistoß von der linken Strafraumseite mit rechts auf den zweiten Pfosten geflankt, Markus Thorandt stieg am höchsten, köpfte aber aus sechs Metern das Leder knapp neben den rechten Pfosten. Die Breisgauer zeigten sich in der Anfangsphase lediglich nach Standards gefährlich. Nach einem zu kurz abgewehrten Freistoß von Julian Schuster kam Tommy Bechmann an den Ball, der lief über links auf Philipp Tschauner zu. Der Löwen-Keeper verkürzte geschickt den Winkel, konnte den Acht-Meter-Schuss des SCF-Stürmers abwehren (10.). Dies gelang ihm zunächst auch in der 27. Minute. Ein Eckball von der rechten Seite flankte Schuster auf den ersten Pfosten, Mohamadou Idrissou setzte sich gegen Gregg Berhalter durch, köpfte aus fünf Metern aufs Tor. Tschauner konnte den Ball per Reflex abwehren. Doch das Leder kam zu Ömer Toprak, der aus acht Metern unbedrängt Maß nehmen konnte und hoch zum 1:0 für Freiburg einnetzte (27.). Zwei Minuten später wäre den Löwen fast der Ausgleich gelungen. Stefan Aigner dribbelte über rechts in den SCF-Strafraum, ließ dabei zwei Freiburger stehen, doch in seinen Schuss aus neun Metern warf sich Heiko Butscher, konnte somit Schlimmeres verhindern (29.). Ebenso Pech in der 35. Minute. Bierofka drehte einen Freistoß aus dem Halbfeld mit rechts hoch vors Tor, Sascha Rösler kam aus neun Metern vor Torhüter Simon Pouplin zum Kopfball, gab dem Ball die entscheidende Richtungsänderung, aber das Leder strich links am leeren Tor vorbei (35.). In der 37. Minute kam das Spielgerät nach einem Einwurf auf der linken Seite zu Bierofka, der Kapitän schoss vom linken Strafraumeck, aber erneut strich das Leder knapp am rechten Pfosten vorbei.

Wer nach der Pause einen Sturmlauf der Löwen erwartet hatte, sah sich enttäuscht. Freiburg stand sicher, ließ den Ball vorm eigenen Strafraum laufen und versuchte geschickt, die Gastgeber zu locken. Doch die wirkten aufgrund des Rückstandes verunsichert. Bestes Beispiel die Szene in der 54. Minute. Eine viel zu kurze Rückgabe von Berhalter auf Tschauner erlief sich Bechmann, der umkurvte auf der rechten Strafraumseite den Löwen-Keeper, bekam den Ball aber erst kurz vor der Grundlinie unter Kontrolle, sein Pass an den Elfmeterpunkt ging- zum Glück für die Löwen - an Freund und Feind vorbei. Aber keine zehn Minuten später war es dann doch passiert. Linksverteidiger Butscher flankte fast von der linken Eckfahne flach durch den Münchner Strafraum. Kein Verteidiger war zur Stelle, Schuster am rechten Torraumeck kam so an den Ball, traf ungehindert ins lange Eck zum 2:0 (62.). Nach diesem Treffer hatten die Löwen noch eine halbe Stunde Zeit, wenigstens den Ehrentreffer zu erzielen. Trainer Kurz brachte mit Manuel Schäffler und José Holebas sogar noch zwei Offensivkräfte, aber mehr als eine „halbe" Chance sprang für die Hausherren nicht mehr heraus. In der 75. Minute legte Schäffler zehn Meter vor dem Strafraum mit der Brust auf Rösler ab, der in zentraler Position das Leder volley nahm, Torwart Pouplin mit seinem 25-Meter-Schuss auf dem falschen Fuß erwischte, doch der Keeper konnte den unplatzierten Schuss mit einer Hand gerade noch abwehren (75.). In der Schlussphase verhinderte Tschauner gegen Jonathan Jäger (80. und 89.) mit zwei Paraden noch eine höhere Niederlage.

Stimmen zum Spiel

Folgen Löwen-Chefcoach Marco Kurz zeigte sich enttäuscht von der Leistung seiner Mannschaft. „Dabei hatten wir gut begonnen, sind die ersten zehn bis 15 Minuten engagiert gegen eine spielstarke Freiburger Mannschaft aufgetreten. Unverständlich, dass wir nach dem Gegentor die Courage verloren haben. Damit spielten wir Freiburg in die Karten, waren nicht mehr bereit, die nötigen Wege zu gehen." Das 0:2 nach der Pause sei der endgültige K.O. für sein Team gewesen. „Wir haben es nicht geschafft, uns Chancen zu erspielen. Die Ernüchterung ist groß, weil uns die Überzeugung in die eigene Kraft gefehlt hat. Gegen eine Mannschaft wie Freiburg muss man einfach kompakter stehen, lebendiger sein."

Sportclub-Trainer Robin Dutt war froh, zu Spielbeginn nicht in Rückstand geraten zu sein. „In der Anfangsphase sind wir auf eine bissige Sechziger-Mannschaft getroffen. Wir haben uns hinten rein drücken lassen. Wie wichtig in diesem Spiel eine Führung war, hat man nach unserem 1:0 gesehen. Danach waren wir wesentlich sicherer, haben den Ball laufen lassen und so den Druck von uns genommen. Das 2:0 war dann Gold wert." Das einzige, was der 43-Jährige an der 2. Halbzeit zu bemängeln hatte, war die Chancenverwertung seines Teams. „Da muss ich Kritik üben, dass wir das ein oder andere Tor nicht gemacht haben." Die Leistung seines Torschützen zum 1:0, Ömer Toprak, wollte Dutt nicht überbewerten. „Er hat gut gespielt. Ich habe ihn bewusst gegen Benny Lauth gebracht, weil er schnell ist. Aber er muss an seiner Fitness arbeiten. Er war nach einer Stunde platt, und ich nehme ungern einen Innenverteidiger bei einer 2:0-Führung heraus."

Torhüter Philipp Tschauner sprach von einer beschämenden Vorstellung. „Wir müssen uns nach so einer Leistung vor den Fans rechtfertigen, gerade was die 2. Halbzeit betrifft. Wir liegen in Rückstand und haben keine einzige Chance! Jeder einzelne konnte nicht das abrufen, was er kann." Es genüge einfach nicht gegen ein Team wie Freiburg, nur 30 Minuten zu Hause ordentlich Fußball zu spielen. „Wir haben schon in der letzten Rückrunde katastrophal gespielt. Jetzt sind wir wieder schlecht gestartet. Es geht nur über Kampf und Leidenschaft. Jeder muss - gerade zu Hause - noch eine Schippe drauflegen."

Stürmer Benny Lauth sah das ähnlich wie Tschauner. „Wir waren immer einen Schritt zu spät. Freiburg war einfach besser, hat verdient gewonnen." Dabei sei die Vorbereitung gut gelaufen. „Und dann haben wir es zu Hause wieder nicht geschafft, unsere Stärken zum Tragen zu bringen. Den Start in die Rückrunde haben wir uns sicherlich anders vorgestellt. In der 2. Halbzeit hat Freiburg uns laufen lassen. Wir sind einfach nicht mehr hingekommen. Nach dem zweiten Tor ging gar nichts mehr."
 
1860:
12 Tschauner - 16 Thorandt, 6 Beda, 5 Berhalter, 33 Johnson - 17 S. Bender, 22 L. Bender - 15 Aigner, 7 Bierofka - 11 Lauth, 10 Rösler.
Ersatz:
1 Hofmann (Tor) - 4 Hoffmann, 8 D. Schwarz, 13 Jungwirth, 14 Holebas, 18 Pourie, 27 Schäffler.
SCF:
1 Pouplin - 36 Schwaab, 38 Toprak, 2 Krmas, 5 Butscher - 18 Flum, 23 Schuster - 6 Abdessadki, 8 Idrissou - 13 Bechmann, 11 Jäger.
Ersatz:
21 Langer (Tor) - 9 Rodionov, 14 Schlitte, 15 Barth, 20 Banovic, 22 Uzoma, 30 Targamadze.
Wechsel:
Hoffmann für Beda (50.), Schäffler für S. Bender (64.), Holebas für Aigner (64.) - Banovic für Bechmann (76.), Barth für Toprak (84.), Rodionov für Jäger (90.).
Tore:
0:1 Toprak (27.), 0:2 Schuster (62.).
Gelbe Karte:
L. Bender - Flum, Idrissou.
Zuschauer:
21.800 in der Allianz Arena.
Schiedsrichter:
Christian Bandurski (Essen); Assistenten: Christian Erbs (Neuss), Marcel Pelgrim (Bocholt).


17. Spieltag - 14. Dezember 2008
1860 München 1 : 1 1. FC Nürnberg
 
14.12.2008 | 16:30 Uhr

Thorandt rettet Remis per Kopf gegen den Club

Das oberbayrisch-fränkische Derby zwischen den Löwen und dem 1. FC Nürnberg endete 1:1. Der Club war über weite Strecken der ersten Hälfte spielbestimmend, ging folgerichtig durch eine Einzelleistung von Isaac Boakye in Führung (38.). Nach der Pause traf der eingewechselte Markus Thorandt für die nun dominierenden Löwen per Kopf zum 1:1 (55.).

Personal: Im Derby gegen den 1. FC Nürnberg musste Trainer Marco Kurz auf Markus Schroth (Aufbautraining nach Knie-OP), Lars Bender (Reha nach Syndesmosebandriss) und Benjamin Schwarz (Knieprobleme) verzichten. Acht Wochen nach einer Bandscheiben-OP feierte Kapitän Daniel Bierofka sein Comeback.

Spielverlauf: Die Löwen begannen gut, ließen sich aber schnell von den Gästen den Schneid abkaufen. Nürnberg stand sehr kompakt, machte die Räume eng und ließ den Ball sicher in den eigenen Reihen laufen. Trotzdem besaßen die Löwen in der 12. Minute eine gute Chance. Manuel Schäffler kam auf der rechten Seite fast an der Eckfahne an den Ball, flankte mit einem Drehschuss blind auf den zweiten Pfosten. Dort stand Daniel Bierofka, der das Leder aus halblinker Position aus zwölf Metern volley nahm, aber gut einen Meter übers kurze Eck zielte. Fünf Minuten später erneut ein gelungener Spielzug der Weiß-Blauen. Benjamin Lauth flankte flach von links in die Mitte, Bierofka verlängerte mit der Hacke auf Schäffler, dessen Schuss aus acht Metern wurde aber von Juri Judt geblockt. Der Abpraller kam zu Sven Bender, doch dessen Kopfball aus 13 Metern wurde sichere Beute von Club-Keeper Raphael Schäfer (17.). Danach nahmen die Franken das Heft in die Hand und besaßen nach etwas mehr als einer halben Stunde die Riesenchance zur Führung. Mike Frantz setzte sich rechts durch, legte von der Grundlinie zurück auf Christian Eigler am rechten Torraumeck, der zog mit einer Rechtsdrehung in die Mitte, sein Neun-Meter-Schuss mit links ging aber weit übers Tor (31.). In der 38. Minute hatten die Sechziger weniger Glück. Isaac Boakye kam auf der linken Seite an den Ball, setzte sich zunächst gegen Sven Bender und Mate Ghvinianidze durch, zog anschließend in die Mitte. Sein Schuss von der Strafraumgrenze prallte vom rechten Innenpfosten zum 1:0 für die Franken ins Löwen-Tor.

Nach der Pause brachte Löwen-Coach Marco Kurz auf der rechten Defensivposition Markus Thorandt für Torben Hoffmann. Und auch die Einstellung bei den Löwen wurde eine andere. Vom Anpfiff weg wurde gefightet, die Nürnberger Offensive bei Ballbesitz viel früher angelaufen. Bereits nach drei Minuten besaß Lauth die Riesenchance zum Ausgleich. Bierofka hatte von links hoch an den zweiten Pfosten geflankt, Torhüter Schäfer ließ im Luftkampf mit Schäffler den Ball fallen, Lauth kam von hinten heran gerauscht, aber Dominic Maroh rettete mit dem Kopf gegen den Acht-Meter-Schuss des Löwen-Torjägers (48.). In der 55. Minute kam jeder Rettungsversuch zu spät. Einen Freistoß aus der Mitte der Nürnberger Hälfte hob Gregg Berhalter hoch Richtung linken Pfosten, Thorandt lief in den Ball, kam aus neun Metern unbedrängt zum Kopfball, traf unhaltbar für Schäfer ins rechte Eck zum 1:1 (55.). Nach einer Viertelstunde in der 2. Halbzeit konnten sich die Franken wieder etwas vom Druck der Sechziger befreien - die besseren Chancen besaßen aber trotzdem die Hausherren. In der 75. Minute konterten die Löwen über die rechte Seite. Nach einer sehenswerten Kombination über mehrere Stationen kam Danny Schwarz an der Grundlinie zum Flanken, legte zurück an die Torraumgrenze, aber zu ungenau, sodass Schäffler nicht ans Leder kam. Vielleicht hätte er besser auf den hinten postierten Lauth gepasst (75.)! Auch die letzte gute Möglichkeit besaßen die Weiß-Blauen. Lauth hatte von rechts hoch in den Strafraum geflankt, Gebhart und Dominik Reinhardt stiegen am Torraum zum Kopfball hoch, doch keiner kam richtig ans Leder, das für einen Moment frei im Nürnberger Strafraum lag (82.), ehe es geklärt werden konnte. Damit blieb es beim 1:1, ein Ergebnis, das aufgrund der beiden unterschiedlichen Hälften in Ordnung geht.

Stimmen zum Spiel:
Löwen-Coach Marco Kurz sprach von einem guten Beginn, „aber nur für kurze Zeit". Danach wäre seine Mannschaft zu passiv gewesen. „Wir sind nicht mehr aggressiv genug in die Zweikämpfe gegangen, haben Nürnberg zu viel Raum gelassen. Die Führung für den Club zur Pause war hochverdient." In der 2. Halbzeit habe sein Team die Anweisung befolgt. „Wir wollten nach vorne verteidigen, die gute Nürnberger Offensive von unserem Tor weghalten." Das sei dann auch gelungen. „Das Unentschieden vor dieser tollen Kulisse war verdient, wir sind froh, dass wir uns in der zweiten Hälfte steigern konnten. Aber in diesem Spiel hat man gesehen, dass die Mannschaft noch nicht die gewünschte Stabilität über 90 Minuten besitzt." Der 39-Jährige zog zum Abschluss der Vorrunde ein kurzes Resümee: „Fakt ist, dass wir uns nach schlechtem Beginn gefangen haben. Dann kam das Hoch im Oktober. Anschließend hat zwar die Spielweise gestimmt, aber nicht der Ertrag." Kurz hofft, dass die verletzten Spieler im Januar ins Team zurückkehren. „Gegen Nürnberg haben ja bereits Daniel Bierofka und Danny Schwarz nach ihren Verletzungen gespielt." Insgesamt fehle dem Team aber noch die Konstanz, „die wir uns gewünscht haben".

Club-Trainer Michael Oenning freute sich über die Leistung seines Teams in der 1. Halbzeit. „Das war so, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir haben 45 Minuten nach vorne gespielt und ein schönes Tor zum richtigen Zeitpunkt gemacht. Danach haben wir es aber versäumt, das zweite Tor nachzulegen", bemängelte der Coach. „Eigentlich waren wir uns im Klaren, dass es noch 45 Minuten zu spielen sind. Nach der Unachtsamkeit beim Standard war das Spiel wieder offen. Wir haben es aber einfach nicht mehr geschafft, uns zwingende Chancen zu erspielen. Sechzig hatte noch die Möglichkeit zum Sieg, deswegen bin ich mit dem Punkt zufrieden." Auch insgesamt fiel die Bilanz von Oenning positiv aus, wenngleich er gern den Rückstand auf die Aufstiegsplätze verkürzt hätte. „Wir haben heute überzeugend Fußball gespielt", so sein Fazit.
 
1860:
12 Tschauner - 4 Hoffmann, 19 Ghvinianidze, 5 Berhalter, 33 Johnson - 6 Beda - 17 S. Bender, 7 Bierofka - 18 Gebhart - 27 Schäffler, 11 Lauth.
Ersatz:
1 Hofmann (Tor) - 8 D. Schwarz, 9 Di Salvo, 13 Jungwirth, 14 Holebas, 16 Thorandt, 25 Ledgerwood.
1. FCN:
1 Schäfer - 16 Judt, 32 Maroh, 4 Goncalves, 25 Pinola - 36 Mnari - 24 Kluge, 11 Mintal, 17 Frantz - 8 Eigler, 19 Boakye.
Ersatz:
31 Sponsel (Tor) - 9 Charisteas, 10 Masmanidis, 21 Vidosic, 22 Engelhardt, 28 Reinhardt, 35 Pagenburg.
Wechsel:
Thorandt für Hoffmann (46.), D. Schwarz für S. Bender (72.), Holebas für Lauth (88.) - Reinhardt für Goncalves (7.), Pagenburg für Boakye (78.), Charisteas für Mintal (84.).
Tore:
0:1 Boakye (38.), 1:1 Thorandt (55.).
Gelbe Karte:
Bierofka, D. Schwarz - Eigler.
Zuschauer:
57.200 in der Allianz Arena.
Schiedsrichter:
Michael Weiner (Ottenstein); Assistenten: Carsten Kadach Suderburg), Stefan Trautmann (Bodenwerder).
 


16. Spieltag - 5. Dezember 2008
Alemannia Aachen 2 : 0 1860 München

Erneut kein Ertrag: Löwen verlieren am Tivoli

Ex-Löwe Patrick Milchraum schockte die Weiß-Blauen nach 57 Sekunden zur Aachener Führung. Nach einer Viertelstunde übernahmen die Sechziger die Initiative, kamen aber erst nach der Pause zu klaren Torchancen. Benjamin Lauth (71.) und der eingewechselte Manuel Schäffler (82.) vergaben den Ausgleich, Lewis Holtby nutzte in der 85. Minute ein Fehler in der Löwen-Abwehr zum 2:0-Endstand.

Personal: Löwen-Cheftrainer Marco Kurz musste am Tivoli auf Daniel Bierofka (Trainingsrückstand nach Bandscheiben-OP), Markus Schroth (Aufbautraining) und Lars Bender (Syndesmosebandriss) verzichten. Dazu fehlte Sven Bender wegen seiner fünften Gelben Karte. Erstmals wieder auf der Bank saß Danny Schwarz nach seiner Meniskus-OP.

Spielverlauf: Der Sekundenzeiger hatte keine Runde absolviert, da lag der Ball bereits im Tor der Sechziger. Szilard Nemeth passte ungehindert aus zentraler Position nach links, Markus Thorandt stand hinter seinem Gegenspieler Patrick Milchraum, der in den Strafraum lief, Mate Ghvinianidze griff den Ex-Löwen zu spät an und Milchraum traf aus zwölf Metern mit links hoch ins lange Eck zum 1:0 für Aachen (1.). Keine drei Minuten später hätten die Weiß-Blauen bereits ausgleichen können. Fabian Johnson kam aus 15 Metern in zentraler Position ungehindert zum Schuss, aber der Abschluss war kläglich, das Leder hoppelte einige Meter links am Tor vorbei (4.). Danach war wieder die Alemannia am Zug, die Löwen-Spieler standen meist staunend daneben. Nemeth, der in der Anfangsphase nach Belieben im Mittelfeld schalten und walten konnte, passte rechts in den Strafraum auf Markus Daun, Torben Hoffmann ließ das Leder passieren, der Aachener Stürmer zog aus spitzem Winkel ab, traf aber nur den linken Innenpfosten, von wo aus der Ball wieder ins Feld zurücksprang (5.). In der 7. Minute hatte sich Christian Fiel rechts durchgesetzt, flankte fast von der Grundlinie aufs vordere Torraumeck, Benjamin Auer schaltete am schnellsten, aber sein Schuss aus fünf Metern aufs kurze Eck konnte 1860-Keeper Philipp Tschauner abwehren. Sechs Minuten später war es erneut Auer, der gefährlich vorm Löwen-Tor auftauchte. Matthias Lehmann hatte das Leder in die Tiefe gespielte, der Alemannen-Torjäger löste sich auf der rechten Seite von Gregg Berhalter, kam aus 14 Metern zum Schuss, aber der Ball strich einige Meter am linken Pfosten vorbei (13.). Danach bekamen die Löwen das Spiel immer besser in den Griff, profitierten aber auch von den Verletzungen von Auer und Daun, die beide ausgewechselt werden mussten. In der 31. Minute lag plötzlich der Ball im Aachener Tor. Nach einem Eckball von Timo Gebhart von der rechten Seite, der von der Alemannen-Defensive nach vorne abgewehrt worden war, kam Mathieu Beda halblinks aus 18 Metern mit rechts zum Schuss, traf flach ins lange Eck, doch Linienrichter Tino Wenkel hob die Fahne. Angeblich hatte Antonio Di Salvo, der nicht ins Spiel eingriff, Aachens Torwart Thorsten Stuckmann die Sicht genommen. So blieb es bei der Führung Gastgeber, die Fiel in der 38. Minute beinahe ausgebaut hätte. Der eingewechselte Lewis Holtby legte am Strafraum ab, Fiel versucht es aus 18 Metern mit einem Schlenzer aufs lange Eck, doch Torhüter Tschauner tauchte ab, wehrte das Leder ins Tor-Aus ab. Die Löwen hatten es in der halben Stunde vor der Pause versäumt, gegen die sichtlich verunsicherte Elf der Hausherren den Ausgleich zu erzielen.

Auch in der 2. Halbzeit waren zwingende Chancen trotz Feldüberlegenheit der Weiß-Blauen lange Mangelware. Wenig lief über die Außen, und meist fand schon der Aufbaupass keinen Abnehmer. So besaßen auch im zweiten Durchgang die Gelb-Schwarzen die erste gute Chance nach einem Konter. Holtby hatte in die Schnittstelle der Löwen-Abwehr gepasst, dadurch lief Milchraum alleine auf Tschauner zu, der sich dem Ex-Löwen entgegenwarf und mit einem Spreizschritt fast an der Strafraumgrenze in höchster Not klären konnte (68.). In der 71. hatte Benjamin Lauth auf der Gegenseite das 1:1 auf dem Fuß. Nach einem abgewehrten Freistoß in der Löwen-Hälfte spielte Johnson steil auf rechts, Lauth lief Florian Müller davon, schoß aus halbrechter Position von der Strafraumgrenze aufs lange Eck, aber das Leder ging am linken Pfosten vorbei ins Tor-Aus. Noch besser die Möglichkeit elf Minuten später. Gebhart war aus halbrechter Position im Torraum zum Schuss gekommen, Torhüter Stuckmann wehrt in die Mitte ab, der Ball fiel dem eingewechselten Manuel Schäffler vor die Füße, aber anstatt aus sechs Metern das Leder ins Netz zu lupfen, zog er flach ab und Stuckmann konnte so am Boden liegend mit den Füßen abwehren (82.). Während die Löwen ihre Chancen nicht verwerten konnten, produzierten sie hinten Fehler. Einer führte in der 85. Minute zur Entscheidung. Johnson wollte auf der linken Abwehrseite mit einem weiten Abschlag nach vorne klären, spielte aber genau Thomas Stehle in den Lauf. Der Aachener flankte von der rechten Strafraumseite halbhoch in die Mitte, Gregg Berhalter grätschte am Ball vorbei und der 18-jährige Holtby kam sechs Meter vorm 1860-Tor frei ans Leder, verlängerte die Flanke zum 2:0 ins lange Eck.

Stimmen zum SpielDie Löwen kassierten in ihrem 16. Spiel die erste Niederlage mit mehr als einem Tor Unterschied. 1860-Cheftrainer Marco Kurz sprach von einem schlechten Beginn. „Wir sind früh in Rückstand geraten. Danach war es ein packendes Spiel, obwohl die Platzverhältnisse mit dem tiefen Boden alles andere als gut waren." Besonders freute den 39-Jährigen die Phase in der 2. Halbzeit, „als wir sehr dominant waren, aber zwei Riesenchancen liegen ließen. Der Unterschied zwischen beiden Teams war heute die bessere Qualität der Aachener im Abschluss. Meine Mannschaft befindet sich noch in der Entwicklung", so Kurz, der auf das Beispiel des 19-jährigen Manuel Schäffler verwies. „In einem Vierteljahr macht er solche Dinger blind", sprach er die Situation in der 82. Minute an. Der Stürmer selbst war ob der vergebenen Möglichkeit untröstlich. Nach dem Abpfiff hatte Kurz noch einen Disput mit Schiedsrichter Christian Schößling. Dabei ging es aber nicht um die Entscheidungen des Unparteiischen, sondern um das Auftreten seines Assistenten. „Ich habe ihm unter vier Augen mitgeteilt, dass ich vom Linienrichter den nötigen Respekt erwarte."

Alemannen-Coach Jürgen Seeberger sprach von einem „absoluten Tivoli-Erlebnis" und verteilte dabei auch an die Gäste Komplimente. „Sechzig hat durch eine gute Leistung dazu beigetragen. Die Kampfkraft und Leidenschaft meines Teams von der 1. Minute an hat sich auf die Ränge übertragen." Positiv sei gewesen, dass seine Mannschaft gleich mit der ersten Möglichkeit in Führung gegangen war. „In der 2. Halbzeit hatten wir dann bei den beiden Riesenchancen von 1860 München das nötige Glück. Die Mannschaft hat die frühen Ausfälle von Benjamin Auer und Markus Daun gut verkraftet. Das war sicher für alle keine leichte Situation."

Alemannia:
12 Stuckmann - 16 Müller, 17 Stehle, 19 Olajengbesi, 32 Achenbach - 21 Fiel - 11 Daun, 20 Lehmann, 26 Milchraum - 8 Nemeth, 9 Auer.
Ersatz:
1 Straub (Tor) - 5 Lagerblom, 6 Polenz, 10 Lasnik, 18 Holtby, 28 Casper, 30 Szukala.
1860:
12 Tschauner - 16 Thorandt, 19 Ghvinianidze, 5 Berhalter, 4 Hoffmann - 6 Beda - 33 Johnson, 25 Ledgerwood - 18 Gebhart - 9 Di Salvo, 11 Lauth.
Ersatz:
1 Hofmann (Tor) - 8 D. Schwarz, 13 Jungwirth, 14 Holebas, 23 B. Schwarz, 26 Baumgartlinger, 27 Schäffler.
Wechsel:
Holtby für Auer (18.), Szukala für Daun (28.), Lagerblom für Müller (71.) - Holebas für Di Salvo (61), Schäffler für Ledgerwood (61.).
Tore:
1:0 Milchraum (1.), 2:0 Holtby (85.).
Gelbe Karte:
Olajengbesi, Stehle, Achenbach, Lagerblom - Ledgerwood, Gebhart, Hoffmann.

Zuschauer: 
19.173 am Tivoli.
Schiedsrichter:
Christian Schößling (Leipzig); Assistenten: Tino Wenkel (Göttingen) und Marcel Bartsch (Neustadt-Glewe).

 



15. Spieltag - 30. November 2008
1860 München 3 : 3 SV Wehen Wiesbaden
 
30.11.2008 | 16:30 Uhr

Löwen verschenken 3:0-Führung gegen Wehen Wiesbaden

In den letzten 20 Minuten verspielten die Löwen eine komfortable 3:0-Führung gegen den SV Wehen Wiesbaden, die bis dahin nur eine Chance besaßen. Die Aufholjagd der Hessen leitete Benjamin Schwarz durch ein Eigentor ein. Sanibal Orahovac traf zum Anschlusstreffer, ehe Benjamin Siegert mit einem Flachschuss aus 18 Metern in der 90. Minute den Ausgleich erzielte.

Personal:
Löwen-Cheftrainer Marco Kurz musste im Heimspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden lediglich auf Daniel Bierofka (Bandscheiben-OP), Markus Schroth (Aufbautraining), Lars Bender (Syndesmosebandriss) und Christoph Burkhard (Muskelfaserriss) verzichten. Danny Schwarz hatte sein Comeback am vergangenen Freitag in der U23 gegen Hessen Kassel (2:1) über 90 Minuten gegeben. In dieser Partie liefen aus dem Profi-Kader auch Markus Krauss, Alexander Eberlein und Mustafa Kucukovic auf.

Spielverlauf:
Die Löwen dominierten vom Anpfiff weg die Partie. Bereits nach etwas mehr als zwei Minuten lag der Ball im Gästetor. Gregg Berhalter hatte einen Freistoß fünf Meter vorm rechten Strafraumeck mit links vors Tor gezogen, Torben Hoffmann kam am Torraum frei zum Kopfball, traf ins Wehener Netz, aber Schiedsrichter Felix Zwayer gab den Treffer nicht, weil er ein Foul von Mathieu Beda zuvor gesehen haben wollte (3.). Aber die Löwen ließen sich dadurch nicht aus dem Konzept bringen. Drei Minuten später das 1:0 - diesmal regulär - durch einen tollen Spielzug. Sven Bender kam kurz hinter der Mittellinie an den Ball, überlupfte die Wehener Abwehr, Benjamin Lauth lief alleine auf Keeper Alexander Walke zu, umspielte ihn vor dem Strafraum und traf ins leere Tor (6.). Beinahe wäre Lauth kurze Zeit später der zweite Treffer gelungen. Nach einem weit in die SVWW-Hälfte geschlagenen Ball köpften sich die beiden Innenverteidiger gegenseitig an, das Leder sprang Richtung Wehener Tor, Lauth lief erneut auf Walke zu, doch diesmal konnte ihn der Torhüter abdrängen, sodass er nicht zum Abschluss kam (9.). Danach verloren die Löwen für 20 Minuten etwas den Faden. Das änderte sich mit dem 2:0. Erneut war es der starke Sven Bender, der sich kurz hinter der Mittellinie den Ball erkämpfte, sofort auf die linke Seite spielte, wo Gebhart sich den Ball erlief. Der 19-Jährige spielte zunächst an der Grundlinie Dajan Simac aus, zog in die Mitte, dribbelte am Torraum auch noch an Kristjan Glibo vorbei und schoss aus sechs Metern hoch ins lange Eck (34.). Zwei Minuten später die erste Chance für die Gäste aus der hessischen Landeshauptstadt. Benjamin Siegert flankte einen Freistoß von links mit rechts an den ersten Pfosten, Simac kam aus sieben Metern vollkommen frei zum Kopfball, doch das Leder ging weit übers Tor. Diese Szene war typisch für das Wehener Spiel, das nur nach Standards Gefährlichkeit ausstrahlte.

Obwohl Wehens Coach Christian Hock nach der Pause zwei neue Spieler brachte, änderte sich zunächst an der Überlegenheit der Weiß-Blauen nichts. Folgerichtig fiel in der 58. Minute das 3:0. Kurz vor der linken Außenlinie auf Höhe der Mittellinie konnte Fabian Johnson den Ball mit einem weiten Schlag nach vorne vor dem Aus retten, das Leder kam auf halblinks, wo sich Lauth im Laufduell resolut gegen Torge Hollmann durchsetzte, uneigennützig legte er anschließend am Strafraum vor Keeper Walke quer auf den mitgelaufenen José Holebas, der aus 14 Metern nur noch ins leere Tor eindrücken brauchte. Der überragende Sven Bender hatte das 4:0 auf dem Fuß, doch sein Schuss zwei Meter vor dem linken Strafraumeck mit rechts strich nur um Zentimeter übers rechte Kreuzeck (65.). In der 73. Minute lag plötzlich der Ball im Löwen-Tor. Siegert hatte einen Freistoß von der Mittellinie hoch Richtung linken Pfosten geflankt, Sandro Schwarz verlängerte nach rechts an den Torraum, wo Benjamin Schwarz vor Bakary Diakité klären wollte, aber das Leder aus fünf Metern ins eigene Tor bugsierte. Zehn Minuten später fast die gleiche Situation vorm 1860-Tor. Siegert flankte von links an den zweiten Pfosten, Sandro Schwarz verlängert in die Mitte, wo Sanibal Orahovac in den Ball grätschte und aus fünf Metern zum 2:3 traf (81.). Die Löwen versuchten in der Schlussphase nur noch, den knappen Erfolg über die Zeit zu bringen - und wurden bitter bestraft. In der letzten Minute der regulären Spielzeit sah Sandro Schwarz, dass die rechte Seite offen war. Der SVWW-Kapitän passte quer auf den heranstürmenden Siegert, die Löwen-Verteidiger griffen ihn nicht konsequent an, sodass er aus 18 Metern aus halbrechter Position zum Schuss kam und unhaltbar für Keeper Philipp Tschauner flach ins linke untere Eck zum 3:3 traf (90.). Danach war das Spiel gelaufen, die Gäste mit dem einen Punkt zufrieden, während die Sechziger unter den Pfiffen der Zuschauer nun völlig konsterniert wirkten.

Stimmen zum Spiel:
Nicht nur die Löwen-Spieler wirkten nach dem 3:3 gegen Wehen Wiesbaden ratlos, auch Trainer Marco Kurz war konsterniert über die Leistung des Teams in der Schlussphase. „Was soll ich sagen?", fragte er in die Runde. Der 39-jährige Fußball-Lehrer sprach davon, dass die „Spielweise bis zum 3:0" aufgegangen sei. „Danach hat meine Mannschaft nichts mehr getan, war überheblich und pomadig und ist dafür bestraft worden. Das 3:3 fühlt sich nach der 3:0-Führung wie eine hohe Niederlage an. So etwas darf einfach nicht passieren, das ist ein Lernprozess für meine Mannschaft."

Gästecoach Christian Hock sah es ähnlich wie Kurz. „70 Minuten waren wir die klar unterlegene Mannschaft. Wir haben nie zu unserem Spiel gefunden. Das 3:0 für Sechzig war völlig verdient." Den Treffer zum 1:3 bezeichnete der 38-Jährige als „glücklich". „Danach hat meine Mannschaft nachgelegt, sie hat Reaktion gezeigt und bis zur letzten Minute gefightet. Über die ersten 70 Minuten werden wir aber noch reden müssen." Sein Team ist jetzt seit sechs Spielen ungeschlagen, fiel aber auf den vorletzten Tabellenplatz zurück. „Moralisch ist es ein wichtiger Punkt. Wir können damit nach dem Spielverlauf leben."

Löwen-Spieler Mathieu Beda analysierte das Spiel mit seinem unverwechselbaren französischen Akzent treffend: „Das war heute große Scheiße. Mir fehlen einfach die Worte, wenn du zu Hause gegen einen Gegner, der keine Chance hat, 3:0 führst und dann noch 3:3 spielst. Wir müssen jetzt schnell lernen", so das Fazit des 27-Jährigen. „Wir müssen analysieren, wie es überhaupt möglich war, in etwas mehr als 15 Minuten drei Tore zu bekommen. Ich denke, auch für die Fans ist das schwer zu verstehen. In jedem Spiel musst du bis zum Schluss konzentriert arbeiten." Beda ist froh, dass bereits am Freitag in Aachen die nächste Partie auf dem Programm steht, in der die Mannschaft Wiedergutmachung betreiben kann.

Auch Routinier Gregg Berhalter wirkte ratlos. „Wir hatten sie im Griff, aber in drei, vier Szenen hat bei uns die letzte Konsequenz gefehlt. Normalerweise müssen wir das Spiel mit drei Toren Unterschied gewinnen. So ist es eine Katastrophe. Mir fehlen die Worte!" Die Gäste hätten bis auf einen Standard in der 1. Halbzeit keine Möglichkeit gehabt, „und dann schießen sie aus drei Chancen drei Tore. Da ist echt der Wahnsinn!"

Dagegen freute sich Wehens Kapitän Sandro Schwarz über den Teilerfolg, wenngleich auch er die Mängel seiner Mannschaft gesehen hatte. „Kämpferisch war das in Ordnung, die ersten 70 Minuten haben wir aber nicht gut gespielt. Sechzig hat von Anfang an Druck gemacht. Wie wir aber zurückgekommen sind, das war klasse", so der zweifache Torvorbereiter. „Wir haben gewusst, dass nach einem Tor von uns noch etwas geht." Man habe die Unruhe auf den Rängen gespürt. „Die Zuschauer haben nach jedem Rückpass von Sechzig gepfiffen", sagte er als Begründung.

Der Schütze zum Ausgleich, Benjamin Siegert, konnte dem fünften Unentschieden aus den letzten sechs Spielen auf alle Fälle etwas Gutes abgewinnen. „Nach einem 0:3-Rückstand kann man sich über einen Punkt freuen, aber wir brauchen Siege, damit wir unten rauskommen."
 
1860:
12 Tschauner - 4 Hoffmann, 19 Ghvinianidze, 5 Berhalter, 23 B. Schwarz - 6 Beda - 33 Johnson, 17 S. Bender - 18 Gebhart - 27 Schäffler, 11 Lauth.
Ersatz:
1 Hofmann (Tor) - 9 Di Salvo, 13 Jungwirth, 14 Holebas, 16 Thorandt, 25 Ledgerwood, 26 Baumgartlinger.
SVWW:
31 Walke - 14 Nakas, 4 Simac, 16 Glibo, 19 Kokot - 11 Siegert, 8 S. Schwarz, 36 Panandetiguiri, 21 Koen - 9 Schmidt, 20 Orahovac.
Ersatz:
1 Richter (Tor) - 3 Barg, 10 Catic, 18 Lakicevic, 25 Diakité, 26 Hollmann, 28 B. Hübner.
Wechsel:
Holebas für Schäffler (56.), Ledgerwood für Johnson (69.), Baumgartlinger für S. Bender (83.) - Diakité für Simac (46.), Hollmann für Schmidt (46.), B. Hübner für Koen (63).
Tore:
1:0 Lauth (6.), 2:0 Gebhart (34.), 3:0 Holebas (58.), 3:1 B. Schwarz (73., Eigentor), 3:2 Orahovac (81.), 3:3 Siegert (90.).
Gelbe Karte:
Johnson, S. Bender, Lauth, Gebhart - Koen.
Zuschauer:
19.400 in der Allianz Arena.
Schiedsrichter:
Felix Zwayer (Berlin); Assistenten: René Hammer (Ranis), Martin Bärmann (Leipzig).
 


14. Spieltag - 24. November 2008
Hansa Rostock 0 : 1 1860 München

Benny Lauth lässt Löwen in Rostock jubeln

Ein Traumtor von Benjamin Lauth (77.) und das sechste Zu-Null-Spiel von Torhüter Philipp Tschauner reichten den Löwen zum 1:0-Erfolg bei Hansa Rostock. In der starken Anfangsphase konnten die Sechziger erneut nicht ihre Chancen nutzen. Nach einer Drangphase der Rostocker nach der Pause war der Sieg am Ende glücklich, aber nicht unverdient.

Personal: Löwen-Cheftrainer Marco Kurz musste beim FC Hansa Rostock auf Daniel Bierofka (Bandscheiben-OP), Danny Schwarz (Aufbautraining), Markus Schroth (Aufbautraining), Lars Bender (Syndesmosebandriss) und Markus Thorandt (Gelb-Sperre) verzichten. Mustafa Kucukovic trainiert und spielt bis zur Winterpause bei der U23.

Spielverlauf: Rostock mit Neu-Trainer Dieter Eilts übernahm von Beginn an die Initiative, die Chancen besaßen aber die Löwen - und die hatten es in sich. In der 8. Minute spielte Mathieu Beda nach einem Abspielfehler von Fin Bartels kurz vor der Mittellinie sofort steil auf Timo Gebhart, der erlief sich halblinks den Ball, drang in den Strafraum rein, kam aus sieben Metern alleine vor Keeper Hahnel zum Abschluss, doch sein Außenristschuss aus spitzem Winkel aufs lange Eck konnte der Hansa-Torwart parieren. Qualitativ noch hochwertiger war die Chance von Fabian Johnson nach knapp einer Viertelstunde. Gebhart hatte den 20-Jährigen am Strafraum freigespielt, der kam völlig unbedrängt aus 15 Metern zum Schuss, setzte das Leder aber drei Meter am linken Pfosten vorbei (15.). Damit stellte der U21-Nationalspieler nachhaltig unter Beweis, wo es derzeit bei den Löwen hapert: im Abschluss! Wenn man Möglichkeiten von solchem Kaliber nicht nutzt, muss man sich nicht wundern, wenn es auf der Gegenseite einschlägt. In der 34. Minute war es nur dem Reflex von Löwen-Keeper Philipp Tschauner zu verdanken, dass nicht das 1:0 für die Gastgeber fiel. Bastian Oczipka hatte von links aufs rechte Torraumeck geflankt, Enrico Kern gewann das Luftduell gegen Gregg Berhalter, aber Tschauner fischte den Kopfball des Rostocker Torjägers mit einer tollen Parade aus dem kurzen Eck.

Nach der Pause mussten die Löwen zunächst eine 20-minütige Drangphase der Norddeutschen überstehen. In dieser Zeit konnten sie sich nie richtig vom Druck befreien. Doch dank Torhüter Tschauner blieb es zunächst beim 0:0. In der 50. Minute bediente Djordjije Cetkovic seinen Mitspieler Bartels am rechten Strafraumeck. Der Rostocker stand bei der Ballabgabe gerade noch auf gleicher Höhe mit einem Löwen-Abwehrspieler. Seine flache Hereingabe von der rechten Strafraumseite nahm Martin Retov in zentraler Position an. Mit einer Drehung um die eigene Achse schüttelte er seine Gegenspieler ab, sein Schuss aus 14 Metern landete aber knapp neben dem rechten Pfosten im Tor-Aus. Die beste Chance der Rostocker machte Tschauner dann mit einer Doppelparade zunichte. Nach einem Eckball von links kam Innenverteidiger Orestes gegen Antonio Di Salvo aus neun Metern zum Kopfball, der Löwen-Keeper klatschte das Leder zunächst aus dem rechten unteren Eck. Robert Lechleiter war zur Stelle, aber seinen Nachschuss aus kurzer Distanz parierte der 23-Jährige erneut. Die Rostocker reklamierten zwar Tor, doch der Linienrichter machte keine Anzeichen, die Fahne zu heben (59.). Danach konnten sich die Weiß-Blauen wieder von der Umklammerung lösen, aber ohne die Spielzüge zu Ende zu bringen. Ein Traumtor von Benjamin Lauth brachte dann die Entscheidung zugunsten der Sechziger. Torben Hoffmann schlug das Leder von der Mittellinie hoch nach vorne, Kapitän Lauth ließ den Ball 22 Meter vorm Hansa-Tor von der Brust auf die Seite abtropfen, nahm anschließend das Leder per Drop-Kick aus der Drehung volley und traf unhaltbar für Keeper Hahnel zur Löwen-Führung ins linke untere Eck (77.). Danach waren die Hanseaten konsterniert, aber die Sechziger konnten den nun vorhandenen Raum zum Kontern nicht nutzen. So mussten sie bis zum Abpfiff um die drei Punkte zittern.

Stimmen zum SpielLöwen-Trainer Marco Kurz bemängelte trotz des Sieges die Chancenverwertung seines Teams. „Das war fahrlässig, wenn ich solche Möglichkeiten wie in der 1. Halbzeit habe, vor allem die zweite von Fabian Johnson. Letztlich machst du dadurch einen Gegner stärker. Durch ein Tor wird dagegen die eigene Leistung dominanter. Das war eigentlich unser Ziel." Weil dies nicht gelang, sei man nach der Pause unnötigerweise unter Druck geraten. „Das war absolut unnötig." Der 39-jährige Kurz sah trotzdem den Erfolg als verdient. „Wenn du ein Tor erzielst und der Gegner keins, dann hast ist es verdient, auch wenn der Erfolg glücklich war. Mit Sicherheit haben wir das schlechteste unserer letzten drei Spiele gemacht und gewonnen. Das ist Fußball!" Ein besonderes Lob hatte der Ober-Löwe für seinen Kapitän Benjamin Lauth parat: „Er arbeitet viel für die Mannschaft, ist immer gefährlich und besitzt eine enorme Qualität. Er ist ein Top-Stürmer, den wir noch weiter nach vorne bringen wollen. Anhand von der Situation, die zum Tor führte, hat man gesehen, dass ihm eine Chance reicht, um ein Spiel zu entscheiden." Kurz war sich auch mit Rostocks Trainer Dieter Eilts einig, dass Schiedsrichter Florian Meyer beim Schuss von Robert Lechleiter in der 59. Minute richtig entschied. „Der Linienrichter hatte eine relativ gute Sicht. Er hat das nicht angezeigt, also war es auch kein Tor!"

„Darüber braucht man nicht zu diskutieren. Der Schiedsrichter hat das Tor nicht gegeben und damit ist es gegessen", so Hansa-Coach Eilts, der bei seiner Premiere leer ausging. „Leider hat es nicht mit den Punkten geklappt. Sechzig hat ein traumhaftes Tor gemacht." Zu Beginn des Spiels hätte sein Team Probleme gehabt. „Wir hatten einige Fehler im Aufbauspiel", resümierte der 43-Jährige. „Dadurch ist der Gegner zu Chancen gekommen, aber wir haben uns wieder gefunden, haben es anschließend ordentlich gemacht, kompakt gestanden. Mit dem ersten Torschuss in der 2. Halbzeit passiert dann gleich der Gegentreffer. Da sind wir einfach nicht stabil genug, um ruhig weiterzuspielen." Insgesamt zeigte sich Eilts aber mit der gezeigten Leistung seines Teams zufrieden. „Wir haben heute Morgen erstmals zusammen trainiert und wir werden uns Stück für Stück weiterentwickeln, um von den Abstiegsplätzen wegzukommen. Das wird aber ein hartes Stück Arbeit. Ich weiß, auf was ich mich eingelassen habe

Löwen-Keeper Philipp Tschauner konnte sich über sein sechstes Zu-Null-Spiel freuen. „Wir haben gewonnen, weil wir im Gegensatz zu Rostock ein Tor gemacht haben. Auf beiden Seiten gab es Torchancen. Wir sind in der 1. Halbzeit zweimal aufs Tor gelaufen, Rostock hatte eine Kopfballchance. Anfang der 2. Halbzeit sind wir hinten reingedrückt worden, dadurch wurde es spannend, zum Glück hat dann Benny Lauth das Tor gemacht." Seine Leistung wollte der 23-Jährige nicht überbewertet wissen. „Dafür ist ein Torwart ja da, dass er ein paar Bälle hält", so sein Kommentar. „Es war ein hart erarbeiteter Sieg, verdient war er nicht unbedingt. Im Endeffekt waren wir das glücklichere Team, das hat den Ausschlag gegeben." Auch Tschauner glaubte nicht, dass Lechleiters Schuss die Linie des Löwen-Tores überschritten hatte. „Mit vollem Umfang war der Ball sicher nicht drüber, und das muss er sein!"

Benjamin Lauth, der einen schweren Stand gegen die Rostocker Innenverteidigung hatte, erklärte seinen Treffer lapidar. „Der Ball flog mir mehr oder weniger vor den Schlappen. Gottseidank habe ich den rein gemacht, denn erneut haben wir unsere guten Chancen in der 1. Halbzeit nicht nutzen können und sind wieder nicht in Führung gegangen." Es sei wie in den letzten Spielen gewesen. „Heute haben wir nicht gut gespielt, aber wir haben Geduld gezeigt und sind dafür mal belohnt worden. Den Dreier nehmen wir gerne mit, auch wenn es keine großartige Leistung war." Das Team hätte in Rostock die richtige Antwort für die beiden Heimniederlagen gegeben, so der 27-Jährige. „Jetzt haben wir wieder ein Heimspiel vor der Brust. Diesmal wollen wir nicht wieder die gleichen Fehler machen, sondern das Spiel gewinnen."
 
Hansa:
21 Hahnel - 27 Bartels, 5 Lense, 4 Orestes, 18 Oczipka - 6 Retov, 31 Bülow - 20 Schindler, 11 Lechleiter - 9 Kern, 8 Cetkovic.
Ersatz:
1 Wächter (Tor) - 7 Dorn, 15 Rahn, 16 Lukimya, 25 Tüting, 26 Menga.
1860:
12 Tschauner - 4 Hoffmann, 19 Ghvinianidze, 5 Berhalter, 23 B. Schwarz - 33 Johnson, 6 Beda, 17 S. Bender - 18 Gebhart - 9 Di Salvo, 11 Lauth.
Ersatz:
1 Hofmann (Tor) - 13 Jungwirth, 14 Holebas, 25 Ledgerwood, 26 Baumgartlinger, 27 Schäffler, 28 Eberlein.
Wechsel:
Dorn für Kern (71.), Rahn für Lechleiter (83.) - Holebas für Di Salvo (60.), Ledgerwood für Gebhart (83.), Schäffler für Lauth (90.).
Tor:
0:1 Lauth (77.).
Gelbe Karte:
Bartels - Hoffmann.
Zuschauer:
8.207 in der DKB-Arena.
Schiedsrichter:
Florian Meyer (Burgdorf); Assistenten: Guido Kleve (Nordhorn); Daniel Siebert (Berlin).
 


13. Spieltag - 14. November 2008
1860 München 0 : 1 FC Augsburg
 
14.11.2008 | 20:00 Uhr

Erneute Niederlage gegen Augsburg trotz bester Chancen

Im dritten Heimspiel in der Allianz Arena gegen den FC Augsburg setzte es die dritte Niederlage. Ausgerechnet der Ex-Löwe Daniel Baier erzielte beim 1:0-Sieg in der 16. Minute den Goldenen Treffer für die Schwaben. Sechzig hatte eine Vielzahl an Chancen, die aber alle ungenutzt blieben, die Gäste eine richtige, die sie verwerteten.

Personal: Löwen-Cheftrainer Marco Kurz musste im Derby gegen den FC Augsburg auf Daniel Bierofka (Bandscheiben-OP), Danny Schwarz (Knie-OP), Markus Schroth (Aufbautraining) und Lars Bender (Syndesmosebandriss) verzichten. Mathieu Beda (Schulterverletzung) und Julian Baumgartlinger (Muskelprobleme) bestanden den abschließenden Test nicht. Christoph Burkhard musste wegen eines grippalen Infekts passen.

Spielverlauf: Es waren gerade mal 40 Sekunden gespielt, da besaßen die Löwen die erste Riesenchance. In 3:2-Überzahl spielte Benjamin Lauth steil auf Timo Gebhart, der alleine auf Augsburgs Keeper Sven Neuhaus zulief. Doch der 19-Jährige schoss den Torwart aus neun Metern ans linke Bein (1.). In der 2. Minute verpasste Gebhart nach einer Flanke von Sven Bender nur knapp per Kopf. Zehn Minuten später erneut eine Großchance. Gebhart flankte eine Ecke von rechts halbhoch ans vordere Torraumeck, Markus Thorandt kam mit der Fußspitze noch dran, verlängerte aufs lange Eck, wo Lauth das Leder knapp am linken Pfosten verpasste (13.). Besser machte es Augsburg, das nach einer Viertelstunde die erste Offensivaktion hatte. Gregg Berhalter war aus dem Abwehrzentrum herausgekommen, wollte mit dem Hinterkopf den Ball klären, köpfte aber genau auf Daniel Baier. Der leitete direkt auf Michael Thurk weiter, lief selbst in Position. Thurk spielte Baier in den Lauf, der alleine aus halbrechter Position auf Philipp Tschauner zusteuerte und mit einem Lupfer aus 13 Metern ins lange Eck den Löwen-Keeper überwand (16.). In der restlichen halben Stunde der 1. Halbzeit boten beide Teams Fußball zum Abgewöhnen. Sechzig glänzte mit Fehlpässen, Augsburg konnte und wollte nicht mehr fürs Spiel tun.

Besser wurde die Partie nach der Pause. Die Löwen kämpften jetzt leidenschaftlich, während die Schwaben weiter versuchten, das Ergebnis über die Zeit zu bringen. In der 55. Minute die nächste Großchance für die Hausherren. Gebhart sah den rechts startenden Fabian Johnson, spielte ihn im Strafraum auf halbrechts fast an der Grundlinie an, der nahm das Leder aus der Luft mit rechts an, lupfte sofort mit links über Schlussmann Neuhaus, doch um Zentimeter streifte der Ball am linken Pfosten vorbei. Die „halbe" Möglichkeit der Augsburger im zweiten Durchgang kam unter Mithilfe von Löwen-Verteidiger Thorandt zustande. Nach einem Freistoß von Tobias Werner aus halbrechter Position köpfte er den Ball rechts ans eigene Außennetz (63.).Selbst in der Schlussphase besaßen die Weiß-Blauen noch drei Möglichkeiten, um mindestens einen Punkt in München zu behalten. Die größte in der 88. Minute. Der eingewechselte Manuel Schäffler spielte einen Zuckerpass genau in die Schnittstelle der Innenverteidigung, Lauth war gestartet, lief über halblinks alleine auf Neuhaus zu, doch sein Schuss ins lange Eck war zu unplatziert, sodass der FCA-Keeper mit dem linken Fuß abwehren konnte. In der Nachspielzeit hatten die Löwen noch eine Eckenserie. Dabei kratzte Neuhaus erst einen Kopfball von Di Salvo neben dem linken Pfosten von der Linie, dann parierte er einen Kopfball von Berhalter (90.).

Stimmen zum Spiel:
Löwen-Cheftrainer Marco Kurz sprach von einem „hervorragenden Beginn" seiner Mannschaft im Derby gegen Augsburg. „Wir hatten drei hundertprozentige Chancen, dann bekommen wir aus dem Nichts ein Gegentor. Für mich ist es unverständlich, wieso die Mannschaft danach den Glauben an sich selbst verliert. Das kann einfach nicht bis zur Halbzeit dauern", so der 39-Jährige über die schwache halbe Stunde nach dem guten Auftakt. „Wir haben dadurch den Gegner überhaupt erst stark gemacht, der bis dahin überhaupt nicht im Spiel war", kritisierte der Coach. „Nach der Pause haben wir uns dann viele Chancen herausgespielt. Leider hat im Abschluss das nötige Quäntchen Glück gefehlt." Aber nicht nur daran habe es gelegen. „Wir hatten heute nicht die Überzeugung, dass wir so ein Spiel gewinnen können. Ein Tor kann man immer fressen, aber dann muss man anschließend die entsprechende Reaktion zeigen."

Sein Pendant auf Augsburger Seite, Holger Fach, war überglücklich, „dass wir dieses schwere Spiel gewonnen haben". Der 46-Jährige gab zu, dass sein Team in dieser Saison auswärts schon wesentlich besser gespielt habe, aber verlor. „Wir haben schlafmützig angefangen, konnten uns dann durch ein schönes Tor befreien." Der FCA-Coach bemängelte besonders die Phase nach der Führung bis zur Pause. „Da hätten wir die Konter besser setzen müssen. Im zweiten Durchgang hatten wir viele leichte Ballverluste und zu viele Standards gegen uns zugelassen. Dadurch sind wir Gefahr gelaufen, den Ausgleich zu bekommen. Ein Kompliment an Torhüter Sven Neuhaus. Er hat uns im Spiel gehalten." Fachs Schlussfazit überraschte: „Wir können besser Fußball spielen, als wir heute gezeigt haben", sagte er fast schon entschuldigend.
 
1860:
12 Tschauner - 16 Thorandt, 19 Ghvinianidze, 5 Berhalter, 4 Hoffmann - 25 Ledgerwood, 17 S. Bender - 33 Johnson, 18 Gebhart, 14 Holebas - 11 Lauth.
Ersatz:
1 Hofmann (Tor) - 9 Di Salvo, 13 Jungwirth, 23 B. Schwarz, 24 Kucukovic, 27 Schäffler, 28 Eberlein.
FCA:
30 Neuhaus - 5 Hertzsch, 16 Möhrle, 23 Sinkala, 17 L. Müller - 7 Baier, 10 da Costa, 13 Werner - 18 Hdiouad - 27 Thurk, 14 Torghelle.
Ersatz:
55 Khamutouski (Tor) - 4 Kern, 8 Kioyo, 9 Szabics, 19 Küntzel, 22 Mölzl, 36 Hain.
Wechsel:
Schäffler für Ledgerwood (73.), Di Salvo für Thorandt (84.) - Kern für Baier (81.), Mölzl für Werner (86.), Kioyo für Thurk (90.).
Tor:
0:1 Baier (16.).
Gelbe Karte:
Thorandt - da Costa, Hdiouad.
Zuschauer:
40.600 in der Allianz Arena.
Schiedsrichter:
Knut Kircher (Rottenburg); Assistenten: Michael Karle (Waiblingen), Markus Sinn (Filderstadt).
 


12. Spieltag - 9. November 2008
1860 München 0 : 1 RW Oberhausen
 
09.11.2008 | 20:00 Uhr

Löwen-Serie reißt ausgerechnet gegen Oberhausen

Ratlose und niedergeschlagene Löwen nach dem 0:1 gegen Oberhausen
Die Löwen-Serie von sechs ungeschlagenen Punktspielen hintereinander ging ausgerechnet zu Hause gegen das bis dahin auf fremden Plätzen punktlose Rot-Weiß Oberhausen zu Ende. Nach einem katastrophalen Abwehrfehler von Mathieu Beda gelang Mike Terranova in der 33. Minute der entscheidende Treffer. Trotz Aufbäumen nach der Pause blieb es bei der knappen Niederlage für die Weiß-Blauen.

Personal: Löwen-Cheftrainer Marco Kurz musste beim Heimspiel gegen Rot-Weiß Oberhausen auf Daniel Bierofka (Bandscheiben-OP), Danny Schwarz (Knie-OP), Markus Schroth (Aufbautraining) und Lars Bender (Syndesmosebandriss) verzichten. Kurzfristig fiel auch noch Mustafa Kucukovic, der am Freitag noch eine Halbzeit in der U23 spielte, wegen eines grippalen Infekts aus. Florian Jungwirth, Alexander Eberlein, Christoph Burkhard und Markus Krauss waren ebenfalls am Freitag mit der U23 gegen den SSV Ulm 1846 aktiv (2:2).

Spielverlauf: Die Löwen begannen gut und forsch, hatten in der 5. Minute die erste Großchance. Markus Thorandt flankte kurz vor dem rechten Strafraumeck mit links in die Mitte, Benjamin Lauth kam am zweiten Pfosten aus sechs Metern zum Kopfball, aber Torhüter Christoph Semmler rettete mit einer Glanzparade. In der 14. Minute erneut eine brenzlige Situation für das RWO-Tor. José Holebas hatte einen 45-Meter-Freistoß aus zentraler Position halbhoch vors Tor geschossen, aber kein Löwen-Spieler kam an den Ball, sodass Semmler erneut parieren konnte. Im direkten Gegenzug - die 1860-Defensive war noch nicht sortiert - kam Moritz Stoppelkamp über links in den Löwen-Strafraum, dort konnte ihn Fabian Johnson zwar stören, trotzdem schloss er aus zehn Metern ab, sein Schuss landete aber einen Meter über dem linken Kreuzeck im Tor-Aus (14.). Danach ging nicht mehr viel bei den Hausherren zusammen. Nach einem katastrophalen Fehler gelang Oberhausen sogar die Führung. Mike Terranova legte auf die rechte Seite zu Kim Falkenberger ab, der ging fast bis zur Grundlinie, flankte halbhoch in die Mitte. Der Ball kam an den Löwen-Torraum, wo Mathieu Beda ihn nur abschirmte. Anstatt das Leder ins Aus zu befördern, wollte er es für Markus Thorandt durchlassen, doch Terranova kam von hinten angebraust, vollendete aus sieben Meter unhaltbar für Philipp Tschauner ins rechte untere Eck (33.). Die Weiß-Blauen waren danach noch mehr verunsichert, hatten bei einigen Standards sogar Glück, nicht noch den zweiten Treffer zu kassieren. Im Gegenzug fehlte nach vorne jede Zielstrebigkeit. Symptomatisch die Szene in der 39. Minute: Nach einem abgewehrten Freistoß war die RWO-Abwehr in der Vorwärtsbewegung, als die Löwen den Ball eroberten. Timo Gebhart lief Richtung Strafraum der Gäste, aber anstatt auf den auf der linken Seite lauernden José Holebas zu spielen, zog er nach rechts in die Mitte, wo das Leder sichere Beute der Oberhausener Abwehr wurde.

In der 2. Halbzeit agierten die Sechziger zwar mit mehr Engagement, aber die Zielstrebigkeit ließen sie trotzdem vermissen. Zudem passierten zu viele Fehler im Spielaufbau, wodurch sich die Oberhausener immer wieder vom Druck befreien konnten. Trotzdem wäre in der 59. Minute beinahe der Ausgleich gelungen. Gregg Berhalter zog einen Freistoß von halbrechts mit links vors Tor, Gebhart köpfte aus kurzer Distanz aufs Tor, aber Torhüter Semmler parierte in Manier eines Handball-Torwarts mit dem rechten Knie. Danach gab es noch zwei halbe Chancen für die Löwen. Im Anschluss an einen Eckball von rechts durch Gebhardt kam Sven Bender halblinks ans Leder, sein Schuss aus zehn Metern landete aber einen Meter neben dem linken Pfosten (69.). In der 81. Minute war Lauth auf den rechten Flügel ausgewichen, seine Flanke kam zu Gebhardt, der aus der Drehung aus 16 Metern abzog, aber erneut ging das Leder über die Querlatte. In der Endphase tat sich nicht mehr viel, Oberhausen brachte das Ergebnis relativ sicher über die Zeit. Damit gelang den Rot-Weißen der erste Auswärtserfolg, die Löwen mussten nach sechs ungeschlagenen Punktspielen in Folge erstmals wieder eine Niederlage hinnehmen.

Stimmen zum Spiel:

Die Analyse von Löwen-Trainer Marco Kurz fiel ernüchternd aus. „Wir sind gut ins Spiel gekommen, haben dann nach einer Viertelstunde den Faden verloren. Uns hat in dieser Phase die Überzeugung, dass wir das Spiel gewinnen wollen, gefehlt. Zudem war zu wenig Bewegung im Spiel." Der Grund dafür erschloss sich dem 39-Jährigen nicht ganz. „Vielleicht waren wir durch die Situation blockiert, den nächsten Schritt machen zu können", orakelte der Coach. „Und dann fressen wir durch einen eklatanten Fehler auch noch ein Tor. Das hat Oberhausen dann endgültig in die Karten gespielt." In der 2. Halbzeit sei sein Team dann „präsenter" gewesen. „Wir hatten noch eine Riesenchance, den Schuss hat der Torwart klasse gehalten." Dem Gegner machte er ein Kompliment. „Sie waren gut organisiert. Wir haben unsererseits 35 Minuten in der 1. Halbzeit zu wenig getan, um den Platz als Sieger verlassen zu können."

Oberhausens Trainer Jürgen Luginger wehrte sich vor allem dagegen, dass der Sieg seines Teams durch die Aussage abgewertet wird, die Löwen hätten einen schlechten Tag erwischt. „Meine Mannschaft hat in der 1. Halbzeit sehr gut gespielt. Nach der ersten Chance für Sechzig, die Semmler gut gehalten hat, kamen wir immer besser ins Spiel und sind verdient in Führung gegangen." Der RWO-Trainer monierte, dass sein Team nach der Pause zu wenig nach vorne gespielt habe. „Wir müssen einfach auf das zweite Tor spielen", so Luginger, der sich über die ersten Auswärtspunkte freute. „Endlich sind wir auch belohnt worden, nachdem wir zuletzt zweimal nahe dran gewesen waren."
„Wir müssen zeigen, dass wir so ein Spiel unbedingt gewinnen wollen", sagte 1860-Keeper Philipp Tschauner, „das haben wir in der 1. Halbzeit nicht gemacht. Im Derby am Freitag gegen Augsburg müssen wir jetzt die passende Antwort geben", fordert der 23-Jährige von sich und seinen Kollegen.

„Wir sind riesig enttäuscht", erklärte ein sichtlich geknickter Gregg Berhalter. „Sie haben das Ding in der 1. Halbzeit rein gemacht und gut gestanden." Zum Gegentor meinte der 35-Jähirge. „Fehler passieren, das ist Fußball. In dieser Situation muss man einfach den Ball wegschießen." Berhalter bedauerte, dass die Kopfball-Chance von Benny Lauth in der 5. Minute nicht reinging. „Dann läuft das Spiel ganz anders. So haben wir uns schwer getan, Oberhausen stand gut. In der 2. Halbzeit haben wir gekämpft, trotzdem hatten wir nur eine klare Torchance." Es sei klar gewesen, dass Oberhausen irgendwann auswärts punkten würde. „Die Ergebnisse an diesem Spieltag - das ist einfach unfassbar", ärgerte sich der Amerikaner, dass er mit seinem Team den Sprung auf Rang drei verpasst hat.

Löwen-Kapitän Benjamin Lauth sah die Niederlage darin begründet, dass „wir fußballerisch nicht gut waren. Wir haben uns kaum Möglichkeiten herausgespielt". Man sei gut ins Spiel gekommen, „leider habe ich meine Chance verpasst", so der 27-Jährige. „Dann haben wir den Fehler gemacht, nicht ruhig weiterzuspielen, den Ball laufen zu lassen. Immer wieder wurden die Bälle hoch nach vorne gespielt, obwohl wir Oberhausen eigentlich fußballerisch überlegen waren. Wir haben nicht alle die Leistung der letzten Spiele gebracht", räumte Lauth ein. Mit Blick auf das Derby gegen Augsburg meinte er. „Wir müssen einfach trotz der Niederlage nach der zurückliegenden Serie genug Selbstvertrauen besitzen, um gewinnen zu können. Klar haben wir, wenn man die Ergebnisse sieht, eine Chance vertan, einen Schritt in der Tabelle nach vorne zu gehen ..."

„Wir haben es etliche Wochen verstanden, gute Leistungen zu zeigen", resümierte Geschäftsführer Stefan Reuter. „Heute dagegen war es einfach zu wenig, was wir gezeigt haben. Insgesamt konnten wir uns nicht genügend Chancen erspielen. Bitter war auch, dass wir so ein blödes Tor bekommen haben", ärgerte sich der 42-Jährige. „Wir waren in dieser Situation in Überzahl, müssen das einfach klären." Durch die Niederlage habe das Team eine große Chance vertan, einen weiteren Schritt nach vorne zu machen. RWO-Torwart Christoph Semmler sprach der Welt- und Europameister ein Kompliment für seine Leistung aus. „Für uns war es das erwartet schwere Spiel." Seiner Meinung nach sei das Team im Mittelfeld nicht schnell genug auf den Gegner „draufgerutscht". „Dadurch haben wir es nicht geschafft, konstant Druck aufzubauen. Bei uns war alles zu kompliziert und zu langsam." Ein Grund für die fehlende Aggressivität und Laufbereitschaft sei, so Reuter, „dass einige schon wieder zu viel träumen. Dadurch fehlen ein paar Prozent in der Konzentration. Schade!" Jetzt müsse man schauen, „dass wir den Dreier gegen Augsburg einfahren".
 
1860:
12 Tschauner - 16 Thorandt, 19 Ghvinianidze, 5 Berhalter, 33 Johnson - 17 S. Bender, 6 Beda, 25 Ledgerwood - 18 Gebhart - 11 Lauth, 14 Holebas.
Ersatz:
1 Hofmann (Tor) - 4 Hoffmann, 9 Di Salvo, 23 B. Schwarz, 26 Baumgartlinger, 27 Schäffler.
RWO:
1 Semmler - 4 Pappas, 5 B. Reichert, 16 Schlieter - 6 Falkenberg, 23 Kaya, 20 Kruse, 3 Embers - 7 Stoppelkamp, 10 Terranova - 9 Lüttmann.
Ersatz:
21 Pirson (Tor) - 2 Uster, 11 Aksoy, 14 T. Reichert, 15 Landers, 17 Kiskanc, 27 Schüßler.
Wechsel:
Baumgartlinger für Beda (52.), Schäffler für Holebas (63.), Benjamin Schwarz für S. Bender (82.) - Schüßler für Stoppelkamp (80.), T. Reichert für Kaya (90.), Uster für Terranova (90.+2).
Tor:
0:1 Terranova (33.).
Gelbe Karte:
Ghvinianidze, S. Bender, Thorandt - B. Reichert, Kaya, Kruse, Lüttmann.
Zuschauer:
24.400 in der Allianz Arena.
Schiedsrichter:
Norbert Grudzinski (Hamburg); Assistenten: Björn Hinrichs (Husum), Bastian Dankert (Rostock).
 


11. Spieltag - 3. November 2008
1. FC K'lautern 0 : 0 1860 München

Remis in Lautern: Eine Serie reißt, die andere geht weiter

Zwei Serien gingen beim 0:0 der Löwen am Lauterer Betzenberg zu Ende. Trotzdem konnten sich die Weiß-Blauen über das Remis freuen, denn nach neun Heimsiegen der Roten Teufel in Folge nahmen sie einen Zähler mit zurück nach München. Außerdem hielt eine andere Serie: Seit sechs Spielen in Folge ist das Team von Marco Kurz ungeschlagen, rangiert jetzt auf dem 6. Tabellenplatz.

Personal: Löwen-Cheftrainer Marco Kurz musste beim 1. FC Kaiserslautern auf Daniel Bierofka (Bandscheiben-OP), Danny Schwarz (Knie-OP), Markus Schroth (Aufbautraining), Lars Bender (Syndesmosebandriss) und Benjamin Schwarz (Adduktorenprobleme) verzichten. Florian Jungwirth, Alexander Eberlein und Markus Krauss spielten tags zuvor mit der U23 beim SC Pfullendorf (0:2).

Spielverlauf: Nach verhaltenem Beginn dominierte Kaiserslautern etwa ab der 20. Minute. Die Gastgeber kamen innerhalb von drei Minuten zu drei guten Chancen. In der 19. Minute zirkelte Anel Dzaka einen Freistoß aus halblinker Position mit rechts vors Tor. Florian Dick und Martin Amedick liefen von der Strafraumgrenze in den Ball am kurzen Pfosten, Dick kam vor dem besser postierten Amedick zum Kopfball, setzte das Leder aber aus acht Metern über die Querlatte. Eine Minute später konnte Kai Hesse ungehindert von rechts flanken, Dzaka kam vor Sven Bender ans Leder, sein Flugkopfball aus sieben Metern ging aber am rechten Pfosten vorbei (20.). In der 22. Minute besaßen die Roten Teufel eine exzellente Freistoß-Chance nach einem Foul von Markus Thorandt sechs Meter vorm Strafraum in zentraler Position. Dick setzte den Ball zunächst in die Mauer, Axel Bellinghausen kam ans Leder, sein Nachschuss aus 20 Metern landete aber etwa einen Meter über dem rechten Kreuzeck. Die beste Möglichkeit in den ersten 45 Minuten hatten die Pfälzer in der 29. Minute. Ein hoher Ball segelte von der Mittellinie in den Löwen-Strafraum, Thorandt hob das Abseits auf, Dzaka nahm relativ unbedrängt den Ball halbrechts im Strafraum an, schob ihn aus sieben Meter an 1860-Keeper Philipp Tschauner vorbei ins kurze Eck, aber Thorandt hatte aufgepasst, klärte vor der Linie für seinen geschlagenen Torwart. Trotz Unterlegenheit wären die Weiß-Blauen beinahe doch mit einer Führung in die Pause gegangen. Gregg Berhalter flankte einen Freistoß von halbrechts mit links vors FCK-Tor, Thorandt kam am zweiten Pfosten aus zehn Metern frei zum Kopfball, sein Aufsetzer aufs linke Kreuzeck konnte Keeper Luis Robles mit der rechten Hand gerade noch über die Querlatte lenken (39.).

Zunächst tat sich im zweiten Durchgang lange nichts, bis nach einer Linksflanke der aufgerückte Innenverteidiger Moussa Ouattara am kurzen Pfosten aus sechs Metern zum Kopfball kam, das Leder ihm aber über den Scheitel rutschte und am langen Eck vorbei ging (61.). Danach dauerte es wieder eine Viertelstunde bis zur nächsten Möglichkeit. Diese hatten erneut die Roten Teufel. Florian Dick zog von rechts in die Mitte, zog aus 28 Meter mit links ab. Der Ball rauschte wie ein Strich aufs linke Kreuzeck zu, krachte aber an die Querlatte (74.). Vier Minuten später besaßen die Löwen die einzige halbwegs zählbare Möglichkeit der 2. Halbzeit. Benjamin Lauth hatte Sven Bender am rechten Strafraumeck halbhoch angespielt, der nahm den Ball kurz an, zog mit dem zweiten Kontakt aus 15 Metern ab, doch ausgerechnet der kurz zuvor eingewechselte José Holebas blockte ungewollt den Schuss (78.). In der Schlussphase mussten die Löwen nochmals zittern, obwohl sie die Pfälzer im zweiten Durchgang weitgehend neutralisiert hatten. Bellinghausen spielte Srdjan Lakic am kurzen Pfosten an, der zog aus sechs Metern aus der Drehung ab, doch Berhalter warf sich dazwischen. Der Ball kam erneut zu Bellinghausen, der unbedrängt das Leder aus 14 Metern übers Tor bugsierte (88.). In der 2. Minute der Nachspielzeit nochmals eine Riesenchance für Lautern im Anschluss an einen Freistoß. Dzaka flankte von links mit rechts das Leder scharf an den Torraum, Amedick irritierte die Löwen-Defensive, der Ball flog aufs lange Eck, aber Keeper Tschauner rettete mit einer Glanzparade das Unentschieden (90.).

Stimmen zum Spiel:
„Aufgrund der 1. Halbzeit war es ein glückliches Unentschieden", sagte Löwen-Trainer Marco Kurz. „Aber die Jungs haben sich das erarbeitet, gefightet und deshalb auch den Punkt verdient. Wir haben einen Lauf und nun auch das Quäntchen Glück, das uns zu Saisonbeginn noch gefehlt hat. Das Remis bei einer so heimstarken Mannschaft wie Kaiserslautern ist ein Ausrufezeichen." Trotzdem wollte der 39-Jährige nichts von Aufstieg wissen. „Vor Wochen haben uns die Medien noch verteufelt, jetzt reden schon wieder alle von Aufstieg. Wir schauen von Spiel zu Spiel, denn wir haben viele, viele Verletzte. Heute konnte man sehen, dass sich die Mannschaft gerade noch ins Ziel gerettet hat. Klar wollen wir jedes Spiel gewinnen, aber abgerechnet wird am Schluss."

FCK-Trainer Milan Sasic war mit der Leistung seines Teams zufrieden. „Mit dem Ergebnis kann ich nicht glücklich sein, aber ich bin damit auch nicht unzufrieden." Wir haben über 90 Minuten alles versucht. Mit Sicherheit kann in der einen oder anderen Situation ein Tor fallen, aber das hat das Aluminium oder der Gästetorwart verhindert. Für mich war entscheidend, dass die Mannschaft im dritten Spiel in einer Woche alles versucht hat, hohes Tempo gegangen ist und den Willen zum Sieg über 90 Minuten gezeigt hat. Man kann nicht alle Spiele gewinnen, entscheidend ist aber, dass man es versucht." Besonders seinem Torwart Luis Robles, der in der 39. Minute die Kopfballchance von Markus Thorandt vereitelte, lobte der Coach. „Das war klasse. Es ist schwierig, wenn man nichts zu tun hat und dann so ein Ball kommt. Der ist nach einer Standardsituation einfach durchgerutscht, aber er hat das super gemacht. Jetzt versteht hoffentlich jeder, wieso ich hundertprozentiges Vertrauen in den Jungen habe."

Markus Thorandt, der offensiv wie defensiv bei den Löwen am meisten im Blickpunkt stand, konnte mit dem Punkt am Betzenberg leben. „Wir hatten jetzt eine schöne Serie mit vier Siegen in Folge. Heute war es ein schweres Spiel, aber wir sind mit dem Punkt absolut zufrieden." Als Spitzenmannschaft möchte er die Löwen noch nicht einstufen. „Nach dem schlechten Start haben wir einen guten Monat gehabt. Zum Schwärmen ist es aber zu früh. Wir stehen jetzt gut da. Wir wollten von Anfang an ins obere Tabellendrittel, dort haben wir uns hin gekämpft und da wollen wir auch bleiben."

„Wir müssen mit dem Punkt sehr zufrieden sein", zog 1860-Geschäftsführer Stefan Reuter ein positives Fazit. „Kaiserslautern hat sehr viel Druck gemacht, während wir es versäumt haben, unsere Ansätze im Spiel nach vorne klarer und souveräner zu Ende zu spielen. Wir hatten wenige Tormöglichkeiten, lediglich nach einem Standard in der ersten Hälfte waren wir richtig gefährlich. In der Endphase hat das Spiel von der Dramatik gelebt. Wir wollten unbedingt den Punkt mitnehmen, sind aber nochmal stark unter Druck geraten. Am Schluss war es nochmals brenzlig. Daher sind wir froh, dass wir mit einem Zähler nach Hause fahren."

Stefan Kuntz, der Vorstandsvorsitzende des 1. FCK, bescheinigte den Löwen eine sehr gute Defensivleistung. „Sie haben gegen Ende auch nicht kräftemäßig abgebaut." Deswegen sei der Gegner so gefährlich gewesen. „Es gibt Spiele, da läufst du in der Schlussphase in einen Konter", sprach der Europameister von 1996 aus eigener Erfahrung. „Die Jungs haben alles versucht, deswegen müssen wir mit dem 0:0 zufrieden sein."

Lauterns defensiver Mittelfeldspieler Aimen Demai bedauerte, dass „wir die Möglichkeiten, die wir hatten, nicht eiskalt genutzt haben. Ich denke, es war ein gerechtes Unentschieden." Den Löwen zollte Demai Respekt. „An Sechzig hat man gesehen, wie schnell man nach oben kommen kann. Aber genauso schnell kann's wieder nach unten gehen. Deshalb nehmen wir den Punkt mit, obwohl für uns mehr drin gewesen wäre. Wir können mit dem Unentschieden leben."
 
1. FCK:
35 Robles - 23 Dick, 2 Ouattara, 5 Amedick, 16 Bellinghausen - 21 Demai - 24 Hesse, 20 Paljic - 10 Dzaka - 9 Lakic, 26 Jendrisek.
Ersatz:
29 Trapp (Tor) - 8 Sam, 11 Ziemer, 14 Hornig, 15 Simpson, 17 Bugera, 38 Kotysch.
1860:
12 Tschauner - 16 Thorandt, 19 Ghvinianidze, 5 Berhalter, 33 Johnson - 17 S. Bender, 6 Beda, 25 Ledgerwood - 18 Gebhart - 11 Lauth, 27 Schäffler.
Ersatz:
1 Hofmann (Tor) - 4 Hoffmann, 9 Di Salvo, 14 Holebas, 20 Burkhard, 24 Kucukovic, 26 Baumgartlinger.
Wechsel:
Sam für Hesse (62.), Ziemer für Paljic (74.), Simpson für Demai (90.) - Holebas für Schäffler (46.), Kucukovic für Gebhart (84.), Baumgartlinger für Lauth (90.).
Tore:
-.
Gelbe Karte:
Demai, Dick - Thorandt, Beda, Kucukovic.
Zuschauer:
35.168 im Fritz-Walter-Stadion.
Schiedsrichter:
Peter Gagelmann (Bremen); Assistenten: Matthias Anklam (Buchholz), Arne Aarnink (Nordhorn).
 


10. Spieltag - 29. Oktober 2008
1860 München 1 : 0 TuS Koblenz
 
29.10.2008 | 20:00 Uhr

Goldener Oktober: Löwen besiegen Koblenz mit 1:0

Die Löwen schrieben ihre Erfolgsbilanz fort und landeten gegen die TuS Koblenz beim 1:0 den 4. Sieg in Folge. Damit blieb das Team im Oktober ohne Punktverlust. Der „Goldene Treffer" gelang Timo Gebhart in der 70. Minute. Es war bereits das 4. Saisontor des aktuellen U19-Europameisters.

Personal: Löwen-Cheftrainer Marco Kurz musste gegen die TuS Koblenz auf Daniel Bierofka (Bandscheiben-OP), Danny Schwarz (Knie-OP), Markus Schroth (Aufbautraining), Lars Bender (Syndesmosebandriss) und Benjamin Schwarz (Adduktorenprobleme) verzichten.

Spielverlauf: Es war von Beginn an ein Geduldsspiel gegen eine Koblenzer Mannschaft, die nicht nur aufgrund von Verletzungen dezimiert war, sondern bei denen Trainer Uwe Rapolder kurzfristig noch zwei Spieler aus dem Kader gestrichen hatte, die den Nachmittagskaffee verschliefen. So saßen lediglich drei Feldspieler auf der Auswechselbank. Die Gäste standen von Beginn an mit zehn Mann kompakt in der Defensive, nur Njazi Kuqi versuchte Offensiv sein Glück als Einzelkämpfer. Die Sechziger spielten aus einer sicheren Abwehr heraus, ließen dem Gegner keine Räume für Kontern. Und hatten ihrerseits in der 1. Halbzeit zwei Großchancen. In der 16. Minute war es Sven Bender, der den Ball kurz hinter der Mittellinie erobert hatte. Der 19-Jährige lief noch 20 Meter, spielte dann auf halbrechts in den Lauf des startenden Benny Lauths, der alleine vor TuS-Keeper David Yelldell auftauchte, aber aus elf Metern den Ball an den linken Pfosten setzte. Lauth war auch an der nächsten Großchance beteiligt. Nach einem Foul gab es einen Freistoß etwa 27 Meter vor dem Koblenzer Tor leicht nach links versetzt. Gregg Berhalter lief an, täuschte einen Direktschuss an, legte aber den Ball nach links an der Mauer vorbei, wo Lauth nicht im Abseits stand. Der Kapitän zielte aus 14 Meter aufs lange Eck, wo der Ball Torwart Yelldell bereits passiert hatte, aber Andreas Richter das Leder gerade noch von der Linie kratzte (25.). In der 36. Minute verzeichneten die Löwen nochmals eine gefährliche Offensivaktion. Fabian Johnson hatte sich auf der linken Seite durchgesetzt, sprintete bis zur Grundlinie, überflankte Torhüter Yelldell, aber dann war kein Löwen-Spieler zur Stelle, der den Ball eindrücken konnte. So ging die Koblenzer Taktik zumindest bis zur Pause auf.

Im zweiten Durchgang drängten die Löwen zunächst auf die Führung hatten durch Timo Gebhart, Markus Thorandt und Sven Bender innerhalb von zwei Minuten (50. und 51.) drei gute Schusschancen, aber entweder hielt der TuS-Keeper den Ball oder das Leder streifte knapp über die Querlatte. Erlösung brachte erst die Szene in der 70. Minute. Ein ungenaues Zuspiel auf Mathieu Beda fünf Meter vorm Koblenzer Strafraum konnte der Franzose nur mit einer Grätsche erreichen, im Pressball mit einem Gegenspieler sprang das Leder Richtung Strafraum. Nikolas Ledgerwood sperrte den Ball geschickt mit der Brust frei. Der kam zu Gebhart, der ihn in halblinker Position aus 14 Meter mit rechts volley nahm und ins linke kurze Eck zum 1:0 hämmerte. Danach mussten die Gäste aufmachen, wenngleich die Offensivversuche recht harmlos blieben. Die Sechziger versäumten es in dieser Phase, durch einen Konter alles klar zu machen. Die beste Chance hatte dabei der eingewechselte José Holebas. Nach einer Balleroberung von Beda passte dieser auf den Stürmer. Dessen Linksschuss von der Strafraumgrenze landete aber knapp neben dem linken Pfosten (80.). Beinahe wäre den Koblenzer durch eine Zufallsaktion der völlig unverdiente Ausgleich geglückt. Kuqi wollte von der rechten Seite flanken, der Ball rutschte ihm über den Außenrist und touchierte die Latte des Löwen-Tores (84.). Das war aber die einzige brenzlige Situation fürs Tor der Sechziger in den gesamten 90 Minuten. Mit dem 1:0-Erfolg schaffte das Team von Trainer Marco Kurz den 4. Sieg in Folge und blieb im 5. Spiel hintereinander ungeschlagen.

Stimmen zum Spiel
Löwen-Trainer Marco Kurz sprach vom erwartet schweren Spiel gegen einen kompakten Gegner. „Wenn uns das 1:0 bei einer unserer beiden Chancen in der 1. Halbzeit gelingt, tun wir uns leichter." So musste sein Team viel Geduld zeigen. „Wir haben auf den Moment gespielt", lobte der 39-Jährige sein Team. „Die Mannschaft hat sich mit dem 1:0 selbst belohnt. Sie hat von der Organisation her gegen Koblenz ein tolles Spiel gemacht." Seinen Torschützen, Timo Gebhart, wollte er nicht zu sehr herausheben. „Er hat wie die gesamte Mannschaft hervorragend gearbeitet. Timo war der Torschütze eines Teams, dem ich Respekt zolle." Seine Bilanz des Monats Oktober falle „absolut positiv aus."

„Im Endeeffekt hat das 1:0 das Spiel wiedergespiegelt ", sagte TuS-Coach Uwe Rapolder. „Im Moment haben wir personell Riesenprobleme, deshalb versuchten wir, über die Defensivorganisation das Spiel zu Null zu halten. Das ist uns auch lange gelungen. Mit etwas Glück wäre ein Punkt drin gewesen. Mit der Leistung meiner Mannschaft bin ich nicht unzufrieden", so der 50-Jährige.
 
1860:
12 Tschauner - 16 Thorandt, 19 Ghvinianidze, 5 Berhalter, 33 Johnson - 17 S. Bender, 6 Beda, 25 Ledgerwood - 18 Gebhart - 11 Lauth, 27 Schäffler.
Ersatz:
1 Hofmann (Tor) - 4 Hoffmann, 9 Di Salvo, 14 Holebas, 24 Kucukovic, 26 Baumgartlinger, 28 Eberlein.
TuS:
1 Yelldell - 22 Cha, 24 Mavric, 18 Richter, 3 Wiblishauser - 6 Hartmann, 5 Bajic, 13 Lomic - 28 L. Bender, 30 Mader - 9 Kuqi.
Ersatz:
33 Weis (Tor) - 10 Krontiris, 14 Pektürk, 35 Taylor.
Wechsel:
Holebas für Schäffler (67.), Kucukovic für Lauth (84.), Baumgartlinger für Gebhart (90.) - Pektürk für Mader (62.), Taylor für Lomic (72.), Krontiris für L. Bender (72.).
Tor:
1:0 Gebhart (70.).
Gelbe Karte:
Schäffler - Bajic, Lomic, Kuqi.
Zuschauer:
17.700 in der Allianz Arena.
Schiedsrichter:
Thorsten Schriever (Dorum); Assistenten: Thomas Gorniak (Bremen), Lars Heitmann (Diepholz).
 


9. Spieltag - 26. Oktober 2008
VfL Osnabrück 0 : 2 1860 München

Dritter Sieg in Folge: Löwen nun auf Rang neun

Der dritte Sieg in Folge, davon zwei auswärts - die Löwen setzten beim 2:0-Erfolg in Osnabrück ihre beeindruckende Serie fort. Die Niedersachsen verloren durch die Treffer von Nikolas Ledgerwood (40.) und Benjamin Lauth (55.) erstmals wieder seit dem 27. April 2008, damals gegen den FSV Mainz 05, ein Punktspiel vor eigenem Publikum.

Personal: Die drei Spieler, die innerhalb von fünf Tagen operiert wurden - Daniel Bierofka (Bandscheiben-OP), Danny Schwarz (Knie-OP) und Lars Bender (Syndesmosebandriss) - fehlten Trainer Marco Kurz beim Gastspiel in Niedersachsen ebenso wie Markus Schroth, der sich noch im Aufbautraining befindet. Kurzfristig musste auch noch Benjamin Schwarz mit Adduktorenproblemen passen. Torwart Markus Krauss, Florian Jungwirth, Alexander Eberlein und Christoph Burkhard spielten tags zuvor in der U23, die beim Karlsruher SC II mit 3:1 gewann.

Spielverlauf: Die Löwen begannen forsch, störten in der Anfangsphase früh, sodass die Osnabrücker ihre Schwierigkeiten im Spielaufbau hatten. Bereits nach zwei Minuten trafen die Weiß-Blauen, die in Gelb-Grün in der osnatel Arena aufliefen, Aluminium. Manuel Schäffler hatte auf Sven Bender abgelegt, der fackelte nicht lange, zog aus 25 Metern direkt ab, der Ball klatschte aber nur ans linke Kreuzeck (3.). Es dauerte fast ein Viertelstunde, bis die heimstarken Niedersachsen erstmals Gefahr fürs Löwen-Tor heraufbeschworen. Pierre de Wit hatte einen Freistoß fast von der rechten Außenlinie hoch in den 1860-Strafraum geflankt, Thomas Reichenberger verlängerte den Ball am ersten Pfosten mit dem Kopf ins lange Eck. Doch da hatte Schiedsrichter Lutz Wagner schon längst gepfiffen, weil zuvor Fiete Sykora Mathieu Beda im Strafraum umgerissen hatte (15.). In der Folge kamen die Löwen durch Timo Gebhart (31. und 34.) zu zwei Schusschancen, aber der Ball landete jeweils über dem VfL-Tor. In der 39. Minute legte sich Benjamin Lauth bei einem Konter über die linke Seite den Ball zu weit vor, sodass Torhüter Stefan Wessels klären konnte. Die Führung gelang den Sechzigern eine Minute später. Gebhart kam an der Mittellinie in halbrechter Position an den Ball. Der 19-Jährige zog mit dem Leder am Fuß in die Mitte, dribbelte zwei Osnabrücker aus und spielte anschließend den Ball dem gestarteten Nikolas Ledgerwood genau in den Lauf. Der tauchte allein vor VfL-Keeper Wessels auf, traf mit rechts aus 14 Metern cool ins rechte untere Eck zum 1:0 (40.). Vor der Pause besaßen die Löwen noch einige Kontermöglichkeiten, um die Führung zu erhöhen. Nach einem Fehler im Spielaufbau des VfL eroberte Ledgerwood das Leder, spielte Manuel Schäffler am linken Strafraumeck an, der frei zum Schuss kam, aber den Ball knapp am langen Eck vorbeisetzte (43.). In der 45. Minute spielte Schäffler steil auf Gebhart, der bedrängt von Anderson sich den Ball im Strafraum etwas zu weit vorlegte, sodass sich Wessels dazwischen werfen konnte (45.).

Etwas druckvoller begann Osnabrück den zweiten Durchgang, kam aber gegen die erneut gut stehende Löwen-Defensive zu keinen Möglichkeiten. Ein schulbuchmäßiger Konter der Weiß-Blauen führte dann in der 55. Minute zum 2:0. Dominic Peitz hatte den Ball an der Mittellinie verloren, Gebhart passte sofort auf die rechte Seite zu Sven Bender. Der 19-Jährige sah, dass die Osnabrücker Innenverteidigung nicht in Position war, überflankte Thomas Cichon, wodurch Benjamin Lauth, der seinem Gegenspieler Anderson enteilt war, am Elfmeterpunkt frei zum Kopfball kam und ins rechte untere Eck einnetzte. Auch in der Folge waren die Löwen spielbestimmend, besaßen in der 64. Minute noch eine Riesenchance. Gregg Berhalter hatte mit links einen 30-Meter-Freistoß aus halbrechter Position auf den zweiten Pfosten geflankt, Mathieu Beda kam am linken Torraumeck frei ans Leder, köpfte aber Torhüter Wessels genau in die Arme. Osnabrück fand auch in der Folge kein Mittel gegen die kompakte Defensive der Sechziger. Lediglich einmal brachten die Norddeutschen die Löwen-Abwehr ins Wanken. Nach einer Flanke von links durch Peitz schlug Berhalter im Strafraum am Ball vorbei, aber Fabian Johnson konnte Thomas Reichenberger kurz vorm Fünf-Meter-Raum entscheidend stören, sodass der VfL-Torjäger nicht zum Abschluss kam (73.). Gebhart (85.) und der eingewechselte José Holebas (87.) hätten das Ergebnis mit etwas Glück noch erhöhen können, vergaben aber ihre Konterchancen. So blieb es beim 2:0-Erfolg, dem dritten Sieg in Folge und dem vierten ohne Niederlage. Damit haben die Löwen in der Tabelle einen weiteren Schritt nach vorne gemacht.

Stimmen zum Spiel:
Löwen-Trainer Marco Kurz fand auch in der Freude die richtigen Worte für sein Team. „Wir werden uns jetzt nicht zurücklehnen, sondern wollen am Mittwoch gegen Koblenz nachlegen." Denn bereits in drei Tagen empfangen die Sechziger die Rheinländer um 17:30 Uhr in der Allianz Arena. Seiner Mannschaft bescheinigte Kurz einen konzentrierten Beginn. „Wir haben in den ersten 15 Minuten gut ins Spiel gefunden. Danach wurde mir etwas zu wenig Fußball gespielt", kritisierte der 39-Jährige. „Trotzdem war der Führungstreffer verdient, leider haben wir es versäumt, noch vor der Pause nachzulegen. Die Chancen waren jedenfalls da." Im zweiten Durchgang habe sein Team die „positive Tendenz" der 1. Halbzeit fortgeführt. „Wir haben gegen eine enorm heimstarke Mannschaft bestanden und zwei toll herausgespielte Treffer erzielt."

Osnabrücks Coach Claus-Dieter „Pele" Wollitz war enttäuscht, „wie meine Mannschaft verloren hat. In keiner Phase haben wir richtig ins Spiel gefunden", so der 43-Jährige. „Wir haben nur quer und hoch gespielt, fanden gegen einen starken Gegner kein Mittel. Osnabrück fand heute nicht statt." Das, so betonte Wollitz, lag aber primär an den Löwen. „Sie hatten im Gegensatz zu uns ein sehr gutes Passspiel. Sechzig besitzt eine talentierte und sympathische Mannschaft. Sie haben einfach gut gespielt", zollte er der Leistung des Kontrahenten Respekt.

Besonders über seinen ersten Profitreffer für die Löwen freute sich NikolasLedgerwood. Es war insgesamt sein zweites Tor in der Zweiten Liga. Das erste erzielte der Kanadier im Trikot von Wacker Burghausen, wo er von den Löwen hin ausgeliehen war, mit einem 30-Meter-Knaller gegen Rot-Weiß Essen. Dieser Treffer brachte ihm sogar eine Nominierung für die Wahl zum „Tor des Monats". Diesmal war das Tor nicht ganz so spektakulär. „Ich freue mich aber riesig, endlich auch für Sechzig getroffen zu haben", wenngleich der Nationalspieler einschränkte, „90 Prozent des Tores gehören Timo Gebhart. Das war super vorbereitet, ich musste den Ball nur noch reinschieben."

Interims-Kapitän Benjamin Lauth, der bereits seinen 4. Saisontreffer erzielte, betonte nochmals, dass die Sache um die fristlose Kündigung von Berkant Göktan die Mannschaft nicht nachhaltig beschäftigt habe. „Auch nicht in der Kabine", so der 27-Jährige, „er war ja die letzten Wochen schon nicht mehr vor Ort gewesen. Deshalb hat der ganze Trubel auch keinen Einfluss auf uns gehabt." Besonders freute Lauth, „dass ich nach den zwei Toren gegen Fürth auch in Osnabrück nachlegen konnte. Das gibt mir weiteres Selbstvertrauen." Auch der Stürmer sah einen verdienten Sieg seines Teams. „Wir hatten nicht viele Chancen, aber die, die wir hatten, haben wir eiskalt ausgenutzt."

Geschäftsführer Stefan Reuter sprach sogar von „Toren wie aus dem Lehrbuch". Die Mannschaft habe sehr kompakt gestanden und wenige Chancen des Gegners zugelassen. „Der Glaube an die eigene Stärke ist wieder da, mit entsprechend viel Selbstvertrauen ist die Mannschaft auch in Osnabrück aufgetreten." Der 42-Jährige Welt- und Europameister hofft nun, dass dieser Aufwärtstrend auch im Heimspiel am Mittwoch gegen Koblenz anhält.
 
VfL:
33 Wessels - 21 Schuon, 30 Cichon, 2 Anderson, 11 Schäfer - 12 Heidrich, 6 Peitz - 7 Braun, 16 Sykora, 5 de Wit - 9 Reichenberger.
Ersatz:
1 Berbig (Tor) - 4 Omodiagbe, 15 Surmann, 18 Fuchs, 24 Ehlers, 25 Engel, 28 Grieneisen.

1860:
12 Tschauner - 16 Thorandt, 19 Ghvinianidze, 5 Berhalter, 33 Johnson - 17 S. Bender, 6 Beda, 25 Ledgerwood - 18 Gebhart - 11 Lauth, 27 Schäffler.
Ersatz:
1 Hofmann (Tor) - 4 Hoffmann, 9 Di Salvo, 14 Holebas, 24 Kucukovic, 26 Baumgartlinger.
Wechsel:
Grieneisen für Heidrich (46.), Fuchs für Braun (61.), Omodiagbe für Schuon (75.) - Hoffmann für Ghvinianidze (52.), Di Salvo für Schäffler (70.), Holebas für Lauth (82.).
Tore:
0:1 Ledgerwood (40.), 0:2 Lauth (55.).
Gelbe Karte:
Peitz, Heidrich, Grieneisen - Lauth, S. Bender, Berhalter.
Zuschauer:
14.985 in der osnatel Arena.
Schiedsrichter:
Lutz Wagner (Hofheim); Assistenten: Tobias Stieler (Obertshausen), Dr. Manuel Kunzmann (Bad Hersfeld).
 


8. Spieltag - 19. Oktober 2008
1860 München 3 : 1 SpVgg Gr. Fürth
 
19.10.2008 | 17:20 Uhr

Drei Löwen-Tore in acht Minuten nach 0:1-Rückstand

Nach fünf sieglosen Spielen gegen Greuther Fürth und zuletzt drei Niederlagen in Folge - dabei zweimal 0:3 zu Hause - gelang den Löwen mit dem 3:1 (0:1)-Erfolg ein Befreiungsschlag. Bereits in der 3. Minute waren die Franken durch Thorsten Burkhardt in Führung gegangen. Timo Gebhart schaffte in der 56. den Ausgleich, ehe Benjamin Lauth mit einem Doppelpack innerhalb von drei Minuten (61. und 64.) die Weichen auf Sieg stellte.

Personal: Trainer Marco Kurz musste auf Berkant Göktan (Aufbautraining nach Fuß-OP), Markus Schroth (Aufbautraining), Torben Hoffmann (Muskelfaserriss), Daniel Bierofka (Bandscheiben-OP) und Mustafa Kucukovic (Trainingsrückstand nach OP) verzichten. Für Mate Ghvinianidze, der mit muskulären Problemen von der georgischen Nationalmannschaft zurückgekehrt war, stand Markus Thorandt nach überwundenen Magenproblemen in der Startelf. Der Georgier nahm auf der Bank Platz. Damit schickten die Löwen erneut ein Team aufs Feld, das unter 23 Lenze (22,14) im Durchschnitt zählte.

Spielverlauf: Eiskalt wurden die Löwen bereits nach etwas mehr als zwei Minuten erwischt. Charles Takyi kam auf der linken Seite zum Flanken, Ivo Ilicevic leitete den Ball in die Mitte weiter auf Thorsten Burkhardt, der traf alleine vor Löwen-Keeper Philipp Tschauner aus elf Metern zur 1:0-Führung für Fürth (3.). Es dauerte ein paar Minuten, bis sich die Weiß-Blauen von diesem Schock erholt hatten, danach dominierten sie die Partie. Nach einer Viertelstunde die erste Chance für die Löwen. Einen Eckball von rechts flankte Timo Gebhart in die Mitte, der Ball wurde nach hinten verlängert, wo Benjamin Lauth aus halblinker Position zu einem sehenswerten Seitfallzieher aus 14 Metern ansetzte, doch Sascha Kirschstein im kurzen Eck konnte den Schuss halten (15.). Zwei Minuten später kam Lars Bender auf der linken Seite zum Flanken, Manuel Schäffler köpfte aus halbrechter Position aus zwölf Metern aufs lange Eck, aber erneut parierte Kirschstein (17.). In der 21. Minute kam Lauth, nachdem er Jan Mauersberger ausgespielt hatte, halblinks an der Strafraumgrenze mit rechts zum Schuss, aber der Ball ging um Zentimeter am langen Pfosten vorbei. Danach konnten die Gäste zunächst das Spiel wieder beruhigen; über 20 Minuten passierte kaum etwas. In der 43. Minute folgte ein schulbuchmäßig vorgetragener Konter der Weiß-Blauen. Nach einem abgewehrten Freistoss der Fürther kam Sven Bender am eigenen Strafraum an den Ball, passte in den Mittelkreis auf Timo Gebhart, der sofort steil auf Lauth legte, aber Keeper Kirschstein hatte aufgepasst, kam dem Löwen-Stürmer entgegen, klärte mit einer Grätsche etwa zehn Meter vorm eigenen Strafraum. Kurz vorm Pausenpfiff zog sich Schiedsrichter Christian Dingert noch den Unmut der Sechzger-Fans zu. Im Anschluss an einen Freistoss kam Fabian Johnson knapp hinter der Strafraumgrenze an den Ball, bei seinem Schuss wurde er von Sami Allagui regelwidrig behindert, die Pfeife blieb aber stumm (45.).

Die 2. Halbzeit begann fast identisch wie die ersten 45 Minuten. Erneut besaßen die Kleeblättler eine Riesenchance. Diesmal war es Allagui, der über links vor 1860-Keeper Tschauner auftauchte, aber Markus Thorandt grätschte am Torraum bei seinem Schussversuch dazwischen, konnte klären (47.). Die Löwen drängten in dieser Phase auf den Ausgleich, kamen aber zunächst nicht zu klaren Möglichkeiten. Dies änderte sich in der 56. Minute. Berhalter flankte aus halblinker Position einen Freistoss scharf an die Strafraumgrenze, Mathieu Beda verlängerte mit dem Kopf aufs rechte Eck, doch Fürths Torwart Kirschstein fischte den Ball noch heraus. Das abgewehrte Leder nahm Markus Thorandt auf der rechten Seite fast an der Außenlinie auf, hob den Ball gefühlvoll an den Torraum, wo Gebhart per Kopf zum 1:1 vollendete (56.). Dies war die Initialzündung für das Kurz-Team, das in der Folge wie aus einem Guss spielte. Fünf Minuten später ein wunderschöner Konter nach einem Fehlpass von Stephan Schröck in der Löwen-Hälfte. Johnson nahm den Ball auf, spielte steil auf Benny Lauth, der lief über halbrechts in den Strafraum, Kirschstein spekulierte auf ein Abspiel in die Mitte, machte die kurze Ecke für Lauth frei, der dies cool zum 2:1 ausnutzte (61.). Nochmals drei Minuten später fast eine identische Situation. Marino Bilisokov vertändelte den Ball im Mittelfeld, der eingewechselte Antonio Di Salvo schnappte sich das Leder, passte in den Lauf von Lauth, der diesmal mit einem Schuss aus 13 Metern über den abtauchenden Kirschstein hinweg das 3:1 erzielte. Acht Minuten, drei Treffer - die Löwen-Welt war plötzlich wieder in Ordnung. Fürth hatte danach noch eine Möglichkeit, als Burkhardt einmal mehr auf der linken Seite zum Flanken kam. Seine flache Hereingabe verpasste jedoch Allagui am Fünfmeterraum um Zentimeter (67.). Danach tat sich nicht mehr viel. In der Nachspielzeit hätte Di Salvo noch auf 4:1 erhöhen können. Über halblinks lief der Italiener alleine auf Kirschstein zu, aber sein Schuss aus zwölf Metern aufs lange Eck war zu unplatziert, um den Torwart vor größere Probleme zu stellen. Damit gelang den Löwen nach fünf sieglosen Spielen gegen Greuther Fürth und drei Niederlagen in Folge der erste Sieg seit der Saison 2004/2005.

Stimmen zum Spiel:
„Wir haben schlecht begonnen, schlecht verteidigt", analysierte Löwen-Coach Marco Kurz. „Normalerweise ist so ein frühes Gegentor gegen eine Mannschaft wie Greuther Fürth Gift." Aber bereits in der 1. Halbzeit habe er gesehen, dass sein Team das Spiel noch drehen könne. „Wir haben uns ins Spiel gebissen. Nach der Pause wollten wir die äußeren Räume besser nutzen." Das sei gelungen. „Dann kam auch der Pass im richtigen Moment. Es war ein hart erkämpfter Sieg", so der 39-Jährige Trainer. „Mit einem solchen Erfolg im Rücken arbeitet es sich besser und selbstbewusster in der kommenden Woche." Wenig überrascht zeigte sich Kurz über den Doppelpack seines neuen Kapitäns. „Wir wissen um die Qualität von Benny Lauth. Aber er braucht noch Zeit, um seinen Rhythmus zu finden, da er die letzten Jahre wenig gespielt hatte. Das war bei Daniel Bierofka ähnlich."

Fürths Trainer Benno Möhlmann war sichtlich unzufrieden mit seinem Team. „Das Spiel ist für uns extrem bescheiden gelaufen", resümierte der 54-Jährige, „obwohl es so gut anfing. Wir waren von Beginn an präsent, haben aber nach der Führung nicht unsere Möglichkeiten genutzt. In dieser Phase waren wir nicht konsequent genug." Die Mannschaft habe schon zu früh damit begonnen, das 1:0 zu verwalten, anstatt nachzusetzen. „Nach dem Ausgleich haben wir zehn bis 15 Minuten vogelwild agiert und uns auskontern lassen. Dem zweiten und dritten Treffer gingen individuelle Fehler voraus."

Löwen-Keeper Philipp Tschauner atmete nach dem Sieg auf, nachdem er vor dem Derby verkündet hatte, dass er die Fürther nicht mag. „Es ist schön gegen den alten Franken-Rivalen zu gewinnen. Für mich war das eine Prestigesache", sagte der Mittelfranke, der vom 1. FC Nürnberg zu den Sechzigern gekommen war. Den Rückstand bezeichnete der 22-Jährige als „unglückliche 1:1-Situation. Da wurden wir nach zwei Minuten eiskalt erwischt". Schon in der 1. Halbzeit hätten seine Vorderleute guten Kombinationsfußball gezeigt. „Nach der Pause haben wir dann die Nadelstiche gesetzt. Solche acht Minuten würde ich gerne öfters erleben", sprach er die drei Tore der Löwen in diesem Zeitraum an. Besonders freute ihn der Doppelpack von Benjamin Lauth. „Er hat mit seinen beiden Treffern die richtige Antwort auf alle Kritiker gegeben."

Fürths Torschütze Thorsten Burkhardt sah ein „ordentliches Spiel" seiner Mannschaft. „Wir haben uns aber in zehn Minuten selbst geschlagen." Sein Team habe das Spiel in der 1. Halbzeit kontrolliert, Sechzig nicht ins Spiel kommen lassen. „Wir hatten auch nach der Pause noch Chancen. Nach dem 1:1 haben wir uns auskontern lassen", fand der Mittelfeldspieler den Grund für die Niederlage.

Der gefeierte Doppeltorschütze Benjamin Lauth sprach von „tollen acht Minuten". Bis auf die Anfangsphase, „wo wir Fürth eingeladen haben", sei das Löwen-Spiel gut gelaufen. „Endlich konnten wir mal einen Rückstand drehen, auch wenn es viel Kraft gekostet hat", lobte der Stürmer die Moral des Teams. „Der Weg, den wir eingeschlagen haben, ist der richtige. Trotzdem fehlen uns zum jetzigen Zeitpunkt noch einige Punkte. Aber jetzt ist es kein rabenschwarzer Start mehr. In den letzten Spielen haben wir uns positioniert." Der 27-Jährige konnte nicht abstreiten, dass die Kapitänsbinde eine besondere Wirkung ausübe. „Sie bringt Glück. Daniel Bierofka hat damit getroffen, Lars Bender auch, als er sie in Frankfurt getragen hat, und jetzt ich ..." Insgesamt war er mit dem Spiel rundum zufrieden. „Das waren heute die Bälle, die ich mir wünsche. Bei hohen Bällen bin ich nicht so stark. Ich wusste, dass irgendwann die Chancen kommen werden."

Löwen-Geschäftsführer Stefan Reuter monierte die harte Gangart der Fürther zu Beginn des Spiels, der Lars Bender zum Opfer fiel. „Die sind ganz schön hart zur Sache gegangen. Wir haben zehn Minuten gebraucht, um uns zu Recht zu finden." Der 42-Jährige erklärte, dass er seit der Führung im Auswärtsspiel beim FSV Frankfurt eine Veränderung im Team festgestellt habe. „Die Mannschaft besitzt seitdem mehr Selbstbewusstsein, hat wieder begonnen, Fußball zu spielen. Daran konnte sie gegen Fürth anknüpfen." Außerdem stehe man viel kompakter in der Defensive. „Die Mannschaft hat nach dem frühen Rückstand toll reagiert, spielte nach der Pause sehr entschlossen", freute sich der Welt- und Europameister über den Wandel. „Der Sieg war enorm wichtig, weil die jungen Spieler sehen, dass sie die erfahrenen und etablierten Spieler - zumindest für einen gewissen Zeitraum - ersetzen können. Für die Jungen ist das natürlich auch eine Chance!" Reuter freute sich besonders über die beiden Treffer von Lauth. „Ich bin mir sicher, dass ihm die Tore Selbstvertrauen in den nächsten Wochen geben werden. Er war dabei unheimlich ruhig und abgeklärt." Der Geschäftsführer lobte auch die Nebenleute. „Benny hat die Bälle im richtigen Zeitpunkt und mit dem richtigen Timing gespielt bekommen." Wichtig sei vor allem aber der Ausgleich gewesen, den Markus Thorandt mustergültig vorbereitet hätte. Außerdem verriet Reuter: „Timo Gebhart hatte intern gegenüber Uwe Wolf bereits einen Kopfballtreffer angekündigt!"
 
1860:
12 Tschauner - 33 Johnson, 16 Thorandt, 5 Berhalter, 23 B. Schwarz - 22 L. Bender, 6 Beda, 17 S. Bender - 18 Gebhart - 11 Lauth, 27 Schäffler.
Ersatz:
1 Hofmann (Tor) - 9 Di Salvo, 14 Holebas, 19 Ghvinianidze, 25 Ledgerwood, 26 Baumgartlinger.
Fürth:
27 Kirschstein - 17 Schröck, 4 Biliskov, 5 Mauersberger, 15 Felgenhauer - 6 Wörle - 9 Ilicevic, 13 Takyi, 10 Burkhardt - 7 Nehrig, 22 Allagui.
Ersatz:
1 Loboué - 3 Karaslavov, 18 Haas, 19 Kotuljac, 21 Brückner, 33 Cidimar, 36 Sararer.
Wechsel:
Ledgerwood für L. Bender (43.), Di Salvo für Schäffler (62.), Baumgartlinger für Gebhart (88.) - Kotuljac für Ilicevic (29.), Sararer für Nehrig (77.), Haas für Takyi. (77.).
Tore:
0:1 Burkhardt (3.), 1: 1 Gebhart (56.), 2:1 Lauth (61.), 3:1 Lauth (64.).
Gelbe Karte:
B. Schwarz, Gebhart - Takiy, Mauersberger, Wörle, Schröck
Zuschauer:
31.000 in der Allianz Arena.
Schiedsrichter:
Christian Dingert (Thallichtenberg); Assistenten: Torsten Bauer (Seesbach), Florian Benedum (Mehlingen)
 


7. Spieltag - 3. Oktober 2008
FSV Frankfurt 0 : 3 1860 München
 

Löwen beenden Negativserie in der Fremde eindrucksvoll

Nach elf Auswärtsspielen ohne Sieg (4 Remis, 7 Niederlagen) gelang dem TSV 1860 München beim FSV Frankfurt in der Commerzbank-Arena wieder ein Dreier, wobei sich die junge Löwen-Mannschaft nach der Pause in einen kleinen Tor-Rausch spielte. Fabian Johnson traf zum 1:0 (52.), Timo Gebhart erhöhte in der 65. Minute auf 2:0, ehe Lars Bender zehn Minuten später zum 3:0-Endstand traf. Apropos: Der 20-jährige Johnson war der älteste der drei Torschützen!

Personal: Marco Kurz musste beim FSV Frankfurt auf Berkant Göktan (Aufbautraining nach Fuß-OP), Markus Thorandt (Magenprobleme), Markus Schroth (Aufbautraining) und Nikolas Ledgerwood (Gelb-Rot-Sperre) verzichten. Kurzfristig fielen Danny Schwarz (Meniskusverletzung) und Daniel Bierofka (Rückenprobleme) aus. Da damit beide Kapitäne nicht zur Verfügung standen, übernahm Benjamin Lauth dieses Amt. Erstmals bei den Profis saß U19-Europameister Florian Jungwirth auf der Einwechselbank. Der Altersdurchschnitt der Startelf betrug 22,09 Jahre - die jüngste Löwenelf aller Zeiten!

Spielverlauf: Die junge Löwen-Mannschaft begann gut, sehr engagiert und mit einer hohen Laufbereitschaft. Doch der FSV Frankfurt hielt dagegen, stand kompakt in der Innenverteidigung und versuchte, mit schnellen Gegenzügen zum Torerfolg zu kommen. Die erste und einzige gute Chance in der 1. Halbzeit besaßen die Löwen in der 15. Minute. Nach einem Zuspiel von Manuel Schäffler verteidigte Timo Gebhart geschickt den Ball, drehte sich blitzschnell und zog aus 23 Metern ab. Sein Schuss streifte jedoch knapp am rechten Pfosten vorbei. Die Hessen hatten mit ähnlichen Problemen wie die Löwen zu kämpfen. Meist kombinierten sie gut bis zum Strafraum, aber der finale Pass kam zu ungenau. So auch in der 26. Minute. Emil Noll konnte sich auf der linken Seite durchsetzen, passte auf Georgios Theodoridis, der den Ball im Strafraum annahm, aber sein Zuspiel auf David Ulm war so schlecht, dass die Hintermannschaft der Sechziger klären konnte. Fünf Minuten später versetzte Christian Mikolajczak am rechten Strafraumeck mit einer geschickten Drehung Benjamin Schwarz und Lars Bender, lief aus spitzem Winkel Richtung Löwen-Tor, doch dann konnte sich der Mittelfeldspieler nicht richtig zwischen Flanke und Torschuss entscheiden, sodass Keeper Philipp Tschauner das „Schüsschen" problemlos abfangen konnte (31.). Noch einmal hatten die Weiß-Blauen Glück vor der Pause Glück. Matias Esteban Cenci überlupfte auf der rechten Strafraumseite Mate Ghvinianidze, hob anschließend den Ball auf Sead Mehic am Torraum, doch dessen Kopfball war zu schwach, dass Tschauner das Leder auf der Linie problemlos fangen konnte (38.). In der 39. Minute hatten die Löwen noch eine Freistoß-Chance aus einer guten Position zwei Meter vor dem Strafraum auf der rechten Seite. Gregg Berhalter zirkelte den Ball zwar mit links gekonnt über die FSV-Mauer, aber genau auf Torwart Patric Klandt. Somit ging es torlos in die Pause.

In der 2. Halbzeit lief es dann optimal für die Sechziger. In der 52. Minute gab es für die Münchner in halbrechter Position 40 Meter vor dem Tor einen Freistoß. Benjamin Schwarz drehte den Ball mit links hoch vors Tor, Cenci wehrte mit dem Fuß am Torraum ab, Fabian Johnson nahm den Abpraller aus 21 Metern mit links direkt, traf flach ins linke untere Eck zur 1:0-Führung. Danach wurde die Partie zum Selbstläufer. Sven Bender spielte rechts in den Rücken der Frankfurter Abwehr auf Johnson, der lief mit dem Ball in den Strafraum, legte zurück auf Gebhart, der von der Strafraumgrenze direkt abzog. Sein Schuss knallte an die Unterkante der Latte, von wo das Leder zum 2:0 ins Frankfurter Tor sprang (65.). Gebhart war auch indirekt am 3:0 beteiligt. Der 19-Jährige flankte einen Eckball von rechts hoch an den ersten Pfosten, Christian Mikolajczak wehrte mit dem Kopf direkt vor die Beine von Lars Bender ab, der aus zehn Metern Entfernung die Lücke fand und an Klandt vorbei ins lange Eck traf (75.). Die Frankfurter hatten ihre erste gute Chance in der 2. Halbzeit erst, als alles gelaufen war. Nach einer Rechtsflanke kam Angelo Barletta im Zweikampf mit Sven Bender am Torraum zum Kopfball, setzte das Leder aber knapp neben den Pfosten (81.). Die Löwen dagegen hatten noch einige gute Kontermöglichkeiten, die sie aber nicht konsequent nutzten, sonst hätte dieser Abend für den FSV leicht zum Debakel werden können.

Stimmen zum Spiel:
Mann des Spiels war Fabian Johnson. Es war fast eine Duplizität des 26. August 2007, als die Löwen letztmals in der Fremde 3:0 gewannen. Damals hieß der Gegner TSG 1899 Hoffenheim, der spätere Aufsteiger. Auch dort avancierte Johnson, der seit der F-Jugend für den TSV 1860 spielt, zum besten Akteur auf dem Platz, markierte einen Treffer selbst und bereitete zwei vor. In Hoffenheim war er erst nach dem Aufwärmen in die Anfangsformation gerückt, weil Daniel Bierofka kurzfristig passen musste. Obwohl Bierofka erneut fehlte, stand sein Einsatz in Frankfurt bereits länger fest.

Johnson deckte als rechter Verteidiger in der Viererkette seine Seite sicher ab, traf zum wichtigen 1:0 und bereitete den zweiten Treffer durch Timo Gebhart mustergültig vor. Trotzdem zeigte sich der Junioren-Nationalspieler, der kein Freund großer Worte ist, bescheiden. „Für uns war es ein wichtiger Sieg. Ich denke, dass wir uns diesen verdient haben. „Jetzt können wir den Wiesnausklang richtig genießen", so der Ur-Münchner. Auch Trainer Marco Kurz zeigte sich in dieser Beziehung kulant. „Am Samstagmorgen ist Auslaufen. Am Abend dürfen sie dann ruhig mal hingehen. Ich habe immer gesagt, einen Wiesnbesuch muss man sich verdienen, und das haben sie mit dem Sieg über Frankfurt getan."

Bevor der Trainer seine Analyse des Spiel abgeben konnte, stand eine andere Entscheidung im Mittelpunkt. Nach der Auswechslung von Benjamin Lauth in der 70. Minute, der bis dahin die Kapitänsbinde trug, ließ er sie an den 19-jährigen Lars Bender und nicht an den 35-jährigen Gregg Berhalter weiterreichen. Seine Begründung: „Das sollte eine Bestätigung seiner guten Leistungen sein. Außerdem ist Lars ein ganz wichtiger Spieler für uns." Der U19-Europameister machte sich über die Tragweite dieser Handlung keine Gedanken. „Für mich ist das in Ordnung, wenn der Trainer mir diese Verantwortung überträgt." Mit der Binde am Arm traf der ältere der Bender-Zwillinge zum 3:0 - erst sein zweiter Treffer in der Zweiten Liga. „Das Spiel lief so, wie ich mir das vorgestellt habe. Das 1:0 war für uns eine Erlösung."

Löwen-Chefcoach Kurz hatte in der 1. Halbzeit zwei sehr kompakt stehende Mannschaften gesehen. „Wir haben konzentriert in der Defensive gearbeitet." Jedoch missfiel dem 39-Jährigen die hohe Fehlerquote im Passspiel. „Das habe ich in der Pause klar angesprochen. Diese wollten wir verringern. Außerdem habe ich der Mannschaft gesagt, dass sie mit zunehmender Spieldauer mehr Räume bekommen wird." Das habe sich dann bestätigt. „Der Sieg war aufgrund der 2. Halbzeit hochverdient und wichtig für uns. Es ist aber auch klar, dass wir in den nächsten Spielen weiter auf dem Prüfstand stehen werden." Insgesamt sei der Erfolg eine Bestätigung für die gute Arbeit der vergangenen Wochen und den positiven Trend, der sich zuletzt bereits abgezeichnet hätte. „Dieser Auswärtserfolg sollte uns genügend Selbstvertrauen für die nächsten Spiel geben."

Sein Pendant auf Frankfurter Seite sah das Spiel etwas anders. „Meine Mannschaft hatte in der 1. Halbzeit mehr Spielanteile", analysierte Tomas Oral. „Jedoch waren wir vor dem Tor nicht zwingend genug, weil die Genauigkeit fehlte." Durch einen „unnötigen Standard" sei man in Rückstand geraten. „Nach dem 0:1 konnten wir nichts mehr zusetzen. Es war eine bittere Niederlage, die zudem zu hoch ausgefallen ist. Wir sind unter Wert geschlagen worden."
 
FSV:
1 Klandt - 14 Weißenfeldt, 2 Schumann, 3 Klitzpera, 33 Noll - 8 Mehic, 24 Barletta - 18 Mikolajczak, 10 Theodoridis - 9 Cenci, 38 Ulm.
Ersatz:
13 Como (Tor) - 5 Hillebrand, 7 Hagner, 11 Bencik, 16 El Haj Ali, 20 Shapourzadeh, 28 Kreuz.
1860:
12 Tschauner - 33 Johnson, 19 Ghvinianidze, 5 Berhalter, 23 B. Schwarz - 17 S. Bender, 6 Beda, 22 L. Bender - 18 Gebhart - 11 Lauth, 27 Schäffler.
Ersatz:
1 Hofmann (Tor) - 4 Hoffmann, 9 Di Salvo, 13 Jungwirth, 14 Holebas, 24 Kucukovic, 26 Baumgartlinger.
Wechsel:
El Haj Ali für Cenci (65.), Bencik für Ulm (65.), Shapourzadeh für Weißenfeldt (75.) - Di Salvo für Lauth (70.), Holebas für Schäffler (70.), Kucukovic für Gebhart (83.).
Tore:
0:1 Johnson (52.), 0:2 Gebhart (65.), 0:3 L. Bender (75.).
Gelbe Karte:
-.
Zuschauer:
8.921 in der Commerzbank-Arena.
Schiedsrichter:
Florian Steuer (Lendringsen); Assistenten Dominik Nowak (Bottrop), Marc Frömel (Ibbenbüren).
 


6. Spieltag - 28. September 2008
1860 München 1 : 1 FC Ingolstadt
 
28.09.2008 | 17:00 Uhr

Neundorf verhindert mit Sonntagsschuss den Derbysieg

Ein Sonntagsschuss des eingewechselten Andreas „Zecke" Neuendorf in der 82. Minute riss die Löwen aus allen Derby-Träumen. Bis dahin hatten sie durch einen Treffer von Daniel Bierofka (42.) gegen Ingolstadt 40 Minuten lang geführt, besaßen einige gute Chancen zum 2:0. „Wir sind durch einen fantastischen Treffer dafür bestraft worden, dass wir nicht nachgelegt haben", analysierte Trainer Marco Kurz realistisch. „Wir befinden uns derzeit auf einem steinigen Weg."

Personalien: Marco Kurz musste im Wiesnderby auf Mathieu Beda (Rot-Sperre), Berkant Göktan (Fuß-OP), Markus Thorandt (Magenprobleme) und Markus Schroth (Aufbautraining) verzichten. Torhüter Markus Krauss (3.TW), Christoph Burkhard, Florian Jungwirth und Julian Baumgartlinger spielten tags zuvor in der U23 gegen Darmstadt (0.0). Danny Schwarz saß trotz Meniskusproblemen erstmals seit dem Ahlen-Spiel wieder auf der Bank. Kurzfristig musste Torben Hoffmann, der für die Startelf vorgesehen war, wegen Adduktorenproblemen beim Warmlaufen passen. Für ihn kam Timo Gebhart in die Mannschaft.

Spielverlauf: Die Löwen begannen engagiert, zeigten auch gegenüber den letzten Spielen eine klare spielerische Steigerung, wenngleich auch diesmal nicht alles gelang. Die erste Chance besaßen trotzdem die Weiß-Blauen. Im Anschluss an einen Einwurf auf der rechten Seite flankte Daniel Bierofka hoch in die Mitte, Manuel Schäffler verlängerte den Ball mit dem Kopf auf Benjamin Lauth, der aus halblinker Position aus neun Metern mit einem artistischen Fallrückzieher nur knapp übers Tor schoss (7.). Ingolstadt, das weitgehend in die eigene Hälfte zurückgedrängt wurde, konnte sich in der 39. Minute gut in Szene setzen. Vratislav Lokvenc kam auf der rechten Außenbahn in abseitsverdächtiger Position ans Leder, seine scharfe Hereingabe ans vordere Torraumeck verpasste Ersin Demir nur knapp im Zweikampf mit Mate Ghvinianidze. Drei Minuten später gelang Daniel Bierofka die längst verdiente Führung - unter kräftiger Mithilfe der FCI-Hintermannschaft. Eine Flanke ans linke Torraumeck konnte Mario Neunaber mit dem Fuß abwehren, der Ball stieg fast kerzengerade in die Höhe, Timo Gebhart schaltete am schnellsten, schirmte das Leder gegen Ingolstadts Keeper Michael Lutz ab, legte zurück auf Daniel Bierofka, der aus 14 Metern das Leder zum 1:0 unter die Querlatte hämmerte (42.).

Nach der Pause erhöhten die Gäste den Druck. Nach einem Missverständnis zwischen Gregg Berhalter und Ghvinianidze konnte Lokvenc am Strafraum unbedrängt mit dem Kopf den Ball auf rechts zu Demir ablegen, der nahm das Leder aus 13 Metern direkt, Löwen-Keeper Philipp Tschauner musste sich strecken, damit er den Ball um den Pfosten des langen Eckes lenken konnte (47.). Aber auch die Sechziger hatten zwei Riesenchancen, um vorzeitig alles klar zu machen. In der 64. Minute lief ein Konter über die rechte Seite, Lauth flankte in den Rücken der Abwehr, Schäffler nahm den Ball aus halbrechter Position direkt aus der Drehung, traf aus 14 Metern aber nur das rechte Lattenkreuz. Fünf Minuten später war es Schäffler, der den startenden Lauth steil bediente. Der lief alleine auf Torhüter Lutz zu, schob kurz vor dem Strafraum das Leder mit dem rechten Außenrist am Schlussmann vorbei - doch auch am Ingolstädter Tor (69.). Es kam, wie es in der derzeitigen Situation der Löwen kommen musste. Lokvenc legte 25 Meter vor dem Löwen-Tor ein hohes Anspiel mit dem Kopf zurück auf den eingewechselten Andreas „Zecke" Neuendorf, der ließ das Leder einmal aufspringen, nahm es aus 30 Metern volley und traf über 1860-Keeper Tschauner hinweg ins rechte obere Kreuzeck zum 1:1 (82.). Mit diesem Treffer kann sich der gebürtige Berliner berechtigte Hoffnung machen, die Wahl zum „Tor des Monats" im September zu gewinnen! Eine Minute später reklamierten die Löwen auf der Gegenseite einen Handelfmeter, nachdem Tobias Fink am Torraum den Ball mit dem Unterarm gespielt hatte. Doch Schiedsrichter Babak Rafati, der sich in einigen Szenen den Zorn der Löwen-Fans und des Trainerstabs zugezogen hatte, ließ weiterspielen. In der Nachspielzeit sah Nikolas Ledgerwood noch Gelb-Rot.

Stimmen zum Spiel:
Marco Kurz war mit der Leistung seines Teams zufrieden. „Wir sind gut ins Spiel gekommen, haben Ingolstadt nicht zur Entfaltung kommen lassen." Ihm und der Mannschaft sei klar gewesen, dass die Gäste nach der Pause die Schlagzahl erhöhen werden. „Wir wussten um die Druckphase, schließlich hatten wir das kräftezehrende Pokalspiel noch in den Knochen. Trotzdem hatte wir uns gute Chancen zur 2:0-Führung herausgearbeitet. Dafür, dass uns die nicht gelungen ist, wurden wir durch das Traumtor von Neuendorf bestraft. Es ist eben ein steiniger Weg zurück in die Erfolgsspur", so der Kommentar des 39-Jährigen, der sich aber sicher ist. „Wenn wir eine solche Konstanz wie gegen Ingolstadt Woche für Woche zeigen, dann werden wir solche Spiele auch wieder gewinnen."

Für FCI-Coach Thorsten Fink ging die Punkteteilung in Ordnung, „weil wir nach der Pause mehr fürs Spiel gemacht haben. Die 1. Halbzeit war ausgeglichen", so die Sichtweise des Ex-Bayern-Profis. „Das erste Tor für Sechzig war regulär", sagte er, obwohl sich sein Torhüter bitter beim Unparteiischen beschwert hatte. „Wir haben einen guten Schiedsrichter und ein gutes Spiel gesehen. Da, wo wir momentan in der Tabelle stehen, habe ich meine Mannschaft auch positioniert."

Gregg Berhalter ärgerte sich über das Ingolstädter Tor nach 360 Minuten ohne Gegentreffer in einem Pflichtspiel in der Allianz Arena. „Ich hatte eigentlich nie das Gefühl, dass Ingolstadt ein Tor schießen könnte", so der US-Amerikaner. „Dass Ingolstadt ein so überragendes Tor macht, kommt auch nicht alle Tage vor. Der Ausgleich fiel zu spät, als dass wir noch mal eine Wende herbeiführen hätten können." Der 35-Jährige attestierte der gesamten Mannschaft eine gute Leistung. „Alle haben gekämpft, das einzige, was gefehlt hat, war das zweite Tor." Im Team herrsche wieder eine positive Stimmung. „Wir haben das Gefühl, dass wir diese schlechte Serie beenden können. Heute war ein Fortschritt zu erkennen."

Verteidiger-Kollege Mate Ghvinianidze war nach dem Remis geknickt. „Wir haben 80 Minuten alles versucht, besaßen genügend Chancen. Wenn du in der 82. Minute dann so ein Tor bekommst, dann ist das traurig. Mit dem Ergebnis können wir sicher nicht zufrieden sein. So ein Schuss gelingt höchstens einmal im Jahr", kommentierte er den Treffer von Andreas Neuendorf. „Wir haben im gesamten Spiel wenige Torchancen zugelassen. Die Verteidigung konnte bei dem Gegentor nichts machen." Nach wie vor sei das Bestreben da, sich von Spiel zu Spiel zu verbessern. „Das ist uns gegen Ingolstadt gelungen."

„Es war deutlich sichtbar, dass man von einem Fortschritt sprechen kann", sagte Geschäftsführer Stefan Reuter. Leidenschaft, Laufbereitschaft und Einsatzwillen hätten gestimmt. „Wir konnten nur das 2:0 nicht machen, der Gegentreffer war bitter" so der 41-Jährige, „aber das spricht für die momentane Situation. Unter dem Strich haben wir unglücklich den Sieg verpasst, weil wir bessere Möglichkeiten als Ingolstadt hatten." Positiv fand der Welt- und Europameister auch, dass die Mannschaft die Bälle wesentlich früher als noch gegen Duisburg zurück gewonnen hatte. „Sicher war nicht alles wunderbar, aber eine spielerische Steigerung konnte man klar erkennen." Ein dickes Lob hatte er für den 19-jährigen Manuel Schäffler parat. „Er hat unglaublich gefightet, schade, dass sein Drehschuss ans Lattenkreuz ging." Reuter fordert jetzt vollste Konzentration auf die Partie beim FSV Frankfurt. „Wir müssen in das Spiel gehen, als wenn es ein K.o.-Spiel wäre und alles dafür tun, um die gleich Power wie gegen Ingolstadt auf den Platz zu bringen."

Andreas „Zecke" Neuendorf freute sich über seinen Treffer, titulierte ihn aber selbst als „Sonntagsschuss. Ich hab' kurz überlegt, ob ich ihn stoppen soll, dann habe ich aber einfach draufgehalten." Der Routinier zeigte sogar Mitleid mit den Löwen. „Sechzig hat eine junge Mannschaft. Es ist enorm, welcher Druck auf ihnen lastet. Wir sind zwar neu in der Liga, aber alles andere als unerfahren", so der gebürtige Berliner. „Unsere spielerische Klasse konnten wir heute nicht zeigen. Wir haben deshalb viel mit langen Bällen operiert." Neuendorf ist sich sicher, dass der FCI die Klasse hält. „Es lief gegen Sechzig nicht alles so, wie wir es wollten. Mit dem Ergebnis können wir aber zufrieden sein."
 
1860:
12 Tschauner - 33 Johnson, 19 Ghvinianidze, 5 Berhalter, 23 B. Schwarz - 18 Gebhart, 22 L. Bender, 25 Ledgerwood, 7 Bierofka - 27 Schäffler, 11 Lauth.
Ersatz: 1 Hofmann (Tor) - 8 D. Schwarz, 9 Di Salvo, 14 Holebas, 17 S. Bender, 24 Kucukovic.
FCI:
1 Lutz - 20 Keidel, 17 Neunaber, 5 Dreßler, 3 Gerber - 8 Karl - 10 Jungwirth, 27 Rama - 6 Leitl - 9 Lokvenc, 7 Demir.
Ersatz: 35 Krüger (Tor) - 4 Schwarz, 11 Neuendorf, 15 Fink, 18 Hagmann, 19 Metzelder, 23 Wohlfarth.
Wechsel:
S. Bender für L. Bender (63.), Holebas für Gebhart (80.), Di Salvo für Lauth (85.) - Neuendorf für Jungwirth. (66.), Wolfarth für Rama (66.), Fink für Keidel (80.).
Tore:
1:0 Bierofka (42.), 1:1 Neuendorf (82.).
Gelbe Karte:
S. Bender - Gerber, Lutz, Leitl, Keidel.
Gelb-Rote Karte:
Ledgerwood (90.).
Zuschauer:
31.000 in der Allianz Arena.
Schiedsrichter:
Babak Rafati (Hannover); Assistenten: Kuno Fischer (Leer), Arne Aarnink (Nordhorn)
 


5. Spieltag - 19. September 2008
FC St. Pauli 1 : 0 1860 München
 
19.09.2008 | 20:45 Uhr

Löwen verlieren nach ängstlicher 1. Halbzeit auf St. Pauli

ützen Filip Trojan, der später verletzungsbedingt ausgetauscht werden musste. Im Hintergrund Benjamin Lauth.
Die Löwen konnten das Selbstbewusstsein aus dem 2:0-Erfolg über den MSV Duisburg nicht mit ins Spiel beim FC St. Pauli nehmen und verloren nach einer schlechten und ängstlichen 1. Halbzeit mit 0:1. Ein Stellungsfehler in der 1860-Hintermannschaft begünstigte den einzigen Treffer des Abends durch Filip Trojan (23.).

Personal: Löwen-Trainer Marco Kurz musste verletzungsbedingt auf Berkant Göktan (Fuß-OP), Markus Schroth (Aufbautraining) und Danny Schwarz (Außenmeniskusschaden) verzichten, Sven Bender fehlte wegen den Nachwehen eines grippalen Infekts. Mathieu Beda musste sein zweites von drei Spielen Sperre wegen der Roten Karte aus der Partie gegen Ahlen absitzen. Markus Krauss, Florian Jungwirth, Christoph Burkhard und Alexander Eberlein spielten fast zeitgleich mit der U23 gegen den TSV Großbardorf.
Spielverlauf: Wie im Heimspiel gegen Mainz „verpennten" die Löwen auch am Hamburger Millerntor die 1. Halbzeit. Zudem unterliefen ihnen wieder katastrophale Stellungs- und Abspielfehler. Ein solcher führte in der 23. Minute zur Führung für den FC St. Pauli. Ein hoch und weit geschlagener Ball aus der eigenen Hälfte von Ralph Gunesch unterliefen Markus Thorandt und Mate Ghvinianidze, die auf Abseits spielten, Filip Trojan lief von links in die Mitte, erwischte das Leder an der Strafraumlinie mit dem Fuß, legte es so quer am herauseilenden Löwen-Keeper Philipp Tschauner vorbei und traf aus spitzem Winkel zum 1:0 ins leere Tor. In der 34. Minute die erste erfolgsversprechende Offensivaktion der Sechziger. Daniel Bierofka tankte sich auf der linken Strafraumseite bis zur Grundlinie durch, sein Flachpass in die Mitte fand aber keinen Abnehmer. Im direkten Gegenzug unterlief Gregg Berhalter ein katastrophaler Rückpass, der René Schnitzler als perfekte Steilvorlage diente. Der Stürmer lief alleine auf Torhüter Tschauner zu, doch der konnte seinen Schuss im Eins-gegen-Eins mit dem Fuß abwehren.
Auch nach der Pause besaßen die Gastgeber die erste Möglichkeit. Nach einem Freistoß von der linken Seite kam Fabian Boll aus acht Metern an den Ball, köpfte aber knapp am linken Pfosten des Löwen-Tores vorbei (48.). Etwa nach einer Stunde übernahmen die Weiß-Blauen das Zepter, angetrieben von Kapitän Daniel Bierofka, der zur Pause am Sprunggelenk (Risswunde) genäht werden musste, mit Schmerzen aber durchspielte. Mit den Hereinnahmen von Timo Gebhart und Manuel Schäffler wurde das Offensivspiel belebt. Zum anderen wurden die Hanseaten immer müder, mussten ihrem hohen Anfangstempo Tribut zollen. Die erste gute Möglichkeit des gesamten Spiels für den TSV 1860 besaß Gebhart in der 64. Minute. Nach einem schönen Dribbling zog er aus 15 Metern mit rechts ab, traf aber nur das Außennetz. In der Folge schnürten die Löwen die Gastgeber zeitweise in der eigenen Hälfte ein, doch die verbarrikadierten sich geschickt vorm eigenen Strafraum, sodass immer ein Bein den letzten Pass oder den Schuss blockte. Bis zum Schlusspfiff hatten die Löwen trotz optischer Überlegenheit keine einzige klare Chance mehr, sodass es bei der vierten Saison-Niederlage mit einem Tor Differenz blieb.

Stimmen zum Spiel:
Löwen-Trainer Marco Kurz hatte kein Verständnis für die Vorstellung seines Teams in der 1. Halbzeit. „Wer so ängstlich in ein Spiel geht, kann nicht punkten. Da hat keiner dem anderen geholfen. Die Torchancen, die wir zugelassen haben, waren kapitale Fehler", monierte der 39-Jährige. „In der 2. Halbzeit ist die Mannschaft marschiert, war sehr dominant und hatte Möglichkeiten. Aber das muss bereits von Beginn an passieren, sonst ist es zu wenig, um von St. Pauli etwas mitzunehmen." Ohne Mumm wäre sein Team das Spiel angegangen. „Da muss sich jeder hinterfragen, woran das liegt. Dass es anders geht, hat die Mannschaft gegen Duisburg gezeigt." Kurz fordert von seiner Mannschaft „mehr Arsch in der Hose", gerade bei Auswärtsspielen. „Mit solchen einfachen individuellen Fehlern wie gegen St. Pauli zerreißen wir uns die Spiele selbst", so sein Fazit.

Für St. Paulis Trainer Holger Stanislawski war die Defensivleistung der entscheidende Faktor zum Sieg. „Es war sehr wichtig, dass wir hinten zu Null gespielt haben. Für eine gute Abwehr ist nicht wichtig, wie viele Verteidiger spielen, sondern wie die Mannschaft gegen den Ball arbeitet", begründet er die offensive Ausrichtung trotz einiger Ausfälle von Defensivkräften. „Deswegen haben wir heute bewusst offensiv aufgestellt und sogar auf einen Sechser verzichtet. Nur hätten wir vor der Pause noch das 2:0 nachlegen müssen." In der 2. Halbzeit sei Sechzig stärker geworden. „In dieser Phase hatten wir zu viele leichte Ballverluste. Trotzdem ist die Taktik aufgegangen."

1860-Keeper Philipp Tschauner konnte sich nicht erklären, wieso die Mannschaft so ängstlich und nervös in die 1. Halbzeit ging. „So dürfen wir uns nicht präsentieren. In der 2. Halbzeit können wir uns nichts vorwerfen, da haben wir alles versucht, um den Ausgleich zu schaffen." Tschauner weiß, dass nach der Niederlage wieder die Diskussionen aufleben werden. „Diese Unruhe haben wir uns durch die Niederlage selbst zuzuschreiben", hat der 22-Jährige erkannt. „Bereits am Dienstag besitzen wir im Pokal gegen Duisburg die Möglichkeit, wieder einen Schritt nach vorne zu gehen. Auch das Heimspiel gegen Ingolstadt müssen wir jetzt gewinnen."

„Erst ab der Einwechslung von Manuel Schäffler und Timo Gebhart haben wir besser nach vorne gespielt", analysierte Geschäftsführer Stefan Reuter die Partie. „Bis dahin haben wir viel zu wenig getan und waren nicht aggressiv genug, um auswärts etwas zu holen."
 
St. Pauli:
25 Hain - 24 Rothenbach, 11 Gunesch, 14 Eger, 13 Weigelt - 17 Boll - 18 Ludwig, 6 Trojan, 8 Bruns - 9 Schnitzler, 7 Hennings.
Ersatz:
1 Borger (Tor) - 5 Brunnemann, 12 Schultz, 22 Biermann, 23 Hoilett, 26 Sako, 34 Theißen.
1860:
12 Tschauner - 16 Thorandt, 19 Ghvinianidze, 5 Berhalter, 23 B. Schwarz - 33 Johnson, 22 L. Bender, 25 Ledgerwood, 7 Bierofka - 9 Di Salvo, 11 Lauth.
Ersatz:
1 Hofmann (Tor) - 4 Hoffmann, 14 Holebas, 18 Gebhart, 24 Kucukovic, 26 Baumgartlinger, 27 Schäffler.
Wechsel:
Trojan für Hoilett (54.), Schultz für Ludwig (74.), Brunnemann für Schnitzler (85.) - Gebhart für Thorandt (54.), Schäffler für Di Salvo (54.), Kucukovic für L. Bender (74.).
Tor:
1:0 Trojan (23.).
Gelbe Karte:
Boll - Ledgerwood, Thorandt, Ghvinianidze, Berhalter.
Zuschauer:
22.217 im Stadion am Millerntor.
Schiedsrichter:
Marco Fritz (Korb); Assistenten: Arno Blos (Altbach), Dominik Schaal (Tübingen).
 


4. Spieltag - 15. September 2008
1860 München 2 : 0 MSV Duisburg
 
15.09.2008 | 22:30 Uhr

Löwen zeigen Reaktion, bezwingen Zebras

Die Löwen schafften durch eine Energieleistung gegen den MSV Duisburg in der Allianz Arena den ersten Sieg nach null Punkten aus drei Spielen. Dem 1:0 durch ein Kopfballtor von Daniel Bierofka vor der Pause (29.), ließ der eingewechselte Timo Gebhart das 2:0 in der 71. Minute folgen. Damit verließen die Sechziger den letzten Tabellenplatz, stehen nun auf Rang zwölf.

Personal: Löwen-Cheftrainer Marco Kurz musste verletzungsbedingt auf Berkant Göktan (Fuß-OP), Markus Schroth (Aufbautraining) und Danny Schwarz (Außenmeniskusschaden) verzichten. Mathieu Beda fehlte wegen seiner Roten Karte aus dem Spiel gegen Ahlen (3 Punktspiele Sperre). Markus Krauss, Florian Jungwirth, Christoph Burkhard, Julian Baumgartlinger und Alexander Eberlein hatten in der U23 gespielt (0:3 gegen Heidenheim).

Spielverlauf: Die Löwen begannen sehr aggressiv und mit einer hohen Laufbereitschaft. Die erste gute Chance besaßen sie in der 6. Minute. Zuerst dribbelte Benjamin Lauth über halblinks in den Strafraum. Dort kam er im Zweikampf zu Fall, doch Schiedsrichter Dr. Jochen Drees ließ weiterspielen. Daniel Bierofka kam ans Leder, zog aus 15 Metern mit links ab, traf aber nur den Pfosten des Duisburger Tores. Auch in der 17. Minute landete der Ball nicht im Netz. Einen indirekten Freistoss aus 20 Metern setzte Gregg Berhalter nur um Zentimeter neben den rechten Pfosten. Aber auch die Gäste hatten immer wieder gefährliche Aktionen. Nach einem schnellen Gegenzug über die linke Angriffsseite flankte Chinedu Edu scharf ans kurze Eck, Dorge Kouemaha war schneller als Gegenspieler Mate Ghivnianidze, lief in die Flanke, doch sein Kopfball aus acht Metern konnte 1860-Keeper Philipp Tschauner gerade noch mit einem Reflex über die Querlatte lenken (18.). In der 29. Minute der Führungstreffer für die Weiß-Blauen: Markus Thorandt hatte sich mit einer Energieleistung über die rechte Seite bis zur Grundlinie durchgetankt, seine Flanke wurde von Mounir Chaftar noch leicht abgefälscht, sodass sich der Ball wie eine Bogenlampe über MSV-Torhüter Tom Starke senkte. Daniel Bierofka war am langen Eck zur Stelle, köpfte aus kurzer Distanz zum 1:0 in die Maschen. Kurz vor der Pause hatten die Löwen nochmals eine brenzlige Situation zu überstehen. Chaftar kam fast von der linken Außenlinie frei zum Flanken, erneut war es Kouemaha, der acht Meter vorm Tor frei zum Kopfball hochstieg, aber über das 1860-Gehäuse köpfte (41.).

Nach der Pause erreichten beide Teams nicht mehr die Klasse der ersten 45 Minuten. Sie mussten dem hohen Anfangstempo Tribut zollen. Duisburg schaffte es nicht, die gut stehende Löwen-Defensive vor größere Probleme zu stellen. Trotzdem war auch bei den Weiß-Blauen die Nervosität zu spüren. Diese legte sich erst in der 71. Minute. Der eingewechselte Manuel Schäffler kam auf der linken Strafraumseite mit rechts zum Flanken, Benjamin Schwarz verlängerte per Hinterkopf auf Lauth, der mit seinem Schuss aus sieben Metern zunächst an Keeper Starke scheiterte. Timo Gebhart überriss die Situation am schnellsten, schob das Leder zwischen Verteidiger und Torwart hindurch zum 2:0 ins Netz (71.). Lediglich in der vorletzten Minute mussten die Sechziger nochmals kurzzeitig zittern. Gregory Christ hatte von links geflankt, Kouemaha prüfte Tschauner mit einem Kopfballaufsetzer aus neun Metern, den der Löwen-Keeper jedoch mit einer Hand parierte (89.). So feierten das Team von Marco Kurz seine ersten drei Punkte der Saison.

Stimmen zum Spiel:
„Die Mannschaft war von Beginn an hoch motiviert, wollte das Spiel auf Biegen und Brechen für sich entscheiden", analysierte Löwen-Trainer Marco Kurz die Partie. Der 39-Jährige freute sich über den Sieg, sieht das Team aber noch lange nicht am Ziel. „Das war ein Schritt in die richtige Richtung - mehr nicht." Die Mannschaft habe in der Partie gegen Duisburg bewiesen, „dass wir ein Team sind. Das ganze Spiel war eine einzige Energieleistung. Allein schon die Vorarbeit von Markus Thorandt zum 1:0", führte Kurz als eindrucksvolles Beispiel an. „Es war schließlich keine einfache Situation für uns. Die Mannschaft zeigte eine hervorragende Reaktion, hat den Sieg regelrecht erzwungen. Sie kann stolz auf sich sein." Kurz betonte nochmals, dass es in diesem Spiel nicht um seine Person gegangen sei, „sondern um die Mannschaft. Sie wollte die Trendwende herbeiführen."

MSV-Coach Rudi Bommer sprach davon, dass sein Team in der 1. Halbzeit gut ins Spiel gekommen sei. „Wir hatten drei gute Möglichkeiten. Im Gegenzug hatte Sechzig zwei sehr gute, wovon sie eine machen. Die Flanke zum 1:0 war zwar abgefälscht, aber wir haben bei dem Tor auch gepennt", so der Ex-Profi. Gar nicht zufrieden war der gebürtige Unterfranke mit den zweiten 45 Minuten. „Da waren wir in den Zweikämpfen viel zu weit weg, haben Sechzig freien Lauf gelassen."

Kapitän Daniel Bierofka freute sich über seinen Kopfballtreffer zum 1:0. Ein Novum sei das Tor aber nicht gewesen. „Ich habe schon gegen Bayern, Bremen und Gladbach mit dem Kopf getroffen", konnte er seine bisherigen Treffer mit der Stirn genau aufzählen. „Es war bereits mein viertes Kopfballtor." Vor dem Spiel, so Bierofka, hätte eine enorme Anspannung im Team geherrscht. „Das konnte man den ganzen Tag im Hotel merken. Alle waren froh, als es endlich losging." Leidenschaft, Kampf und Moral hätten gegen Duisburg gestimmt. „Natürlich wissen wir, dass wir uns spielerisch noch steigern müssen. Auch nach dem 1:0 hätten wir ruhiger spielen müssen", so der 29-Jährige, „da haben wir den Gegner aufgebaut." Für Bierofka war es auch ein Sieg für Marco Kurz. „Wir haben für den Trainer gespielt", sagte er, „das ist für die Mannschaft nicht nur eine Floskel." Jetzt könne man mit breiter Brust nach St. Pauli fahren. „Schließlich haben wir nicht gegen irgendeinen Gegner gewonnen. Duisburg ist ein Bundesliga-Absteiger, der sofort wieder nach oben will."

Youngster Manuel Schäffler, der sein Debüt in der Allianz Arena gab und an der Vorbereitung des zweiten Treffers beteiligt war, unterstützte die Aussage seines Kapitäns. „Wir wollten in diesem Spiel auch zeigen, dass Marco Kurz kein schlechter Trainer ist. Was die Mannschaft gegen Duisburg abgeliefert hat, war reiner Kampf, dadurch haben wir uns den Sieg geholt."

„Der Trainer hat uns in der Länderspielpause super auf dieses Spiel eingestellte", resümierte Löwen-Torwart Philipp Tschauner. „Ich finde es gut, dass es jetzt Schlag auf Schlag geht: Am Freitag in St. Pauli, am kommenden Dienstag im Pokal wieder gegen Duisburg. Wir haben noch einiges gutzumachen. Deshalb müssen wir nachlegen." Für die Torwart-Diskussion vor dem Duisburg-Spiel hatte Tschauner nur ein mildes Lächeln übrig. „Mir ist es egal, was in den Zeitungen steht. Ich wusste, dass ich die Nummer eins bin. Durch die ganzen Spekulationen habe ich mich nicht aus der Ruhe bringen lassen."

Für die Bender-Zwillinge war es eher ein durchwachsener Abend. Lars Bender musste nach einem Tritt von Serge Branco ins Gesicht mit dem Verdacht auf eine Jochbein-Prellung ausgetauscht werden, Sven war schon in der Pause in der Kabine geblieben. „Ich war fix und fertig", erzählte der jüngere Zwilling. „Ich hatte Schwindelanfälle und Kopfweh. Aber Hauptsache ist, dass wir gewonnen haben. Das ist das Wichtigste!"

1860:
12 Tschauner - 16 Thorandt, 19 Ghvinianidze, 5 Berhalter, 23 B. Schwarz - 33 Johnson, 22 L. Bender, 17 S. Bender, 7 Bierofka - 9 Di Salvo, 11 Lauth.
Ersatz:
1 Hofmann (Tor) - 4 Hoffmann, 14 Holebas, 18 Gebhart, 24 Kucukovic, 25 Ledgerwood, 27 Schäffler.
MSV:
1 Starke - 14 Branco, 32 Brzenska, 4 Schlicke, 5 Chaftar - 10 Makiadi, 20 Grlic, 8 Tararache 21 Ede - 7 Wagner, 19 Kouemaha.
Ersatz:
18 Herzog (Tor) - 2 Avalos, 6 Sahan, 15 Christ, 16 Adler, 27 Atem, 28 Veigneau.
Wechsel:
Ledgerwood für S. Bender (46.), Gebhart für L. Bender (62.), Schäffler für Di Salvo (71.). - Atem für Wagner (57.), Christ für Ede (70.), Adler für Makiadi (83.).
Tore:
1:0 Bierofka (29.), 2:0 Gebhart (71.).
Gelbe Karte:
Di Salvo, Gebhart - Grlic, Tararache.
Zuschauer:
 18.500 in der Allianz Arena.
Schiedsrichter:
Dr. Jochen Drees (Münster-Sarmsheim); Assistenten Christian Schräer (Emsdetten), Torsten Bauer (Seesbach).
 


3. Spieltag - 31. August 2008
RW Ahlen 2 : 1 1860 München
 
31.08.2008 | 17:20 Uhr

Ahlen trifft gegen zehn Löwen in der Nachspielzeit

Ein erneuter Nackenschlag für die Löwen: Obwohl die Weiß-Blauen die Partie in der 1. Halbzeit dominierten, gerieten sie durch Marinko Miletic in Rückstand (56.) und verlor
Ein erneuter Nackenschlag für die Löwen: Obwohl die Weiß-Blauen die Partie in der 1. Halbzeit dominierten, gerieten sie durch Marinko Miletic in Rückstand (56.) und verloren anschließend Mathieu Beda nach einer Notbremse durch die Rote karte (69.). Zu zehnt schafften sie durch Daniel Bierofka in der 85. Minute den Ausgleich, ehe René Müller in der Nachspielzeit zum 2:1 traf.

Personal: Marco Kurz musste in Ahlen auf Berkant Göktan (Fuß-OP), Markus Schroth (Aufbautraining), Lars Bender (Muskelprobleme), Timo Gebhart (Faserriss in der Wade) und Mate Ghvinianidze (starke Wadenprellung) verzichten. Manuel Schäffler und Christoph Burkhard standen erstmals in dieser Saison im Profikader. Florian Jungwirth, Benjamin Schwarz, Alexander Eberlein, Markus Krauss sammelten Spielpraxis in der U23 - wie übrigens Schäffler auch - beim 1:1 in Reutlingen zwei Tage zuvor.

Spielverlauf: Die Löwen zeigten sich in der 1. Halbzeit wesentlicher präsenter als eine Woche zuvor im Heimspiel gegen Mainz. Ahlen schoss zwei Minuten vor der Pause erstmals aufs Löwen-Tor! In der 11. Minute hatte Benjamin Lauth auf der rechten Seite Antonio Di Salvo steil angespielt. Der Stürmer ging bis zur Grundlinie, legte zurück in die Mitte auf Danny Schwarz, doch dessen Schussversuch aus zehn Metern wurde zum Eckball abgeblockt. Ab etwa einer halben Stunde übernahmen die Weiß-Blauen die Initiative, dominierten das Spiel. Vor allem der agile Daniel Bierofka mischte ein ums andere Mal die Ahlener Defensive auf. Eine Freistoßflanke des Kapitäns aus dem Halbfeld fast von der rechten Außenlinie erreichte Lauth vor Marinko Miletic mit dem Kopf, der Ball landete aber am Außennetz des Ahlener Tores (29.). Nach einem von rechts getretenen Eckball von Bierofka stieg Torben Hoffmann in der Mitte am höchsten, doch sein Kopfball aus sechs Metern landete genau auf dem Körper von Keeper Dirk Langerbein (33.). Drei Minuten später spielte Di Salvo auf der linken Seite Sven Bender an, der flankte von der Grundlinie in die Mitte, wo Lauth zum Schuss kam, aber Baldassare di Gregorio sich im letzten Augenblick in den Ball warf (36.). In der 43. Minute dann der besagte erste Torschuss von Ahlen. Nach einem weiten Einwurf kam Daniel Chitsulo an der Strafraumgrenze relativ unbedrängt ans Leder, sein Schuss landete zum Glück für die Löwen aber einen Meter über der Querlatte (43.). In der letzten Spielminute vor der Pause zog Sven Bender vom rechten Strafraumeck ab, doch der Ball rauschte knapp übers rechte Kreuzeck (45.).

Die ersten Minuten nach der Pause gehörten überraschend den Gastgebern. Die Löwen waren in dieser Phase zu passiv, bauten so den Gegner auf. In der 53. Minute flankte Marcel Busch von rechts ans linke Torraumeck, wo Chitsulo mutterseelenallein an den Ball kam, aber der schwache Kopfball aufs kurze Eck bereitete Tschauner keine Probleme. Drei Minuten später war die 1860-Defensive erneut nicht im Bilde. Nach einem Eckball von Philipp Heithölter kam der Ball erneut zum Mittelfeldspieler auf der rechten Seite, der zog ihn mit links vors Tor, Miletic am ersten Pfosten streifte das Leder noch leicht mit dem Kopf, das jedoch ohne sichtbare Richtungsänderung im langen Eck der Löwen zum 1:0 landete (56.). Danach drängten die Sechziger auf den Ausgleich. Mathieu Beda spielte einen weiten Ball aus der eigenen Hälfte an den rechten Ahlener Torraum, Lauth pflückte das Leder aus der Luft, doch Torhüter Langerbein klärte mit dem Fuß vor dem einschussbereiten Löwen-Stürmer (60.). Manuel Schäffler sorgte in der 66. Minute mit seiner ersten Aktion nach seiner Einwechslung für Gefahr. Einen auf ihn gespielten Freistoß-Ball von Beda aus zentraler Position ließ er mit dem Rücken zum Tor von der Brust abprallen, nahm das Leder aus der Drehung aus 14 Metern volley, doch Torhüter Langerbein lenkte den Ball gerade noch um den linken Pfosten. Drei Minuten später standen die Sechziger plötzlich nur noch mit zehn Mann auf dem Spielfeld. Nach einem katastrophalen Rückpass von Sven Bender, den Lars Toborg als erster erreichte, versuchte Beda zu verhindern, dass der Stürmer alleine auf Tschauner zulief. Aber der Franzose traf die Beine des Ahlener Angreifers, sodass die logische Konsequenz für den letzten Mann der Löwen die Rote Karte war (69.). Aber auch danach gaben sich die Sechziger nicht auf, wenngleich Ahlen nun viel Platz zum Kontern besaß. So stand in der 73. Minute nach einem gekonnten Hackentrick Chitsulo total frei auf der linken Strafraumseite. Sein Schuss aus zwölf Metern konnte Tschauner jedoch aus dem kurzen Eck fischen. Die nächste gute Chance gehörte den Weiß-Blauen. Bierofka hatte vom rechten Strafraumeck in die Mitte geflankt, Lauth kam aus acht Metern zum Flugkopfball, traf den Ball aber nicht voll, der am langen Eck vorbei ins Aus drudelte (80.). In der 85. Minute konnten die Löwen dann jubeln. Bierofka war von der linken Außenlinie Richtung Mitte gedribbelt, schlenzte aus 30 Metern den Ball vors Tor. Schäffler verpasste das Leder in zentraler Position, das aber trotzdem den Weg zum 1:1 ins lange Eck fand (85.). Als alle mit einem Remis rechneten, schlugen die Ahlener nochmals zu. Sven Bender und Markus Thorandt behinderten sich bei einer Kopfball-Abwehr gegenseitig. Das Leder kam zu einem Ahlener, der sofort Chitsulo auf der linken Seite anspielte. Der Stürmer flankte auf zweiten Pfosten, Marcel Busch erreichte den Ball gerade noch vor der Außenlinie, passte ihn zurück, wo der eingewechselte René Müller aus drei Metern nur noch den Fuß hinhalten musste und zum 2:1 in der Nachspielzeit traf (90.). Damit war die dritte Niederlage im dritten Saisonspiel, wenn auch äußerst unglücklich, für die Löwen besiegelt.

Stimmen zum Spiel:
Die fehlenden Spieler und die Verletzung von Danny Schwarz in der Anfangsphase wollte Löwen-Trainer Marco Kurz nicht als Entschuldigung gelten lassen. „Wir haben Spieler im Kader, die den Anspruch haben, Zweite Liga zu spielen. Wenn sie dann die Möglichkeit bekommen, ihren Anspruch zu beweisen, dann müssen sie das auch umsetzen." Beide Teams seien zu Beginn „nicht sattelfest" gewesen. „Wir haben aber als Erster ins Spiel gefunden und in der Defensive nichts zugelassen." Erneut sei das Gegentor nicht aus einer Kombination heraus gefallen, sondern im Anschluss an eine Standardsituation. „Trotz Unterzahl sind wir zurückgekommen. Das zeigt mir, dass die Moral der Mannschaft intakt ist", so der 39-jährige Fußball-Lehrer. „Aber das 1:2 war bezeichnend für unsere momentane Situation, dass wir ausgerechnet in der letzten Minute das Gegentor schlucken müssen." Mit der erneuten Niederlage „wird es sicher nicht ruhiger bei uns", weiß Kurz, was auf ihn in den nächsten Tagen zukommen wird. „Die Mannschaft hat gefightet, aber die Gegentore wieder zu einfach zugelassen", so sein Resümee.

Ahlens Trainer Christian Wück war natürlich überglücklich. „Nach dem 1:1 habe ich nicht mehr an den Sieg geglaubt. Unser Tor war ein Zufallstreffer, das Tor von Sechzig ebenfalls", analysierte der 35-Jährige. „Es wäre also ein gerechtes Unentschieden gewesen." Wück bewies mit der Einwechslung von René Müller ein glückliches Händchen. „Dass natürlich ausgerechnet er das zweite Tor gemacht hat, ist für uns optimal." Sein Team sei nach dem Aufstieg noch in der Entwicklung. „Heute hat man gesehen, dass wir noch sehr viel lernen müssen. Wenn wir in dieser Lernphase wie heute mit sehr viel Glück gewinnen, dann sind das für uns Bonuspunkte." Als Geheimnis für den Ahlener Erfolg bezeichnet der Coach den Zusammenhalt und „dass wir an uns glauben. Das hat man in der letzten Minute gesehen".

Löwen-Kapitän Daniel Bierofka sprach von einer „Riesenenttäuschung", stellte aber klar. „Wir stehen hundertprozentig zum Trainer. Ich bin absolut überzeugt, dass wir gemeinsam die Situation meistern werden." Die Moral der Mannschaft sei intakt. Das habe man nach dem Rückstand und dem Platzverweis von Mathieu Beda gesehen. „Aber uns können jetzt nur Erfolge weiterhelfen - wie, das ist egal. Wir sind jetzt ganz unten, es kann also nur aufwärts gehen."

„Wir müssen jetzt unbedingt das Heimspiel gegen Duisburg gewinnen", sagte auch Torben Hoffmann, „egal wie. Auch wenn wir Scheiße spielen - es zählen am Ende nur die drei Punkte."
 
Ahlen:
1 Langerbein - 2 Busch, 23 di Gregorio, 4 Miletic, 6 Maul - 31 Book, 8 Thioune, 10 Gibson - 17 Heithölter, 9 Chitsulo 11 Toborg.
Ersatz: 12 Tapu (Tor) - 3 Schaffrath, 5 Kittner, 16 Müller, 18 Reus, 19 Döring, 21 Großkreutz.
1860:
12 Tschauner - 44 Hoffmann, 16 Thorandt, 6 Beda, 33 Johnson - 25 Ledgerwood - 7 Bierofka, 8 D. Schwarz, 14 Holebas - 11 Lauth, 9 Di Salvo.
Ersatz: 1 Hofmann (Tor) - 5 Berhalter, 17 S. Bender, 20 Burkhard, 24 Kucukovic, 26 Baumgartlinger, 27 Schäffler.
Wechsel:
Großkreutz für Book (71.), Müller für Toborg (79.), Schaffrath für Heithölter (82.) - S. Bender für D. Schwarz (19.), Baumgartlinger für Ledgerwood (54.), Schäffler für Holebas (65.).
Tore:
1:0 Miletic (56.), 1:1 Bierofka (85.), 2:1 Müller (90.).
Gelbe Karte:
Miletic, Busch, Chitsulo - Holebas, Di Salvo.
Rote Karte:
Beda (69.).
Zuschauer:
4.223 im Wersestadion.
Schiedsrichter:
Tobias Christ (Kaiserslautern); Assistenten: Raphael Seiwert (Merzig-Merchingen), Patrick Alt (Illingen).
 


2. Spieltag - 24. August 2008
TSV 1860 1 : 2 Mainz 05
 
24.08.2008 | 16:50 Uhr

Desolate Löwen-Vorstellung vor der Pause

Zwei grundverschiedene Halbzeiten endeten bei der Heimpremiere der Löwen mit einer 1:2-Niederlage gegen den FSV Mainz 05. Miroslav Karhan hatte die Rheinhessen in der 7. Minute in Führung gebracht, Nikolce Noveski erhöhte auf 2:0 (32.). Den Weiß-Blauen gelang kurz nach der Pause nur noch der Anschlusstreffer durch Mustafa Kucukovic (47.) in einem Spiel, in dem sie in den ersten 45 Minuten vollkommen von der Rolle waren.

Personal: Löwen-Cheftrainer Marco Kurz musste gegen Mainz auf Berkant Göktan (Müdigkeits- und Erschöpfungssyndrom), Markus Schroth (Aufbautraining), Lars Bender (Muskelprobleme) und Benjamin Schwarz (Trainingsrückstand nach Knieproblemen) verzichten. Florian Jungwirth, Christoph Burkhard, Manuel Schäffler, Alexander Eberlein und Markus Krauss sammelten am Freitag zuvor Spielpraxis in der U23, die 0:1 gegen Eintracht Frankfurt im Grünwalder Stadion verlor.

Spielverlauf: Die Löwen begannen überraschend nervös mit vielen Fehlpässen im Aufbauspiel und Stellungsfehlern in der Defensive. Fast folgerichtig gerieten sie in Rückstand. Ein weiter Einwurf der Mainzer fast an der Mittellinie auf der linken Seite, Berhalter verschätzte sich, unterlief den Ball. Srdjan Baljak nahm das Leder auf, legte im Strafraum quer auf den völlig freistehenden Miroslav Karhan, der aus zehn Metern zum 1:0 traf (7.). Die Weiß-Blauen waren lediglich nach Standards gefährlich. In der 15. Minute flankte Daniel Bierofka einen Freistoss von halbrechts vors Tor, Markus Thorandt kam aus sieben Metern völlig unbedrängt zum Kopfball, wuchtete das Leder aber über den Querbalken. Gerade Thorandt hatte in der Defensive einen schweren Stand. Oft musste sich der Verteidiger auf der rechten Seite gleich zwei Angreifern (Baljak und Amri) erwehren. Trotz guter Möglichkeiten der Mainzer aus dem Spiel heraus fiel auch das 2:0 nach einer Standardsituation. Markus Feulner hatte einen Freistoss fast von der rechten Außenlinie in den vorderen Löwen-Strafraum geflankt, ein Mainzer verlängerte den Ball mit dem Kopf ans lange Eck, wo das Leder Mustafa Kucukovic im Zweikampf mit Niko Bungert an den Fuß sprang und Nikolce Noveski vor die Füße fiel. Mit der Hacke beförderte der Innenverteidiger den Ball anschließend aus drei Metern über die Linie (32.). Beinahe wäre den Rheinhessen vor der Pause sogar das 3:0 nach einem mustergültigen Konter gelungen. Florian Heller hatte auf Feulner durchgesteckt, der diesmal über die linke Angriffsseite kam. Der zweifache Torschütze vom 1. Spieltag lief alleine auf Philipp Tschauner zu, wollte ihm aus zwölf Metern den Ball durch die Beine schieben, aber der Keeper hatte aufgepasst, wehrte den Schuss - auch mit etwas Glück - ab. Mit einem gellenden Pfeifkonzert verabschiedeten die Löwen-Fans ihr Team in die Kabine.

Nach der Pause stand endlich eine Löwen-Mannschaft auf dem Platz, die sich diesen Namen auch verdiente. Von Beginn an wurde Druck gemacht und aggressiv in die Zweikämpfe gegangen. Der Lohn war der Anschlusstreffer in der 47. Minute. Bierofka drehte einen Freistoss aus halblinker Position Richtung zweiten Pfosten, Thorandt verlängert per Kopf aufs kurze Eck, wo Kucukovic aus einem Meter Entfernung das Leder aus der Luft ins Netz zum 1:2 hämmerte. Nun war Leben in der Bude, die Fans feuerten ihre Mannschaft frenetisch an. Drei Minuten später lag der Ball erneut im Netz (Kucukovic hatte getroffen), doch Schiedsrichter Michael Weiner entschied zu Recht auf Abseits. Drei Minuten später eine Freistoss-Chance für die Löwen aus halbrechter Position. Berhalter hob das Leder mit links über die Mauer, aber genau aufs rechte Kreuzeck des Mainzter Tores (53.). Nach diesem Zwischenspurt der Löwen konnten die Mainzer ihre Defensive wieder ordnen, kamen in der 58. und 59. Minute ihrerseits zu einer Doppelchance. Heller setzte sich auf rechts durch, legte von der Grundlinie zurück auf Chadli Amri, dessen Schuss aufs lange Eck wurde aber von einem 1860-Verteidiger gerade noch geblockt. Eine Minute später düpierte Felix Borja im Strafraum erst Mathieu Beda, dann Berhalter, zögerte dann aber mit dem Schuss zu lange, sodass Beda noch den Fuß dazwischen bekam. In der 67. Minute forderten die Löwen Elfmeter, als Timo Gebhart bei seinem Schussversuch im Mainzer Strafraum von Peter van der Heyden von hinten behindert wurde und übers Tor zielte, aber die Pfeife von Schiri Weiner blieb trotz heftiger Proteste stumm. In der Folge wogte die ausgeglichene Partie hin und her, beide Teams spielten mit offenem Visier, aber ohne deutliche Möglichkeiten zu produzieren. 1860-Coach Marco Kurz löste durch die Hereinnahme von Antonio Di Salvo für Innenverteidiger Berhalter in der 77. Minute noch die Viererkette auf, doch zur Initialzündung wurde diese Maßnahme nicht. Die Mainzer spielten in der Schlussphase die knappe 2:1-Führung relativ sicher nach Hause.

Stimmen zum Spiel:
Löwen-Trainer Marco Kurz sprach von einer „hochverdienten Niederlage". Beim 0:1 hätte sein Team gravierende Fehler gemacht. „Danach waren wir enorm verunsichert. Ich kann mir das überhaupt nicht erklären. In der 1. Halbzeit waren wir lediglich bei Standards gefährlich." Erst als die Mannschaft mit dem Rücken zur Wand stand, hätte sie sich auf ihre Tugenden besonnen. „Plötzlich wurde der Ball gefordert und mutig nach vorne gespielt", so der 39-Jährige. Für ihn war dieses Spiel wegen der Spielweise vor der Pause absolut ernüchternd. „Du brauchst gegen Mainz 90 Minuten, um bestehen zu können. Eine Halbzeit reicht nicht aus, deshalb ist die Niederlage verdient."

Jörn Andersen, Trainer der Mainzer, machte seiner Mannschaft im Gegenzug ein zweifaches Kompliment. „Erstens, wie sie in der 1. Halbzeit aufgetreten ist. Da hat das Team taktisch gut gespielt, sehr gut verschoben und genau das umgesetzt, worüber wir uns die ganze Woche unterhalten haben. Zweitens, das Verhalten nach dem Anschlusstreffer. Alle hatten gedacht: Jetzt geht's wieder los. Aber die Mannschaft hat das 2:1 souverän über die Bühne gebracht und dabei noch nach vorne gespielt."

Löwen-Kapitän Daniel Bierofka hatte keine Erklärung für den Auftritt in der 1. Halbzeit parat. „Wir waren viel zu passiv, jeder hat sich versteckt", so der 29-Jährige. „Wir müssen jetzt nach Ahlen fahren, um dort drei Punkte zu holen." Trotzdem hat er Hoffnung. „Wenn wir uns aufgegeben hätten, wäre ich pessimistisch. Jetzt müssen wir mal 90 Minuten Gas geben", fordert Bierofka. „Das erste Tor nach einem Einwurf, das zweite nach einem Freistoss - wieder zwei Standards", musste er feststellen. „Das hatten wir ganz klar unter der Woche angesprochen."

Auch Torhüter Philipp Tschauner sprach Tacheles: „Wir haben die ersten zwei Spiele verloren. Das kann nicht unser Anspruch sein. Jetzt müssen wir in Ahlen gewinnen." Der Keeper hat erkannt, dass die Mannschaft im Moment nicht ihr Leistungspotenzial abrufen kann. „Da muss sich jeder an die eigene Nase fassen und am Sonntag in Ahlen den Arsch aufreißen. Es kann nicht sein, dass wir so ängstlich und nervös wie in der 1. Halbzeit auftreten. Wir müssen selbstbewusst, aber nicht arrogant ins Spiel gehen."

Für Neuzugang Mathieu Beda war die 1. Halbzeit „gar nichts". „Wir wollten alle Fußball spielen, haben aber in den ersten 45 Minuten vergessen, dass dazu auch Kampf und Laufbereitschaft gehört. Vielleicht hatten wir nach dem ersten Fehler etwas Angst. Irgendwie waren wir total verunsichert."

Ähnlich sah es auch Geschäftsführer Stefan Reuter. „Die 1. Halbzeit war sehr schlecht. Wir waren extrem nervös, haben uns die beiden Treffer quasi selbst reingelegt." Für ihn sei es überhaupt nicht nachvollziehbar, wie das Team nach den Trainingseindrücken und der Vorbereitung eine solche Halbzeit abliefern kann. „Da war überhaupt kein Leben drin. Die Spieler müssen sich die Frage stellen lassen, wieso sie ohne Mumm auf den Platz gehen." Der Welt- und Europameister fordert mehr Spielfreude - und nicht erst nach einem 0:2-Rückstand. „Die Mannschaft ist in einer guten Verfassung. Deshalb kann man dem Trainer auch keinen Vorwurf machen." Reuter musste aber zugeben, dass das Team bisher den Beweis schuldig blieb, dass es besser als in der vergangenen Saison ist. Über Konsequenzen wollte er direkt nach dem Spiel nicht reden. „Da muss ich erst mal eine Nacht darüber nachdenken, wie man auf die Leistung der Mannschaft in der 1. Halbzeit reagieren kann. Aber ich sehe jetzt alle in der Verantwortung: Spieler, Trainer und mich."
 
1860:
12 Tschauner -  16 Thorandt, 5 Berhalter, 6 Beda, 4 Hoffmann - 17 S. Bender - 8 D. Schwarz, 7 Bierofka - 18 Gebhart - 11 Lauth, 24 Kucukovic.
Ersatz: 1 Hofmann (Tor) - 9 Di Salvo, 14 Holebas, 19 Ghvinianidze, 25 Ledgerwood, 26 Baumgartlinger, 33 Johnson.
Mainz:
1 Wache - 16 Heller, 26 Bungert, 4 Noveski, 3 van der Heyden - 13 Pekovic - 21 Karhan, 7 Feulner, 22 Amri - 9 Borja, 8 Baljak.
Ersatz: 29 Wetklo (Tor) - 5 Demirtas, 6 Hoogland, 14 Fleßers, 18 Hyka, 20 Jovanovic, 32 Bogavac.
Wechsel:
Holebas für D. Schwarz (70.), Di Salvo für Berhalter (76.) - Hoogland für Pekovic (28.), Bogavac für Borja (65.), Fleßers für Heller (88.).
Tore:
0:1 Karhan (7.), 0:2 Noveski (32.), 1:2 Kucukovic (47.).
Gelbe Karte:
Bierofka, S. Bender, Beda, Thorandt - Karhan, Borja, Feulner.
Zuschauer:
30.200 in der Allianz Arena.
Schiedsrichter:
Michael Weiner (Giesen); Assistenten: Patrick Ittrich (Hamburg), Malte Dittrich (Bremen).
 


1. Spieltag - 17. August 2008
SC Freiburg 2 : 1 TSV 1860
 
17.08.2008 | 16:50 Uhr

Unglückliche Niederlage zum Auftakt in Freiburg

Die Löwen starteten mit einer unnötigen 1:2-Niederlage beim SC Freiburg in die Saison. Nach einer ausgeglichenen 1. Halbzeit stand es nach Treffer von Ali Günes (28.) und Benny Lauth (31.) zur Pause 1:1. Ein dreiminütiger Zwischenspurt der Breisgauer im zweiten Durchgang reichte zum Siegtreffer (65.), wobei dieser unglücklich durch ein Eigentor von Mate Ghvinianidze fiel.

Personal: Im Breisgau fehlten Berkant Göktan (Viruserkrankung), Markus Schroth (Aufbautraining) und Benjamin Schwarz (Knieprobleme). Florian Jungwirth muss nach der U19-EM noch einen Trainingsrückstand aufholen. Christoph Burkhard, Julian Baumgartlinger, Manuel Schäffler, Alexander Eberlein sowie Markus Krauss spielten am Freitagabend in der U23, gewannen beim SV Waldhof Mannheim 4:1.

Spielverlauf: Beide Mannschaften begannen lauf- und kampfstark. Bereits in der 1. Minute die Riesenchance für Sechzig: Mustafa Kucukovic hatte von rechts geflankt, Daniel Bierofka köpfte aber freistehend aus sieben Metern über das Tor des Sportclub. Auf der anderen Seite kam Kevin Schlitte am linken vorderen Strafraumeck zum Flanken, Ali Günes stand in der Mitte völlig frei, köpfte aus sechs Metern jedoch übers Löwen-Tor (7.). Eine Viertelstunde später die erste gute Möglichkeit für die Weiß-Blauen. Benjamin Lauth spielte mit einem Zuckerpass Mustafa Kucukovic frei, der tauchte alleine vor SC-Keeper Simon Pouplin auf. Der Franzose hatte jedoch aufgepasst, kam dem Löwen-Stürmer entgegen, verkürzte geschickt den Winkel und konnte den Schuss vom Elfmeterpunkt abwehren (22.). In der 28. Minute die Führung für die Breisgauer. Die Sechziger bekamen in dieser Szene bei mehreren Versuchen den Ball nicht aus der Gefahrenzone. Dieser kam zu Ali Günes in halblinker Position. Der Türke ging volles Risiko, traf mit einem Drehschuss aus 22 Meter mit rechts flach ins lange Eck. Aber schon bei diesem Treffer gab es Beschwerden der Löwen, weil der Freiburger Johannes Flum verletzt am Elfmeterpunkt im Abseits lag, so 1860-Keeper Philipp Tschauner die Sicht beim Günes-Schuss nahm (28.). Doch bereits drei Minuten später der Ausgleich nach einer Kontersituation. Danny Schwarz hatte den startenden Lauth gesehen, schickte ihn steil. Der 27-Jährige lief seinem Gegenspieler Heiko Butscher davon, drang aus halbrechter Position in den SC-Strafraum ein und traf mit einem Rechtsschuss aus 13 Metern genau ins linke untere Eck (31.). Es war bereits der zweite Treffer im zweiten Pflichtspiel für den Rückkehrer.

Auch nach der Pause zunächst eine ausgeglichene Partie. Die beste Chance auf Löwen-Seite besaß in der 57. Minute Kucukovic. Daniel Bierofka hatte von rechts geflankt, Kucukovic legte sich den Ball am Elfmeterpunkt mit der Brust vor, wurde von zwei Freiburgern bedrängt, konnte sich aber durchsetzen. Sein Schuss vom rechten Torraumeck grätschte Butscher gerade noch mit gestrecktem Fuß zur Ecke. Nach etwas mehr als einer Stunde Spielzeit erhöhte Freiburg die Schlagzahl. Innerhalb von drei Minuten kamen sie zu vier Chancen, die letzte führte zum 2:1-Siegtreffer. Erst flankte Yacine Abdessadki von rechts auf den ersten Pfosten, Suat Türker war vor Ghvinianidze am Ball, köpfte das Leder aber am kurzen Pfosten vorbei (63.). Eine Minute später eine fast identische Szene. Diesmal kam Jonathan Jäger gegen Fabian Johnson zum Flanken, erneut war Türker vor Ghvinianidze am Ball, köpfte diesmal am langen Eck vorbei (64.). Der Sekundenzeiger hatte keine komplette Umdrehung absolviert, da steckte Abdessadki auf der rechten Seite auf Jäger durch. Der lief mit dem Ball bis an die Strafraumgrenze, wollte nach innen zu zwei freistehenden Mitspielern passen, doch Ghvinianidze konnte dies gerade noch per Grätsche verhindern. Die anschließende Ecke flankte Günes von rechts in die Mitte, Innenverteidiger Pavel Krmas schubste von hinten Ghvinianidze, der zum Ball ging. Dadurch berührte der Georgier unglücklich das Leder, traf unhaltbar für Tschauner ins eigene Tor (65.). Erneut hatte Schiedsrichter Marc Seemann keine Regelwidrigkeit gesehen. In der Schlussphase schafften es die Löwen nicht, Freiburg unter Druck zu setzen. Die Südbadener hielten geschickt den Ball von ihrem Strafraum fern, sodass es bei der knappen Niederlage zum Saisonauftakt für die Sechziger blieb.

Stimmen zum Spiel:
Löwen-Chefcoach zeigte sich mit der spielerischen Leistung seines Teams beim SC Freiburg trotz der Niederlage zufrieden. „Es war ein sehr offensives Spiel, das von Beginn an auf einem hohen Niveau stand", so der 39-Jährige, der enorme Forstschritte zur Rückrunde der Vorsaison gesehen hatte. „Letztlich haben Kleinigkeiten die Partie entschieden, die Unachtsamkeiten bei den beiden Gegentoren." Das Foulspiel gegen Mate Ghvinianidze beim Siegtreffer der Freiburger kommentierte er als „ärgerlich". „Nachkarren nutzt nichts. Auch wenn es eine Fehlentscheidung war - es ist nicht mehr zu ändern." Über seinen Torjäger Benjamin Lauth meinte Kurz nur: „Er ist auf dem richtigen Weg."

Freiburgs Trainer Robin Dutt freute sich, dass sein taktisches Konzept aufging. „Wir hatten in der 1. Halbzeit ein Problem im Spielaufbau, weil Sechzig immer ein Angebot auf Schwaab gemacht und die Seite dann sofort zugepresst hat. Nach der Pause haben wir versucht, das Spiel zu verlagern. Dadurch hatten wir mehr Raum auf der anderen Seite, haben somit die Partie in den Griff bekommen." Mit dem Auftreten der Mannschaft, die Dutt dazu gedrängt hatte, öffentlich den Aufstieg als Ziel auszurufen, war der Coach zufrieden. „Wenn du vorne dabei sein willst und so ein mutiges Ziel formulierst, dann musst du auch von der Körpersprache jedem zeigen, dass du das auf dem Platz umsetzen willst. Genau das konnte man der Mannschaft heute anmerken."

Löwen-Stürmer Benjamin Lauth konnte sich wegen der Niederlage nicht richtig über seinen zweiten Treffer im zweiten Pflichtspiel freuen, deutete aber erneut an, wie wichtig er für das Team ist. „Der Druck ist normal, die Fans erwarten sehr viel von mir. Aber ich habe wieder Spaß am Spiel, konnte gottseidank erneut treffen. Das gibt mir immer mehr Selbstbewusstsein. Natürlich bin ich enttäuscht, dass wir mit leeren Händen heimfahren müssen."  
 
SCF:
1 Pouplin - 36 Schwaab, 2 Krmas, 5 Butscher, 14 Schlitte - 18 Flum, 22 Uzoma - 6 Abdessadki - 7 Günes, 11 Jäger - 10 Türker.
Ersatz: 21 Langer (Tor) - 8 Idrissou, 13 Bechmann, 15 Barth, 23 Schuster, 27 Mehring, 38 Toprak
1860:
12 Tschauner - 4 Hoffmann, 19 Ghvinianidze, 6 Beda, 33 Johnson - 22 L. Bender - 25 Ledgerwood, 7 Bierofka - 8 D. Schwarz - 11 Lauth, 24 Kucukovic.
Ersatz: 1 Hofmann (Tor) - 5 Berhalter, 9 Di Salvo, 14 Holebas, 16 Thorandt, 17 S. Bender, 18 Gebhart.
Wechsel:
Idrissou für Günes (67.), Bechmann für Türker (78.), Barth für Abdessaki (83.) - S. Bender für Ledgerwood (62.), Gebhart für L. Bender (74.), Di Salvo für Johnson (82.).
Tore:
1:0 Günes (28.), 1:1 Lauth (31.), 2:1 Ghvinianidze (65., Eigentor).
Gelbe Karte:
 - Beda.
Zuschauer:
17.000 im badenova-Stadion.
Schiedsrichter:
Marc Seemann (Essen); Assistenten: Dirk Margenberg (Wermelskirchen), Christian Bandurski (Essen).