Home

Wir über uns
News

Historie und
Aktuelles

Spielberichte Test-Pokal-Punktspiele
Ehrenmitglieder
In Memoriam

Gästebuch
 
 
Fanclubshop
Links

gratis Counter by GOWEB
Gratis Counter by GOWEB
 

Jeden Freitag ab 19:00 Uhr moderiert unser Präsi Alf
den Mainfranken Rock im Würzburg Radio



Unser Mitglied Jürgen hat den Fanclub AC*DC-Löwen
gegründet. Für Infos bitte den Button anklicken.

Punktspiele
Saison 2007/2008

 Abschlußtabelle Saison 2007/08

 
   

TD

PKT

S

U

N

 

1.

M'gladbach

+33

66

18

12

4

Aufstieg

2.

Hoffenheim

+20

60

17

9

8

Aufstieg

3.

1. FC Köln

+18

60

17

9

8

Aufstieg

4.

Mainz 05

+26

58

16

10

8

 

5.

Freiburg

+5

55

15

10

9

 

6.

Gr. Fürth

+6

52

14

10

10

 

7.

Aachen

+5

51

14

9

11

 

8.

Wiesbaden

-6

44

11

11

12

 

9.

St. Pauli

-6

42

11

9

14

 

10.

Koblenz

-1

41

12

11

11

 

11.

TSV 1860

-3

41

9

14

11

 

12.

Osnabrück

-11

40

10

10

14

 

13.

1. FCK

0

39

9

12

13

 

14.

Augsburg

-12

38

10

8

16

 

15.

Offenbach

-22

38

9

11

14

Abstieg

16.

FCE Aue

-8

32

7

11

16

Abstieg

17.

Paderborn

-21

31

6

13

15

Abstieg

18.

Jena

-23

29

6

11

17

Abstieg


34. Spieltag, 18. Mai 2008
Erzgebirge Aue 1 : 1 1860 München
 
18.05.2008 | 16:00 Uhr

Fabian Johnson gleicht in der letzten Minute aus

Löwe José Holebas wird in dieser Szene auf unkonventionelle Weise von Tom Geißler gebremst. Fabian Müller ist nur als Zuschauer beteiligt.
Wie die gesamte Rückrunde verlief auch das letzte Saisonspiel der Löwen bei Erzgebirge Aue. Trotz spielerischer Überlegenheit reichte es am Ende nur zu einem Punkt - und der war glücklich! Denn Fabian Johnson gelang erst in der letzten Spielminute der Ausgleich (90.). Zuvor hatte Adam Nemec (71.) die Sachsen in Führung gebracht. Die Weiß-Blauen beendeten damit die Saison mit 41 Punkten auf Rang elf.

Personalien: Verletzungsbedingt fehlten Mate Ghvinanidze, Markus Schroth (beide Reha nach Knie-OP) und Chhunly Pagenburg (Probleme mit Patellasehne). Alexander Eberlein, Julian Baumgartlinger und Björn Ziegenbein spielten tags zuvor in der U23 beim FC Ingolstadt (1:2). Sven Bender, Timo Gebhart und Lars Bender wurden wegen ihrer Teilnahme an der EM-Qualifikation mit der U19 in der kommenden Woche geschont.

Spielverlauf: Getreu der Aussage ihres Trainers Marco Kurz - „Für uns gibt es allen Grund, uns mit einer sehr guten Leistung aus der Saison zu verabschieden" - begannen die Löwen die Partie im Erzgebirgestadion in Aue, versäumten es aber, ihre spielerische Dominanz in Tore umzumünzen. Besonders Daniel Bierofka ließ in einigen Szenen seinen Gegenspieler Carsten Sträßer ein ums andere Mal alt aussehen. In der 7. Minute verwirrte der 29-Jährige Aues Verteidiger Sträßer mit einem Übersteiger auf der rechten Strafraumseite, zog danach in die Mitte, sein Linksschuss aus zwölf Meter landete aber neben dem linken Pfosten. Zehn Minuten später das gleiche Duell auf der rechten Seite. Bierofka legte den Ball rechts an Sträßer vorbei, wählte selbst den Weg über links, seine flache Hereingabe an den Elfmeterpunkt fand jedoch keinen Abnehmer (17.). In der 20. Minute mal ein Angriff von der linken Seite. José Holebas ging bis zur Grundlinie, legte zurück auf Danny Schwarz an der Strafraumgrenze, dessen Schuss landete aber über dem Auer Tor (20.). Nach einer halben Stunde wurden die Sachsen, die bis dahin keine Chance besaßen, stärker und kamen zu Möglichkeiten. Der agile Skerdilaid Curri setzte sich auf der rechten Seite durch, legte in die Mitte auf s Florian Heller, doch Fabian Johnson hatte aufgepasst, konnte gerade noch vor Heller zur Ecke klären (32.). Ein Stellungsfehler in der Löwen-Hintermannschaft begünstigte die nächste Auer Chance. Curri konnte 22 Meter vor dem 1860-Tor den Ball ungestört annehmen, weil Markus Thorandt zu weit weg stand. Curris Schlenzer mit dem Innenrist landete aber knapp über der rechten Kreuzecklatte (40.) Auch an der nächsten Szene war Curri beteiligt, diesmal kam er über die rechte Seite, legte quer in die Mitte, wo Benjamin Schwarz seinen Mitspieler Gregg Berhalter unglücklich anschoss. Von dessen Fuß prallte anschließend das Leder an die Querlatte (42.). Aufatmen bei den Löwen, dass sie das 0:0 in die Pause retten konnten.
Die Gastgeber besaßen auch nach Wiederanpiff die ersten Chancen. In der 55. Minute zog Fabian Müller eine Freistossflanke von halbrechts an den Elfmeterpunkt, der eingewechselte Adam Nemec kam zum Kopfball, aber Löwen-Keeper Michael Hofmann konnte den Ball auf der Linie entschärfen. Zwei Minuten später die bis dahin beste Möglichkeit der Veilchen. Der gebürtige Münchner Heller flankte von der Grundlinie an den ersten Pfosten, Nemec legte per Kopf zurück auf Jiri Kaufmann, dieser drosch jedoch das Leder aus acht Metern volley übers Löwen-Tor (57.). Danach wurden die Sechziger wieder aktiver. Bierofka, der die Seite mit Holebas gewechselt hatte, ließ am linken Strafraumeck Müller stehen, doch sein Schlenzer aufs lange Eck war zu schwach, stellte Torhüter Flauder vor keine allzu großen Probleme (61.). Ein Bilderbuch-Konter hätte in der 67. Minute beinahe die Führung für die Weiß-Blauen bedeutet. Bierofka in zentraler Position legte auf links zum eingewechselten Mustafa Kucukovic raus, der zog am Strafraum mit dem Vollspann ab, aber die Latte rettete für den machtlosen Aue-Keeper Stephan Flauderer. Die Chance war aber noch nicht vorbei. Der Ball fiel Bierofka am Elfmeterpunkt vor die Füße, doch dessen Schuss ging übers Tor (68.). Überraschend gelang den Sachsen in dieser Drangphase der Gäste die Führung. Heller konnte sich auf rechts gegen Benjamin Schwarz durchsetzen, seine scharfe Hereingabe erreichte Nemec am ersten Pfosten vor Berhalter mit dem Kopf, traf genau ins rechte untere Eck am machtlosen Torhüter Hofmann vorbei zum 1:0 (71.). Fast im Gegenzug wäre Kucukovic das 1:1 gelungen, doch erneut traf der Stürmer mit seinem 20-Meter-Linksschuss nur das Aluminium, diesmal den linken Pfosten (72.). In der 88. Minute besaß der Absteiger einen „Matchball", den Curri aber leichtfertig vergab. Alleine steuerte der quirlige Erzgebirge-Stürmer aufs Löwen-Tor zu, aber anstatt selbst zu schießen, wollte er im Strafraum auf den mitgelaufenen Nemec ablegen, Fabian Johnson ging dazwischen, konnte in höchster Not zur Ecke klären (88.). Der 21-jährige Johnson stand zwei Minuten später erneut im Mittelpunkt. Holebas hatte ihn am rechten Strafraumeck der Auer angespielt, anschließend ließ er seinen Gegenspieler aussteigen, traf aus 13 Metern zum 1:1 ins lange Eck (90.). Kurz danach war Schluss. Am Ende konnten sich die Sechziger über einen glücklichen Punktgewinn freuen, der sie aber in der Tabelle nicht weiter nach vorne brachte. So beendete das Team von Marco Kurz die Saison auf dem 11. Platz.
Stimmen zum SpielFür Löwen-Coach Marco Kurz war die Partie in Aue „bezeichnend für die Spielweise in der Rückrunde. Wir spielen bis zum Strafraum gefällig, besitzen aber vor dem Tor überhaupt keine Durchschlagskraft." Völlig unzufrieden war der 39-Jährige mit der 2. Halbzeit. „Darüber breitet man am besten den Mantel des Schweigens. Das einzig Positive war das 1:1." Reihenweise hätte sein Team in diesem Spiel „wieder Chancen liegengelassen". Auch wenn der Abstieg schon vor dem Spiel kein Thema mehr für die Löwen war, stellte der 1860-Cheftrainer klar: „Ich erwarte von meiner Mannschaft auch in so einem Spiel ein anderes Auftreten."
Für Kapitän Danny Schwarz war es einfach nur ärgerlich, „dass wir nach ordentlichem Beginn durch die erste gefährliche Aktion des Gegners völlig aus dem Rhythmus kommen". Den Leistungseinbruch nach der Pause konnte sich der 33-Jährige nicht erklären. „Positiv ist, dass wir in der 2. Halbzeit, die wirklich schwach von uns war, wenigstens etwas Zählbares mitgenommen haben."
Löwen-Geschäftsführer Stefan Reuter wagte nach dem Schlusspfiff in Aue einen Ausblick: „Wir werden versuchen, die Mannschaft auf zwei, drei Positionen gezielt zu verstärken", sagte der 41-Jährige, „um mehr Zug und Konkurrenzkampf in die eigene Truppe zu bringen. Davon erhoffen wir uns dann eine deutliche Steigerung in der kommenden Saison."
Aues Trainer Heiko Weber bedankte sich zunächst bei den Fans. „Ein Riesenkompliment. Wir wollten uns im letzten Spiel bei unseren Anhängern für die großartige Unterstützung in den letzten Jahren bedanken." Über die Löwen meinte er: „Es war ein sehr schwacher Gegner. Wir sind schwer ins Spiel gekommen, führen dann trotzdem 1:0, und zum fünften Mal in dieser Saison haben wir es leider nicht verstanden, aus einer Führung einen Sieg einzufahren." Den Grund sah Aues Trainer im Zweikampfverhalten. „Den haben wir nicht so wichtig genommen, und plötzlich ist der Ball drin." Für die kommende Saison versprach Weber: „Wir werden in Zukunft so spielen, dass wir längerfristig Erfolge haben werden."

33. Spieltag, 11. Mai 2008
1860 München 1 : 1 VfL Osnabrück
 
11.05.2008 | 16:00 Uhr

Löwen gelingt trotz Überlegenheit nur Remis

In dieser Szene hatte Berkant Göktan das 1:1 erzielt. Marcel Schuon (li.) und Antonio Di Salvo können dem Ball nur nachschauen, die Parade von Keeper Tino Berbig kommt zu spät.
Das 1:1 gegen den VfL Osnabrück reichte den Löwen, um den Verbleib in der Zweiten Liga zu sichern. In eine Drangphase der Weiß-Blauen hinein gelang Rouwen Hennings per 40-Meter-Freistoss die glückliche Führung für die Gäste (38.). 1860-Torjäger Berkant Göktan glich diese nach mustergültiger Vorarbeit von Lars Bender nach der Pause aus (55.).
Personalien: Verletzungsbedingt fehlten Mate Ghvinanidze und Markus Schroth (beide Reha nach Knie-OP). Chhunly Pagenburg, Julian Baumgartlinger und Björn Ziegenbein spielten tags zuvor in der U23 gegen die SV Elversberg (0:0). Timo Gebhart, Christoph Burkhard und Alexander Eberlein fanden keine Berücksichtigung.
Spielverlauf:
Die Partie brauchte lange, bis sie in Fahrt kam, doch dann spielte eigentlich nur noch eine Mannschaft: der TSV 1860. Der überragende Daniel Bierofka besaß die erste Chance. Von der rechten Seite zog er mit dem Ball nach innen, sein Linksschuss aus 18 Metern streifte aber knapp übers rechte Kreuzeck (22.). Zwei Minuten später flankte Antonio Di Salvo von links hoch in die Mitte, Danny Schwarz nahm das Leder aus 20 Metern mit vollem Risiko aus der Luft, verfehlte das VfL-Tor aber knapp (24.). In der 27. Minute setzte sich erneut Bierofka auf der linken Seite durch, flankte von der Grundlinie gefühlvoll zurück auf Danny Schwarz, dessen Kopfball aus zwölf Metern wurde jedoch von Andreas Schäfer am Torraum mit dem Fuß abgewehrt (27.). Fünf Minuten später ließ Bierofka erneut seinen überforderten Gegenspieler Marcel Schuon auf der linken Seite alt aussehen, zog von der Grundlinie in die Mitte, sein Schlenzer mit rechts hoch ins lange Eck verfehlte aber erneut knapp das Ziel (32.). In der 34. Minute drückte Schiedsrichter Dr. Jochen Drees beide Augen zu, als Jo Enochs als letzter Mann Di Salvo regelwidrig daran hinderte, alleine aufs Tor zu laufen (34.). Er quittierte dieses rotwürdige Foul lediglich mit Gelb. VfL-Trainer Claus-Dieter Wollitz bedankte sich, nahm bei der nächsten Spielunterbrechung Enochs vom Platz. Dann das Unfassbare: Osnabrück, bis dahin ohne Torchance, bekam einen Freistoss aus halbrechter Position 40 Meter vor dem Löwen-Tor. Rouwen Hennings flankte das Leder in den Löwen-Strafraum, der aufgerückte Innenverteidiger Jan Schanda stieg zum Kopfball hoch, berührte das Leder aber nicht und dieses landete ohne Richtungsänderung im langen Eck des Löwen-Tores zum 1:0 für die Niedersachsen (38.). Trotz dieses Schocks besaßen die Weiß-Blauen vor der Pause noch eine Ausgleichschance. Nach einem Missverständnis in der VfL-Deckung kam Berkant Göktan am Elfmeterpunkt an den Ball, wurde aber bei seinem Lupfer von Schanda behindert, sodass der Ball übers Tor ging (42.).
Auch nach der Pause dominierten die Löwen. In der 55. Minute wurde diese Dominanz dann endlich belohnt. Lars Bender setzte sich auf der rechten Strafraumseite durch, legte fast von der Grundlinie in die Mitte, wo Göktan am Torraum zur Stelle war und aus kurzer Distanz per Fuß zum 1:1 traf (55.). Vier Minuten später hatten die Gäste - wieder aus heiterem Himmel - erneut die Chance, in Führung zu gehen. Eine Linksflanke wehrt Markus Thorandt im Strafraum per Kopf genau vor die Füße von Paul Thomik ab, der hielt von rechts aus 13 Metern drauf, schoss aber übers Tor (59.). Danach waren aber wieder die Löwen am Drücker. Zunächst spitzelte Göktan, nach einem gewonnen Duell mit Schanda im VfL-Strafraum, den Ball an Torhüter Tino Berbig vorbei, doch Schanda konnte im Nachsetzen vor der Torlinie klären. Sekunden später kam der eingewechselte Mustafa Kucukovic zum Schuss, aber Berbig parierte (63.). Noch größer die Möglichkeit eine Minute später. Göktan ließ auf der rechten Seite drei Gegenspieler stehen, flankte mustergültig halbhoch in die Mitte, wo Kucukovic aus fünf Metern das Kunststück fertig brachte, den Ball unbedrängt am langen Eck vorbeizuschieben (64.). Nur noch einmal mussten die Löwen bei einem Standard für die Gäste zittern. Torschütze Hennings schoss einen Freistoss aus 25 Metern mit links aber kapp übers rechte Kreuzeck (75.). Das war der letzte Höhepunkt in einem Spiel, in dem die Sechziger einmal mehr nicht die Vielzahl an Chancen in Tore ummünzen konnten und gegen einen in fast allen Belangen unterlegenen Gegner die Punkte teilen mussten.
Stimmen zum Spiel
Daniel Bierofka, mit Abstand der beste Akteur auf dem Platz, war sichtlich erleichtert. „Wir sind durch, das ist das Wichtigste. Es war kein berauschendes Spiel." Positiv sei gewesen, dass man nach dem 0:1 zurück gekommen sei. „Wir haben in der 1. Halbzeit Osnabrück an die Wand gespielt, dann bekommen wir so ein blödes Freistosstor. Unser Nervenkostüm war nicht das Beste." Der 29-Jährige erklärte nochmals ausdrücklich, dass das 1:1 bei ihm keine Freude, sondern Erleichterung ausgelöst habe. „Von der Moral und der Leidenschaft kann man uns aber keinen Vorwurf machen."
Verteidiger Torben Hoffmann sah es ähnlich. „Wir haben klar auf ein Tor gespielt und dann bekommen wir so einen Gegentreffer", sagte er mit einem Kopfschütteln. „Aber letztlich haben wir mit diesem Ergebnis die Klasse gehalten, auch wenn es unterm Strich nicht unser Saisonziel war." Hoffmann sprach von einer „unterirdischen Rückrunde". Für die Fans, die sich nach dem Rückstand demonstrativ vom Spielfeld abwandten, zeigte er Verständnis. „Natürlich habe ich diese Aktion mitbekommen. Ich kann das nachvollziehen. Unsere Fans müssen sehr leidensfähig sein."
Löwen-Trainer Marco Kurz stellte fest, „dass der Druck hoch war. Das hat man deutlich gemerkt". Trotzdem sprach der 38-Jährige von einem „hochverdienten Unentschieden. Wir haben einmal mehr den Sieg liegengelassen". Seine Mannschaft habe nach dem Rückstand das beste aus der Situation gemacht. „Sie wollte bis zum Ende den Siegtreffer erzielen. Die Überzeugung war da." Kurz bedankte sich nochmals bei den Zuschauern für die Unterstützung während der gesamten Saison. „Meinem Kollegen Pelé Wollitz wünsche ich, dass er mit Osnabrück in der Liga bleibt."
Zuvor hatte Claus-Dieter Wollitz sich schon bei den Löwen bedankt. „Es war sehr angenehm, wie wir hier aufgenommen wurden." Seine anschließende Spielanalyse fiel relativ kurz aus. „Wir sind glücklich mit 1:0 in Führung gegangen, haben danach glücklich das 1:1 über die Runden gebracht." Was anschließend folgte, war ein Rundumschlag gegen die DFL wegen der Veränderung der Acht-Punkte-Strafe gegen die TuS Koblenz wegen der Täuschung im Lizenzierungsverfahren (Sechs Punkte in dieser Spielzeit, drei Zähler in der kommenden). „Das, was am Donnerstag in Frankfurt passiert ist, ist unglaublich. Dass da ein Deal gemacht wird, ist einfach unvorstellbar, eine absolute Sauerei. Das ist eine Unverschämtheit gegen alle Vereine, die nur mit den vorhandenen Mitteln arbeiten." Wollitz erntete mit seiner Meinung nicht nur die Zustimmung seines Trainerkollegen, sondern auch die von Löwen-Geschäftsführer Dr. Stefan Ziffzer.
Dieser machte anschließend seinem Unmut Luft, nachdem er sich bei den Sponsoren, der Mannschaft, den Mitarbeitern und den fast 600.000 Zuschauern, die die Löwen bei den Heimspielen unterstützt hatten, bedankte. „Mein Dank gilt ausdrücklich nicht dem Präsidenten des e.V., der vier Tage vor einem so wichtigen Spiel meinen Kollegen Stefan Reuter in einem Fußball-Fachmagazin als Auslaufmodell darstellt. Es ist eine Unverschämtheit, wenn man einen Weltmeister so im Regen stehen lässt. Das zeugt von mangelndem Charakter und Rückrat", so der 53-Jährige. Mit dieser Aussage dürfte auch in den kommenden Wochen für jede Menge Zündstoff bei den Löwen gesorgt sein ...

32. Spieltag, 6. Mai 2008
SC Paderborn 3 : 1 1860 München
 
06.05.2008 | 19:30 Uhr

Kurz: „Ohne Mumm und ohne Willen vor der Pause"

Löwe Fabian Johnson im Luftkampf mit Paderborns Routinier Alexander Löbe.
Die Löwen verloren in Paderborn mit 1:3. Innenverteidiger Sören Gonther gelang in der 37. Minute nach einem 40-Meter-Lauf durch die 1860-Defensive das 1:0. Erwin Koen erhöhte kurz nach der Pause aus unmöglicher Freistoß-Position per Direktschuss auf 2:0 (48.). Zwar konnte Daniel Bierofka in der 62. Minute nochmals verkürzen, doch der Sturmlauf der Weiß-Blauen blieb aus. In der Nachspielzeit sorgte Markus Thorandt durch ein Eigentor für den Endstand.
Personal: Löwen-Trainer Marco Kurz musste in Paderborn verletzungsbedingt auf Gregg Berhalter (Trainingsrückstand nach Mandelentzündung), Josh Wolff (Sprunggelenksprobleme), Sven Bender (Kapseldehnung am Knie), Timo Gebhart (Oberschenkelprellung), Mate Ghvinanidze und Markus Schroth (beide Reha nach Knie-OP) verzichten. Mustafa Kucukovic fehlte wegen Sperre (5. Gelbe Karte), war aber für die U23 spielberechtigt. So lief er fast zeitgleich - wie Christoph Burkhard auch - im Regionalligateam der Löwen bei den Stuttgarter Kickers auf.
Spielverlauf: die Löwen begannen gut, setzten Offensivakzente. Jedoch nach etwa zehn Minuten schlich sich eine gewisse Sorglosigkeit ins Defensivverhalten. So kamen die Ostwestfalen zur ersten Großchance. Nach einer Ecke von der rechten Seite durch Benjamin Schüßler schoss Dusko Djurisic aus dem Hinterhalt aufs Tor. Der Innenverteidiger traf den Ball aber nicht voll, Jovan Damjanovic verpasste zunächst, Sören Gonther konnte am linken Torraumeck das Leder Richtung 1860-Tor ablenken, doch Löwen-Keeper Philipp Tschauner war auf dem Pfosten, wehrt ab (10.). Fünf Minuten später gewann David Fall das Sprintduell gegen Torben Hoffmann, legte auf der rechten Strafraumseite zurück auf Damjanovic, der aus 15 Metern unbedrängt den Ball übers Tor hämmerte (15.). Trotzdem hätten die Weiß-Blauen ihrerseits in der 23. Minute in Führung gehen können. Nach einer Freistoßflanke von rechts vertändelte Djurisic im eigenen Strafraum den Ball gegen Antonio Di Salvo, Daniel Bierofka nahm im Laufen das Leder im Strafraum mit, leitete es auf Björn Ziegenbein weiter. Der 23-Jährige drehte sich blitzschnell, schoss aus sieben Metern, doch SCP-Keeper Lukas Kruse konnte per Fußabwehr auf der Linie klären (23.). Eine Viertelstunde passierte nichts, dann fiel wie aus heiterem Himmel die Führung für Paderborn. Die Löwen bekamen in der Mitte der eigenen Hälfte den Ball nicht unter Kontrolle, Innenverteidiger Sören Gonther schnappte ihn sich, lief übers linke Strafraumeck in den Strafraum, zog aus zwölf Meter mit rechts ab und traf zum 1:0 ins lange Eck (37.).
Direkt nach Wiederanpfiff die kalte Dusche für die Löwen nach einem Freistoß für Paderborn fünf Meter vorm linken Strafraumeck. Erwin Koen hielt aus unmöglicher Position einfach mit links flach drauf, Nikolas Ledgerwood in der Mauer sprang hoch und der Ball landete unhaltbar für Löwen-Torwart Tschauner im kurzen Eck zum 2:0 (48.). Die Sechzger brauchten einige Zeit, um sich von diesem Schock zu erholen. Dann folgte eine kurze Drangperiode der Münchner. In der 56. Minute ging Bierofka auf der rechten Seite bis zur Grundlinie, flankte das Leder hoch durch den Torraum auf den zweiten Pfosten, wo der eingewechselte José Holebas aus sechs Metern zum Kopfball ansetzte, doch SCP-Keeper Kruse konnte den Ball mit einem Reflex wegfausten. Vier Minuten später die nächste gute Löwen-Chance. Ledgerwood hatte von rechts geflankt, Berkant Göktan setzte am linken Torraumeck zum Seitfallzieher an, doch Djurisic konnte den Ball zur Ecke ablenken (60.). In der 62. Minute dann endlich der Anschlusstreffer. Göktan führte auf der linken Seite einen Eckball kurz aus, passte auf Danny Schwarz, der die Grundlinie entlang lief, dann zurück auf Bierofka legte, der aus 13 Metern das Leder unter die Latte hämmerte (62.). Wer jetzt einen Sturmlauf der Löwen erwartet hätte, sah sich getäuscht. Nur einmal mussten die Gastgeber noch zittern. Ein weiter Einwurf von der linken Seite durch Hoffmann in den Strafraum setzte am Torraum auf, Di Salvo kam aus acht Metern zum Kopfball, aber das Leder ging gut einen Meter übers linke Kreuzeck (76.). In der Schlussphase setzten die Ostwestfalen gefährliche Konter. Erst scheiterte der eingewechselte David Hoilett mit seinem 15-Meter-Schuss aus halbrechter Position an der Querlatte (90.), dann köpfte Markus Thorandt in der Nachspielzeit eine Rechtsflanke von Alexander Löbe am kurzen Pfosten vor dem hinter ihm lauernden René Müller zum 3:1-Endstand aus sechs Metern ins eigene Netz. Damit wahrte Paderborn die letzte theoretische Chance auf den Klassenerhalt, während die Löwen um einen einstelligen Tabellenplatz zittern müssen.
Stimmen zum Spiel: Löwen-Trainer Marco Kurz konnte sich die Leistung seines Teams in der 1. Halbzeit nicht erklären. „Das war viel zu wenig, was wir in den ersten 45 Minuten geboten haben: Ohne Mumm und ohne Willen", bemängelte er. „Die Spieler seien irgendwie gehemmt gewesen. „Erst nach dem 0:2-Rückstand war diese Hemmschwelle durchbrochen. Dann haben wir Fußball gespielt", so der 38-Jährige. „Paderborn hat mit Herz verteidigt." Einmal mehr waren individuelle Fehler Schuld an der Niederlage. „Beim 0:1 haben wir ein schlechtes Abwehrverhalten gezeigt. Auch das 0:2 war bezeichnend für uns. Obwohl Erwin Koen als guter Freistoß-Schütze bekannt ist, geht sein Schuss durch die Mauer. So etwas darf einfach nicht passieren!" Kurz sprach von einer sehr ernsten Situation. „Die Spieler müssen schnell aufwachen. Insgesamt haben wir zu wenig Qualität auf den Platz gebracht. Das Ergebnis ist ernüchternd."
Sein Paderborner Kollege Pavel Dotchev freute sich über den „Dreier". „Damit haben wir unsere kleine Chance auf den Klassenerhalt gewahrt", sagte der 42-Jährige. Der Sieg sei nicht unverdient gewesen. „Meine Mannschaft ist sehr entschlossen und mit viel Willen aufgetreten. Wir haben vielleicht nicht den besten Fußball gespielt, aber die Fehler von 1860 eiskalt ausgenutzt", resümierte er. Sein Team hätte nach der 2:0-Führung etwas die Linie verloren. „Sechzig erhöhte in dieser Phase den Druck. Das Gegentor hat sich angedeutet." Anschließend habe er einige taktische Umstellungen vorgenommen, zudem schnelle Leute in der Hoffnung eingewechselt, einen Konter erfolgreich abzuschließen. „Das ist uns dann mit dem 3:1 auch gelungen. Da konnten wir die Räume ausnutzen."

31. Spieltag, 2. Mai 2008
1860 München 0 : 3 SC Freiburg
 
02.05.2008 | 19:00 Uhr

Zwei krasse Stellungsfehler begünstigen Gäste-Tore

Löwen-Keeper Philipp Tschauner ist beim Kopfball von Mohamadou Idrissou zum 1:0 nach einem Eckball machtlos.
Die kleine Serie von zwei Spielen ohne Niederlage ist für die Löwen bereits wieder beendet. Gegen den SC Freiburg gab es eine bittere 0:3-Heimniederlage. Dabei profitierten die Gäste bei den ersten beiden Treffern durch Mohamadou Idrissou (31.) und Karim Matmour (41.) von zwei krassen Stellungsfehlern in der 1860-Defensive. Das 3:0 durch Ali Günes (80.) fiel in der Schlussphase nach einem Konter.
Personal: Verletzungsbedingt musste Trainer Marco Kurz gegen den SC Freiburg auf Torben Hoffmann (Rückenprobleme), Gregg Berhalter (Mandelentzündung), Mate Ghvinianidze, Markus Schroth (beide Reha nach Knie-OP), Christoph Burkhard (Risswunde am linken Schienbein) und Alexander Eberlein (Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel). Wegen Sperre fehlten Timo Gebhart (5. Gelbe Karte) und Julian Baumgartlinger (Gelb-Rote Karte bei U23).
Spielverlauf: Die Löwen waren von Beginn an bemüht, versuchten Freiburg früh zu attackieren, aber im Spiel nach vorne fehlte die klare Linie. So hatten die Breisgauer bei Angriffen der Sechziger immer wieder die Möglichkeit, sich zu formieren. Lange neutralisierten sich beide Teams mit Feldvorteilen für die Gastgeber, ehe ein Eckball die Gäste-Führung einleitete. Ali Günes hatte von der rechten Seite aufs vordere Torraumeck geflankt, Mohamadou Idrissou kam aus einer Traube von Sechziger-Spielern heraus zum Kopfball, traf ins lange Eck zum 1:0 (31.). Die Löwen besaßen im ersten Durchgang nur eine echte Chance, als sie in der 39. Minute mal schnell nach vorne spielten. Berkant Göktan setzte sich im Zentrum durch, legte steil auf den halbrechts durchgestarteten Björn Ziegenbein ab, der das Leder aus vollem Lauf volley nahm, doch sein Schuss von der Strafraumgrenze konnte Keeper Michael Langer zur Ecke fausten. Zwei Minuten später der nächste Schock für die Löwen. Ivica Banovic hatte Andreas Glockner an der rechten Außenlinie angespielt, der flankte sofort in Richtung Elfmeterpunkt, wo Karim Matmour genau zwischen Markus Thorandt und Fabian Johnson völlig unbedrängt an den Ball kam und aus zehn Metern zum 2:0 für die Breisgauer einköpfte (41.). Besser hätte es für die Gäste überhaupt nicht laufen können.
Nach der Pause nahm Löwen-Coach Marco Kurz eine taktische Umstellung vor, um die Offensive zu stärken. Er brachte mit Mustafa Kucukovic eine zweite Spitze und stellte im Mittelfeld auf Raute um. Doch die erste Chance hatten die Gästen nach wenigen Sekunden. Der ebenfalls zur 2. Halbzeit eingewechselte Dennis Aogo nahm eine zu kurze Kopfballabwehr von Lukasz Szukala aus 19 Metern mit vollem Risiko, sein halbhoher Schuss ins linke Eck konnte Löwen-Torwart Philipp Tschauner gerade noch wegfausten (46.). Auf der Gegenseite war es Ziegenbein, der ebenfalls volles Risiko ging. Nach einer Kopfballabwehr von Heiko Butscher nahm er am rechten Strafraumeck das Leder volley aus der Luft, aber der Ball ging knapp am langen Pfosten vorbei (54.). Aufregung nach fast einer Stunde Spielzeit. Göktan war im Zentrum Richtung Freiburger Tor gedribbelt, wurde zunächst vorm Strafraum festgehalten, riss sich los, lief weiter, kam dann im Sechzehn-Meter-Raum zu Fall, aber sehr zum Leidwesen der Löwen ließ Schiedsrichter Markus Wingenbach weiterlaufen (60.). Acht Minuten später legte Daniel Bierofka auf Kapitän Danny Schwarz ab, der es mit einem Rechtsschuss aus 17 Metern versuchte, der Ball rauschte aber knapp übers rechte Kreuzeck (68.). Die endgültige Entscheidung gelang den Südbadenern in der 80. Minute. Matmour erlief sich aus stark abseitsverdächtiger Position auf der rechten Seite einen Steilpass, steuerte alleine auf Tschauner zu, der konnte den Schuss aus kürzester Distanz zunächst abwehren, der Nachschuss des Freiburgers klatschte anschließend an den Innenpfosten, sprang in die Tormitte, wo Günes aus fünf Metern zum 3:0 einnetzen konnte (80.). Wenig später hatten die Löwen sogar Glück, dass sie nicht noch den vierten Gegentreffer kassierten. Nach einer Ecke traf Heiko Butscher per Kopf nur den Pfosten. Anschließend scheiterte der eingewechselte Oliver Barth aus kürzester Entfernung an dem bereits auf dem Boden liegenden Keeper Tschauner (82.).
Stimmen zum Spiel
Löwen-Coach Marco Kurz war mit dem Auftakt seiner Mannschaft zufrieden. „Da haben wir gefälligen Fußball gespielt, gut von hinten nach vorne kombiniert. Dann geraten wir durch zwei individuelle Fehler in Rückstand." Er habe mit der taktischen Umstellung zur 2. Halbzeit alles versucht, „aber wir haben nur bis zum gegnerischen Sechzehner ansehnlich nach vorne gespielt. In Tornähe hat uns die Entschlossenheit gefehlt, wir konnten uns einfach keine Chance erzwingen." Sein Team habe in dieser Partie Lehrgeld bezahlt. „Freiburg hat aus seinen Chancen das Maximum gemacht. Wir dagegen waren nicht durchschlagskräftig genug, um Punkte mitzunehmen." Trotzdem sieht der 38-Jährige genügend Potenzial in seiner Mannschaft. „Die Qualität ist weitaus höher als die, die wir im Moment zeigen."
Sport-Club Trainer Robin Dutt sah einen nervösen Beginn seines Teams. „Sechzig hat besser ins Spiel gefunden. Doch dann machen wir die Tore nach einem Standard und einem Konter. Anschließend haben wir so gespielt, wie man auswärts spielen muss." Seine Mannschaft habe nach der Pause wenig zugelassen und dann „einen Konter gefahren". „Es war die erwartet schwere Aufgabe. Das Ergebnis täuscht etwas darüber hinweg. Die Partie ist für uns ideal verlaufen. Für uns war es ein ganz wichtiger Sieg, der uns nochmals Auftrieb im Endspurt geben wird."

Löwen-Geschäftsführer Stefan Reuter sprach von einer bitteren Niederlage, „weil wir gut begonnen hatten". Freiburg mache durch einen Standard das 1:0. „Danach haben wir aufgehört, Fußball wie in den ersten 30 Minuten zu spielen." Der 41-Jährige mahnte vor allem an, „dass Freiburg in so einer Häufigkeit bei uns im Strafraum zum Kopfball kommt. Das kann nicht sein". Für ihn sei es unverständlich, dass man so die Linie verliere. Trotzdem gab sich der Welt- und Europameister kämpferisch. „Im Grunde wollen wir noch jedes Spiel gewinnen. Aber auch die Partie in Paderborn wird kein Selbstläufer. Die wollen sich vernünftig aus der Liga verabschieden. Um dort zu gewinnen, müssen wir Richtung Tor spielen und zwingender als gegen Freiburg sein." Die Mannschaft habe gerade nach dem Rückstand einen müden Eindruck gemacht. „Wir haben einen extremen Substanzverlust im Team: Es gibt viel zu tun!"
„Wir haben einen großen Aufwand betrieben", sagte Daniel Bierofka, „sind dabei aber nicht vors Tor gekommen. Lediglich bei Distanzschüssen waren wir gefährlich. Am Schluss hatten wir noch Glück, dass wir nicht höher verloren haben." Das einzige Positive, so Bierofka, sei, dass Kaiserslautern ebenfalls verloren habe, wodurch der Abstand zu einem Abstiegsplatz gewahrt worden sei. „Das Spiel in Paderborn wird auch nicht leicht. Da müssen wir uns nochmals zusammenreißen. Nach so einer Niederlage ist es schwierig. So ein 0:3 haut das Selbstvertrauen in den Keller!" Trotzdem fand der 29-Jährige, dass man keinem Spieler vorwerfen könne, er hätte nicht gewollt. „Es war aber so ein Tag, wo einfach nichts geht. Leider hatten wir solche Tage in der Rückrunde öfters ..."

Verteidiger Lukasz Szukala fand, dass wir das „Spiel schnell abhaken" müssen. „Wir haben uns das anders vorgestellt. Jetzt gilt unsere volle Konzentration Paderborn. Dort müssen wir die Leistung der beiden Spiele gegen Wehen und Gladbach wieder abrufen." Szukala sprach von einer unglücklichen Niederlage. „Wir hatten mehr vom Spiel, verlieren aber deutlich mit 0:3. Dabei haben wir ordentlich begonnen, bevor uns die beiden unnötigen Fehler in Rückstand gebracht haben." Für die gezeigte Leistung hatte der 23-Jährige keine Erklärung parat. „Wir haben es nicht geschafft, in die gefährliche Zone zu kommen. Freiburg stand gut hintendrin. In Paderborn müssen wir uns gewaltig steigern."

30. Spieltag, 27. April 2008
Bor. M'gladbach 2 : 2 1860 München
 
27.04.2008 | 16:30 Uhr

Löwen beeenden zwei Gladbacher Serien

Antonio di Salvo, hier gegen Patrick Paauwe, brachte die Löwen mit seinem 8. Saisontreffer zurück ins Spiel.
Beim 2:2 gegen Spitzenreiter Borussia Mönchengladbach beendeten die Löwen die Heimserie des designierten Aufsteigers gleich doppelt: Nach vier Heimsiegen ohne Gegentor musste sich das Team von Trainer Jos Luhukay mit einem Punkt begnügen. Oliver Neuville hatte die Borussen in Führung gebracht (18.). Antonio di Salvo glich sechs Minuten später per Kopf aus (24.). Berkant Göktan brachte die Löwen in der Nachspielzeit der 1. Halbzeit mit einem abgefälschten Schuss in Front (45.), ehe Neuville per Foulelfmeter in der 48. Minute den Endstand herstellte.

Personal: In Gladbach musste Trainer Marco Kurz verletzungsbedingt auf Mate Ghvinianidze, Markus Schroth (beide Reha nach Knie-OP), Christoph Burkhard (Risswunde am linken Schienbein) und Alexander Eberlein (Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel) verzichten.
Lars Bender wurde wegen einer Hüftprellung geschont. Chhunly Pagenburg, Julian Baumgartlinger und Björn Ziegenbein kamen tags zuvor beim Auswärtsspiel der Regionalligamannschaft beim FSV Frankfurt (2:1) zum Einsatz.
Spielverlauf: Mit einem mörderischen Tempo begann die Borussia das Spiel. Die Löwen-Defensive stand zunächst gut, geriet aber nach zehn Minuten immer mehr in Bedrängnis. Zwischen der 13. und 15. Minute besaßen die Fohlen gleich drei Großchancen. Der flinke Marko Marin hatte sich auf linken Seite durchgesetzt, seine Flanke von der Grundlinie zurück in den Strafraum wehrte Lukasz Szukala per Kopf ab, der Ball landete aber genau vor Sascha Rösler, dessen Direktabnahme Benjamin Schwarz gerade noch zur Ecke lenken konnte (13.). Nach einem Doppelpass am Strafraum kam Roberto Colautti aus zwölf Metern frei zum Schuss, der Ball landete aber überm 1860-Tor (14.). Eine Minute später setzte sich Colautti auf der rechten Seite durch, legte zurück auf den Elfmeterpunkt, wo Marcel Ndjeng direkt abzog, aber nur die Latte traf. Das Leder landete wiederum bei Rösler, der es aus elf Metern übers Tor beförderte (15.). Drei Minuten später dann doch die Gladbacher Führung. Oliver Neuville schoss einen indirekten Freistoß aus 22 Metern aufs Münchner Tor, Nikolas Ledgerwood in der Mauer fälschte das Leder ab, Löwen-Keeper Philipp Tschauner war zwar noch dran, konnte den Treffer aber nicht mehr verhindern (18.). Das erste Lebenszeichen gaben die Weiß-Blauen fünf Minuten später. Diesmal hämmerte Markus Thorandt einen Freistoß aus 30 Metern auf das Tor des Gegners, auch sein Schuss wurde abgefälscht, landete aber neben dem Kasten (23.). Den anschließenden Eckball von links flankte Danny Schwarz halbhoch aufs vordere Torraumeck, wo sich Antonio Di Salvo per Flugkopfball gegen Ndjeng durchsetzen konnte und zum 1:1 Ausgleich ins kurze Eck traf (24.). Die Fohlen brauchten einige Zeit, bis sie sich von diesem Schock erholt hatten. In der 37. Minute verhinderte Tschauner mit einem Reflex die erneute Gladbacher Führung. Marin hatte von links geflankt, Colautti kam am kurzen Eck zum Kopfball, doch der Keeper entschärfte den Ball auf der Linie. Eine Minute später stand der 22-jährige Schlussmann erneut im Mittelpunkt. Nach einem Steilpass von Marin tauchte Rösler alleine vor ihm auf, Tschauner warf sich ihm entgegen, konnte jedoch im Liegen den Ball mit einer Faust abwehren (38.). Als alle schon mit einem 1:1 zur Pause gerechnet hatten, setzte Berkant Göktan in der Nachspielzeit den Schlusspunkt der 1. Halbzeit. Der Münchner dribbelte in zentraler Position, besaß keine Anspielstation, also verlud er zunächst Ndjeng, zog dann aus 22 Metern in halbrechter Position ab, traf Filip Daems am Rücken, von dort sprang das Leder in die entgegengesetzte Richtung ab, wodurch Gladbachs-Keeper Christofer Heimeroth nicht mehr reagieren konnte: 2:1 (45.). Es war der 9. Saisontreffer für den Deutsch-Türken.

Mit dem knappen Vorsprung im Rücken wurden die Löwen nach 50 Sekunden der 2. Halbzeit eiskalt erwischt. Ein Pass in die Schnittstelle der Löwen-Verteidigung erlief sich Rösler, Tschauner stürzte sich ihm entgegen und holte ihn bei seinem Klärungsversuch von den Beinen. Schiedsrichter Tobias Christ zeigte sofort auf den Elfmeterpunkt und dem Torwart für diese Aktion die Gelbe karte (46.). Neuville trat an, schoß aber genau in die Tormitte. Tschauner reagierte, doch der Ball rutschte unter ihm hindurch zum 2:2 ins Tor (48.). Doch die Sechziger zeigten sich von dem Ausgleich keineswegs geschockt, besaßen in der Folge sogar die besseren Chancen zum Siegtreffer. In der 53. Minute glänzte Daniel Bierofka mit einer gelungen Einzelaktion. An der linken Grundlinie ließ er Roel Brouwers zunächst stehen. Da sich aber in der Mitte niemand anbot, musste er fast von der Tor-Auslinie selbst schießen, doch Heimeroth hatte das kurze Eck dichtgemacht. In der 74. Minute erneut eine Riesenmöglichkeit für die Löwen. Bierofka passte steil auf Fabian Johnson, der zwischen zwei Gladbachern hindurchsprintete, sein Schuss aus zehn Metern konnte Heimeroth jedoch abwehren. Zehn Minuten später eine kuriose Szene vor dem Gladbacher Tor. Benjamin Schwarz flankte von der linken Seite, Göktan wollte per Fallrückzieher aus 14 Metern aufs Tor schießen, was aber misslang. Der Ball kam zum eingewechselten Timo Gebhart, der ihn aber bei seinem Schuss aus neun Metern nicht voll traf und zudem am Tor vorbeizielte (84.). Erst gegen Ende des Spiels kamen die Hausherren noch zweimal gefährlich vors Löwen-Tor. Erst flankte Marin von rechts auf den eingewechselten Rob Friend. Der Borussen-Torjäger verfehlte mit einem spektakulären Fallrückzieher aus neun Metern nur knapp das linke Kreuzeck (88.). Dann landete ein abgefälschter 20-Meter-Schuss von Soumaila Coulibaly nur auf dem Tornetz. Im Anschluss an den fälligen Eckball köpfte Brouwers aus drei Metern den Ball auf 1860-Keeper Tschauner (90.). Kurz danach war Schluss, und die Heimserie der Gladbacher von vier Siegen ohne Gegentor in Folge beendet.

Stimmen zum Spiel„Durch den Heimsieg über Wehen sind wir gestärkt nach Gladbach gefahren", resümierte Löwen-Coach Marco Kurz. „Wir wussten, dass wir gegen diese offensiv starke Mannschaft Möglichkeiten bekommen würden, Fußball zu spielen." Der 38-Jährige fand, dass sein Team gut ins Spiel gekommen sei. „Offensiv waren wir immer gefährlich, auch wenn die 2:1-Pausenführung sicherlich glücklich war." Das 2:2 sei zu einem psychologisch äußerst ungünstigen Zeitpunkt so kurz nach der Pause gefallen. Aber auch dann hätte seine Mannschaft Moral gezeigt. „Die Vielzahl der Gladbacher Chancen, gerade in der ersten Hälfte, resultierten daraus, dass wir deren Offensive nie ganz in den Griff bekommen haben. Vor allem Marko Marin war ein ständiger Unruheherd", musste der Fußball-Lehrer eingestehen. „Insgesamt war es ein offensiv geführtes, attraktives Zweitligaspiel. Es war ein verdient erkämpfter Punkt für meine Mannschaft." Für die Restsaison gab Kurz als Devise aus: „Wir wollen den positiven Trend in die vier restlichen Spiel mitnehmen."

Gladbachs Cheftrainer Jos Luhukay sprach von einem guten Beginn seiner Mannschaft. „Wir hätten uns neben dem Führungstor selbst belohnen können. Marcel Ndjeng, Sascha Rösler und auch Roberto Colautti hatten sehr gute Möglichkeiten." Danach wären die Löwen immer besser ins Spiel gekommen. „In der 2. Halbzeit waren wir dann zwar besser, echte Chancen konnten wir uns kaum herausspielen. 1860 hat das Spiel gut kontrolliert und schnell umgeschaltet. Sie haben uns alles abverlangt und wir mussten alles geben. Immer wieder hat uns die Offensive von 1860 vor Probleme gestellt", so der 44-Jährige. „Man muss die Leistung des Gegners anerkennen. Wir hätten zwar kurz vor Schluss mit ein wenig Glück das Siegtor machen können, aber es wäre nicht verdient gewesen. Schade, dass es diesmal nicht zu drei Punkten gereicht hat."

29. Spieltag, 17. April 2008
1860 München 2 : 1 SV Wehen Wiesbaden
 
17.04.2008 | 23:00 Uhr

Durststrecke von neun sieglosen Spielen beendet

Die Erlösung sechs Minuten vor dem Ende: Daniel Bierofka hatte gerade das 2:0 erzielt.
Nach neun sieglosen Spielen besiegten die Löwen den SV Wehen Wiesbaden mit 2:1. Gleichzeitig war es der erste Heimsieg 2008 in der Allianz Arena. Fast mit dem Pausenpfiff hatte Markus Thorandt die Sechziger mit seinem ersten Saisontreffer in Führung gebracht (45.), Daniel Bierofka erhöhte in der 84. Minute auf 2:0. Den Gästen gelang lediglich der Anschlusstreffer in der Nachspielzeit durch Sandro Schwarz (90.).
Personal: Im Heimspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden musste Trainer Marco Kurz verletzungsbedingt auf Gregg Berhalter (Sehnenreizung in der Hüfte), Mate Ghvinianidze und Markus Schroth (beide Reha nach Knie-OP) verzichten. Chhunly Pagenburg, Christoph Burkhard, Julian Baumgartlinger, Björn Ziegenbein und Alexander Eberlein wurden für die U23 gegen den VfB Stuttgart II einen Tag später abgestellt.
Spielverlauf: Die Löwen taten sich lange schwer gegen die gut gestaffelte Defensive des SV Wehen Wiesbaden. So besaßen auch die Hessen die erste Chance des Spiels. Nach einem Eckball von Maximilian Nicu von der linken Seite kam Torge Hollmann aus sechs Metern zum Kopfball, verfehlte aber knapp das Löwen-Tor (17.). Acht Minuten später die erste Möglichkeit für die Weiß-Blauen, und die hatte es in sich. Der starke Fabian Johnson spielte aus halblinker Position Antonio Di Salvo im Strafraum an. Die Wehener rechneten mit dem Abseitspfiff, aber Schiedsrichter Marc Seemann signalisierte weiterspielen. Doch der freistehende Italiener verstolperte überhastet den Ball in aussichtsreicher Position. In dieser Phase bekamen die Löwen die Partie immer besser in den Griff und besaßen eine Reihe guter Möglichkeiten. Aber erneut haperte es in der Chancenverwertung. Nach einer tollen Ballstafette zwischen Johnson und Berkant Göktan kam der Ball wieder zu dem Verteidiger, der zog in halbrechter Position im Strafraum aus 14 Metern ab, verzog aber. Das Leder kam zu Di Salvo, der es aus acht Metern übers SVWW-Tor drosch (32.). Vier Minuten später erneut die Sechziger am Drücker. Daniel Bierofka hatte sich auf der linken Strafraumseite durchgesetzt, seine Hereingabe an den zweiten Pfosten erreichte Göktan, der das Leder am rechten Torraumeck volley annahm, aber aus spitzem Winkel nur das Außennetz traf (36.). Als alle schon mit einem torlosen Remis zur Pause rechneten, schlug ausgerechnet Innenverteidiger Markus Thorandt, bis dato noch ohne Saisontreffer, zu. Josh Wolff hatte fast von der linken Außenlinie mit rechts in die Mitte geflankt, der Königsbrunner stieg zwischen den beiden Wehener Innenverteidigern hoch, traf per Kopfballaufsetzer aus acht Metern ins rechte Eck zum 1:0 (45.).

Nach der Pause wurden die Gäste aus der hessischen Landeshauptstadt offensiver, was für die Löwen Räume zum Kontern brachte. In der 50. Minute passte Bierofka steil auf rechts zu Di Salvo, der legte den Ball zurück Richtung Elfmeterpunkt, Wolff verpasste zunächst bedrängt von Kristjan Glibo, Göktan kam aus zwölf Metern zum Schuss, aber SVWW-Keeper Thomas Richter parierte das Leder aus dem rechten Kreuzeck zur Ecke. Aber auch Wehen Wiesbaden hatte seine Möglichkeiten. So kam Ronny König auf der linken Strafraumseite unbedrängt zum Flanken, Bakary Diakité nahm in zentraler Position den Ball aus zehn Metern direkt, doch Löwen-Schlussmann Philipp Tschauner konnte den Schuss abwehren (55.). In der 73. Minute erneut eine Riesenchance für die Weiß-Blauen, für klare Verhältnisse zu sorgen. Benjamin Schwarz drehte einen Freistoss aus halbrechter Position mit links Richtung zweiten Pfosten. Der Ball kam zum eingewechselten José Holebas, der ihn irgendwie zu Göktan am Torraum weiterbeförderte, dessen Fünf-Meter-Schuss konnte Nicu im letzten Moment gerade noch abblocken. Aggressiv zeigten sich die Löwen in der nächsten guten Szene. Holebas setzte in Strafraumnähe die Wehener Abwehr unter Drucker, der Ball kam zu Timo Gebhart, der sofort in den Strafraum steil auf Göktan passte. Der in München geborene Türke tauchte alleine vor Keeper Richter auf, schoss ihn aus kurzer Distanz an. Das Leder prallte auf Bierofka, der flach aus zehn Metern zum 2:0 einnetzen konnte (84.). Bis zur Nachspielzeit ließen die Sechziger keine Möglichkeiten für Wehen mehr zu, standen sicher. Dann gab es einen Freistoss 30 Meter vor dem 1860-Tor. Nicu flankte den Ball aus zentraler Position hoch vors Tor, Sandro Schwarz verlängerte ihn per Hinterkopf aus sieben Metern unhaltbar für Tschauner ins linke untere Eck zum 1:2-Anschlusstreffer (90.). Kurz danach pfiff Schiedsrichter Seemann die Partie ab. Für die Löwen ging damit eine Durststrecke von neun sieglosen Spielen zu Ende.
Stimmen zum Spiel
Löwen-Coach Marco Kurz fand lobende Worte für sein Team. „Wir sind sehr konzentriert ins Spiel gegangen, standen gut im Block." Zunächst sei es für seine verunsicherte Mannschaft schwer gewesen. „Nach einer halben Stunde haben wir gut Stafetten gezeigt. Die schlechte Chancenverwertung war aber einmal mehr unser Manko", so der 38-Jährige. Mit dem 1:0 im Rücken habe sein Team in der „2. Halbzeit zuviel verwaltet". „Durch viel Einsatz sind wir zum 2:0 gekommen. Das war wichtig. Beim 2:1 hat die Ordnung nicht gestimmt", bemängelte der Fußball-Lehrer. „Die Spielweise konnte nach den letzten Wochen noch nicht optimal sein. Wir müssen jetzt weiter arbeiten, den Sieg über Wehen bestätigen. Mit 38 Punkten bin ich nicht zufrieden." Diesmal sei der hohe Aufwand mit dem Quäntchen Glück belohnt worden. Kurz befand das Abwehrverhalten seiner neuformierten Viererkette „über die gesamte Spielzeit" in Ordnung. „Wichtig ist die Ruhe zu bewahren, den Glauben an sich selbst hochzuhalten und weiter hart zu arbeiten."
Wehens Teamchef Christian Hock hatte in der ersten halben Stunde ein ausgeglichenes Spiel gesehen. „Ab der 30. Minute haben wir viele Chancen von Sechzig zugelassen", bemängelte er. Den Führungstreffer sah er als Verkettung einer Reihe von Fehlern seines Teams. „Thorandt stand sträflich frei beim Kopfball. Das war natürlich ein unglücklicher Zeitpunkt, so kurz vor der Pause." In der 2. Halbzeit hätte seine Mannschaft sich einige gute Chancen herausgearbeitet. „Natürlich waren wir auch anfälliger für Konter." Den Anschlusstreffer bezeichnete der 38-Jährige nur noch als „Ergebniskorrektur". „Nachdem wir sieben Mal in Folge nicht gewinnen konnten, wollen wir jetzt im Heimspiel wie Sechzig wieder in die Spur finden." Verteidiger Gregg Berhalter, der verletzungsbedingt nicht im Kader stand, sprach von einem „Befreiungsschlag". „Der Sieg war sehr nötig! Wir haben gut gespielt und wenig zugelassen. In der 1. Halbzeit hätten wir drei Tore machen können." Auf die Frage, ob er sich nach der guten Leistung von Lukasz Szukala und Markus Thorandt Sorgen um seinen Stammplatz in der Innenverteidigung mache, antwortete der US-Amerikaner: „Ich muss einfach meine Leistung bringen, dann komme ich auch wieder in die Mannschaft."
„Der Stein, der uns vom Herzen gefallen ist, konnte man kilometerweit plumpsen hören", sagte Löwen-Kapitän Danny Schwarz. „Die 2. Halbzeit war etwas zittrig", befand er. „Das 2:0 war der positive Knackpunkt." Viel Lob hatte er für die Defensive über. „Die Viererkette hat ihre Arbeit sehr gut gemacht. Lukasz Szukala hat mit dem Kopf alles abgeräumt und gegen König, der ein unangenehmer Spieler ist, wenig zugelassen." Schwarz sprach nach dem Sieg von einem „ungewohnten Gefühl". „Wir wussten nicht mehr, wie das war, mal wieder zu gewinnen."
Der Torschütze zum 2:0, Daniel Bierofka, sprach von einem wichtigen Sieg. „Wir sind mit einem großen Druck ins Spiel gegangen. Das Training unter der Woche war sehr unruhig", so der dreifache Nationalspieler. „1:0 ist ein gefährliches Ergebnis, deswegen war mein Treffer so wichtig."
Markus Thorandt, der mit seinem ersten Saisontreffer die Führung in der 45. Minute erzielt hatte, sprach von einem „wichtigen Zeitpunkt". „Dadurch sind wir mit einem guten Gefühl in die Pause gegangen." Angst hätte man vor dem Spiel gegen Wehen nach neun Niederlagen und ohne Heimsieg in 2008 nicht gehabt. „Aber der Druck hat schwer auf uns gelastet", musste der 27-Jährige eingestehen.
Löwen-Torjäger Berkant Göktan lobte den Team- und Kampfgeist. „Gegen Wehen haben wir Charakter und Herz gezeigt. Auf uns lag in diesem Spiel ein immenser Druck. Endlich konnten wir auch den Fans wieder eine Freude bereiten." Die Mannschaft hätte wesentlicher kompakter als zuletzt gespielt, den Gegner nie ins Spiel kommen lassen. „Ich empfinde eine große Erleichterung. Dieser Sieg wird uns nach vorne pushen. Jetzt können wir wesentlich befreiter in Gladbach auftreten."

28. Spieltag, 13. April 2008
Offenbacher Kickers 2 : 0 1860 München
 
13.04.2008 | 16:30 Uhr

Johnsons Eigentor bringt OFC auf die Siegerstrasse

Offenbachs Ricardo Sousa kann sich in dieser Szene gegen Sven Bender durchsetzen.
Die vierte Niederlage in Folge setzte es für die Löwen am Bieberer Berg. Fabian Johnson hatte mit einem Eigentor die Offenbacher Kickers in der 30. Minute in Führung gebracht, Suat Türker erhöhte nach der Pause in die Drangphase der Sechziger hinein auf 2:0 (55.). Zwischen den beiden Treffern verweigerte Schiedsrichter Wolfgang Walz einen klaren Elfmeter, als Niko Bungert Löwen-Stürmer Berkant Göktan am Elfmeterpunkt zu Fall gebracht hatte (36.).
Personal: Verletzungsbedingt musste Trainer Marco Kurz auf Mate Ghvinianidze, Markus Schroth (beide Reha nach Knie-OP) und Manuel Schäffler (Knieprobleme) verzichten. Wegen der Gelb-Roten Karte gegen Fürth fehlten Markus Thorandt und Benjamin Schwarz. Chhunly Pagenburg, Christoph Burkhard, Alexander Eberlein und Björn Ziegenbein kamen bei der U23 gegen Reutlingen zum Einsatz (2:2), Torhüter Andreas Rössl saß bei diesem Spiel auf der Bank.
Spielverlauf: Mehr als 20 Minuten neutralisierten sich die beiden Teams. Der einzige Aufreger in der 4. Minute. Nach einem Doppelpass zwischen Antonio Di Salvo und Berkant Göktan, wäre der Italiener durchgewesen, aber Niko Bungert brachte ihn fünf Meter vorm Strafraum zu Fall. Schiedsrichter Wolfgang Walz zeigte dem Kickers-Verteidiger aber nur die Gelbe Karte. Danach dauerte es 20 Minuten, bis es wieder gefährlich vor einem der beiden Tore wurde. Danny Schwarz kam über rechts, spielte steil Richtung rechtes Torraumeck, Sven Bender war vor OFC-Torhüter Cesar Thier am Ball, musste aber außen vorbei. So konnte der 40-jährige Keeper seinen Schuss zur Ecke abwehren (24.). Danach kamen fünf starke Minuten der Hessen, vor allem, weil Thorsten Judt auf der linken Seite immer wieder frei zum Flanken kam. In der 26. Minute war Sven Bender bei Judts Flanke in der Mitte schlecht postiert, Suat Türker kam aus sechs Metern unbedrängt zum Kopfball, setzte das Leder aber neben das Tor. Drei Minuten später ein weiter Pass aus der Zentrale auf Türker, Torben Hoffmann kam kurz vor der Strafraumgrenze an den Ball, schoss dabei aber Gregg Berhalter an, das Leder fiel Türker vor die Füße, doch Keeper Philipp Tschauner warf sich ihm entgegen, konnte klären (29.). Eine Minute später war es aber passiert. Wieder kam Judt auf der linken Seite frei zum Flanken, Aristide Bancé und Fabian Johnson versuchten beide aus vollem Lauf am Torraum an den Ball zu kommen, dabei sprang das Leder dem Münchner an den Oberkörper, landete von dort unhaltbar für Tschauner zum 1:0 für Offenbach im Netz (30.). Sechs Minuten später hätte es eigentlich einen Strafstoss für die Löwen geben müssen. Danny Schwarz spielte steil auf Di Salvo, OFC-Keeper Thier versuchte an der Strafraumgrenze mit dem Fuß zu klären, doch der 1860-Stürmer konnte den Ball Richtung Elfmeterpunkt spitzeln, wo Berkant Göktan von hinten von Moses Sichone umgegrätscht wurde, aber Schiedsrichter Walz ließ weiterlaufen (36.). Vor der Pause besaßen die Offenbacher noch eine Riesenchance zum 2:0. Lukasz Szukala hatte am Torraum zu kurz geklärt, das Leder fiel Bungert freistehend vor die Füße, der aber bei seinem Schuss aus halbrechter Position den Ball nicht voll traf und so aus 14 Metern das Tor verfehlte (39.).

Die Löwen hatten sich in der Kabine einiges vorgenommen. Keine 30 Sekunden waren gespielt, da kam Göktan im Strafraum aus zehn Metern zum Schuss, Thier konnte das Leder nach vorne abwehren, der Deutsch-Türke setzte nach, doch Sichone war vor ihm am Ball, konnte gerade noch klären (46.). Zwei Minuten später zog Ricardo Sousa einen Freistoss auf der rechten Strafraumseite mit links direkt aufs lange Eck. Zum Glück für 1860-Keeper Tschauner strich der Ball knapp über die Querlatte (48.). Wiederum zwei Minuten danach war es auf der Gegenseite Lars Bender, der Thier im OFC-Tor alles abverlangte. Der 18-Jährige dribbelte drei Kickers-Spieler aus, doch seinem Schuss aus 13 Metern fehlte die Power, sodass Thier nach vorne abwehren konnte. Danach sprang der Ball noch wie eine Billardkugel durch den Strafraum, aber kein Löwe kam zum Abschluss (50.). Genau in diese Phase, als die Sechziger eindeutig das dominierende Team stellten, fiel - für den OFC psychologisch wichtig - das 2:0. Türker passte das Leder in zentraler Position auf die linke Seite, wo Judt erneut unbedrängt zum Flanken kam, Bancé am kurzen Pfosten verpasste zunächst, aber Türker tauchte völlig frei am langen Eck auf, bugsierte das Leder mit einer akrobatischen Einlage ins Netz (55.). Die Löwen verstärkten danach nochmals die Offensive, ohne aber richtig zwingend zu werden. Im Anschluss an einen Eckball versucht es Verteidiger Szukala mit einem Drehschuss von der Strafraumgrenze, den Thier aus dem rechten unteren Ecke fischte (74.). In der 81. und 82. Minute gab es nochmals zwei Kopfballchancen durch Bierofka und Göktan, die aber den OFC-Torhüter vor keine allzu großen Probleme stellten. So mussten die Weiß-Blauen die vierte Niederlage in Folge hinnehmen, Offenbach dagegen hat sich damit der größten Abstiegssorgen erledigt.

27. Spieltag, 4. April 2008
SpVgg Greuther Fürth 3 : 1 1860 München
 
04.04.2008

Erneute Derby-Niederlage der Löwen gegen Fürth

Löwen-Keeper Philipp Tschauner hatte in der 5. Minute keine Chance, als Stefan Reisinger das 1:0 für Greuther Fürth erzielte.
Die SpVgg Greuther Fürth gewann das Derby gegen dezimierte Löwen mit 3:1. In einer fairen Partie zückte der überforderte Schiedsrichter Norbert Grudzinski dreimal Gelb-Rot. Die Führung von Stefan Reisinger aus stark abseitsverdächtiger Position (5.) egalisierte Daniel Bierofka (25.). Nach der Gelb-Roten Karte für Markus Thorandt (43.) erhöhten die Fürther erneut durch Reisinger (55.) und in der Nachspielzeit traf der eingewechselte Cidimar auf 3:1.

Personal: Verletzungsbedingt fehlten in Fürth Josh Wolff (muskuläre Probleme), Mate Ghvinianidze, Markus Schroth (beide Reha nach Knie-OP), Björn Ziegenbein (Muskelprobleme) und Manuel Schäffler (Knieprobleme). Eine Pause zur Regeneration bekamen Sven und Lars Bender, Christoph Burkhard, Andreas Rössl und Alexander Eberlein sind im Aufgebot fürs Spiel der U23 beim VfR Aalen.

Spielverlauf: Die erste Chance für die Fürther - und gleich die 1:0-Führung, wenngleich der Torschütze den Treffer irregulär erzielt hatte. Nach einem abgewehrten Eckball wurde der Ball steil auf die linke Seite gespielt, wo Timo Achenbach nach dynamischem Antritt zum Flanken kam. Stefan Reisinger, der zu früh gestartet war, musste nur noch einschieben. Er hatte aber das Glück, dass Linienrichter Patrick Ittrich seine Abseitsposition übersah und die Fahne unten ließ (5.). In der Folge passiert vor beiden Toren wenig, bis Berkant Göktan kurz hinter der Mittellinie den Ball steil spielte. Benjamin Schwarz das Laufduell gegen Daniel Adlung gewann, fast von der Grundlinie auf den zweiten Pfosten flankte, wo Daniel Bierofka völlig frei stand und per Fuß aus drei Metern zum 1:1 einschießen konnte (25.). In der 31. Minute war es Löwen-Keeper Philipp Tschauner, der den erneuten Rückstand verhinderte. Ivo Ilicevic hatte das Leder im Strafraum quer auf Aleksandar Kotuljac gelegt, der sofort aus halblinker Position abzog, jedoch konnte Tschauner sein 14-Meter-Geschoss mit einer Faust gerade noch über die Querlatte lenken. Hektisch wurde es für die Löwen kurz vor der Pause. Erst sah Thorandt nach einem taktischen Foul gegen Juri Judt die Gelb-Rote Karte (43.), nachdem er wegen eines Allerweltsfouls in der 22. Minute bereits den Karton gesehen hatte. Dann besaßen die Kleeblättler die Riesenchance zum 2:1. Thorsten Burkhardt kam im 16-Meter-Raum aus acht Metern zum Schuss, traf das Leder nicht voll. Jan Mauersberger am Torraum stocherte den Ball aus kurzer Distanz aufs Löwen-Gehäuse, Tschauner wehrte mit einem Reflex ab, jedoch trudelte das Leder Richtung Tor, wo Benjamin Schwarz gerade noch auf der Linie stehend klären konnte (44.). So retteten die Weiß-Blauen wenigstens das Remis in die Kabine.

Für die 2. Halbzeit nahm Löwen-Coach Marco Kurz einige Umstellungen in seinem dezimierten Team vor. Mit Lukasz Szukala für José Holebas brachte er einen Innenverteidiger, Fabian Johnson nahm den Platz von Torben Hoffmann auf der rechten Defensivseite ein. Von einem 4-2-3-1-System wechselte der Trainer auf ein 4-3-1-1. Lediglich zehn Minuten hielt die Defensive der numerisch unterlegenen Löwen. Dann schoss 1860-Kapitän Danny Schwarz vor dem eigenen Strafraum Daniel Felgenhauer an, der Ball fiel Reisinger vor die Füße, der setzte sich auf halbrechts gegen Szukala durch, traf aus zehn Metern zum 2:1 ins lange Eck (55.). Beinahe hätte Reisinger, einst in München vom Boulevard wegen seiner Abschlussschwäche als „Null-Tore-Stürmer" tituliert, zum dritten Mal getroffen. Der eingewechselte Stephan Schröck hatte sich rechts durchgesetzt, seine präzise Flanke kam zu Reisinger, der vollkommen frei am langen Eck das Kunststück fertig brachte, aus kurzer Distanz nur den Pfosten zu treffen (68.). In der 82. Minute machte sich Schiedsrichter Norbert Grudzinski endgültig bei den Löwen-Fans unbeliebt, als der Hamburger Benny Schwarz nach einem Zweikampf mit Reisinger Gelb-Rot zeigte. So mussten die Löwen das Spiel mit neun Mann beenden. Trotzdem besaßen sie nochmals die Chance zum Ausgleich. Danny Schwarz hatte Göktan vorm Strafraum angespielt, der passte das Leder direkt vors Fürther Tor, wo Torhüter Sascha Kirschstein und Verteidiger Jan Mauersberger sich uneinig waren. Antonio Di Salvo brachte die Fußspitze dazwischen, doch der Ball ging knapp rechts am Tor vorbei (87.). In der Nachspielzeit gelang den Franken gegen eine völlig entblößte Münchner Abwehr noch das 3:1. Timo Achenbach flankte von der linken Strafraumseite nach rechts, Reisinger passte das Leder per Direktabnahme in die Mitte, wo der eingewechselte Brasilianer Cidimar nur noch eindrücken brauchte. Anschließend setzte der vollkommen überforderte Schiedsrichter Grudzinski seiner chaotischen Leistung die Krone auf. Der Fürther Torschütze, der zwei Trikots übereinander trug, verschenkte das oberste an einen Fan. Dafür zeigte ihm der Unparteiische zunächst Gelb. Als der Spieler dies mit Applaus quittierte, zückte er Gelb-Rot (94.). Das war der Schlusspunkt unter ein faires Derby, das nur teilweise durch die Spieler entschieden wurde ... 

Stimmen zum Spiel
Löwen-Coach Marco Kurz sprach von einer großen Verunsicherung, die sich momentan in allen Mannschaftsteilen breit mache. „Wir wollten in Fürth die Kurve kriegen. Stattdessen haben wir absolut verdient verloren. Wir schaffen es einfach trotz guter Eindrücke im Training nicht, das auch im Spiel umzusetzen." Über den Unparteiischen wollte sich der 38-Jährige nicht groß auslassen. „Wir waren mit Sicherheit von ihm nicht begünstigt. Aber es ist schwer über den Schiedsrichter zu schimpfen, wenn man selbst kein Format auf den Platz bringt", machte Kurz die Schuld für die Niederlage bei der eigenen Mannschaft fest.

26. Spieltag, 30. März 2008
1860 München 1 : 2 FC Carl Zeiss Jena
 
30.03.2008 | 17:00 Uhr

Individuelle Fehler kosten die Punkte

Marcel Schied versetzte in der 87. Minute mit dem 2:1 den Löwen den Todesstoß.
Selbst gegen Carl Zeiss Jena reichte es nicht zum ersten Heimsieg 2008. Im Gegenteil: Am Ende musste sich das Team von Marco Kurz mit 1:2 sogar geschlagen geben. Tobias Werner hatte die Gästeführung erzielt (60.), Berkant Göktan glich mit seinem achten Saisontreffer aus (72.), ehe der eingewechselte Marcel Schied drei Minuten vor dem Ende den Sieg für die abstiegsbedrohten Thüringer sicherstellte.

Personal: Josh Wolff, der unter der Woche noch sein 50. A-Länderspiel für die USA bestritt, musste wegen Muskelproblemen kurzfristig passen. Dazu fehlten Chhunly Pagenburg (Angina), Mate Ghvinianidze und Markus Schroth (beide Reha nach Knie-OP), Björn Ziegenbein (Muskelprobleme) sowie Manuel Schäffler (Knieprobleme), Alexander Eberlein wurde nicht berücksichtigt, Christoph Burkhard und Nikolas Ledgerwood waren am Freitagabend beim 5:0-Sieg über Wacker Burghausen in der Regionalliga-Mannschaft im Einsatz.

Spielverlauf: Die Löwen begannen gut, verloren aber bereits nach wenigen Minuten den Faden und wurden immer nervöser gegen die engagiert auftretenden Thüringer. Diese Nervosität konnten sie in den ersten 45 Minuten nie ablegen. Viele Fehlpässe in der Vorwärtsbewegung brachten immer wieder Gefahr für das eigene Tor, zumal Jan Simak im Mittelfeld fast alle Zweikämpfe gewann und seine Mitspieler immer wieder in Szene setzen konnte. Bereits in der 9. Minute hätte Jena in Führung gehen können. Sami Allagui kam am linken Torraum fast von der Grundlinie zum Flanken, Niels Hansen im Rücken der Abwehr bekam den Ball, schoss aber aus acht Metern freistehend um Zentimeter am langen Eck vorbei. In der 35. Minute kam Schiedsrichter Thomas Frank den Löwen zu Hilfe. Allagui hatte kurz vorm Strafraum auf Simak gepasst, der wäre durchgewesen, doch der Unparteiische entschied auf Abseits. Eine äußerst knappe Entscheidung, die zugunsten der Sechziger ausfiel. Die Löwen dagegen besaßen keine einzige Tormöglichkeit vor der Pause, so blieb es nach 45 Minuten beim schmeichelhaften 0:0 für die Gastgeber.

Wesentlich aggressiver kam das Team von Trainer Marco Kurz aus der Kabine und hatte nach zwei Minuten die erste Möglichkeit. Nach einer Links-Ecke durch Danny Schwarz kam Gregg Berhalter am Torraum zum Kopfball, doch ein Jenaer Spieler lenkte das Leder zur erneuten Ecke ab (47.). Eine Minute später veranstalteten die Sechziger ein munteres Scheibenschiessen im Strafraum der Thüringer, doch immer wieder warf sich ein Spieler in den Ball. Erst wurde Holebas' Schuss aus zwölf Metern geblockt, dann der zweite Versuch von Danny Schwarz aus 14 Metern (48.). Im Gegenzug hatten die Löwen eine brenzlige Situation zu überstehen. Simak und Allagui spielten vorm 1860-Strafraum Doppelpass, der Tscheche bekam das Leder erneut, lief alleine auf Keeper Tschauner zu, der sich ihm entgegen warf und den Ball zur Ecke abwehren konnte. Jenas Fans forderten zwar Elfmeter, weil Simak fiel, doch er hatte sich in dieser Szene den Ball zu weit vorgelegt. In der 56. Minute versuchte es Markus Thorandt mit einem Gewaltschuss aus 35 Metern, der aber nur auf der rechten Kreuzecklatte landete. Ein Fehler begünstigte vier Minuten später die Jenaer Führung. Berhalter verlor an der Mittellinie den Ball gegen Simak, der passte auf Allagui, der lange mit dem Zuspiel auf Tobias Werner wartete. Der Torjäger kam kurz hinter der Strafraumgrenze unbedrängt zum Schuss, traf zur Gästeführung unhaltbar für Tschauner ins rechte untere Eck (60.). Die Löwen steckten aber nicht auf und konnten in der 72. Minute den Ausgleich bejubeln. Torben Hoffmann hatte von der rechten Seite eingeworfen, Berhalter verlängerte am rechten Torraumeck per Kopf auf José Holebas, der das Leder ebenfalls mit dem Hinterkopf weiterleitete. Berkant Göktan stand goldrichtig, traf mit seinem Flachschuss aus 13 Metern zum 1:1. Fünf Minuten später besaßen die Sechziger die Riesenchance zur Führung. Göktan hatte hoch an den Strafraum gepasst, Hoffmann verlängerte per Kopf auf die linke Seite, wo Antonio Di Salvo aus zehn Metern zum Flugkopfball ansetzte, Jenas Keeper Vasil Khamutouski zunächst jedoch abwehren konnte. Im Fallen versuchte es Di Salvo erneut, diesmal mit einem Schuss aus acht Metern, aber Khamutouski war erneut zu Stelle, parierte das Leder (77.). Anstatt den Siegtreffer zu erzielen, liefen die Löwen in einen Konter. Hoffmann verlor am Strafraum einen Zweikampf gegen Ilia Kandelaki, der passte auf den eingewechselten Marcel Schied, der aus neun Metern freistehend zum 2:1 für Jena ins untere linke Eck traf (87.).

Stimmen zum Spiel „Natürlich sind wir enttäuscht, aber wir müssen uns jetzt hinterfragen", sagte Löwen-Cheftrainer Marco Kurz nach der bitteren Niederlage gegen Jena. „Nach gutem Beginn haben wir uns selbst mit einfachen Ballverlusten heruntergezogen. In dieser Situation konnte man genau sehen, dass die Mannschaft nicht gefestigt ist." In der 2. Halbzeit sei sein Team zurückgekommen. „Aber in der Phase, wo wir dann Oberwasser bekamen, machen wir erneut einen katastrophalen Fehler. Wir kommen wieder zurück und verlieren nach dem Ausgleichstreffer unsere Kompaktheit." Auch der Warnschuss, der dem 2:1 vorausging, als eine Minute zuvor Marcel Schied mutterseelenallein am Torraum zum Kopfball kam, sei ungehört verhallt. „Mit unseren 35 Punkten müssen wir vorsichtig sein", so Kurz, „weil wir derzeit nicht das nötige Selbstvertrauen haben und jetzt zu zwei Auswärtsspielen fahren. Wir müssen jetzt schnell die Kurve kriegen, sonst manövrieren wir uns in einen Bereich, wo wir nicht hinwollen und auch nicht hingehören."

Jenas Coach Henning Bürger freute sich über das sehr engagiert geführte Spiel seiner Mannschaft. „Ich denke, dass der Sieg nicht unverdient ist, weil wir bis auf einige Druckphasen der Sechziger das Spiel gut im Griff hatten." Sein Team habe einen sehr hohen Aufwand betrieben und eine konzentrierte Mannschaftsleistung abgeliefert. „Auch nach dem 1:1 haben wir nicht aufgegeben, haben weiter offensiv gedacht und zu kontern versucht, was uns auch gelang. Mit dem Erfolg heute und vor einer Woche gegen Fürth konnten wir eine kleine Serie starten", hat der 38-Jährige die Hoffnung auf den Klassenerhalt noch nicht aufgegeben.

„Wir haben uns in der 1. Halbzeit nicht getraut, Fußball zu spielen, Jena hat uns dominiert", analysierte Löwen-Keeper Philipp Tschauner die Partie. „Nach dem 1:1 wurde es besser. Aber auch da haben wir uns zu dumm angestellt, um den Siegtreffer zu erzielen." Dem Team, so der 22-Jährige, fehle im Moment der unbedingte Siegeswille. „Wir sind seit Beginn der Rückrunde nicht richtig in den Tritt gekommen. Außerdem müssen wir die individuellen Fehler abstellen, dann klappt es auch wieder."

Kapitän Danny Schwarz meinte, dass sich die Löwen gegen Jena selbst geschlagen hätten. „Wir sind erst nach dem 0:1 richtig aufgewacht. Und dann leisten wir uns nach dem Augleich wieder so ein Klops ...", analysierte Schwarz kopfschüttelnd. „Jeder Fehler wird bestraft, deshalb müssen wir diese abstellen, sonst kommen wir nicht vorwärts." Es fehle einfach die nötige Lockerheit. „Wir sind verkrampft. Das konnte man in der 1. Halbzeit deutlich sehen." Das einzige Mittel dagegen seien Erfolge. „Wir brauchen einfach einen Sieg, um eine breite Brust zu bekommen." Derzeit sei das Löwen-Spiel viel zu fehlerhaft und dadurch zu aufwendig. „Vielleicht macht sich deshalb ein Substanzverlust bemerkbar." Zuletzt sei die Entwicklung der Mannschaft ins Stocken geraten. „Jeder muss sich jetzt an die eigene Nase fassen. Wir müssen zusammen da durch."

Geschäftsführer Stefan Reuter sprach von einem „schmerzhaften Lernprozess", den das Team zur Zeit durchlaufe. Vielleicht habe man nach der Vorrunde zuviel geträumt. „Wir müssen jetzt die Ruhe bewahren, uns immer nur aufs nächste Spiel konzentrieren und uns die Sicherheit im Training holen." Die 1. Halbzeit habe deutlich gezeigt, „dass wir nicht in der Verfassung der Hinrunde sind". Die 2. Hälfte sei deutlich besser gewesen. „Aber dann legen wir uns die beiden Dinger wieder selbst rein", monierte der 41-Jährige die Fehler, die wir „in den letzten Spielen zuhauf produziert haben". Die sportliche Leitung werde die Situation gemeinsam sachlich analysieren. „Wir sind aber nicht soweit, wie uns viele bereits gesehen haben", so seine Erkenntnis. „Jetzt sind alle gefordert, damit wir möglichst schnell eine Wende herbeiführen können."

25. Spieltag, 23. März 2008
TuS Koblenz 3 : 1 1860 München
 
23.03.2008

Löwen treffen zweimal ins eigene Netz

Gregg Berhalter überwindet in der 23. Minute seinen eigenen Torwart Philipp Tschauner zum 1:2.
Dreimal trafen die Löwen bei der 1:3-Niederlage in Koblenz bis zur 23. Minute - zweimal leider ins eigene Gehäuse. Berkant Göktan hatte in der 14. Minute mit einem Abstauber die Weiß-Blauen in Führung gebracht, Markus Thorandt glich per Kopfball ins eigene Netz (17.) aus, ehe Kapitän Gregg Berhalter, der sich per Kopfball an die eigene Latte selbst anschoss (23.), die Koblenzer in Führung brachte. In der 67. Minute auch ein Treffer der Gastgeber: Manuel Hartmann traf zum Endstand ins Löwen-Tor.

Personal: Auch wenn sich das Lazarett zuletzt gelichtet hatte, musste Löwen-Coach Marco Kurz in Koblenz aus diversen Gründen auf einige Akteure verzichten. Kapitän Danny Schwarz fehlte wegen seiner 5. Gelbe Karte, verletzt standen Mate Ghvinianidze (Reha nach Außenmeniskusschaden), Timo Gebhart (muskuläre Probleme), Markus Schroth (Reha nach Knie-OP), Björn Ziegenbein (Muskelprobleme) und Manuel Schäffler (Knieprobleme) nicht im Aufgebot. Nikolas Ledgerwood war noch nicht vom Olympia-Qualifikationsturnier mit Kanada in den USA zurückgekehrt, Christoph Burkhard und Alexander Eberlein sammelten zuletzt in der Regionalliga-Mannschaft Spielpraxis.

Spielverlauf: Ein absolut verrücktes Spiel sahen die 10.821 Zuschauer im Stadion Oberwerth in der 1. Halbzeit. Nach 23 Minuten führte der TuS Koblenz 2:1, hatte aber kein einziges Mal auf das Tor von Philipp Tschauner geschossen. Die Löwen begannen gut und gingen in der 14. Minute nach einem sehenswerten Spielzug verdient mit 1:0 in Führung. Sven Bender hatte auf der rechten Seite steil auf Josh Wolff gepasst, der lief seinem Bewacher Frank Wiblishauser davon, flankte jedoch schlecht in die Mitte auf Antonio Di Salvo. Der Italiener erlief sich den Ball kurz vor der Auslinie am linken Torraum, legte zurück auf Daniel Bierofka, der den Ball mit rechts aufs Tor drehte. Vom rechten Innenpfosten prallte das Leder ab, Berkant Göktan war zur Stelle, traf mit einem Flugkopfball aus drei Metern zum 1:0. Drei Minuten später ein Freistoß für Koblenz 25 Meter vor dem Löwen-Tor. Marko Lomic flankte hoch vor den 1860-Torraum, Markus Thorandt ging mit dem Hinterkopf zum Ball, köpfte das Leder über Keeper Philipp Tschauner zum 1:1 ins eigene Netz (17.). Aber es kam noch schlimmer. In der 23. Minute flankte Lomic von links vors Tor, Gregg Berhalter wollte vor Njazi Kuqi klären, köpfte das Leder aus fünf Metern an die Unterkante der eigenen Latte. Der Ball prallte zurück, genau auf den rechten Fuß des Löwen-Kapitäns, von wo aus er über die Torlinie zum 2:1 für Koblenz trudelte. Zwei Eigentore innerhalb einer Halbzeit! Das gab es zum letzten Mal in der Zweiten Liga vor 15 Jahren bei der Begegnung St. Pauli gegen Unterhaching. In der Nachspielzeit hatten die Weiß-Blauen nochmals eine Riesenchance. Wolff war Wiblishauser rechts einmal mehr davon gesprintet, legte von der Grundlinie zurück auf Di Salvo, doch dessen Schuss aus acht Metern konnte Matej Mavric auf der Torlinie für seinen geschlagenen Keeper Dennis Eilhoff klären (45.).

Nach Wiederanpfiff versuchten die Löwen, möglichst schnell den Ausgleich zu erzielen. Aber mehr als zwei Kopfballchancen durch Di Salvo (49. und 52.) sprangen nicht heraus. Den endgültigen Genickschlag bekam das Team von Marco Kurz in der 67. Minute verpasst. Zunächst behinderte Fatmir Vata Berhalter beim Kopfball an der Strafraumgrenze, der Schiedsrichter ließ weiterlaufen. Das Leder kam zu Sven Bender, der in seinem Rücken Manuel Hartmann übersah. Im Doppelpass mit Kuqi kam Hartmann erneut an den Ball, lief alleine auf Keeper Tschauner zu und traf mit einem Flachschuss ins rechte untere Eck zum 3:1. Damit war das Spiel endgültig gelaufen, wenngleich die Löwen nie aufgaben. Trotzdem waren die Koblenzer einem weiteren Treffer näher als die Münchner. Im Anschluss an einen Eckball von Lomic kam Andreas Richter aus sieben Metern unbedrängt zum Kopfball, Tschauner parierte auf der Linie mit einer tollen Parade. Das Leder kam zu Ardian Djokaj. Sein Nachschuss aus kurzer Distanz hielt Tschauner erneut (75.). Koblenz verteidigte die Führung in der Schlussviertelstunde souverän. Positiv bei den Löwen: Göktan hielt bei seinem ersten Spiel von Beginn an seit dem 13. Spieltag bis zum Ende durch.

Stimmen zum Spiel

Löwen-Trainer Marco Kurz war nach dem Spiel restlos bedient. „Wir sind gut ins Spiel gekommen, auch verdient in Führung gegangen. Jeder konnte sehen, dass wir spielerisch dominiert haben. Doch dann geben wir das Spiel aus der Hand", analysierte der 38-Jährige. „Das Anspruchsdenken und die Umsetzung waren mangelhaft", kommentierte er die beiden Eigentore innerhalb von sechs Minuten. „Wenn ich sehe, wie wir diese beiden Treffer bekommen, dann müssen wir nachdenklich werden. Das war zu einfach. Wir haben sicher nicht gegen die bessere Mannschaft verloren, sondern gegen uns selbst. Wir waren heute unser größter Gegner", so der ehemalige Verteidiger. Auch der dritte Gegentreffer tat Kurz „weh". „Alle Tore wären zu verhindern gewesen. Bei der Vielzahl der Fehler kannst du keinen Punkt holen. Ich bin absolut enttäuscht über die 90 Minuten. Das war zu billig und stinkt mir dermaßen."

TuS-Trainer Uwe Rapolder formulierte nach dem vierten Sieg im fünften Spiel hintereinander die Koblenzer Ziele neu. „Jetzt wollen wir einen einstelligen Tabellenplatz am Saisonende erreichen." Zur Begegnung meinte er:
„Natürlich hatten wir ein bisschen Glück bei den Eigentoren, aber wir haben sie auch mit guten Bällen provoziert. Es war keines unsere guten Spiele, aber wird haben es gewonnen."

„Heute haben wir uns an Ostern die Eier selbst reingelegt", sagte Gregg Berhalter, der den gelbgesperrten Danny Schwarz als Löwen-Kapitän vertrat. Der US-Amerikaner hatte in der 23. Minute seinen Keeper ebenfalls überwunden. Der einzige Koblenzer Torschütze an diesem Tag, Manuel Hartmann, musste eingestehen. „In der 1. Halbzeit hatten wir natürlich ein bisschen Glück. Nach der Pause haben wir stark gespielt." Da verwaltete der TuS relativ souverän gegen die harmlosen Sechziger die „geschenkte" Führung.

Der Koblenzer Routinier Fatmir Vata sprach von einem verdienten Erfolg seiner Mannschaft. „Wir haben die ersten 15 Minuten verschlafen, aber über die gesamte Spielzeit geht der Sieg in Ordnung", so der 36-Jährige. Mit dem Erfolg überflügelten die Koblenzer die Löwen in der Tabelle. „Wir können mit den 36 Punkten, die wir nun haben, gut leben, und schauen jetzt nach vorne. Der Abstieg ist endgültig abgehakt."
 

24. Spieltag, 16. März 2008
1860 München 1 : 1 1. FSV Mainz 05
 
16.03.2008 | 17:00 Uhr

Gregg Berhalter gelingt erster Heimtreffer 2008

Gregg Berhalter verwandelte erneut sicher vom Elfmeterpunkt. Dem US-Amerikaner galang der erste Löwen-Treffer in der Allianz Arena 2008.
Den Löwen gelang beim 1:1 (0:0) gegen den FSV Mainz 05 der erste Heimtreffer im Jahr 2008. Zum ersten Sieg reichte es aber dennoch nicht, obwohl die Löwen nach dem Ausgleich durch Foulelfmeter, den Gregg Berhalter sicher verwandelte (58.), klar die Partie dominierten. Srdjan Baljak hatte das Team von Trainer Jürgen Klopp kurz nach der Pause in Führung gebracht (48.).

Personal: Gegen Mainz musste Trainer Marco Kurz auf Mate Ghvinianidze (Reha nach Außenmeniskusschaden), Markus Schroth (Reha nach Knie-OP), Nikolas Ledgerwood (Olympia-Quali mit Kanada), Björn Ziegenbein (Muskelprobleme), Chhunly Pagenburg, Christoph Burkhard, Alexander Eberlein, Andreas Rössl (alle U23-Kader) und Manuel Schäffler (Muskelprobleme) verzichten.

Spielverlauf: Es entwickelte sich in der 1. Halbzeit ein Spiel mit offenem Visier, ohne langes Abtasten. Während den Löwen meist die Genauigkeit in den Aktionen fehlte, versäumten es die Mainzer, ihre Chancen zu nutzen. So hatten die Sechziger in der 27. Minute großes Glück. Miroslav Karhan flankte einen Freistoss von halbrechts an den zweiten Pfosten, wo Neven Subotic frei stand, aber den Ball nicht mehr kontrolliert aufs Tor köpfen konnte, sondern knapp daneben setzte. Die beste Möglichkeit besaßen die Weiß-Blauen eine Minute später.
Einen Freistoß aus 25 Metern führte Berhalter nicht direkt aus, sondern spielte auf Bierofka, der sich rechts aus der Mauer gelöst hatte. Seine Flanke von der Grundlinie konnte FSV-Torwart Dimo Wache gerade noch vor Antonio Di Salvo klären (28.). Danach waren wieder die Rheinhessen am Drücker. Felix Borja setzte sich links im Strafraum gegen Fabian Johnson durch, legte von der Grundlinie zurück auf Markus Feulner, dessen erster Schuss zunächst von Markus Thorandt geblockt wurde. Das Leder kam erneut zu Feulner, der es aus sieben Metern übers Tor semmelte (36.). Fast wäre den Mainzern in der Nachspielzeit der 1. Hälfte doch noch der Führungstreffer gelungen. Karhan hatte von rechts steil in den Löwen-Strafraum gepasst, 1860-Keeper Philipp Tschauner kam aus einem Gehäuse, warf sich Borja vor die Füße. Der abgewehrte Ball kam zu Feulner, der das Leder nicht gleich unter Kontrolle brachte und so am Torschuss gehindert werden konnte (45.). Mit einem glücklichen 0:0 aus Löwensicht ging es in die Kabine.

Es dauerte keine drei Minuten nach Wiederanpfiff, da lag der Ball im 1860-Netz. Feulner brachte bei einem Befreiungsversuch von Johnson das Bein an den Ball, anschließend stürmte er mit dem Leder am Fuß über die linke Seite Richtung Löwen-Tor. Die aufgerückte 1860-Defensive konnte nicht schnell genug folgen, sein Querpass auf Srdjan Baljak musste dieser aus sechs Metern nur noch über die Linie drücken (48.). Die Münchner wirkten kurzfristig desorientiert und hätten sich eine Minute später beinahe das 0:2 eingehandelt. Borja tanzte durch den Strafraum, zog auf der linken Seite fast von der Tor-Auslinie zurück in die Mitte, schoss aus zwölf Metern aus der Drehung, doch Tschauner konnte mit einem Reflex das Leder gerade noch um den Pfosten lenken (49.). In der 58. Minute das „Hallo-Wach-Erlebnis" für die Löwen. Nach einer Links-Flanke von Sven Bender hielt Milorad Pekovic Danny Schwarz im Strafraum fest, Schiedsrichter Michael Kempter zeigte sofort auf den Elfmeterpunkt (58.). Gregg Berhalter ließ sich diese Chance nicht entgehen, traf mit kurzem Anlauf sicher zum 1:1 (58.). Dieser Treffer war auch gleichzeitig das erste Heimtor im Jahr 2008. Danach spielten die Löwen wie ausgewechselt, während Mainz nur noch verteidigte und auf Konterchancen lauerte. Glück für die Rheinhessen in der 80. Minute. Johnson hatte von der rechten Seite eine Flanke hoch vors Tor an den zweiten Pfosten geschlagen, Berhalter und Di Salvo stiegen zusammen mit Subotic zum Kopfball hoch, der Mainzer ging dabei eindeutig mit der Hand zum Ball, aber Schiedsrichter Kempter wollte ein Foul von Di Salvo gesehen haben, entschied anstatt auf Elfmeter für 1860 auf Freistoss für Mainz 05 (80.). In der Schlussphase starteten die Löwen, die mit Berkant Göktan und Mustafa Kucukovic zwei weitere Offensivkräfte gebracht hatten, noch einige vielversprechende Angriffe, aber den entscheidenden Pass konnten die Mainzer immer wieder verhindern. Am Ende stand - über die gesamte Spielzeit gesehen - ein gerechtes Remis.

Stimmen zum Spiel Löwen-Coach Marco Kurz erkannte die gute Leistung der Rheinhessen in der 1. Halbzeit neidlos an. „Mainz war in den ersten 45 Minuten die bessere Mannschaft. Wir haben dem Gegner zu viele einfache Bälle geschenkt, das kostet Kraft, die dann in anderen Situationen fehlte." Lediglich zweimal sei sein Team nach Standards gefährlich geworden. „Ich hatte auf ein 4-4-2-System umgestellt, damit wir uns mehr Chancen heraus spielen", sagte er, verwies aber auch auf die gute Defensive der Mainzer. Der 0:1-Rückstand sei aus seiner Sicht „absolut unnötig" gewesen. „Philipp Tschauner hat in der nächsten Szene hervorragend gehalten", so Kurz, die Löwen damit im Spiel gehalten. „Nach dem Ausgleich habe ich alle offensiven Spieler gebracht, die mir zur Verfügung standen. Die Mannschaft hat in dieser Phase sehr gut gespielt, alles gegeben und Mainz dominiert." Über Antonio Di Salvo, der 90 Minuten durchspielte, und Berkant Göktan, der nach einer Rücken-OP sein Comeback feierte, meinte der 38-jährige Fußball-Lehrer: „Ich bin über jeden Spieler froh, der zurückkommt. Toni war wichtig, auch wenn ihm in der ein oder anderen Szene noch die Spritzigkeit gefehlt hat. Berkant braucht noch Zeit."

Der Mainzer Trainer Jürgen Klopp fand, dass seine Mannschaft relativ schnell die Spielkontrolle übernommen habe. „Die wenigen Räume, die uns Sechzig gelassen hat, haben wir gut genutzt." Die Dominanz der 1. Halbzeit sei auch deshalb verloren gegangen, „weil wir auf die Raute umstellen mussten, nachdem Daniel Gunkel wegen einer Verhärtung im Adduktorenbereich nicht mehr weiterspielen konnte." Klopp bemängelte, dass sein Team die Chance im Anschluss an das 1:0 nicht genutzt habe. „Der Elfmeter für 1860 war eine Frechheit. Das ist der wohl unverschämteste Strafstoss, den ich seit langem gesehen habe", echauffierte sich der Mainzer Coach über die Szene in der 58. Minute, „das war für uns ein Brett." Der Ausgleich sei ein Weckruf für die Löwen-Fans gewesen. „Danach herrschte eine tolle Atmosphäre für die Heimmannschaft, mein Team hat sich davon etwas beeindrucken lassen", so sein Kommentar. „Wir können und müssen mit dem einen Punkt leben."

Löwen-Stürmer Antonio Di Salvo war selbst überrascht, dass er über 90 Minuten durchhielt, nachdem er in St. Pauli erstmals nach über einem Vierteljahr Pause zu einem Kurzeinsatz gekommen war. „Wir hatten vor dem Spiel ausgemacht, dass ich solange spiele, wie ich kann. Ich hätte selbst nicht gedacht, dass es schon über die gesamte Distanz reicht." In der 1. Halbzeit, so der 28-Jährige, habe sein Team nicht gut gespielt. „Mainz besaß die besseren Chancen. Nach der Pause haben wir mutig nach vorne gespielt und unsere Möglichkeiten bekommen." Warum der Schiedsrichter Foul gegen ihn in der 80. Minute gepfiffen hatte, als Neven Subotic den Ball mit der Hand berührte, konnte sich der Italiener nicht erklären. „Ich kann mich nicht erinnern, dass ich überhaupt mit ihm Körperkontakt hatte. Wenn, dann war es ein normaler Zweikampf, bei dem wir beide zum Ball gehen." Um den Kontakt nach oben nicht zu verlieren, „müssen wir jetzt unbedingt in Koblenz gewinnen. Es wird auch Zeit", sagt Di Salvo. „Die 2. Halbzeit gegen Mainz muss uns Mut geben."

„Mit dem einen Punkt können wir leben, wenn man die 1. Halbzeit sieht", so Löwen-Verteidiger Torben Hoffmann. „Aufgrund der 2. Hälfte wäre sicherlich mehr drin gewesen. Da haben wir doch einigen Trubel vor dem Mainzer Tor veranstaltet." Das Team habe nach den bisher torlosen Heimspielen 2008 gegen die Rheinhessen die richtige Reaktion gezeigt. „Leider haben wir es in der 1. Halbzeit nicht geschafft, druckvoll und entschlossen nach vorne zu spielen. Das müsste uns mal über 90 Minuten gelingen ..." Über das Comeback von Berkant Göktan meinte der 33-Jährige: „Von Berki darf man nicht zu viel erwarten. Aber in 1:1-Situationen ist er immer gefährlich."

23. Spieltag, 10. März 2008
FC St. Pauli 0 : 0 1860 München
 
10.03.2008 | 21:00 Uhr

„Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel!“

Daniel Bierofka setzte sich in dieser Szene gegen Charles Takyi durch. Der 29-Jährige war ein ständiger Unruheherd für die Defensive der Hanseaten.
Das 0:0 der Löwen am Hamburger Millerntor gegen den FC St. Pauli kommentierte 1860-Kapitän Danny Schwarz wie folgt: „Zum Leben zu wenig, zum Sterben zuviel!" Zwar blieben die Weiß-Blauen auch im dritten Auswärtsspiel 2008 ungeschlagen, aber durch die Punkteteilung beträgt der Abstand auf einen Aufstiegsplatz bereits sechs Zähler.

Personal: Löwen-Coach Marco Kurz musste am Millerntor auf Gregg Berhalter (5. Gelbe Karte), Berkant Göktan (Lauftraining nach Bandscheiben-OP), Timo Gebhart (Muskelfaserriss), Mate Ghvinianidze (Reha nach Außenmeniskusschaden), Markus Schroth (Reha nach Knie-OP), Nikolas Ledgerwood (Olympia-Quali mit Kanada), Björn Ziegenbein (Muskelprobleme), Alexander Eberlein (Bänderdehnung) und Manuel Schäffler (Knieprobleme) verzichten. Dafür saß nach drei Monaten Verletzungspause erstmals wieder Antonio Di Salvo auf der Bank.

Spielverlauf: Nach gutem Beginn verloren die Löwen nach einer Viertelstunde ihre Linie. Statt zu kombinieren, wurden die Bälle immer wieder lange nach vorne geschlagen, wo Mustafa Kucukovic wenig gegen die Innenverteidigung der Hanseaten ausrichten konnte. Gefährlich wurde es nur über die rechte Seite, auf der Daniel Bierofka mächtig wirbelte, aber seine Flanken fanden nicht die Mitspieler. Es dauerte bis zur 41. Minute, ehe die Sechziger die erste Großchance besaßen. Und diese resultierte noch aus einem Fehlpass von Charles Takyi in der eigenen Hälfte. Kucukovic ging dazwischen, lief alleine Richtung St. Pauli-Tor, aber dem 21-Jährigen versprang der Ball, sodass der herauseilende Torhüter Patrick Borger mit dem Fuß klären konnte. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Gastgeber schon einige hochkarätige Möglichkeiten vergeben. Besonders René Schnitzler verlor einige Male das Duell gegen Löwen-Keeper Philipp Tschauner, der den Vorzug vor Routinier Michael Hofmann erhalten hatte. So konterte der Kiez-Klub in der 13. Minute über die rechte Seite, Timo Schultz flankte, Schnitzler verpasste knapp in der Mitte. Sechs Minuten später passte Takyi steil auf Schnitzler halbrechts am Löwen-Strafraum, der lief noch ein paar Schritte auf Tschauner zu, der geschickt den Winkel verkürzte und seinen Schuss parierte (19.). In der 35. Minute spielte Filip Trojan aus zentraler Position in die Schnittstelle der Löwen-Innenverteidigung. Schnitzler enteilte Markus Thorandt, Tschauner warf sich am Elfmeterpunkt ihm entgegen, begrub den Ball unter sich. So hatten es die Löwen vor allem ihrem Keeper zu verdanken, dass es zur Pause noch 0:0 stand.

Sven Bender musste wegen einer Oberschenkelprellung in der Kabine bleiben, für ihn kam Josh Wolff. Trainer Marco Kurz stellte um, ließ ein 4-4-2-System mit Kucukovic und José Holebas als Spitze spielen, Bierofka wechselte nach links, Wolff spielte rechts. Und es lief wesentlich besser als in den ersten 45 Minuten. Das einzige Manko: der finale Pass kam weiterhin nicht an. In der 67. Minute setzte sich Bierofka links im Strafraum durch, flankte von der Grundlinie auf den zweiten Pfosten, aber Kucukovic ging nicht zielstrebig genug zum Ball, versuchte zu schießen anstatt zu köpfen und verpasste das Leder. Beinahe hätten die Gastgeber in diese dominante Phase der Sechziger die Führung erzielt. Der kurz zuvor eingewechselte Ahmet Kuru tanzte im Löwen-Strafraum Torben Hoffmann aus, sein Linksschuss aus sieben Meter kurz vorm linken Torraumeck konnte Tschauner zum Eckball abwehren (70.). Danach waren die Hanseaten wieder zurück im Spiel. Und erneut rettete Tschauner die Führung. Morike Sako hatte aus 25 Meter einfach flach draufgehalten, der Ball sprang kurz vorm Torraum an einer Grasscholle in die Höhe, Tschauner reagiert blitzschnell, wehrt den Ball nach vorne ab, Kuru setzte nach, aber der Löwen-Keeper warf sich ihm entgegen, konnte nochmals parieren (78.). Zwei Minuten später besaßen die Löwen die beste Möglichkeit der 2. Halbzeit. Kucukovic hatte auf der rechten Seite quer in den Strafraum gelegt, der kurz zuvor eingewechselte Chhunly Pagenburg kam von hinten angesprintet, versuchte mit seinem Schuss am rechten Torraumeck Keeper Bogner zu überwinden, doch der klatschte den Ball ins Tor-Aus ab. Erneut beendeten die Löwen gegen einen dezimierten Gegner das Spiel. Björn Brunnemann kam kurz hinter der Mittellinie gegen Fabian Johnson viel zu spät, grätschte ihn von hinten um und sah völlig zurecht die Rote Karte (86.). Die Löwen konnten daraus aber keinen Vorteil mehr ziehen, zumal Schiedsrichter Lutz Wagner das Spiel 15 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit beendete.

Stimmen zum Spiel

Löwen-Chefcoach Marco Kurz reagiert mittlerweile genervt auf die Frage nach der Torflaute bei seinem Team. „Man muss sehen, mit welchen Möglichkeiten wir spielen. Die jungen Spieler haben eine gute Qualität, aber noch nicht die eines guten Zweitliga-Stürmers." Trotzdem ist er zuversichtlich, „dass es irgendwann wieder mit dem Toreschießen klappt". Ein erster Lichtblick war die Rückkehr von Antonio Di Salvo, dem mit sieben Treffern nach wie vor besten 1860-Torschützen, nach verletzungsbedingter vierteljährlicher Spielpause. „Nach dem ersten Konter von St. Pauli, etwa nach einer Viertelstunde, sind wir aus dem Tritt gekommen. In der Folge haben wir mehr geschlagen als gespielt", bemängelte der 38-Jährige. „In der 2. Halbzeit waren wir dann dominanter."

St. Paulis Teammanager Holger Stanislawski war mit dem einen Punkt für sein Team alles andere als zufrieden. „In einem Heimspiel ist ein 0:0 nie okay. Zu Hause wollen wir immer gewinnen. In der 1. Halbzeit hatten wir fünf, sechs gute Chancen, in der 2. Hälfte war es ein offenes Spiel." Stanislawski bedauerte besonders die vergebenen Möglichkeiten seines Stürmers René Schnitzler. „Wenn man solche Chancen wie er bekommt, muss man einfach im Eins gegen Eins eine reinmachen."

„Wir hatten uns einen Dreier vorgenommen", zeigte sich Verteidiger Torben Hoffmann von dem einen Punkt enttäuscht. „Hinten haben wir gut gestanden, aber vorne müssten wir mal in der Lage sein, den Ball über die Linie zu bringen. Von hinten raus spielen wir ordentlich, doch je näher wir an den gegnerischen Strafraum kommen, umso mehr verkrampfen wir."

Einer, der diese Verkrampfung lösen könnte, wäre Antonio Di Salvo. Doch der in Paderborn geborene Italiener dämpft die Erwartungen an ihn. „Es war schön, nach dreimonatiger Verletzungspause wieder spielen zu dürfen. Training und Spiel sind aber zwei Paar Stiefel. Fürs Erste war es ganz Okay. Jetzt ist es wichtig, dass ich mir die nötige Fitness in den Spielen hole." Die momentane Torflaute bezeichnet er als „keine schöne Situation, aber uns fehlt einfach auch das Quäntchen Glück".

Löwen-Kapitän Danny Schwarz sprach von einem Spiel mit hohem Tempo. „Es war ein offener Schlagabtausch. Bei der ein oder anderen Schiedsrichter-Entscheidung fehlte uns das Glück." Der 32-Jährige meinte damit einen möglichen Elfmeterpfiff bei einem Foul im Strafraum gegen Daniel Bierofka vor der Pause und eine Abseitsentscheidung, ebenfalls gegen Bierofka, bei der er alleine aufs Tor der Hanseaten zugesteuert wäre. „Andererseits müssen wir froh sein, nicht verloren zu haben. Philipp hat in einigen Szenen super reagiert. Der Punkt ist zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel! Mit dem Unentschieden kommen wir nicht von der Stelle." Der Routinier kündigt an: „Wir lassen uns nicht entmutigen, werden nicht aufgeben."

1860-Keeper Philipp Tschauner, der bereits vor dem Abflug nach Hamburg erfahren hatte, dass er auch nach der Rückkehr von Michael Hofmann die Nummer eins bleibt, war zufrieden mit seiner Leistung. „Es war wichtig, dass die Null steht", so der 22-Jährige. „Ich hatte im gesamten Spiel ein gutes Gefühl." Schmunzelnd fügte er hinzu: „Flutlichtspiele liegen mir." Seit seiner Rückkehr ins Löwen-Tor wurde der Franke lediglich im Pokal von Franck Ribery per Elfmeter bezwungen. Aus dem Spiel heraus ist er seit fast 270 Minuten ohne Gegentreffer. Die Entscheidung von Trainer Kurz zu seinen Gunsten habe ihn überrascht, „weil Michi gut gehalten hatte". Seinem Torwartkollegen attestierte Tschauner, dass er super auf seine Zurückstufung reagiert habe. „Ich versuche nun meine Leistung von Spiel zu Spiel zu bringen", weiß Tschauner, dass er keinen Freifahrtsschein hat.

St. Paulis erfolgloser Stürmer René Schnitzler sah den Löwen-Torwart als Vater des Remis an: „Philipp Tschauner war der große Rückhalt bei den Löwen. Die können sich bei ihm für den Punkt bedanken." 1860 habe im gesamten Spiel keine richtige Chance besessen. „Wir nutzen unsere Möglichkeiten nicht, das ist derzeit unser Problem."

22. Spieltag, 2. März 2008
1860 München 0 : 0 Alemannia Aachen
 
02.03.2008 | 17:00 Uhr

Fehlende Durchschlagskraft und falsche Pfiffe

Daniel Bierofka setzt sich m Zweikampf gegen Mirko Casper durch, wird aber von Schiedsrichter Felix Zwayer zurückgepfiffen.
Über den ersten Heimpunkt 2008 beim 0:0 gegen Alemannia Aachen wollte sich bei den Löwen niemand richtig freuen. Ein „Dreier" war die Zielsetzung gewesen. Dafür fehlte aber gegen einen sehr kompakt ausgerichteten Gegner die Durchschlagskraft. Zudem traf der Schiedsrichter einige unglückliche Entscheidungen gegen die Sechziger.

Personalien: Erneut musste Trainer Marco Kurz auf Antonio Di Salvo (Lauftraining nach Syndesmosebandriss), Berkant Göktan (Lauftraining nach Bandscheiben-OP), Mate Ghvinianidze (Reha nach Außenmeniskusschaden) und Markus Schroth (Reha nach Knie-OP) verzichten. Ebenfalls stand Torhüter Michael Hofmann nach seiner Verletzung im Derby (Oberschenkelquetschung) nicht zur Verfügung. Nikolas Ledgerwood und Alexander Eberlein hatten tags zuvor in der U23 gegen Kassel gespielt (2:2), Björn Ziegenbein fand keine Berücksichtigung im Profikader.

Spielverlauf: Die Löwen taten sich von Beginn an schwer gegen die kompakt stehenden Aachener. Wenn sie mal wirklich das Abwehrbollwerk überlistet hatten, wurden sie von Schiedsrichter Felix Zwayer zurückgepfiffen. So in der 12. Minute. Mustafa Kucukovic lief nach einem Steilpass alleine auf Alemannia-Keeper Thorsten Stuckman zu, plötzlich hob sein Assistent die Fahne wegen angeblicher Abseitsstellung. Bei der Ballabgabe stand ein Aachener aber mindestens einen Meter näher zum Tor als Kucukovic, José Holebas, der nicht ins Spiel eingriff, befand sich im Abseits. Zehn Minuten später erneut eine Szene, in der die Löwen sich benachteiligt fühlten. Alemannia-Verteidiger Mirko Casper verlor im eigenen Strafraum im Zweikampf den Ball gegen Daniel Bierofka, der alleine Richtung Tor zusteuerte. Hier wollte der Unparteiische ein Foul des Löwen gesehen haben. Ansonsten blieben Torgelegenheiten Mangelware.

Mit dem Wind im Rücken versuchten die Löwen nach der Pause mehr Druck zu produzieren, was aber nur bis zum Strafraum gelang. Der finale Pass landete immer wieder beim Gegner oder im Aus. So musste ein Standardsituation herhalten. Nach einem Foul an Timo Gebhart am linken Strafraumeck gab es einen Freistoss. Danny Schwarz schob den Ball zu Gregg Berhalter, der stoppte für Holebas, dessen Linksschuss um die Mauer landete knapp neben dem Pfosten am kurzen Eck im Tor-Aus (63.). Eine Minute später produzierte Aachens-Keeper Stuckmann am eigenen Torraum einen Querschläger, Kucukovic legte zurück auf den heranstürmenden Holebas, der den Ball aus 17 Meter mit vollem Risiko volley nahm, aber übers Tor schoss. In der Schlussviertelstunde, als den Löwen langsam die Kraft ausging, kamen die Aachener noch zu zwei guten Gelegenheiten. In der 76. Minute stürmte der kurz zuvor eingewechselte Ex-Löwe Patrick Milchraum über die linke Seite Torben Hoffmann davon, seine Flanke segelte über Philipp Tschauner hinweg auf den zweiten Pfosten, wo Todor Kolev völlig freistand, aber den halbhohen Ball mit dem Fuß neben das Tor setzte. Vier Minuten später wartete die komplette Hintermannschaft der Löwen auf einen Abseitspfiff, doch der blieb aus. Zum Glück hatte Tschauner aufgepasst und klärte vor seinem Strafraum in höchster Not mit dem Fuß vor Kolev (80.).


Stimmen zum Spiel„Für mich war es wichtig zu sehen, wie die Mannschaft die mentale und physische Belastung vom Pokalspiel verkraftete hat", sagte Marco Kurz und attestierte seinem Team eine „läuferisch stärkere Leistung als der Gegner". Was gefehlt habe, sei die Durchschlagskraft im finalen Bereich gewesen. „Da sind wir nicht hingekommen." Besonders bemängelte er die Harmlosigkeit bei Ecken. „Bei neun Eckbällen darf man durchaus mal ein Tor erzielen. Da sind auch die Abwehrspieler gefordert, die mit aufrücken." Insgesamt sah der 38-Jährige eine sehr engagierte Löwen-Mannschaft. Angesprochen auf das dritte sieglose Spiel in der Allianz Arena in diesem Jahr, meinte er: „Wir werden nicht den Glauben verlieren, gehen unseren Weg zielgerichtet weiter." Ein „Riesenkompliment" hatte er für Daniel Bierofka parat. „Er hat sich in den Dienst der Mannschaft gestellt. Nach einem Schlag auf den Fuß mussten wir ihn auswechseln. Insgesamt wurde er sehr hart markiert." Kurz bedauerte, dass der 29-Jährige in der Szene in der 20. Minute zurückgepfiffen worden war. „Das war nie ein Foulspiel!"

Sein Kollege auf Aachener Seite, Jürgen Seeberger, sprach davon, dass sein Team ein Teilziel erreicht hätte, indem es zu Null spielte. „Wir wollten eigentlich ausnutzen, dass Sechzig unter der Woche ein schweres Spiel hatte. Aber sie haben ihre gute Moral unter Beweis gestellt. Taktisch ist es ohnehin die am besten geschulte Mannschaft." Sein Team wollte durch Konter zum Erfolg kommen. „Die Planung ist nicht aufgegangen, da Kolev die Chance in der 76. Minute nicht genutzt hat." Trotzdem helfe der Punktgewinn seinem Team weiter. „Wir müssen schauen, dass wir den Abstand nach unten möglichst schnell vergrößern."

Löwen-Kapitän Danny Schwarz wollte nicht Jammern. „Wir haben uns gegen einen Bundesliga-Absteiger gut präsentiert, wir waren willig, haben alles probiert, aber uns fehlt einfach ein dreckiges Tor, das ein Ball mal abgefälscht wird und reinrutscht", so der 32-Jährige, der aber auch zugab: „Im Abschluss hat uns die Genauigkeit gefehlt."

Torhüter Philipp Tschauner, der nach genau 17 Spieltagen wegen der Verletzung von Michael Hofmann wieder das Löwen-Tor hütete, hatte Erklärungsbedarf wegen seines ungewöhnlichen grünen Trikots. „Das ist kein offizielles, aber in hellblau durfte ich nicht spielen, gelb und schwarz ging wegen Aachen auch nicht." So wurde noch schnell für ihn ein Jersey zusammengebastelt. „Wir wollten gegen Aachen sicher stehen", analysierte der Keeper, „das ist uns gelungen. Leider hat uns nach vorne etwas die Durchschlagskraft gefehlt." Auf die Frage, ob er mit einem Einsatz gegen St. Pauli von Beginn an rechne, meinte der 22-Jährige: „Gott sei Dank hab' ich das nicht zu entscheiden! Klar, spielen will ich immer."

Ex-Löwen Kapitän Matthias Lehmann, der bereits die zweite Saison bei der Alemannia spielt, sprach von einem „schlechten Spiel. Wir hätten mehr nach vorne spielen müssen. Für uns wäre heute mehr dringewesen."

1860-Geschäftsführer Stefan Reuter war mit der Einstellung zufrieden. „Die Mannschaft hat gefightet. Bis zum Spiel gegen St. Pauli hat sie viel Zeit, sich zu regenerieren." Man habe nichts zugelassen, stand in der 1. Halbzeit sehr gut. Der 41-Jährige bemängelte wie der Trainer jedoch die schwache Ausbeute bei Standards. „9:1-Eckbälle für uns - da muss auch mal ein Tor fallen!" Auch Reuter sah die fehlende Durchschlagskraft als Manko. „Und wenn wir mal eine Chance haben, dann pfeift der Schiedsrichter ab ..." Trotzdem kann er mit dem einen Zähler leben. „Der Abstand nach oben sind immer noch vier Punkte. Unser Ziel ist es nach wie vor, so lange wie möglich um die Aufstiegsplätze mitzuspielen. Wir werden alles dransetzen, bei St. Pauli zu punkten, nach Möglichkeit zu gewinnen."

zurück zum Spielplan
21. Spieltag, 22. Februar 2008
1. FC Köln 0 : 0 1860 München
 
22.02.2008 | 21:00 Uhr

Notelf erkämpft Punkt in Köln

José Holebas besaß in der 2. Halbzeit drei gute Chancen zum Siegtreffer.
Am Ende standen vier A-Junioren beim 0:0 der Löwen in Köln auf dem Platz, Manuel Schäffler gab sogar sein Profidebüt. Nach druckvollem Beginn der Rheinländer kam das Team von Marco Kurz immer besser ins Spiel, agierte ab der 39. Minute nach dem Platzverweis von Kevin McKenna mit einem Mann mehr. Doch am Ende fehlte das Quäntchen Glück, um das Spielfeld als Sieger zu verlassen.

Personal: Neben den langzeitverletzten Antonio Di Salvo (Lauftraining nach Syndesmosebandriss), Berkant Göktan (Lauftraining nach Bandscheiben-OP), Mate Ghvinianidze (Reha nach Außenmeniskusschaden) und Markus Schroth (Reha nach Knie-OP) fiel kurzfristig auch Fabian Johnson (muskuläre Probleme) aus. Dazu fehlten Gregg Berhalter (Gelb-Rot-Sperre) und Markus Thorandt (Gelbsperre). Trainer Marco Kurz musste seine Verteidigung gegenüber dem Hoffenheim-Spiel komplett umkrempeln. Lediglich Torben Hoffmann blieb aus der Startformation übrig, rückte aber in die Innenverteidigung. Der 20-jährige Julian Baumgartlinger durfte erstmals von Beginn an ran.

Spielverlauf: Gleich fünf Umstellungen gegenüber dem letzten Punktspiel gegen Hoffenheim musste Löwen-Coach Marco Kurz vornehmen. Dann fiel nach 24 Minuten auch noch Benjamin Schwarz aus. Der 21-Jährige hatte nach überstandener Grippe Probleme mit der Atmung. Für Ihn kam Lukasz Szukala, was eine erneut Umstellung in der Abwehr bedingte. Torben Hoffmann rückte wieder auf die linke Verteidigerposition, der Pole nahm seinen Platz in der Mitte ein. Köln hatte druckvoll begonnen, besaß in der Anfangsphase drei, vier gute Möglichkeiten. Die Beste in der 7. Minute. Timo Gebhart hatte an der linken Außenlinie den Ball an Roda Antar verloren, der lief mit dem Leder am Fuß in den Strafraum, zielte aber mit seinem 14-Meter-Schuss am rechten Pfosten vorbei. Die einzige Chance vor der Pause für die Löwen hatte Mustafa Kucukovic. Julian Baumgartlinger schlug den Ball aus der eigenen Hälfte weit nach vorne, der 21-jhrige Kucukovic lief auf der rechten Seite Youssef Mohamad davon, umspielte im Strafraum FC-Keeper Faryd Mondragon, doch sein Schuss aus spitzem Winkel konnte der mitgelaufene Mohamad im Torraum zur Ecke klären. Ex-Löwe Nemanja Vucicevic, der ansonsten blass blieb, hatte dann in der 36. Minute das 1:0 für die Kölner auf dem Fuß. Nach einem schnell ausgeführten Freistoss in der Löwen-Hälfte kam der Ball auf der rechten Seite zu ihm. Der Serbe lief allein Richtung 1860-Tor, zog am rechten Strafraum-Eck mit links ab, doch das Leder landete knapp neben dem linken Pfosten im Aus. Eine Schlüsselszene spielte sich drei Minuten später ab. Kölns Kapitän Kevin McKenna, der zuvor bereits Gelb gesehen hatte, holte bei einem Löwen-Konter kurz vor der Strafraumgrenze Timo Gebhart von den Beinen, sah folgerichtig die Ampelkarte (39.). Dadurch mussten die Rheinländer mehr als 50 Minuten mit einem Mann weniger auskommen.

Nach der Pause wurden die Löwen offensiver, die erste Möglichkeit hatten aber die Gastgeber. Löwen-Kapitän Danny Schwarz verlor im Mittelfeld den Ball, Antar setzt sich im Laufduell gegen Szukala durch, mit einer Grätsche in höchster Not konnte Schwarz seinen Fehler im letzten Moment ausbügeln, klärte gegen den schussbereiten Antar im Strafraum. Danach dominierten die Weiß-Blauen das Spiel. Nach einer Rechtsflanke von Daniel Bierofka kam José Holebas aus sieben Metern gegen Mohamad zum Kopfball, sein Aufsetzer landete aber über dem Kölner Tor (67.). Zwei Minuten später nochmals der FC. Torjäger Milivoje Novakovic kam auf der linken Seite zum Flanken, Patrick Helmes war vor Lars Bender am Ball, traf das Leder aber aus elf Metern nicht voll, sodass er das Ziel in aussichtsreicher Position verfehlte. Zwischen der 72. und 74. Minute hätten die Löwen alles klar machen können. Zunächst ließ Holebas am linken Strafraumeck Ümit Özat aussteigen, zog mit rechts aus 15 Metern ab, FC-Keeper Mondragon faustete das Geschoss nach vorne weg, Danny Schwarz nahm den Abpraller aus 18 Metern volley, aber erneut konnte der kolumbianische Torhüter mit den Fäusten klären. Zwei Minuten später verschätzte sich Ümüt Özat bei einer Flanke von der rechten Seite auf den zweiten Pfosten, Holebas nahm das Leder am linken Torraumeck an, zögerte einen Moment mit dem Schuss, sodass sich Marvin Matip dazwischen werfen konnte und den Ball übers Tor abfälschte. Danach passierte nicht mehr viel. Das Fazit: Aufgrund der personellen Situation konnten die Löwen mit dem Punkt zufrieden sein, in Anbetracht der 2. Halbzeit wäre mehr drin gewesen.

Stimmen zum SpielLöwen-Coach Marco Kurz gab zu, dass sein Team in der ersten Hälfte der ersten 45 Minuten schwer in die Partie gekommen war. „Wir hatten Schwierigkeiten, uns zu formieren. Bei der ein oder anderen Situation war das Quäntchen Glück auf unserer Seite." Mit zunehmender Spieldauer habe sein Team aber immer besser ins Spiel gefunden. „In der 2. Halbzeit haben wir uns dann eine Vielzahl an Chancen herausgespielt. Wir hätten durchaus gewinnen können. Vielleicht hatten wir zuviel Respekt vor Köln", machte der 38-Jährige als Grund für das Remis aus. „Die Überzahl hätten wir zielstrebiger ausspielen müssen. Hätten wir noch besser Fußball gespielt, wäre mehr drin gewesen. Aber da hat uns auch in der ein oder anderen Szene die Erfahrung gefehlt." Trotzdem richtete er ein „großes Kompliment" an sein Team, das gerade mal vier Spieler über 23 Jahren in der Startformation hatte. „Sie hat begeistert gefightet, sich den Punkt mehr als verdient."

„Natürlich hätte ich gerne die drei Punkte gehabt", meinte Kölns Trainer Christoph Daum, „aber dazu hätten wir die vier, fünf Torchancen, die wir in der 1. Halbzeit hatten, konsequenter nutzen müssen." Einen Rückschritt wollte Daum bei seiner Mannschaft nicht erkennen. „Sechzig wollte genauso wie wir die Punkte holen."

Ähnlich sah es sein Stürmer Patrick Helmes. „Wir haben ein gutes Spiel gezeigt. Es ist schwer, mit zehn Mann mehr als 50 Minuten dagegenzuhalten.," Mit etwas Glück hätte sein Team in Führung gehen können, so der Nationalstürmer. „Wir können unterm Strich mit dem Punkt zufrieden sein, wir waren die bessere Mannschaft."

Löwen-Kapitän Danny Schwarz wusste nicht so recht, ob er sich über den Zähler freuen oder ärgern soll. „Wenn mir vor dem Spiel jemand gesagt hätte, dass wir in Köln einen Punkt holen, hätte ich das sofort unterschrieben. Jetzt weiß ich nicht mehr so recht, wie ich das Remis einschätzen soll." Köln hätte auch in Unterzahl „volles Risiko gespielt". „Sie waren immer gefährlich. Wir wussten ja um die Topqualität im Angriff. Vielleicht war das bei uns im Hinterkopf, und wir haben deshalb nicht mutig, risikofreudig und mit dem absoluten Willen auf Sieg gespielt." Trotzdem wären die Chancen da gewesen, „um das Spiel zu unseren Gunsten zu entscheiden". „Wir können mit der Leistung und dem Auftreten zufrieden sein. Es war eine klare Steigerung gegenüber dem Hoffenheim-Spiel", befand der 32-Jährige.

„Wir hätten zwei Punkte mehr mitnehmen müssen", sagte 1860-Keeper Michael Hofmann, der im 17. Spiel bereits zum achten Mal zu Null spielte. „Hut ab vor den jungen Spielern. Was die in Köln geleistet haben ... Das macht einfach Spaß! Jetzt wollen wir am Mittwoch gegen die Bayern die Serie fortsetzen."

20. Spieltag, 17. Februar 2008

1860 München

0 : 1

1899 Hoffenheim

 
17.02.2008

Löwen nicht zwingend genug

Chhunly Pagenburg besaß in der 41. Minute die beste Löwen-Chance, köpfte den Ball aber genau auf Hoffenheims Keeper Ramazan Özcan.
Nicht nur die 0:1-Niederlage gegen die TSG Hoffenheim traf die Löwen hart. Mit Gregg Berhalter (Gelb-Rot) und Markus Thorandt (5. Gelbe Karte) fehlt beim nächsten Spiel in Köln die komplette Innenverteidigung. Nach der Führung der Badener durch Francisco Copado (20.) schafften es die Löwen nicht, sich zwingende Torchancen zu erspielen. Im Gegenteil: Hoffenheim hatte einige gute Kontermöglichkeiten.

Personalien: Erneut musste Trainer Marco Kurz auf Antonio Di Salvo (Lauftraining nach Syndesmosebandriss), Berkant Göktan (Lauftraining nach Bandscheiben-OP), Mate Ghvinianidze (Reha nach Außenmeniskusschaden) und Markus Schroth (Reha nach Knie-OP) verzichten. Kurzfristig fiel auch noch Sven Bender mit Grippe aus.

Spielverlauf: Beide Teams zeigten von Beginn an viel Respekt voreinander. Die erste gute Möglichkeit des Spiels besaßen die Gäste nach knapp einer Viertelstunde. Einen Freistoss aus halblinker Seite flankte Francisco Copado Richtung Elfmeterpunkt, Chinedu Obasi verlängert das Leder mit dem Kopf Richtung Tor. 1860-Keeper Michael Hofmann konnte mit den Fingerspitzen den Ball gerade noch über die Querlatte lenken (15.). Im Anschluss an die abgewehrte Ecke kam Jochen Seitz aus dem Hintergrund ans Leder, sein 22-Meter-Schuß prallte gegen die Querlatte, ehe Hofmann im Nachfassen vor zwei Hoffenheimer Stürmern endgültig klärte (16.). In der 20. Minute konnte weder Hofmann noch das Aluminium für die Löwen retten. Obasi überlief nach einem Konter Torben Hoffmann im Strafraum, flankte scharf in die Mitte, wo Copado aus sechs Metern aufs verwaiste Tor köpfte. Markus Thorandt kam zwar noch ans Leder, Schiedsrichter Michael Weiner zeigte jedoch sofort an, dass das der Ball die Torlinie überschritten hatte. Die Sechziger versuchten in der Folge, den Rückstand zu egalisieren, taten sich aber schwer gegen eine gut organisierte Hoffenheimer Mannschaft, die ihrerseits immer wieder gefährlich konterte. Die einzige richtige Ausgleichschance vor der Pause besaßen die Löwen in der 41. Minute. Daniel Bierofka hatte von links mit rechts an den Elfmeterpunkt geflankt, wo Pagenburg vollkommen frei zum Kopfball kam. Das Leder kam aber genau auf Torhüter Ramazan Özcan, der keine Mühe hatte, den Ball abzufangen.

Nach der Pause wurden die Löwen drückender, Hoffenheim zog sich mehr zurück. Aber ehe sich die Löwen die ersten Chancen erarbeitet hatten, waren sie einen Mann weniger. Gregg Berhalter foulte an der Mittellinie Copado, sah dafür Gelb-Rot (50.). Hoffenheim erging es nicht besser: In der 67. Minute mussten Jochen Seitz und in der 71. Minute Radek Spilacek das Feld nach der Ampelkarte verlassen. Nun besaßen die Sechziger in den letzten 20 Minuten eine numerische Überlegenheit, die sie aber nicht nutzen konnten. Zwar bauten sie sich mehrfach in bester Handballmanier vor dem Hoffenheimer Strafraum auf, die entscheidende Aktion blieb aber aus. Lediglich in der 87. Minute kam Mustafa Kucukovic gefährlich im Strafraum in die Nähe des Balles, doch 1899-Keeper Özcan warf sich ihm entgegen, rettete damit den knappen Sieg für seine Mannschaft. Zuvor hätten die Badener jedoch alles klar machen müssen. Nach einem Konter tauchte Obasi alleine vor Hofmann auf, der Löwen-Keeper parierte zunächst seinen Zwölf-Meter-Schuss. Das Leder fiel Demba Ba in zentraler Position vor die Füße, doch der brachte aus 15 Metern das Kunststück fertige, den Ball am Tor vorbeizuschießen.


Stimmen zum Spiel  Löwen-Coach Marco Kurz wollte nach der zweiten Heimniederlage 2008 nichts von einem Heimkomplex wissen. „Die Partie begann ausgeglichen, beide Teams haben sehr gut aus ihrer Ordnung gespielt." Der Bruch sei mit dem Gegentor gekommen. „Danach haben wir es nicht verstanden, uns aus der Hoffenheimer Umklammerung zu lösen", so der 38-Jährige. „Nach der Pause wollten wir mutiger spielen. Vom Läuferischen und vom Einsatz her haben wir alles gezeigt. Was gefehlt hat, waren zwingende Chancen", sprach er das Manko im Löwen-Spiel an. „Hoffenheim hat gut verteidigt, wir können nicht jede Woche ein Spiel drehen. Über 90 Minuten war einfach die Entfaltung nach vorne zu wenig."

Hoffenheims Coach Ralf Rangnick hatte ein sehr spannendes und packendes Spiel gesehen. „Wir hätten uns die Spannung bis zum Schluss gerne erspart", so der 49-Jährige. „Das ist auch die einzige Kritik, die ich an meiner Mannschaft üben muss, dass sie das zweite Tor nicht gemacht hat." Sein Team hätte in der 1. Halbzeit fußballerisch die Dinge umgesetzt, die man sich vorgenommen habe. „Notgedrungen haben wir in der 2. Halbzeit gut verteidigt." Angesprochen auf die schwache Schiedsrichterleistung meinte Rangnick. „Was man Schiedsrichter Weiner zugute halten muss, war, dass er seine kleinliche Linie bis zum Schluss durchgezogen hat. Insgesamt denke ich, dass es kein übermäßig ruppiges Spiel war." 

Löwen-Geschäftsführer Stefan Reuter zeigte sich enttäuscht, „weil wir uns keine klare Torchance erspielt haben". Lediglich Chhunly Pagenburg hätte eine gute Kopfball-Möglichkeit besessen. „Hoffenheim hat wenig Chancen zugelassen, sie haben uns gut zugestellt", analysierte der 41-Jährige. „Wir haben in der 1. Halbzeit nicht überzeugend genug kombiniert, Nach der Pause hatten wir zwar mehr Spielanteile, aber ohne richtig zwingend zu werden. Bitter ist, dass wir Hoffenheim nicht auf Distanz halten konnten." Der Welt- und Europameister traut den Badenern sogar schon in dieser Saison einen Platz unter den ersten Drei zu.

Franz Beckenbauer, zusammen mit seinem Freund Dietmar Hopp im Stadion, wünscht es dem Neuling „in dieser Saison noch nicht". 1860-Mitglied Beckenbauer sah „insgesamt ein gutes Spiel von beiden Seiten". „Sechzig scheint sich zu Hause schwer zu tun", so die Analyse des Kaisers. „Trotzdem hat mir Sechzig gut gefallen, sie haben aber zu wenig aus der Überzahl gemacht." Angesprochen aufs Stadtderby im DFB-Pokal meinte Beckenbauer. „Angst haben wir vor Sechzig keine. Aber es ist eine gute Mannschaft."

„Wir sind enttäuscht, aber es geht weiter", sagte Gregg Berhalter, der zugeben musste, dass „wir nicht gut ins Spiel gekommen sind, die Zweikämpfe nicht angenommen haben." Zu seinem Platzverweis meinte der US-Amerikaner. „Die zweite Gelbe war unglücklich, aber bei der ersten habe ich den Zweikampf angenommen." Sprich: Die zweite Karte ging in Ordnung, die erste war zu hart.

„Wir hätten nicht verlieren müssen", fand Torhüter Michael Hofmann. Der Rückstand hätte zu einem Bruch im Spiel der Löwen geführt. „Hoffenheim hat sehr organisiert gespielt." Über das Sturmduo der Badener, gegen das er zum ersten Mal spielte, meinte Hofmann: „Obasi und Ba sind qualitativ starke Leute für die Zweite Liga. Hoffenheim besitzt vielleicht im Moment mehr Klasse als wir", so der 35-Jährige anerkennend. „Nichtsdestotrotz stehen wir noch ganz ordentlich da." Sein Kommentar zum Ausfall der beiden Innenverteidiger Berhalter und Thorandt gegen Köln: „Die Personalsorgen werden nicht geringer. Aber wir haben genügend Leute, die hintendran stehen. Wir werden das kompensieren, und die 50.000 Zuschauer, die Köln erwartet, sind für uns zusätzliche Motivation."

19. Spieltag, 8. Februar 2008
1. FC K'lautern 1 : 2 1860 München
 
03.02.2008

Hofmann hält Elfer, Holebas trifft in der Nachspielzeit

José Holebas bejubelt seinen Siegtreffer in der Nachspielzeit
In einer hoch dramatischen Schlussphase gewannen die Löwen am Betzenberg. Nach dem Führungstreffer durch Fabian Schönheim (11.) und dem Ausgleich durch Mustafa Kucukovic (74.) parierte Löwen-Keeper Michael Hoffmann in der 84. Minute einen Elfmeter von Schönheim, ehe der eingewechselte José Holebas in der Nachspielzeit den Siegtreffer erzielte (90.).

Personal: Neben den Langzeitverletzten Antonio Di Salvo (Reha nach Syndesmosebandriss), Berkant Göktan (Reha nach Bandscheiben-OP), Mate Ghvinianidze (Reha nach Außenmeniskusschaden) und Markus Schroth (Reha nach Knie-OP) musste Löwen-Coach Marco Kurz auf die grippekranken Torben Hoffmann und Lars Bender verzichten.

Spielverlauf: Die Löwen begannen dominant, hatten mehr Spielanteile - bis zur 10. Minute: Da unterlief Daniel Bierofka ein katastrophaler Fehlpass. Der 29-Jährige wollte in der eigenen Hälfte auf der linken Angriffsseite zurück auf Gregg Berhalter passen. Der US-Amerikaner, der in der Vorwärtsbewegung war, kam an den ungenau gespielten Ball nicht ran. Erik Jendrisek schnappte sich das Leder, stürmte von der rechten Seite in den Strafraum, Markus Thorandt kam mit Tempo von hinten an, spitzelte dem FCK-Stürmer das Leder vom Fuß, doch Schiedsrichter Tobias Welz wertete die ungestüme Aktion des Löwen-Verteidigers als Foulspiel, zeigte auf den Elfmeterpunkt. U21-Nationalspieler Fabian Schönheim lief an, verlud Michael Hofmann im 1860-Tor und traf unhaltbar für den Keeper flach ins linke Eck zum 1:0 (11.). Lediglich Mustafa Kucukovic hatte vor der Pause für die Sechziger eine Ausgleichschance, doch Moussa Ouattara störte den 21-Jährige bei seinem Acht-Meter-Schuss im letzten Moment entscheidend (26.).

Nach der Pause verstärkten die Löwen ihre Angriffsbemühungen, spielten mehr über Außen. Trotzdem besaßen die Roten Teufel die erste klare Tormöglichkeit. Axel Bellinghausen drang über links in den Münchner Strafraum, zog aus 14 Metern mit rechts aufs lange Eck ab, wo Torhüter Michael Hofmann gegen den einschussbereiten Erik Jendrisek Kopf und Kragen riskieren musste, um den Ball abzuwehren (62.). Wie bei der FCK-Führung ging auch dem Löwen-Ausgleich ein kapitaler Abwehrfehler voraus. Ein weiter Pass in die Lauterer Hälfte wollte Torhüter Tobias Sippel 15 Meter vor seinem Strafraum mit dem Fuß klären. Dabei produzierte der 19-jährige Schlussmann einen Querschläger, der zu Mustafa Kucukovic kam. Der in Bosnien geborene Deutsche nahm das Leder aus 40 Meter volley, traf per Aufsetzer zum 1:1 ins Netz (74.). Beinahe wäre Patrice Bernier auf der Torlinie noch der Klärungsversuch geglückt. Hoch dramatisch wurde es dann in der Schlussphase. Beide Teams drängten auf den Siegtreffer. Zunächst schienen die Pfälzer die besseren Karten zu haben, nachdem der eingewechselte José Holebas im eigenen Strafraum gegen Sven Müller klärte, zeigte Schiedsrichter Tobias Welz erneut zum Entsetzen der Löwen auf den Elfmeterpunkt (82.). Wieder lief Schönheim an, wollte wieder in die linke Ecke schieben, doch Hofmann hatte den Braten gerochen, wehrte ab. Bellinghaus setzte nach, doch Gregg Berhalter konnte im letzten Moment den Nachschuss verhindern (84.) So blieb es zunächst beim 1:1. Als die reguläre Spielzeit bereits beendet war, starteten die Sechziger nochmals einen Angriff. Einen ungenauen Pass in der Pfälzer Hälfte konnte Schönheim am eigenen Strafraum abwehren, Kucukovic kam vor einem FCK-Spieler mit der Fußspitze ans Leder, passte direkt auf Holebas, der sich mit dem Rücken zum Tor blitzschnell drehte, Benjamin Weigelt stehen ließ und alleine auf Torhüter Sippel zulief. Cool verlud er den Pfälzer Keeper, lupfte das Leder zum 2:1-Siegtreffer in die Maschen (90.).

Stimmen zum Spiel „Wir haben die 1. Halbzeit wieder hergeschenkt", ärgerte sich Löwen-Coach Marco Kurz. „Wir waren nicht mutig genug, obwohl wir wussten, dass wir am Betzenberg sehr mutig und kompakt auftreten müssen. Das haben wir leider vermissen lassen." In der 2. Hälfte hätte dann die Mannschaft gezeigt, was sie kann. „Da haben wir mutig und entschlossen nach vorne gespielt. Man konnte wieder mal sehen, was möglich ist, wenn die Jungs an sich glauben." Kurz wünscht sich in Zukunft ein solches Auftreten seines Teams über die gesamte Spielzeit. „Wir waren in der 2. Halbzeit absolut dominant vom Tempo her. An den Auswechslungen kann man sehen, dass wir in Kaiserslautern gewinnen wollten. Klar war der Sieg am Ende glücklich."

Neben Torschütze José Holebas war Torhüter Michael Hofmann der Mann des Abends. In der 84. Minute parierte er den Elfmeter von Fabian Schönheim, nachdem ihn der 20-Jährige noch in der 11. Minute vom Punkt bezwungen hatte. Dem Strafstoß ging ein längeres Gespräch von Hofmann mit Kapitän Danny Schwarz voraus. Hofmann, der beim ersten Elfmeter die linke Torwartecke gewählt hatte, ging diesmal in die rechte. „Ich habe richtig spekuliert. Natürlich ist das Glück." Kurios an dem gehaltenen Elfmeter ist, dass Hofmann erst drei Strafstöße in seiner Profi-Karriere abwehren konnte: alle drei gegen den 1. FC Kaiserslautern! „In der 1. Halbzeit haben wir schlecht gespielt, viele Fehler gemacht", analysierte der 35-jährige Schlussmann. Nach der Pause sei der Auftritt in Ordnung gewesen. „Es ist Wahnsinn, mit der letzten Aktion den Siegtreffer zu erzielen", so Hofmann, der anschließend Mitleid mit den Pfälzern zeigte. „Ich wünsche, dass Kaiserslautern den Klassenerhalt schafft. So ein Verein muss unbedingt in der Bundesliga bleiben."

Siegtorschütze José Holebas durchlebte ebenfalls ein Wechselbad der Gefühle. Erst verschuldete er den zweiten Elfmeter für Lautern, dann schoss er den Siegtreffer mit der letzten Aktion. „Wir haben uns den Sieg hart erarbeitet", sagte der 23-Jährige, der seinen zweiten Saisontreffer erzielte. „Wir sind immer dran geblieben, haben nie aufgegeben und wurden dafür am Ende belohnt."

Auch Gregg Berhalter sprach von einem am Ende glücklichen, „aber nicht unverdienten Sieg, weil wir immer gekämpft haben und nicht das 1:1 verwalten wollten". Der Teamgeist und der Zusammenhalt in der Mannschaft habe das Spiel zugunsten der Löwen gedreht. „Ganz wichtig war der gehaltene Elfmeter durch Michi Hofmann. Dadurch blieben wir im Spiel."

FCK-Trainer André Kjetal Rekdal war verständlicherweise enttäuscht. „Wir haben einen Elfmeter verschossen und quasi zwei Eigentore gemacht", haderte er mit seiner Mannschaft. „Wir waren zwar nicht besser als Sechzig, haben aber das Spiel kontrolliert. Und dann verschenken wir die Punkte auf diese Weise ...", fand der 39-Jährige keine Erklärung für die Niederlage. „1860 hat nach dem Rückstand in der 2. Halbzeit Druck gemacht, besaß aber keine einzige Torchance." Er habe deshalb offensiv ausgewechselt, damit seine Mannschaft den zweiten Treffer erzielt. „Hinterher kann man immer fragen: War das richtig? Entscheidend ist aber, wie wir die Tore kassieren. Trotzdem hatten wir auch die Chance, den Siegtreffer zu machen."
 

18. Spieltag, 3. Februar 2008
1860 München 0 : 3 FC Augsburg
 
03.02.2008

Bittere Heimpleite zum Rückrundenauftakt

Sven Bender im Kopfballduell mit Mourad Hdiouad.
Zum dritten Mal hintereinander versemmelten die Löwen den Rückrundenauftakt in der Allianz Arena. Dem 0:0 gegen LR Ahlen in der Saison 2005/2006 folgte das 0:3 gegen Greuther Fürth (2006/2007) und nun das 0:3 gegen den FC Augsburg. Zweimal traf Winterneuzugang Michael Thurk (43. und 62) sowie Timo Wenzel (52.) für die Fuggerstädter.

Personalien: Auch im Spiel gegen Augsburg musste Trainer Marco Kurz auf Antonio Di Salvo (Reha nach Syndesmosebandriss), Berkant Göktan (Reha nach Bandscheiben-OP), Mate Ghvinianidze (Reha nach Außenmeniskusschaden) und Markus Schroth (Reha nach Knie-OP) verzichten. Dazu fiel kurzfristig Torben Hoffmann wegen einer fiebrigen Grippe aus. Für ihn gab Benjamin Schwarz sein Debüt von Beginn an. Markus Thorandt nahm nach seiner Verletzung (Muskelfaserriss am Gesäßmuskel), die er sich im Testspiel auf Teneriffa zugezogen hatte, auf der Bank platz.

Spielverlauf: Die Löwen waren von der 1. Minute an dominant, aber wie schon beim Pokalspiel in Aachen unter der Woche sprang nichts Zählbares dabei heraus. Die Augsburger standen kompakt in der Defensive, lauerten auf Konter über ihre schnellen Spitzen Mamadou Diabang und Michael Thurk. Die besseren Chancen besaßen jedoch zunächst die Löwen. In der 10. Minute zog Danny Schwarz aus 25 Metern ab, der Ball setzte genau vor FCA-Keeper Sven Neuhaus auf, aber irgendwie konnte der Augsburger Kapitän das Leder um den Pfosten lenken. Neuhaus war es auch, der in der 26. Minute die Schwaben vor dem Rückstand bewahrte. Nach einem indirekten Freistoß zog Holebas aus 18 Metern ab, doch der Torwart parierte. Nur zwei Minuten später war es erneut Neuhaus, der Gebharts Schuss aus elf Metern noch um den Pfosten lenkte. Die vielleicht beste Möglichkeit hatten die Sechziger nach einem Eckball. Danny Schwarz schlug das Leder von rechts auf den zweiten Pfosten, ein Augsburger fälschte ab, das Leder landete vor den Füßen von Gregg Berhalter, doch der überraschte Löwen-Verteidiger schob aus kürzester Distanz am leeren Tor vorbei. Dann kam es, wie es kommen musste. Lars Müller passte in die Schnittstelle der Löwen-Innenverteidigung, Thurk schaltete am schnellsten, erwischte den Ball vor dem herausstürmenden Michael Hofmann und lupfte ihn über den 1860-Keeper (43.) zum 1:0 in die Maschen. Psychologisch ein äußerst ungünstiger Moment.

Genauso ungünstig war der Zeitpunkt des zweiten Augsburger Treffers. Wieder war Thurk - diesmal indirekt - daran beteiligt. Kurz vor der Strafraumgrenze drehte er sich in Lars Bender, fiel theatralisch und erhielt vom schwachen Schiedsrichter Marc Seemann den Freistoß zugesprochen. Timo Wenzel hielt einfach flach auf die Mauer, die Löwen machten die Lücke frei und schon stand's 2:0 (52.). Das 3:0 machte Thurk zehn Minuten später wieder selbst. Diabang hatte sich auf der rechten Strafraumseite durchgesetzt, legte von der Grundlinie den Ball in die Mitte, wo der heranstürmende Thurk die Fußspitze vor Hofmann an den Ball bekam. Danach hätte es leicht zum Debakel für die Löwen, die bis zum Ende immer wieder versuchten, zumindest den Ehrentreffer zu erzielen, werden können. Zweimal konnte sich Keeper Hofmann auszeichnen, indem er jeweils gegen den eingewechselten Felix Luz im Eins-gegen-eins klärte (77. und 83.).

Stimmen zum SpielLöwen-Coach Marco Kurz sah den Unterschied in der „Effektivität im Sturm". „Thurk macht relativ clever das Tor, während wir beste Chancen ungenutzt lassen. Aber da darf auch ein Unterschied sein", zeigt der Coach Verständnis für seine junge Mannschaft. „Auf der einen Seite sind gestandene Erstligaspieler; wir müssen eben noch lernen." Die Mannschaft sei brutal bestraft worden. „Aber ich bin mir sicher, dass wir gestärkt aus der Niederlage herausgehen."

Daniel Bierofka fand, dass man die erste halbe Stunde gut gespielt habe. „Wir müssen das 1:0 machen, dann kommt Augsburg nicht mehr ins Spiel. Der Rückstand war wie ein Genickschlag." Der 28-Jährige musste zugeben, dass in solchen Situationen derzeit die erfahrenen Spieler fehlen. „Danach haben wir es nur noch mit der Brechstange probiert. Und Augsburg hat nach der Pause gleich die ersten beiden Chancen zu Toren genutzt ..."

„Wir sind enttäuscht von unserem Spiel", sagte Gregg Berhalter. „Wir haben überlegen gespielt, Druck gemacht, die Zuschauer waren hinter uns - und wir gehen mit einem Rückstand in die Kabine", stellte er mit einem Kopfschütteln fest. „Es war ein Scheißspiel, wir haben einfach zu viele Chancen gebraucht", brachte es der Routinier auf den Punkt. Sich selbst schloss der US-Amerikaner nicht aus. „Bei meiner Chance habe ich zu langsam reagiert", beschrieb er die Szene in der 28. Minute.

„Es ist bitter, wenn man so ein Spiel 0:3 verliert", analysierte Geschäftsführer Stefan Reuter. „Wir hatten gute Chancen, Torhüter Sven Neuhaus hat Augsburg überhaupt im Spiel gehalten. Und dann haben sie ihre erste Chance eiskalt genutzt." Auf die Frage von Journalisten, ob die Löwen nicht auch Interesse an der Verpflichtung von Michael Thurk gehabt hätten, antwortete der 41-Jährige. „Der war vielen Erstligisten zu teuer!" Den einzigen Vorwurf, den Reuter der Mannschaft machen wollte, war „dass wir so viele Chancen haben liegen lassen. Der letzte Tick im Abschluss hat gefehlt".

FCA-Coach Ralf Loose sprach von einem großartigen Kampfspiel in der 1. Halbzeit. „Wir haben nicht nur Respekt gezeigt, sondern auch versucht, nach vorne zu spielen." Der 45-Jährige räumte ein, das ein oder andere Mal das Quäntchen Glück gehabt zu haben. „Der Treffer vor der Pause war psychologisch wichtig." Loose habe seine Mannschaft in der Kabine an das Spiel der Löwen in Aachen erinnert, forderte sie deshalb auf, nachzulegen. „Vielleicht ist der Sieg etwas zu hoch ausgefallen, aber insgesamt ist er gerecht."
 

17. Spieltag - 16. Dezember 2007
1860 München 5 : 0 Erzgebirge Aue
 
16.12.2007

Löwen feiern 5:0 gegen Aue

Viel Grund zum Jubeln: José Holebas und Daniel Bierofka
Personal: Marco Kurz musste im letzten Spiel des Jahres auf Antonio Di Salvo (Syndesmosebandanriss), Berkant Göktan (Bandscheiben-OP), Markus Schroth (Reha nach Sehnenentzündung), Lars Bender (5. Gelbe Karte), Mate Ghvinianidze (Knieprobleme), Björn Ziegenbein (Nasen-OP), Benjamin Schwarz (grippaler Infekt), Steven Purdy (US-Olympia-Auswahl) und Lukasz Szukala (Reha nach Patellasehnen-Teileinriss) verzichten. Erstmals im Kader der 20-jährige Kapitän der Löwen-U23, Manuel Duhnke, und seit langer Zeit wieder Nikolas Ledgerwood, der nach einem überstandenen Verrenkungsbruch des Sprunggelenks ebenfalls auf der Bank Platz nahm.

Spielverlauf: Die Mannschaft zeigte von Beginn an, dass sie mit einem Erfolgserlebnis in die Weihnachtspause gehen möchte. In der 13. Minute die Führung. Blitzschnell schalteten die Löwen nach Ballgewinn in der eigenen Hälfte auf Angriff um. Danny Schwarz passte steil auf Daniel Bierofka, der lief mit dem Ball übers rechte Strafraumeck Richtung Auer Tor, zog aus 14 Metern ab und traf zum 1:0 ins lange Eck. Fast wäre drei Minten später der zweite Treffer gelungen. Bierofka ging auf der rechten Seite bis zur Grundlinie, legte zurück auf Mustafa Kucukovic, der nahm das Leder aus zwölf Metern direkt, zielte aber übers Auer-Tor. Die erste gelungene Offensivszene hatten die Gäste in der 32. Minute. Nach einem Eckball von rechts kam der Ball zu Jiri Kaufman am linken Torraumeck, doch Timo Gebhart, der den Pfosten abdeckte, konnte gerade noch vor dem FC-Stürmer mit dem Fuß klären. Vier Minuten später eine kuriose Szene: Bierofka spielte mit Kucukovic am Strafraum Doppelpass, sein 13-Meter-Schuss konnte FC-Keeper Axel Keller per Fuß klären. Danach kam es zu einem Pressschlag zwischen Aues Verteidiger Thomas Paulus und Kucukovic an der Strafraumgerenze, das Leder flog über Keller Richtung Tor, kurz vor der Linie bekam der Torhüter dann den Ball zu Fassen. Längst hätten die Löwen mit zwei, drei Toren Unterschied führen müssen. Erst ein Foulelfmeter führte zum 2:0. Thomasz Kos hatte Timo Gebhart im Strafraum umgerissen (41.), Gregg Berhalter verwandelte sicher mit links ins rechte obere Eck.

Auch nach der Pause ergriffen die Löwen gleich die Initiative, wollten nochmals nachlegen. Das gelang ihnen mit einem Doppelschlag in der 63. und 64. Minute. Danny Schwarz legte aus zentraler Position nach links auf José Holebas, der traf aus spitzem Winkel aus acht Metern zum 3:0 ins lange Eck (63.). Es war das erste Profitor des 23-Jährigen. Eine Minute später dribbelte Bierofka vor dem Auer Strafraum hin- und her, sah den startenden Kucukovic, spielte ihm genau in den Lauf. Der 21-Jährige traf mit dem rechten Außenrist aus 14 Metern ins linke Eck zum 4:0. Den Schlusspunkt setzte jener Spieler, der auch den Torreigen eröffnet hatte. Holebas gewann auf der linken Seite eine Laufduell gegen seinen Gegenspieler, passte in die Mitte auf Bierofka, der den leicht abgefälschten Ball mit der Brust annahm und aus elf Metern zum 5:0-Endstand traf.

Stimmen zum Spiel„Ich bin absolut happy", sagte ein glücklicher Daniel Bierofka, der zwei Treffer erzielte und das 3:0 vorbereitet hatte. „Mit diesem Sieg haben wir den Anschluss nach oben gehalten. Wir können stolz auf unsere 28 Punkte sein." Trotz der personellen Misere hätten gegen Aue nicht nur die „Alten" Verantwortung übernommen. „Timo Gebhart und Sven Bender haben unheimlich viel geackert", lobte der dreifache Nationalspieler die Youngsters im Team.

„Wir haben aus unseren Möglichkeiten viel gemacht", so Bierofkas Resümee aus der Vorrunde. „Im neuen Jahr kommen Schroth, Göktan und Di Salvo zurück. Wir werden uns gut auf die Rückrunde vorbereiten, um dann nochmals anzugreifen." Der 28-Jährige bedauerte nur, dass jetzt Spielpause ist. „Die zwei Tore gegen Aue sind eine tolle Geschichte. Nach fast zwei Jahren, in denen ich verletzungsbedingt kaum spielen konnte, merke ich, dass ich wieder an meine alte Leistung anknüpfen kann. Ich fühle mich gut und würde am liebsten weiterspielen." Zu José Holebas, mit dem er die Seite getauscht hatte, meinte Bierofka. „Er wurde ins kalte Wasser geworfen, hat frech gespielt, ein Tor gemacht und eins vorbereitet - besser kann es kaum laufen."

1860-Stürmer Mustafa Kucukovic, der immer besser in Form kommt, sprach von einem wichtigen Sieg, „nachdem wir fünfmal nicht gewinnen konnten". „Wir haben enorm gut gespielt. Heute gab's nicht auszusetzen. Ich habe jetzt mein drittes Spiel von Anfang an gemacht und ich denke, dass ich mit meiner persönlichen Entwicklung zufrieden sein kann."

Löwen-Coach Marco Kurz freute sich besonders über den couragierten Auftritt seines Teams. „Den Ausschlag hat die Entschlossenheit meiner Mannschaft gegeben, das war schon an der Körpersprache zu sehen, dass sie unbedingt gewinnen wollte", sagte der 38-Jährige. „Wir sind ein enormes Tempo gegangen. Auch mit dem 2:0 im Rücken wollten wir das Ergebnis nach der Pause nicht verwalten, sondern weiter nach vorne spielen. Mit dem 3:0 war der Bann endgültig gebrochen." Mit Spaß habe man das Spiel zu Ende geführt. „Wir gehen jetzt mit einem guten Gefühl in die Weihnachtspause." Kurz schrieb den Sieg dem Kollektiv und der euphorischen Offensivspielweise zu. „Aber auch nach hinten haben wir die Ordnung nicht verloren. Jetzt gehen wir zufrieden in die Pause." Der Löwen-Trainer wünscht allen ein schönes Weihnachtsfest."

Aues Coach Gerd Schädlich war enttäuscht von der Vorstellung seiner Mannschaft, sowohl fußballerisch als auch vom Ergebnis her. „Wir haben in der 1. Halbzeit kaum was Gutes gezeigt, hatten lediglich eine halbe Chance durch eine Ecke. Defensiv waren wir sehr anfällig. Die 2:0-Führung zur Halbzeit für 1860 war verdient, auch wenn der Elfmeter sehr fraglich war." Nach dem dritten Tor sei „alles gegessen" gewesen. Schädlich schätzt auch seine Situation realistisch ein. „Wenn man 0:5 verliert, dann muss man sich auch als Trainer hinterfragen lassen."

16. Spieltag - 9. Dezember 2007
VfL Osnabrück 3 : 0 1860 München
 
09.12.2007

Löwen spielen, Osnabrück trifft

Timo Gebhart war in Osnabrück ein ständiger Unruheherd, konnte sich aber nicht entscheidend durchsetzen.
Eine 0:3-Niederlage sieht nach einer klaren Sache aus. Trotzdem spricht der Trainer der siegreichen Mannschaft, Claus-Dieter Wollitz, vom „besten Gegner, der sich in der Hinrunde hier präsentiert hat". Letztlich gaben individuelle Fehler den Ausschlag zu Gunsten von Osnabrück, das sich „energischer und spritziger" präsentierte, wie es Löwen-Coach Marco Kurz ausdrückte.

Personal: Löwen-Coach Marco Kurz musste auf Berkant Göktan (Bandscheiben-OP), Markus Schroth (muskuläre Probleme), Nikolas Ledgerwood (Trainingsrückstand nach Verrenkungsbruch des Sprunggelenks), Alexander Eberlein (Reha nach Bänderriss) Lukas Szukala (Reha nach Patellasehnen-Teileinriss) und Mate Ghvinianidze (Knieverletzung) verzichten. Für ihn kehrte Lars Bender, der gegen Paderborn noch wegen einer Knöchelverletzung gefehlt hatte, in die Innenverteidigung zurück. Christoph Burkhard und Björn Ziegenbein stellte Kurz für das Regionalliga-Derby gegen den FC Bayern II ab, das fast zeitgleich im Grünwalder Stadion stattfand.

Spielverlauf: Die Löwen begannen druckvoll, schnürten die Osnabrücker in der Anfangsphase in ihrer eigenen Hälfte ein. In der 9. Minute dann die Schlüsselszene des Spiels. Ein Steilpass von Geatano Manno kam in die Schnittstelle der 1860-Innenverteidigung, Lars Bender war zu weit von Thomas Reichenberger weg, Löwen-Keeper Michael Hofmann eilte aus seinem Tor, doch der VfL-Torjäger ließ sich die Chance nicht entgehen, legte das Leder aus 14 Meter an dem 35-Jährigen vorbei zum 1:0 ins Löwen-Netz. In der 27. Minute fast eine Dublette des Führungstreffers. Wieder ein Pass in die Schnittstelle, Hofmann musste erneut seinen Kasten verlassen, trotzdem war Mathias Surmann kurz vor der Strafraumgrenze vor ihm mit dem Kopf am Ball, doch der 1860-Keeper konnte per Fuß die Gefahr bereinigen. Fünf Minuten später eine unglückliche Szene von Lars Bender, der den heranstürmenden Ex-Hachinger Paul Thomik im Strafraum von den Beinen geholt hatte (32.). Thomas Cichon verwandelte den fälligen Elfmeter zum 2:0, auch wenn Löwen-Keeper Hofmann die Ecke geahnt hatte, konnte er den scharf geschossenen Schuss nicht abwehren (34.). Zuvor hatte sich Antonio Di Salvo bei einer Offensivaktion am Syndesmoseband verletzt. Sein Einsatz im Heimspiel gegen Aue ist deshalb fraglich. Auffällig in den ersten 45 Minuten war, dass die drei gefährlichen Aktionen des VfL allesamt über die rechte Angriffshälfte liefen.

Nach der Pause durfte Löwen-Coach Marco Kurz nicht mehr von der Seitenlinie aus coachen. Nachdem er sich in der ersten Hälfte mit Linienrichter Patrick Ittrich lautstark ausgetauscht hatte, schickte ihn Schiedsrichter Norbert Grudzinski auf die Tribüne. Von dort sah er das 3:0, das erneut in eine Drangphase der Sechziger fiel. Nach einem Einwurf auf der linken Seite kam der Ball zu Manno, der fast unbedrängt an den Torraum flanken konnte,  Reichenberger lief dem Ball entgegen, kam vor zwei Löwen-Verteidiger am linken Torraumeck zum Kopfball und ließ Hofmann keine Chance (58.). Es war bereits der 9. Saisontreffer des VfL-Torjägers. Die Löwen, die am Ende ein Torschuss-Verhältnis von 20:7 vorweisen konnten, gaben zwar  nie auf, waren aber erneut nicht zwingend in ihren Angriffsbemühungen. So dauerte es bis zur 70. Minute, ehe sich Mustufa Kucukovic erstmals im Strafraum entscheidend durchsetzen konnte. Sein Zwölf-Meter-Schuss aus halbrechter Position landete aber am linken Pfosten. In der Schlussphase hatte der 21-Jährige, der eine gute Partie bot, noch einige Möglichkeiten, aber an diesem Tag wollte einfach kein Tor gelingen. Zu allem Überfluss sah auch noch Lars Bender seine 5. Gelbe Karte, wird somit den Löwen im Heimspiel gegen Erzgebirge Aue definitiv fehlen. Auch dies passte ins Bild!

Stimmen zum Spiel„Den Ausschlag hat heute gegeben, dass wir beim 1. und 3. Tor nicht nahe genug an unserem Gegenspieler dran waren.", analysierte Löwen-Coach Marco Kurz. „Das waren individuelle Fehler, da war der Gegner einfach spritziger und energischer als wir. Das hat meiner Mannschaft  bei ihren fünf guten Chancen gefehlt." Kurz kam zu der Erkenntnis: „Wir haben in diesem Spiel sehr viel verschenkt."

Der 38-Jährige hofft nun, dass Antonio di Salvo gegen Aue wieder zur Verfügung stehen wird, auch wenn er positive Ansätze bei Mustafa Kucukovic als Sturmspitze erkennen konnte. „Er hat ein gutes Spiel gemacht, besaß Riesenmöglichkeiten, hat viel gearbeitet, ist aber leider nicht belohnt worden. Auch wenn Toni gegen Aue fehlen sollte, hilft es nichts, verletzten Spielern hinterherzujammern. Wir werden auch das lösen müssen."

Zur Verbannung auf die Tribüne meinte der Ex-Profi, dass er wegen der Gelben Karte gegen Mustafa Kucukovic einen Disput mit Linienrichter Patrick Ittrich hatte. „Und danach habe ich die Coachingzone noch um einen halben Meter verlassen. Ich war dabei sehr emotional, trotzdem sachlich, aber der Junge war überaus konsequent. Wenn er das in Zukunft so beibehält, dann wird jeder Trainer auf seiner Seite sich früher oder später auf der Tribüne wieder finden."

Osnabrücks Trainer Claus-Dieter Wollitz lobte die Löwen trotz der 0:3-Niederlage. „Das war der beste Gegner, der sich in der Hinrunde hier präsentiert hat." Sechzig sei immer gefährlich gewesen, hätte sich nie aufgegeben. „Wir haben immer im richtigen Moment das Tor gemacht und hatten das Quäntchen Glück, was du als Aufsteiger brauchst: Pfostenschuss, Lattenschuss oder kurz vor Schluss, als Freddy Gößling mit einem Reflex den Ball noch rausholt." Trotzdem sei der Sieg nicht unverdient gewesen, weil sein Team mehr Leidenschaft gezeigt hätte. „Klar, 3:0 ist etwas zu hoch, aber ich denke, die drei Punkte sind in Ordnung!"

Löwen-Keeper Michael Hofmann, der an allen drei Treffern schuldlos war, fand gerade die 1. Halbzeit „absolut ärgerlich". „Osnabrück hat zwei Möglichkeiten und macht zwei Tore. Wir waren in den ersten Minuten spielbestimmend. Das 0:1 gab dann bei uns einen Knacks." Nach der Pause hätte sich das Team bemüht. „Wir besaßen einige Chancen, speziell durch Mucki (Kucukovic), aber uns fehlte das Quäntchen Glück. Zudem ist mit Toni di Salvo wieder ein Verletzter dazugekommen. Das ist hart. Trotzdem müssen wir gegen Aue alles versuchen, um die Vorrunde positiv abzuschließen."
 

15. Spieltag - 2. Dezember 2007
1860 München 0 : 0 SC Paderborn
 
02.12.2007 | 17:45 Uhr

Gregg Berhalter: „Wir sind gegen eine Mauer gelaufen!“

Sicherer Rückhalt in der Defensive gegen Paderborn: Mate Ghvinianidze.
Das 0:0 gegen Paderborn war bereits das vierte Remis der Löwen in Folge. Gegen einen äußerst defensiv eingestellten Gegner fand das Team von Trainer Marco Kurz nicht die passenden Mittel, um die kompakt stehenden Ostwestfalen in Schwierigkeiten zu bringen. Die wenigen Chancen wurden leichtfertig vergeben.

Personal: Löwen-Coach Marco Kurz musste auf Berkant Göktan (Bandscheiben-OP), Markus Schroth (muskuläre Probleme), Nikolas Ledgerwood (Trainingsrückstand nach Verrenkungsbruch des Sprunggelenks), Alexander Eberlein (Reha nach Bänderriss), Lukas Szukala (Reha nach Patellasehnen-Teileinriss) und Lars Bender (Knöchelverletzung) verzichten.

Spielverlauf: Es war eine dürftige Partie, die beide Mannschaften in den ersten 45 Minuten boten. Den Löwen fehlte die Schnelligkeit und Präzision in den Aktionen, um die sehr kompakt stehende Paderborner Defensive vor größere Probleme zu stellen. Die einzige Ausnahme in der 17. Minute: Torben Hoffmann hatte kurz hinter der Mittellinie auf der linken Seite das Leder eingeworfen, Timo Gebhart der ihm entgegengelaufen war, legte den Ball weiter auf den gestarteten Antonio Di Salvo, der unbedrängt über die linke Seite in den Strafraum eindrang, sein 14-Meter-Schuss aus spitzem Winkel konnte Alexander Bade jedoch abwehren. Vielleicht hätte Di Salvo in dieser Szene besser quer auf den mitgelaufenen Gebhart gelegt, der am Elfmeterpunkt auf den Pass spekulierte. Auch die Standards, egal ob Eckbälle oder Freistösse, kamen in dieser Phase nicht zum eigenen Mann. Die Folge: Zur Halbzeitpause wurden die Löwen mit einem Pfeifkonzert in die Kabine verabschiedet.

Engagierter kam das Team von Marco Kurz aus der Kabine, hatte auch gleich eine Riesenmöglichkeit. Di Salvo kam über die rechte Seite, legte im Strafraum nach hinten ab auf den heranstürmenden Gebhart, dem bei seinem Schuss aus 16 Metern der Ball über den Spann rutschte (47.). Verkehrte Welt beinahe in der 59. Minute. Der Paderborner Nebojsa Krupnikovic flankte einen Freistoss fast von der rechten Seitenauslinie an den Torraum, Marc Gouiffe á Goufan war vor dem heranhechtenden Keeper Michael Hofmann mit dem Fuß am Ball, setzte ihn aber neben das Tor. Auch in der Folge versuchten es die Sechziger gegen die sehr destruktiven Ostwestfalen immer wieder, aber es fehlte in den Aktionen der letzte Biss, um die gut stehenden Gäste zu überwindend. In der 66. Minute ließ Danny Schwarz in der Mitte Andrew Sinkala aussteigen, sein Schuss aus 23 Metern landete aber knapp überm Kreuzeck. In der Schlussphase flankte der eingewechselte Mustafa Kucukovic von der rechten Seite flach in die Mitte, Schwarz ließ das Leder für den hinter ihm lauernden Bierofka passieren, doch dessen Schuss vom Elfmeterpunkt konnte ein Paderborner Abwehrspieler im letzten Moment noch blocken (87.). So blieb es bei dem 0:0. Für die Löwen war es bereits das vierte Unentschieden in Folge.

Stimmen zum Spiel

„Wir haben gegen eine tiefstehende Paderborner Mannschaft keine Mittel gefunden", musste Daniel Bierofka konstatieren. „Eine unserer vier guten Chancen hätten wir nutzen müssen. Paderborn hat nur zerstört, sie haben uns immer mit zwei, drei Mann auf den Füßen gestanden", so der 28-Jährige, der das Fehlen von Berkant Göktan bedauerte. „Er hätte uns in so einem Spiel mit seinen Bewegungen weiterhelfen können." Bierofka musste eingestehen, dass man einen hohen Kraftaufwand betrieben habe, da der Gegner nur hintendrin gestanden sei. „Aber die Frische war vorhanden", wehrte er sich gegen körperliche Defizite.

Das sah auch Gregg Berhalter so. „Wir haben viel Kraft ins Spiel investiert, wollten aber bis zum Schluss gewinnen", sprach er der Mannschaft eine intakte Moral zu. Paderborn hätte keinen positiven Fußball gespielt. „Sie haben aber einen Punkt mitgenommen und damit ihr Soll erfüllt." Paderborn sei deshalb ein schwieriger Gegner gewesen, weil sie sich geweigert hätten, mitzuspielen. „Wir sind gegen eine Mauer gelaufen, der Ball kam immer wieder zurück", sagte der 34-Jährige US-Amerikaner. „In den nächsten beiden Spielen müssen wir konzentrierter zu Werke gehen."

Antonio Di Salvo sah den Grund für das Remis gegen Paderborn in der mangelhaften Chancenverwertung. „Das war in letzter Zeit unser Manko, dass wir nicht so treffen, wie zu Beginn der Saison." Sich nahm der 26-jährige Stürmer dabei nicht aus. „Ich hatte gleich in der 1. Halbzeit eine Möglichkeit, die ich nutzen muss", übte der mit sieben Treffer erfolgreichste Löwen-Torjäger Selbstkritik.

Geschäftsführer Stefan Reuter sah die Defizite im Tempo. „Wir haben uns schwer getan, ein hohes Spieltempo aufrecht zu erhalten. Wir haben einfach zu langsam kombiniert. Dazu kam, dass wir die wenigen Chancen nicht nutzen konnten." Besonders trauerte er der Möglichkeit von Antonio Di Salvo in der 17. Minute nach. „Wenn wir da das 1:0 machen, geht vieles leichter. Dann hätte Paderborn öffnen müssen. So haben sie nicht den Eindruck gemacht, als ob sie überhaupt ein Tor schießen wollen." Die Defensivleistung der Löwen sei in Ordnung gewesen. „Schade, wir haben uns durch das Auftreten gegen Gladbach und in Freiburg viel Respekt erworben, diese Leistungen hätten wir durch einen Sieg über Paderborn vergolden können", trauerte der 40-Jährige den beiden verlorenen Punkten nach.

„Wir sind enttäuscht", sagte Löwen-Chefcoach Marco Kurz, „weil wir es versäumt haben, drei Punkte einzufahren." Insgesamt sei sein Team zu wenig zwingend gewesen, hätte zudem nach einer Viertelstunde eine hundertprozentige Chance vergeben. „Die Mannschaft hat in der 2. Halbzeit mehr Engagement gezeigt, sich mehr Möglichkeiten herausgespielt, jedoch hat die Qualität in der Ausführung gefehlt oder ein Paderborner Bein war dazwischen", wollte Kurz in punkto Moral seiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Er verwies darauf, dass drei Spieler in der Anfangsformation standen, die angeschlagen ins Spiel gegangen waren. „Die Jungs haben aufopferungsvoll gekämpft, haben sich bis zum Schluss bemüht, deshalb können und müssen wir mit dem einen Punkt leben."

Paderborns Trainer Holger Fach sprach von einem sehr schwierigen Spiel gegen einen Gegner, der um den Aufstieg mitspielt. „Kompliment, wie meine Mannschaft das Spiel angegangen ist. Wir haben uns den Punkt verdient." Sein Team hätte wenig Löwen-Chancen zugelassen. „Ich hätte mir nur gewünscht, dass wir unsere Konterchancen besser zu Ende spielen." Die einzigen Wehrmutstropfen in der Freude seien die Verletzung von Nils Döring (Pferdekuß) und Alexander Bade (Leistenverletzung). Seinen Torwart lobte er ausdrücklich. „Er musste diese Woche eine schwierige nervliche Situation überstehen." Genauso hob er David Fall hervor. „Trotz Kreislaufproblemen zur Pause hat er weitergespielt."

Bildergalerie zum Spiel

1860:
1 Hofmann - 33 Johnson, 19 Ghvinianidze, 5 Berhalter, 4 Hoffmann - 17 S. Bender, 8 D. Schwarz - 11 Wolff, 18 Gebhart, 7 Bierofka - 9 Di Salvo.
Ersatz: 12 Tschauner (Tor) - 14 Holebas, 16 Thorandt, 20 Burkhard, 23 B. Schwarz, 24 Kucukovic, 27 Ziegenbein.
SCP:
20 Bade - 2 Fall, 5 Djurisic, 21 Döring, 12 de Graef - 17 Sinkala, 24 Gouiffe á Goufan - 18 Krösche, 22 Schüßler, 28 Koen - 13 Löbe.
Ersatz: 1 Kruse (Tor) - 10 Krupnikovic, 11 Müller, 23 Halfar, 25 Fischer, 26 Gonther, 27 Noll.
Wechsel:
Kucukovic für Gebhart (68.) - Krupnikovic für Döring (37.), Müller für Löbe (63.), Kruse für Bade (73.).
Tore:
-.
Gelbe Karten:
Wolff - Döring Sinkala.
Zuschauer:
28.100.
Schiedsrichter:
Tobias Christ (Kaiserslautern); Assistenten: Torsten Bauer (Seesbach), Raphael Seiwert (Merzig-Merchingen).

14. Spieltag - 25. November 2007
Freiburg 2 : 2 TSV 1860
 
25.11.2007 | 16:50 Uhr

Löwen beenden Freiburger Heimserie

Michael Hofmann hielt durch seine tolle Paraden in der 1. Halbzeit die Löwen im Spiel.
Vier wunderschöne Tore und am Ende ein 2:2: Die Löwen schafften es als erstes Team in dieser Saison, das badenova-Stadion ohne Niederlage zu verlassen und beendeten damit die Siegesserie des SC Freiburg im 7. Spiel. Zweimal egalisierte das Team von Trainer Marco Kurz die Führung des Sportclubs. Danny Schwarz traf zum 1:1 in der 54. Minute, der eingewechselte Mustafa Kucukovic rettete kurz vor Schluss den glücklichen Punkt (85.).

Personal:
Überraschend saß erstmals Markus Schroth auf der Bank. Auch Torhüter Philipp Tschauner gehörte nach zwei Monaten Verletzungspause wieder dem Kader an. Dafür mussten die Sechziger im badenova-Stadion auf Berkant Göktan (Bandscheiben-OP), Markus Thorandt (Reha nach Muskelfaserriss), Nikolas Ledgerwood (Trainingsrückstand nach Verrenkungsbruch des Sprunggelenks), Alexander Eberlein (Reha nach Bänderriss) und Lukasz Szukala (Reha nach Patellasehnen-Teileinriss) verzichten.

Spielverlauf: Freiburg attackierte früh, machte beständig Druck und besaß drei Riesenchancen vor der Pause, während die Löwen überhaupt keine gefährliche Aktion zu verzeichnen hatten. Torhüter Michael Hofmann war es zu verdanken, dass lediglich Eke Uzoma für die Südbadener traf. Der 18-jährige Nigerianer kam zehn Metern vor dem Löwen-Strafraum an den Ball, wurde nicht konsequent genug angegriffen und traf mit einem Fußgelenksschuss aus 20 Metern von der Unterkante der Latte zum 1:0 ins Löwen-Netz (13.). Der Sportclub drückte weiter, und in der 19. Minute musste zunächst der Pfosten für den geschlagenen Hofmann retten. Im Anschluss daran kam Jonathan Pitroipa an den Abpraller, Hofmann wehrte seinen Schuss aus sieben Metern ebenso ab, wie den Kopfball von Karim Matmour im Anschluss an die Pitroipa-Chance. Noch einmal musste der 35-jährige Keeper sein ganzes Können zeigen, um einen weiteren Treffer zu verhindern. Mit einer tollen Freistoßvariante überraschten die Breisgauer die Löwen. Anstatt den Ball anzutippen drehte sich Dennis Aogo blitzschnell mit dem Rücken zum 1860-Tor, schoss aus 17 Metern, doch Hofmann fischte das Leder aus dem unteren Eck.

Wie aus heiterem Himmel fiel nach der Pause der Ausgleich. Es war überhaupt die erste gefährliche Szene vor dem Freiburger Tor. Kapitän Danny Schwarz hielt aus 22 Metern aus halbrechter Position mit rechts einfach drauf, das Geschoss schlug über SCF-Keeper Alexander Walke im kurzen Eck ein (54.). Die Gastgeber brauchten einige Zeit, um sich von diesem Schock zu erholen. Erst durch eine glänzende Einzelaktion von Pitroipa, der ein 40-Meter-Solo erfolgreich abschloss, gelang ihnen dies (71.). Der Nationalspieler von Burkina Faso nahm Fahrt auf, ließ Gregg Berhalter und Fabian Johnson stehen und traf aus halblinker Position von der Strafraumgrenze ins rechte untere Eck zum 2:1. Die Löwen zeigten in der Folge Moral, Trainer Kurz setzte alles auf eine Karte, brachte in der 82. Minute für Torschütze und Kapitän Danny Schwarz mit Mustafa Kucukovic einen weiteren Angreifer. Der in Bosnien geborene Deutsche dankte das Vertrauen seines Coaches mit einem Treffer. Nach einem Querschläger von Aogo kam  „Mucki" Kucukovic ans Leder, Heiko Butscher konnte ihn nicht entscheidend stören und so traf er von der Strafraumgrenze ins lange Eck zum 2:2 (85.). Eben jener Butscher hätte in der Schlussminute doch noch für den Freiburger Sieg sorgen können. Bei einer Ecke von links stieg er unbedrängt am Torraum zum Kopfball hoch, streifte aber nur das Leder, sodass es bei der Punkteteilung blieb.

Stimmen zum Spiel„Wir haben immer an uns geglaubt", sagte Löwen-Coach Marco Kurz nach dem aufreibenden Spiel beim SC Freiburg, in dem sein Team zweimal einen Rückstand egalisieren konnte. „Es war aber eine klare Steigerung nach der Pause erforderlich. In der 1. Halbzeit haben wir nicht früh genug attackiert, und dann wirst du gegen eine spielstarke Mannschaft wie Freiburg erdrückt."

Über die gesamte Spielzeit, vor allem wegen der 2. Hälfte, war der 38-jährige Trainer mit dem Auftreten seiner Mannschaft zufrieden. In den zweiten 45 Minuten bemängelte Kurz lediglich den Treffer zum 2:1. „In dem Moment hat die Organisation nicht gestimmt. Freiburg hat die Qualität, ein Fehlverhalten wie in dieser Szene auszunutzen, ins Zentrum zu ziehen und mit der nötigen Schnelligkeit abzuschließen. Da haben wir uns nicht gut angestellt, und deshalb sind wir auch bestraft worden."

Freiburgs Trainer Robin Dutt konnte mit dem Remis leben. „Es hätte mehr sein können", so der 42-Jährige, „aber es war ein gutes Spiel von beiden Teams. Wir haben als Heimmannschaft mehr Druck gemacht, Sechzig war aber immer gefährlich. Insgesamt konnten wir vier wunderschöne Tore bewundern. Von daher geht das Unentschieden in Ordnung, auch wenn wir natürlich das Spiel auch gewinnen hätten können."

Dutt lobte sein Team dafür, dass es auch nach der 2:1-Führung weiter mutig nach vorne gespielt hatte. „Wir haben weiter Druck erzeugt, aber Sechzig hat mit einem guten Schuss den Ausgleich gemacht. Das sollte man akzeptieren. Wir haben keinen Grund, nach diesem Spiel enttäuscht zu sein." Darüber, dass nach sechs Heimsiegen in Folge durch das Unentschieden die weiße Weste der Freiburger jetzt leicht befleckt ist, konnte sich Dutt nur amüsieren. „Den Fleck sieht man kaum", so sein Kommentar zu 19 von 21 möglichen Heimpunkten.

Mustafa „Mucki" Kucukovic freute sich verständlicherweise riesig über sein erstes Zweitliga-Tor für die Löwen. „Ich habe nicht groß nachgedacht", beschrieb er die Szene in der 85. Minute. „Ich habe die Lücke gesehen und einfach abgezogen", so seine Analyse. Gratulationen wehrte der Neffe von Ex-FCK-Profi Demir Hotic bescheiden ab: „Das ist mein Job, dafür bin ich ja da!"

Ebenso abgeklärt hörte sich die Beschreibung des ersten Löwen-Treffers durch Torschütze Danny Schwarz an. „Ich habe einfach draufgehalten, weil ich wusste, dass der Ball, den die Freiburger benutzen, einen unheimlichen Zug hat." Das Remis sei nicht hoch genug zu werten, so der Löwenkapitän, "da Freiburg bisher zu Hause keinen Punkt abgegeben hat. Wir sind zweimal nach einem Rückstand zurückgekommen - Kompliment an die Truppe!". Über seine Rolle direkt hinter der einzigen Spitze Antonio di Salvo meinte Schwarz: „Klar, das war ungewohnt, aber ich habe einfach versucht, das Beste daraus zu machen."

1860-Geschäftsführer Stefan Reuter sprach von einem „sehr wichtigen Punktgewinn bei einer enorm spielstarken Mannschaft". Besonders imponierte dem Welt- und Europameister die Leistungssteigerung in der 2. Halbzeit. „Vor der Pause hatten wir erhebliche Probleme, umso höher ist es zu bewerten, dass wir mit zwei sehr schönen Toren zurück ins Spiel gefunden haben." Besonders freute sich der 41-Jährige über das erste Zweiligator von Mustafa Kucukovic. „Es war ein sehr schöner und obendrein ein enorm wichtiger Treffer."

13. Spieltag:
 
12.11.07 - 22:00 Uhr
Löwen punkten gegen Tabellenführer Gladbach
Im Spitzenspiel des 13. Spieltages trennten sich 1860 München und Borussia Mönchengladbach 0:0. Dabei war der Punkt für den Tabellenführer vom Niederrhein äußerst schmeichelhaft. Gerade nach der Pause konnten die Löwen beste Konterchancen nicht zu Ende spielen. Am Ende stand beim Team von Marco Kurz eine Verteidigung mit einem Durchschnittsalter von 19 Jahren auf dem Platz.
Personal: Im Spitzenspiel gegen Borussia Mönchengladbach musste Trainer Marco Kurz auf die bereits seit längerem verletzten Markus Schroth (Reha nach Sehnentzündung), Torhüter Philipp Tschauner (Teilabriss des vorderen Kreuzbandes im linken Knie), Nikolas Ledgerwood (Verrenkungsbruch des linken Sprunggelenks), Alexander Eberlein (Bänderriss) und Lukasz Szukala (Patellasehnen-Teileinriss) verzichten. Kurzfristig fielen Torhüter Andreas Rössl, der beim Regionalliga-Derby am Samstag gegen Ingolstadt die Rote Karte gesehen hatte, und Gregg Berhalter wegen eines Magen-/Darmvirus aus. Kurzfristig wurde Torwarttrainer Jürgen Wittmann als Ersatz-Keeper lizenziert, da U23-Torhüter Rodolfo Rodriguez auf die Schnelle keine Spielberechtigung für die Zweite Liga erhielt. In der Saison 2002/03 hatte der 41-Jährige sein letztes Punktspiel für die zweite Mannschaft der Löwen absolviert.

Spielverlauf: Sechzig begann druckvoll und hatte in der 2. Minute gleich eine Doppelchance. Erst war es Daniel Bierofka, der unwiderstehlich an der linken Außenlinie anzog, im Strafraum Tobias Levels umspielte und das Leder gefühlvoll nach innen hob, doch Antonio Di Salvo kam nicht an den Ball. Das Leder kam zurück auf die linke Seite, wo sich diesmal Danny Schwarz durchsetzte. Seine Flanke an den Torraum konnte Sascha Rösler gerade noch per Kopf vor dem einschussbereiten Berkant Göktan klären. In der 5. Minute war es Lars Bender, der aus der eigenen Hälfte Josh Wolff mit einem weiten Pass in die Schnittstelle der Innenverteidigung bediente. Jedoch konnte Borussen-Keeper Christofer Heimeroth den Ball gerade noch an der Strafraumgrenze gegen den US-Amerikaner klären. Die erste Möglichkeit besaßen die Gladbacher in der 12. Minute. Levels hatte einen Freistoss aus halblinker Position mit rechts vors Tor gedreht, der Kanadier Rob Friend stieg am höchsten, doch sein Kopfball aus acht Metern landete weit überm Löwen-Tor. Im Gegenzug versuchte es Bierofka mit einem 18-Meter-Schuss aus halbrechter Position, der Ball strich aber knapp übers kurze Eck (13.). Erneut sorgte Bierofka, der mit viel Tempo über die linke Seite in den Strafraum stürmte, für Gefahr. Von der Torauslinie legte er den Ball zurück an den Fünf-Meter-Raum, wo der bedrängte Di Salvo das Leder per Hacke auf Göktan verlängerte, doch Patrick Paauwe hatte aufgepasst, ging im letzten Moment dazwischen und konnte klären (21.). Eine Riesenchance für die Borussen in der 23. Minute. Nach einer Ecke von rechts kam Rösler relativ frei aus sieben Metern zum Kopfball, köpfte aber 1860-Innenverteidiger Mate Ghvinianidze an. Nach einem Eckball durch Danny Schwarz klatschte Borussen-Keeper Heimeroth den Ball im Torraum nur ab, zum Glück für ihn fiel er seinem Mitspieler Rösler vor die Füße, der klären konnte (32.). Im Gegenzug kam Sharbel Touma an der Strafraumgrenze zum Schuss. Mit rechts zielte er durch zwei Löwen-Verteidiger aufs kurze Eck, traf aber nur den Innenpfosten (33.). In der 34. Minute offenbarte Gladbachs Keeper Heimeroth einmal mehr Unsicherheiten. Nach einer Kerze im Strafraum ließ er beim Versuch, am Elfmeterpunkt den Ball zu fangen, das Leder fallen. Dies fiel Göktan genau vor die Füße, doch der Torjäger konnte erfolgreich von zwei Gladbachern am Torschuss gehindert werden (34.). In der 39. Minute war es der überragende Bierofka, der mit seinem Schuss von der Strafraumgrenze nur das Außennetz traf. Drei Minuten später flankte der dreifache Nationalspieler von der linken Seite, Wolff ging am Torraum mit dem Kopf zum Ball, verhinderte dadurch die Riesenchance für die beiden besser postierten Di Salvo und Göktan in seinem Rücken (42.). Kurz vor der Pause jubelten die Münchner Fans verfrüht, nachdem Lars Bender von links geflankt hatte und Di Salvo aus sechs Metern traf, aber der 28-Jährige stand bei der Aktion einen halben Meter im Abseits (44.). Insgesamt konnte der Löwen-Anhang mit der 1. Halbzeit zufrieden sein. Das einzige, was in einer von der Heimmannschaft überlegen geführten Partie fehlte, waren die Tore.

Die erste Viertelstunde nach der Pause zeigten beide Teams ein sehr intensives Spiel, aber ohne zwingende Aktionen. So richtig gefährlich wurde es erst in der 63. Minute. Danny Schwarz hatte auf Wolff am rechten Strafraumeck abgelegt, der US-Boy zog nach innen, schoss mit links aus16 Meter, aber der Ball strich knapp am langen Pfosten vorbei. Drei Minuten später war es auf der Gegenseite Rösler, der Neuville direkt bediente, dessen Schuss aus halblinker Position von der Strafraumgrenze ging aber hoch übers Tor von Michael Hofmann (66.). Nach einer Kontersituation zog Göktan aus vollem Lauf mit links aus 20 Metern ab, der Ball landete aber neben dem linken Pfosten im Aus (69.). In der 78. Minute dribbelte Göktan durch den Borussen-Strafraum, legte zurück auf den heranstürmenden Bierofka, der das Leder aus zwölf Metern mit vollem Risiko nahm, aber weit übers Tor schoss. Im Gegenzug die Gladbacher mit der ersten guten Möglichkeit in der 2. Halbzeit. Rösler hatte von der linken Außenlinie hoch vors Tor geflankt, Friend stieg am höchsten, sein Kopfball aus neun Metern wurde aber sichere Beute von Goalie Hofmann (79.). In der 83. Minute war es erneut Göktan, der es mit einem Linksschuss aus zwölf Metern versuchte, aber wieder strich der Ball knapp übers linke Kreuzeck. Kurz zuvor war Julian Baumgartlinger für den verletzten Torben Hoffmann eingewechselt worden. Es war das Profidebüt des 19-jährigen Österreichers. Damit spielten ein 18-Jähriger (Lars Bender), zwei 19-Jährige (Johnson und Baumgartlinger) und ein 20-Jähriger (Ghvinianidze) in der Löwen-Verteidigung. Helle Aufregung in der 89. Minute im Gladbacher Strafraum, aber sowohl Göktan als auch Wolff kamen aus aussichtsreicher Position nicht zum Abschluss. Damit blieb es beim für den Tabellenführer Borussia Mönchengladbach äußerst schmeichelhaften 0:0.

1860: 1 Hofmann – 16 Thorandt, 19 Ghvinianidze, 22 L. Bender, 4 Hoffmann – 8 D. Schwarz, 17 S. Bender – 11 Wolff, 10 Göktan, 7 Bierofka – 9 Di Salvo.
Ersatz: 41 Wittmann (Tor) – 14 Holebas, 18 Gebhart, 20 Burkhard, 24 Kucukovic, 26 Baumgartlinger, 33 Johnson.
Borussia: 1 Heimeroth – 22 Levels, 3 Daems, 4 Brouwers, 13 Voigt – 17 Paauwe – 23 M. Ndjeng, 14 Touma – 10 Rösler – 16 Friend, 27 Neuville.
Ersatz: 21 Gospodarek – 5 Gohouri, 6 Polanski, 7 S. Coulibaly, 11 Marin, 20 Bögelund, 30 Colautti.
Wechsel: Johnson für Thorandt (35.), Baumgartlinger für Hoffmann (82.) – Marin für Touma (64.), Polanski für Levels (76.), Gohouri für Neuville (84.).
Tore: –.
Gelbe Karte: – Levels, Neuville, Touma.
Zuschauer: 31.000 in der Allianz Arena.
Schiedsrichter: Michael Kempter (Sauldorf); Assistenten: Jan-Hendrik Salver (Stuttgart), Florian Steinberg (Korntal).

12. Spieltag:
 
04.11.07 - 15:45 Uhr
Löwen erkämpfen Punkt in Wiesbaden und Rang drei
In einem von beiden Seiten sehr intensiv geführten Spiel erkämpften sich die Löwen beim SV Wehen Wiesbaden einen Punkt. Obwohl die Partie torlos blieb, besaßen beide Mannschaften Chancen zum Siegtreffer. Mit 22 Punkten kehrte das Team von Marco Kurz vorm Schlagerspiel am Montag, 12. November, 20.15 Uhr in der Allianz Arena, gegen Topfavorit Borussia Mönchengladbach auf einen Aufstiegsplatz zurück.
Personal: Trainer Marco Kurz musste beim Gastspiel in Wiesbaden auf die bereits seit längerem verletzten Markus Schroth (Reha nach Sehnentzündung), Torhüter Philipp Tschauner (Teilabriss des vorderen Kreuzbandes im linken Knie), Nikolas Ledgerwood (Verrenkungsbruch des linken Sprunggelenks), Alexander Eberlein (Bänderriss) und Lukasz Szukala (Patellasehnen-Teileinriss) verzichten. Mate Ghvinianidze fehlte zum letzten mal wegen seiner Roten Karte aus dem Derby gegen Fürth. Daniel Bierofka, der sich im Pokalspiel gegen Mainz bereits in der 1. Halbzeit eine Muskelverletzung im äußeren Bereich der rechten Wade zugezogen hatte, konnte ebenfalls nicht auflaufen. Für ihn stand der 18-jährige Timo Gebhart erstmals in der Startformation. Wie gegen Mainz nach der Pause ließ Trainer Kurz erneut mit einer Mittelfeldraute spielen. Dazu brachte er mit Mustafa Kucukovic gegen die großgewachsenen Hessen für Josh Wolff einen kopfballstarken Spieler.
Spielverlauf: Beide Teams standen zu Beginn sehr kompakt, sodass es lediglich bei Standards gefährlich wurde. Die erste Chance besaßen die Löwen in der 10. Minute per Freistoss, nachdem Berkant Göktan 25 Meter vor dem Wehener Tor gefoult worden war. Danny Schwarz lief an, sein Vollspannsschuss über die Mauer streifte aber knapp übers rechte Kreuzeck. Glück hatten die Sechziger vier Minuten später. Ronny König setzte sich im Zweikampf auf der rechten Strafraumseite gegen Torben Hoffmann durch, der mit der Fußspitze noch an den Ball kam, ihn aber Richtung zweiten Pfosten verlängerte, wo Wehens Angreifer Bakary Diakité aus fünf Metern freistehend das Leder neben das Tor grätschte (14.). Nach einem Freistoss aus halbrechter Position durch Danny Schwarz stieg Markus Thorandt zehn Meter vor dem SVWW-Tor am höchsten, sein Kopfball landete aber weit neben dem Tor (26.). Insgesamt standen die Löwen bei Standards der Hessen bis zur 31. Minute sicher, dann konnten sie das Leder im Anschluss an eine Ecke nicht klären, König kam aus neun Metern zum Schuss, setzte den Ball aber links neben das Tor von Michael Hofmann. Im Anschluss an die 4. Wehener-Ecke war es erneut König, der gegen Hoffmann und Thorandt zu einem Drehschuss aus 13 Metern kam, das Leder ging aber über das 1860-Gehäuse (36.). Eine Minute später versagte Schiedsrichter Guido Winkmann den Löwen einen klaren Elfmeter. Timo Gebhart hatte im Strafraum Marko Kopilas ausgespielt, lief alleine auf Torhüter Thomas Richter zu, als Dajan Simac ihn kurz vorm Torraum von hinten umgrätschte, doch der Pfiff blieb aus (37.). Erneut eine strittige Szene in der 39. Minute. Nach einem Zuckerpass von Gebhart lief Antonio Di Salvo alleine aufs Tor, traf von der Strafraumgrenze ins Wehener Netz. Doch der Linienrichter hatte die Fahne wegen angeblicher Abseitsposition des Torjägers gehoben (39.). Im direkten Gegenzug kam Maximilian Nicu über die linke Seite, konnte sich gegen Throandt durchsetzen, steuerte alleine auf Hofmann zu, setzte aber seinen Neun-Meter-Schuss aus spitzem Winkel am langen Eck vorbei (39.). So gingen beide Teams ohne Treffer in die Pause.

Der Sekunden-Zeiger hatte noch keine zwei Umdrehungen absloviert, da besaßen die Löwen eine Riesenchance. Di Salvo flankte von der linken Seite auf den zweiten Pfosten, wo Danny Schwarz am rechten Torraumeck den Ball stoppte, sein Schuss aber konnte Kristjan Glibo im letzten Moment noch abblocken (47.). In der 51. Minute versuchte es Catic mit einem 25-Meter-Schuss aus zentraler Position, Löwen-Keeper Hofmann tauchte in die Ecke ab, fing das Leder sicher. Drei Minuten später brannte es lichterloh im Löwen-Strafraum. Catic hatte aus zentraler Position den Ball über die Abwehr hoch an den linken Pfosten geschlagen, Ales Kokot rutschte in das Leder, Hofmann war zur Stelle, konnte abwehren. Die Chance war aber noch nicht vorbei. Der Ball kam erneut auf die linke Angriffsseite der Wehener, wo Diakité volley aus 13 Metern draufhielt, sein Schuss aus spitzem Winkel konnte Löwen-Keeper Hofmann mit einer Hand per Reflex gerade noch an den Pfosten lenken (54.). In dieser Phase hatten die Sechziger viel Glück, nicht in Rückstand zu geraten. Beinahe wäre ihnen aber in diese Drangphase der Wehener die Führung gelungen. Als nach einem Steilpaß SVWW-Verteidiger Dajan Simac den Ball zurück zu seinem Torhüter passen wollte, sprintete Di Salvo dazwischen, doch Keeper Richter kam ihm entgegen, konnte den Schuss des Italieners abwehren (63.). In der 77. Minute trugen die Wehener einen mustergültigen Konter über die rechte Seite vor. Der eingewechselte Valentine Atem flankte fast von der Außenlinie hoch Richtung linke Strafraumseite, wo es Benjamin Siegert mit einem Direktschuss aus zwölf Metern versuchte, aber das Leder landete neben dem langen Eck im Tor-Aus. Aber auch die Löwen besaßen in einer kampfbetonten Schlussphase Möglichkeiten. Berkant Göktan dribbelte durch den Strafraum, legte zurück auf den heranstürmenden Sven Bender, der aus 20 Metern mit dem Vollspann abzog. Der Ball strich knapp über die Querlatte des SVWW-Tores (84.). Danach passierte nicht mehr viel, obwohl beide Teams bis zum Schluss auf den Siegtreffer drängten. Löwen-Kepper Hofmann feierte einen Tag nach seinem 35. Geburtstag in seinem 8. Saisonspiel von Beginn an bereits sein 4. zu Null.

Wehen: 35 Richter – 4 Simac, 5 Kopilas, 16 Glibo, 2 Kokot – 8 S. Schwarz, 10 Catic – 11 Siegert, 24 Nicu – 13 König, 25 Diakité.
Ersatz: 1 Masic (Tor) –14 Nakas, 23 Willmann, 26 Hollmann, 27 Atem, 29 Caillas, 30 Bick.

1860: 1 Hofmann – 16 Thorandt, 22 L. Bender, 5 Berhalter, 4 Hoffmann – 17 S. Bender – 8 D. Schwarz, 18 Gebhart –10 Göktan – 9 Di Salvo, 24 Kucukovic.
Ersatz: 34 Rössl (Tor) – 11 Wolff, 14 Holebas, 20 Burkhard, 23 B. Schwarz, 26 Baumgartlinger, 33 Johnson.

Wechsel: Atem für Diakité (72.), Bick für Siegert (81.) – Wolff für Gebhart (83.).

Tore: –.
Gelbe Karte: S. Schwarz, Siegert – L. Bender, Gebhart.
Zuschauer: 11.300 in der Brita-Arena Wiesbaden.
Schiedsrichter:Guido Winkmann (Kerken); Assistenten: Thomas Metzen (Erftstadt-Liblar), Karl-Markus Schumacher (Oberhausen).

11. Spieltag:
 
26.10.07 - 19:45 Uhr
TSV 1860 München

3 : 0

Offenbacher Kickers



3:0-Erfolg über Offenbach - Sven Benders erstes Profitor
 

Endlich wieder ein Heimsieg für die Löwen nach zwei sieglosen Spielen in der Allianz Arena. Deutlich mit 3:0 (1:0) wurden die Offenbacher Kickers besiegt, wobei das Team von Marco Kurz erst nach einer halben Stunde Fahrt aufnahm. Youngster Sven Bender brachte mit seinem ersten Profitreffer die Löwen in Führung (33.), Berkant Göktan erhöhte mit einem Doppelschlag auf 3:0 (63. und 71.).
Personal: Weiterhin musste Trainer Marco Kurz auf Markus Schroth (Reha nach Sehnentzündung), Torhüter Philipp Tschauner (Teilabriss des vorderen Kreuzbandes im linken Knie), Nikolas Ledgerwood (Verrenkungsbruch des linken Sprunggelenks), José Holebas (Trainingsrückstand), Alexander Eberlein (Trainingsrückstand) und Lukasz Szukala (Patellasehnen-Teileinriss) verzichten. Mate Ghvinianidze fehlte wegen seiner Roten Karte aus der Heimpartie gegen Fürth (zwei Spiele Sperre). Dafür standen erstmals der US-Amerikaner Steven Purdy und der Österreicher Julian Baumgartlinger aus der U23 im Profikader. Kapitän Danny Schwarz, der sich fünf Tage zuvor das Nasenbein gebrochen hatte, spielte von Beginn an mit Maske. Überraschend nominierte Trainer Kurz Lars Bender als Innenverteidiger. Seine Position im defensiven Mittelfeld nahm sein Zwillingsbruder Sven ein.

Spielverlauf: Die erste Chance besaßen die Gäste nach etwas mehr als 60 Sekunden. Bastian Pinske hatte sich auf der linken Seite schön durchgesetzt, seine Flanke aus halblinker Position auf den zweiten Pfosten nahm Oualid Mokhtari aus acht Metern mit vollem Risiko, der Ball ging jedoch zum Glück für die Löwen weit übers Tor (2.). Auch in der 4. Minute sah die Löwen-Hintermannschaft nicht gut aus. Eine zu kurze Abwehr im eigenen Strafraum nahm OFC-Kapitän Thorsten Judt aus 14 Metern volley, traf den Ball aber nicht voll, sodass er auf der rechten Strafraumseite landete. Es dauert bis zur 11. Minute, ehe Sechzig überhaupt halbwegs gefährlich vors Offenbacher Tor kam. Aber Berkant Göktans Schuss aus 30 Meter landete weit über dem Gäste-Tor. Erstmals richtig gefährlich vor dem Tor der Hessen wurde es in der 30. Minute. Gleich vier Löwen besaßen die Chance zur Führung. Sven Bender hatte sich den Ball an der linken Eckfahne erobert. Sein Pass in den Rücken der Abwehr kam zu Josh Wolff, der aus zehn Metern den Ball nicht voll traf. Der Abpraller kam zu Göktan an der Strafraumgrenze, aber auch ihm rutschte beim Schuss das Leder über den Spann, Antonio Di Salvo am kurzen Pfosten trat am Ball vorbei und Daniel Bierofka, zu dem das Spielgerät abgewehrt worden war, zielte mit seinem Schuss aus spitzem Winkel über das Tor (30.). Eine Minute später machte es Sven Bender besser. Göktan hatte 30 Meter vorm Offenbacher Tor den Ball für Sven Bender frei gesperrt, der nahm das Leder mit, ließ an der Strafraumgrenze Moses Sichone aussteigen und traf an dem herausstürzenden Keeper Daniel Endres vorbei ins kurze Eck zum 1:0 (33.). Drei Minuten später legte Bierofka vom rechten Pfosten zurück auf Göktan, dessen Schuss aus acht Metern wurde jedoch von einem OFC-Verteidiger geblockt (36.). Eine weitere Riesenmöglichkeit, um auf 2:0 zu erhöhen, besaßen die Löwen in der 40. Minute. Bierofka hatte Danny Schwarz auf der der linken Strafraumseite schön frei gespielt, der legte das Leder an dem den Winkel verkürzenden Torhüter Endres vorbei, Pinske und Sichone klärten auf der Linie, der Ball kam zu Göktan, der aus fünf Metern zu einem Drehschuss aufs leere Tor ansetzte. Dabei rutschte dem 26-Jährigen jedoch das Standbein weg, sodass das Leder am Tor vorbei ins Aus kullerte (40.). Beinahe wäre kurz vor der Pause den Hessen der Ausgleich gelungen. Nach einer Flanke wehrte die 1860-Abwehr den Ball direkt in die Mitte ab, Adebowale Ogungbure nahm das Leder aus 18 Metern volley, sein Schuss konnte Löwen-Keeper Michael Hofmann zunächst nach vorne parieren und auch den Nachschuss aus kurzer Distanz wehrte der 34-Jährige ab (43.). So blieb es bei der verdienten 1:0-Führung für die Sechziger zur Pause, die erst nach einer halben Stunde ins Spiel fanden, dann aber mächtig Fahrt aufnahmen.
Zur 2. Halbzeit ersetzte der 18-jährige Timo Gebhart Josh Wolff, der erneut über eine Muskelverhärtung klagte. Dagegen spielte der Torschütze Sven Bender trotz einer Schulterverletzung weiter. Ab der 49. Minute mussten die Offenbacher mit einem Mann weniger auskommen. Ogungbure, der vor der Pause bereits Gelb gesehen hatte, stieg an der Mittellinie mit gestrecktem Fuß gegen Di Salvo überhart ein. Die logische Konsequenz: Gelb-Rot! Die erste Möglichkeit in Durchgang zwei besaß Di Salvo. Göktan hatte von der rechten Seite nach innen geflankt, der Italiener rutschte jedoch am Torraum knapp am Ball vorbei (57.). In der 63. Minute endlich der zweite Löwen-Treffer. Sven Bender hatte Daniyel Cimen den Ball an der Mittellinie abgeluchst, passte auf Bierofka, der drei Offenbacher auf sich zog. An der Strafraumgrenze legte er nach rechts quer auf Göktan, der freie Bahn hatte und aus acht Metern Torhüter Endres zum 2:0 überlupfte (63.). Drei Minuten später eine Chance für den OFC zum Anschlußtreffer. Eine verunglückte Flanke von Cimen fast von der Grundlinie aufs kurze Eck faustete jedoch Hofmann aus der Gefahrenzone (66.). In der 71. Minute das 3:0 für die Löwen unter kräftiger Mithilfe der Offenbacher. Gregg Berhalter hatte vor dem OFC-Strafraum einen Fehlpass gespielt, der eingewechselte Ex-Löwe Thomas Wörle grätschte den Ball Richtung eigenes Tor, wo Göktan am rechten Strafraumeck völlig frei stand. Der Deutsch-Türke lief auf Endres zu, ließ dem OFC-Keeper erneut keine Chance. Es war bereits der sechste Saisontreffer des 26-Jährigen. Die Löwen hatten noch einige Möglichkeiten, ihr Torverhältnis zu verbessern. Die beste nach einer Flanke von Markus Thorandt (80.). Aber sowohl Di Salvo am Fünf-Meter-Raum als auch der eingewechselte Fabian Johnson verpassten. So blieb es beim 3:0, dem deutlichsten Hemerfolg i bisherigen Saisonverlauf.

1860: 1 Hofmann – 16 Thorandt, 22 L. Bender , 5 Berhalter, 4 Hoffmann – 8 D. Schwarz, 17 S. Bender – 11 Wolff, 10 Göktan, 7 Bierofka – 9 Di Salvo.
Ersatz: 34 Rössl (Tor) –18 Gebhart, 23 B. Schwarz, 26 Baumgartlinger 24 Kucukovic, 26 Purdy, 33 Johnson.

Kickers: 17 Endres – 18 Bungert, 6 Hysky, 13 Sichone, 4 Pinske – 16 Mokhtari, 8 Sieger, 20 Ogungbure, 11 Judt – 9 Agritis, 21 Toppmöller.
Ersatz: 1 Thier (Tor) –7 Cimen, 14 Wörle, 15 Watzka, 22 Epstein, 24 Hornig, 25 Baier.

Wechsel: Gebhart für Wolff (46.), Kucukovic für S. Bender (75.), Johnson für Bierofka (75.) – Cimen für Mokhtari (31.), Wörle für Toppmöller (52.), Eppstein für Judt (61.).

Tore: 1:0 Sven Bender (33.), 2:0 Göktan (63.), 3:0 Göktan (71.).
Gelbe Karte: Bierofka – Hysky, Agritis.
Gelb-Rote Karte: Ogungbure (49).
Zuschauer: 22.300 in der Allianz Arena.
Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart); Assistenten: Stephan Kammerer (Karlsruhe), Michael Karle (Waiblingen).

10. Spieltag:
 
 
21.10.07 - 15:45 Uhr
 
TSV 1860 München

0 : 3

SpVgg Greuther Fürth

Löwen verlieren erneut zu Hause mit 0:3 gegen Fürth
 

Ausgerechnet im Derby gegen die SpVgg Greuther Fürth kassierten die Löwen vor 60.000 Zuschauern ihre erste Heimniederlage – und das wie in der vergangenen Saison mit 0:3 (0:1). Asen Karaslavov hatte per Kopf die „Kleeblättler“ kurz vor der Pause in Führung gebracht (45.), Stefan Maierhofer erhöhte in der 55. Minute auf 2:0, ehe erneut Karaslavov nach einer Ecke zum Endstand traf (86.).
Personal: Trainer Marco Kurz musste im Derby gegen Fürth auf Markus Schroth (Reha nach Sehnentzündung), Torhüter Philipp Tschauner (Teilabriss des vorderen Kreuzbandes im linken Knie), Nikolas Ledgerwood (Verrenkungsbruch des linken Sprunggelenks), José Holebas (Überdehnung des Syndesmosebandes), Alexander Eberlein (Muskelfaserriss in der Wade) und Lukasz Szukala (Patellasehnen-Teileinriss) verzichten. Dazu stellte er Christoph Burkhard und Björn Ziegenbein für die U23 ab, die fast zeitgleich bei der SpVgg Unterhaching antrat.

Spielverlauf: Beide Mannschaften zeigten in der Anfangsphase viel Respekt. Die erste gute Szene hatten die Löwen zu verzeichnen. Berkant Göktan legte direkt weiter auf Antonio Di Salvo, der frei aufs Fürther Tor lief. Doch SpVgg-Keeper Sascha Kirschstein hatte aufgepasst, eilte ihm entgegen und klärte vorm Strafraum per Fuß vor dem Italiener (6.). Beide Löwen-Spieler waren auch drei Minuten später an der nächsten gefährlichen Situation beteiligt. Di Salvo passte parallel zur Strafraumlinie von der rechten auf die linke Seite, wo Göktan freie Schussbahn gehabt hätte, aber anstatt direkt abzuziehen, wollte er das Leder annehmen und rutschte dabei aus (9.). Zur ersten guten Chance kamen die Fürther in der 19. Minute. Ein weiter Ball aus der eigenen Hälfte erreichte Timo Achenbach an der linken Außenlinie, seine Flanke auf die rechte Strafraumseite legte Stefan Maierhofer per Kopf nach hinten ab, wo Martin Lanig stand, doch bei seinem Schuss vom Elfmeterpunkt hatte er zuviel Rücklage, sodass er unkontrolliert neben dem Tor landete (19.). Zwei Minuten später prüfte Torben Hoffmann Fürths Torhüter Kirschstein mit einem 22-Meter-Schuss. Der Keeper faustete nur das Leder nach vorne weg, hatte dabei Glück, dass dort kein Löwe stand (21.)! Kurz danach war es Josh Wolff, der von der rechten Seite hoch in die Mitte flankte, Di Salvo stieg am höchsten, köpfte das Leder aber aus sieben Meter übers Tor (22.). Wie aus heiterem Himmel eine Riesenchance für die Franken. Daniel Adlung hatte von der rechten Seite geflankt, Maierhofer nahm den Ball am vorderen Torraumeck direkt, köpfte aufs kurze Eck. Löwen-Keeper Michael Hofmann tauchte ab, parierte das Leder per Reflex (34.). Kurz danach war das Spiel für Kapitän Danny Schwarz beendet. Bei einem Zweikampf bekam der 32-Jährige einen Schlag ins Gesicht, der Mannschaftsarzt Dr. Erich Rembeck diagnostizierte sofort am Spielfeldrand eine gebrochene Nase. Für ihn kam Sven Bender ins Spiel (36.). Im Anschluss an den ersten Eckball gelang den Gästen kurz vor der Pause die Führung. Adlung hatte von der linken Seite hoch auf den zweiten Pfosten geflankt, wo Asen Karaslavov relativ unbedrängt zum Kopfball kam und Hofmann im Tor keine Chance ließ (45.). Das 1:0 für Fürth war auch der Halbzeitstand. Die Löwen hatten mehr Spielanteile, konnten sich aber vorm Tor nicht entscheidend durchsetzen.

Die erste Möglichkeit in der zweiten Hälfte besaßen die Sechziger. Sven Bender ließ an der Strafraumgrenze den Ball für Göktan liegen, der hatte freie Schussbahn, trat aber in die Erde, sodass das Leder nur Richtung Fürther Tor kullerte (51.). Vier Minuten später das 2:0 für die Gäste, wobei die Löwen-Abwehr kräftig Unterstützung leistete. Thorandt grätschte im eigenen Strafraum den Ball vor Gregg Berhalter, der klären wollte, weg, Maierhofer war der lachende Dritte, kam aus acht Meter frei zum Schuss, traf am herausstürzenden Hofmann vorbei zum 2:0 (55.). Es dauerte, bis sich die Löwen wieder gefunden hatten. In der 65. Minute zeigten sie einen gelungenen Angriff über die linke Seite. Daniel Bierofka flankte fast von der Eckfahne in die Mitte, wo der eingewechselte Mustafa Kucukovic aus sieben Metern zum Kopfball kam, sein Aufsetzer stellte Kirschstein aber nicht vor größere Probleme (65.). Nach einer Flanke von Timo Gebhart von der rechten Seite wehrte SpVgg-Keeper Kirschstein den Ball mit der Faust zu kurz ab, Göktan versuchte am Elfmeterpunkt einen Seitfallzieher, verfehlte aber knapp das Tor (70.). Fünf Minuten später eine ähnliche Aktion von Göktan. Diesmal hatte Bierofka von links in seinen Rücken geflankt, der 26-Jährige versuchte es mit einem Fallrückzieher, verfehlte jedoch abermals das Tor (75.). In der 80. Minute dezimierten sich die Löwen zu allem Überfluss selbst. Hinter der Mittellinie grätschte Mate Ghvinianidze mit gestrecktem Fuß in Thorsten Burkhardt hinein, Schiedsrichter Markus Merk zeigte ihm dafür die Rote Karte. Es kam aber noch schlimmer. Nach einem Eckball von Timo Achenbach von der rechten Seite war wie beim 1:0 erneut Karaslavov mit dem Kopf zur Stelle, traf zum 3:0-Endstand für die Franken. Damit verloren die Löwen exakt mit dem gleichen Ergebnis wie in der Vorsaison.

1860: 1 Hofmann – 16 Thorandt, 19 Ghvinianidze, 5 Berhalter, 4 Hoffmann – 8 D. Schwarz, 22 L. Bender – 33 Johnson, 10 Göktan, 7 Bierofka – 9 Di Salvo.
Ersatz: 34 Rössl (Tor) – 17 S. Bender, 18 Gebhart, 23 B. Schwarz, 24 Kucukovic, 33 Johnson.

Fürth: 27 Kirschstein – 15 Felgenhauer, 4 Biliskov, 3 Karaslavov, 32 Achenbach - 16 Judt - 23 Adlung, 13 Lanig, 10 Burkhardt - 11 Reisinger, 9 Maierhofer.
Ersatz: 1 Loboué - 5 Mauersberger, 7 Nehrig, 14 Bertram, 17 Schröck, 19 Kotuljac, 25 Müller.

Wechsel: S. Bender für D. Schwarz (36.), Gebhart für Wolff (57.), Kucukovic für L. Bender (57.) – Schröck für Adlung (67.), Nehrig für Reisinger (73.), Mauersberger für Felgenhauer (89.).

Tore: 0:1 Karaslavov (45.), 0:2 Maierhofer (55.), 0:3 Karaslavov (86.).
Gelbe Karte: L. Bender, Thorandt, Berhalter – Karaslavov, Lanig, Nehrig, Kirschstein.
Rote Karte: Ghvinianidze (80.).
Zuschauer: 60.000 in der Allianz Arena.
Schiedsrichter: Dr. Markus Merk (Kaiserslautern); Assistenten: Alexander Schlutius (Lingenfeld), Florian Benedum (Mehlingen).

9. Spieltag:
 
05.10.07 - 19:45 Uhr
 
Carl Zeiss Jena

2 : 2

TSV 1860

Löwen zurück an der Spitze: 2:0-Sieg bei Carl Zeiss Jena

Zumindest bis Sonntag eroberten sich die Löwen die Tabellenspitze durch einen 2:0-Erfolg bei Carl Zeiss Jena zurück. Bedingt durch einen krassen Torwartfehler hatte Daniel Bierofka kurz nach der Pause die Führung erzielt (47.), Berkant Göktan traf in der Nachspielzeit zum 2:0. Das Team von Marco Kurz stand gut in der Defensive, versäumte es aber erneut, frühzeitig durch seine Konterchancen alles klar zu machen.
 
Personal: Nach wie vor fehlten bei den Löwen Markus Schroth (Reha nach Sehnentzündung), Torhüter Philipp Tschauner (Teilabriss des vorderen Kreuzbandes im linken Knie), Nikolas Ledgerwood (Verrenkungsbruch des linken Sprunggelenks) und Josh Wolff (Muskelprobleme). Danny Schwarz war trotz gebrochener Rippe wieder dabei, spielte mit einem karbonverstärkten Schutz um den Bauch. Timo Gebhart saß nach der Rückkehr von einem EM-Qualifikationsturnier mit der deutschen U19 in Russland auf der Bank. Dafür fehlte Mustafa Kucukovic (muskuläre Probleme); Alexander Eberlein und Björn Ziegenbein wurden für die U23 abgestellt.
Spielverlauf: Die erste brenzlige Szene spielte sich nach knapp drei Minuten vor dem Löwen-Tor ab. Jan Simak hatte abgelegt auf Stefan Kühne, der den Ball aus 22 Metern direkt nahm, sein Vollspanschuss landete jedoch knapp neben dem Gehäuse von Keeper Michael Hofmann (4.). Jena machte Druck, doch Sechzig stand gut in der Defensive, lauerte auf Konterchancen. In der 22. Minute hatten die Löwen eine solche, aber die Flanke von Daniel Bierofka von der Grundlinie auf der linken Seite kam genau auf Alexander Maul, der am Torraum per Kopf klären konnte (22.). Nachdem Torben Hoffmann bei einem seiner Vorstöße nicht energisch genug angegriffen wurde, zog er einfach aus 25 Metern mit rechts ab, doch das Leder strich knapp am Jenaer Tor vorbei (25.). Die beste Möglichkeit besaßen die Sechziger in der 32. Minute. Hoffmann hatte mit rechts aus dem linken Halbfeld den Ball hoch vors Jenaer Tor geflankt, Fabian Johnson stieg sieben Meter vor dem Gehäuse frei zum Kopfball hoch, doch das Leder kam genau auf Torhüter Christian Person, der es mit einer Hand über die Querlatte lenken konnte (32.). Die Löwen hatten in dieser Phase das Spiel im Griff – bis auf die 40. Minute. Nach einer unberechtigten Ecke, die Simak vors Tor flankte, herrschte Konfusion im 1860-Strafraum. Tobias Werner kam aus dem Hinterhalt zum Schuss, Johnson am langen Eck stoppte den Ball kurz vor der Linie, rutschte dabei aber weg, bevor Mate Ghvinianidze endgültig klären konnte. Die letzten fünf Minuten vor der Pause gehörten dann wieder den Löwen. Zentral legte Berkant Göktan kurz auf Lars Bender ab, dessen 20-Meter-Schuss strich nur um Zentimeter übers Kreuzeck (42.). Eine herrliche Freistoßvariante hätte in der 45. Minute beinahe die Führung bedeutet. Gregg Berhalter deutete einen Schuss an, Göktan kreuzte hinter der Mauer, kam auf der anderen Seite an den Ball, sein Schuss aus 14 Metern ging zwar über Person, strich aber auch über die Querlatte.

Der Minutenzeiger hatte nach der Pause gerade mal eine Umdrehung zurückgelegt, da lag der Ball im Jenaer Tor, ein Treffer, der frappierend an das Golden Goal von Oliver Bierhoff im EM-Finale 1996 gegen die Tschechien erinnerte. Göktan spielte vorm Strafraum einen Kurzpass auf Bierofka, der lief einige Schritte, zog dann mit rechts ab, Keeper Person wollte den unplatzierten und nicht sonderlich fest geschossenen Ball fangen, ließ ihn aber über die Hände zum 1:0 für die Löwen ins Netz rutschen (47.). Fünf Minuten später die Ausgleichschance für Jena. Werner legte mit dem Rücken zum Tor den Ball mit dem Außenrist an sich und Ghvinianidze vorbei, drehte sich blitzschnell, sprintete ihm hinterher, sein Schuss von der linken Strafraumgrenze landete aber neben dem rechten Pfosten im Tor-Aus (52.). In der 61. Minute eine weite Flanke fast von der rechten Außenlinie durch Konstantinos Charalambidis auf die gegenüberliegende Seite zu Niels Hansen, der nahm das Leder aus zehn Metern direkt, aber zum Glück für die Löwen erwischte er den Ball nicht voll. Noch besser die Chance fünf Minuten später. Nach einer Kopfball-Vorlage von Darlington Omodiagbe in den 1860-Strafraum lief Sandor Torghelle alleine aufs Löwen-Tor zu, Keeper Hofmann warf sich im entgegen, wehrte den Acht-Meter-Schuss des Stürmers ins Feld ab (66.). In der 73. Minute erspielte sich der eingewechselte Timo Gebhart mit einem feinen Dribbling auf der Gegenseite eine gute Möglichkeit. Der 18-Jährige tanzte im Strafraum zwei Verteidiger aus, sein 14-Meter-Schuss konnte Person jedoch wegfausten. Einmal mehr gingen die Löwen großzügig mit ihren Konterchancen um. Göktan hatte Bierofka steil angespielt, der schwache Schuss des dreimaligen Nationalspielers von der Strafraumgrenze stellte Torhüter Person in dieser Szene aber vor keine Probleme (83.). Die Hausherren konnten gegen die gute Löwen-Defensive auch in der Schlussphase kaum Druck erzeugen. Lediglich in der vorletzten Minute wurden sie gefährlich, als Günther von der rechten Seite flankte, aber der eingewechselte Sebastian Helbig am Ball vorbeisegelte (89.). In der Nachspielzeit die Erlösung für die Sechziger. Göktan lief nach Pass von Antonio Di Salvo mit dem Ball am Fuß von der Mittellinie drei Gegenspielern davon, Person kam ihm entgegen, sein Schuss von der Stafraumgrenze über den Torhüter prallte zunächst vom Innenpfosten ins Feld, aber im Nachsetzen drückte der 26-Jährige das Leder zum 2:0-Endstand über die Linie (90.).

Jena: 1 Person – 6 Günther, 5 Maul, 16 Omodiagbe, 18 Stegmayer – 30 Charalambidis, 21 Kühne, 19 Simak, 20 Hansen – 14 Torghelle, 9 Werner.
Ersatz: 25 Jensen (Tor) – 2 Tapalovic, 3 Oniani, 4 Müller, 7 Ziegner, 10 Helbig, 24 Kandelaki.

1860: 1 Hofmann – 16 Thorandt, 19 Ghvinianidze, 5 Berhalter, 4 Hoffmann – 8 D. Schwarz, 22 L. Bender – 33 Johnson, 10 Göktan, 7 Bierofka – 9 Di Salvo.
Ersatz: 34 Rössl (Tor) – 14 Holebas, 17 S. Bender, 18 Gebhart, 20 Burkhard, 23 B. Schwarz, 30 Szukala.

Wechsel: Helbig für Hansen (63.), Ziegner für Charalambidis (76.) – S. Bender für L. Bender (68.), Gebhart für Johnson (68.), Szukala für Ghvinianidze (85.).

Tore: 0:1 Bierofka (47.), 0:2 Göktan (90.).
Gelbe Karte: Günther, Kühne – Gebhart, Bierofka, Göktan.
Zuschauer: 11.314 im Ernst-Abbe-Sportfeld.
Schiedsrichter: Markus Wingenbach (Diez); Assistenten: Torsten Bauer (Seesbach), Marco Fritz (Korb).

8. Spieltag:
 
30.09.07 - 15:45 Uhr
 
TSV 1860

2 : 2

TuS Koblenz

Löwen 2:2 gegen Koblenz - Ausgleich vier Minuten vor dem Ende
 

Die Tabellenführung ist futsch! Nach zweimaliger Führung gegen die TuS Koblenz und numerischer Überlegenheit ab der 22. Minute reichte es am Ende nur zu einem 2:2. Antonio Di Salvo hatte die Löwen zweimal in Führung gebracht (27. und 60.), Koblenz glich durch Goran Sukalo (36.) und den eingewechselten Ardian Djokaj vier Minuten vor dem Ende aus. Durch das Remis sind die Löwen auf Rang vier der Tabelle abgerutscht.
Personal: Auf Markus Schroth (Reha nach Sehnentzündung), Torhüter Philipp Tschauner (Teilabriss des vorderen Kreuzbandes im linken Knie), Nikolas Ledgerwood (Verrenkungsbruch des linken Sprunggelenks) und Danny Schwarz (Rippenbruch) musste Trainer Marco Kurz weiterhin verzichten. Josh Wolff (muskuläre Probleme) wurde nicht rechtzeitig fit, und Timo Gebhart war noch nicht zurück von dem EM-Qualifikationsturnier mit der deutschen U19 in Russland.
Spielverlauf: Koblenz stand zu Beginn der Partie sehr massiv in der Defensive. So dauerte es bis zur 7. Minute, ehe die Löwen erstmals gefährlich vors Gästetor kamen. Torben Hoffmann hatte von der linken Seite mit rechts geflankt, Goran Sukalo klärte per Kopf jedoch vor Antonio Di Salvo zur Ecke. In der 19. Minute eine kuriose Szene. Nach einem weiten Ball in die Koblenzer Hälfte kam es zwischen Branimir Bajic und Berkant Göktan zu einem Laufduell. Schiedsrichter Stefan Lupp sah dabei kurz vor dem Strafraum ein Foul des TuS-Abwehrspielers und pfiff Freistoss. Danach wurde zwei Minuten lang diskutiert. Lupp befragte sogar beide Assistenten und entschied dann auf „Notbremse“. Nur zeigte er anschließend Matej Mavric die Rote Karte. Die Koblenzer waren zu Recht empört! Der anschließende Freistoss aus 19 Metern brachte nichts ein. In der 27. Minute dann die Führung für die Löwen. Hoffmann hatte auf der linken Seite zu Daniel Bierofka gepasst, der drehte die Flanke mit rechts an den Torraum, der heranstürmende Di Salvo erreichte im Rücken eines Abwehrspielers den Ball per Grätsche, traf zum 1:0 (27.). Kurz danach beinahe das 2:0. Fabian Johnson hatte auf der rechten Strafraumseite zu Di Salvo am Elfmeterpunkt gepasst, der legte quer auf die linke Seite, wo Bierofka aus neun Metern zum Schuss kam, aber TuS-Keeper Dennis Eilhoff konnte mit dem Fuß zur Ecke klären (33.). Drei Minuten später der überraschende Ausgleich. Nach einem Freistoß von Fatmir Vata von der rechten Außenlinie, den er Richtung kurzen Pfosten geflankt hatte, war Goran Sukalo vor Mate Ghvinianidze und Torwart Michael Hofmann zur Stelle, köpfte aus fünf Metern ins leere Tor zum 1:1 (36.). In der 38. Minute hatte Göktan nochmals die Möglichkeit zur Führung, sein Acht-Meter-Schuss aus spitzem Winkel konnte Eilhoff jedoch abwehren. Damit blieb es beim 1:1 zur Halbzeitpause.

Die Löwen versuchten zu Beginn der zweiten 45 Minuten Druck zu machen, doch zunächst fehlte sowohl beim Passspiel als auch beim Abschluss die Genauigkeit. Ein Abwehrfehler von Andreas Richter brachte dann die erneute Führung. Die Löwen hatten die Koblenzer am eigenen Strafraum unter Druck gesetzt, Richter spürte Johnsons Atem im Rücken und ließ den Ball verspringen. Der Münchner setzte nach, flankte von der rechte Strafraumseite in die Mitte, Göktan ließ den Ball durch die Beine zu Di Salvo, der aus zehn Metern zum 2:1 traf (60.). Es war bereits der 7. Saisontreffer im 8. Spiel für den in Deutschland geborenen Italiener. In der 68. Minute netzte Di Salvo sogar zum dritten Mal ein, das Schiedsrichtergespann versagte aber wegen Abseitsstellung den Treffer. Eine Minute später fast der erneute Ausgleich. Nach einem gewonnen Kopfballduell von Sukalo am Löwen-Strafraum kam der Ball zu Noureddine Daham. Der hob das Leder in den 1860-Strafraum auf den völlig freistehenden Ardian Djokaj, der aus neun Metern zum Kopfball kam, aber das Leder nicht mehr gezielt köpfen konnte, sodass Keeper Hofmann keine Mühe hatte, den Ball zu fangen (69.). Die Löwen mit Konterchancen, aber wie gegen St. Pauli gingen sie damit zu leichtfertig um. In der 75. Minute flankte Göktan von der rechten Strafraumseite auf den zweiten Pfosten, Joshua Grenier konnte den Ball gerade noch vor Bierofka wegköpfen. Fünf Minuten später eine 3:3-Kontersituation. Göktan legte auf links zu Bierofka, der vom Strafraumeck direkt abzog, aber weit übers Koblenzer Tor zielte (80.). Die Gäste immer nach Standards gefährlich. Nach einem Freistoss von Vata aus dem Halbfeld kam der abgewehrte Ball zu Richter, der aus kurzer Distanz aber genau in Hofmanns Arme köpfte (83.). In der 86. Minute passierte es dann doch. Anel Dzaka flankte vors Tor, Ardian Djokaj war vor Ghvinianidze mit dem Kopf zu Stelle, traf zum 2:2. Danach geschah nicht mehr viel. Koblenz brachte das Unentschieden über die Zeit.

1860: 1 Hofmann – 16 Thorandt, 19 Ghvinianidze, 5 Berhalter, 4 Hoffmann – 17 S. Bender, 22 L. Bender – 33 Johnson, 10 Göktan, 7 Bierofka – 9 Di Salvo.
Ersatz: 34 Rössl (Tor) – 14 Holebas, 20 Burkhard, 23 B. Schwarz, 24 Kucukovic, 27 Ziegenbein, 28 Eberlein.

Koblenz: 1 Eilhoff – 16 Grenier, 24 Mavric, 5 Bajic, 13 Lomic – 6 Hartmann, 21 Sukalo –10 Dzaka, 11 Vata, 14 Pektürk – 15 Bogavac.
Ersatz: 33 Gurski (Tor) – 3 Wiblishauser, 8 Forkel, 18 Richter, 19 Djokaj, 22 Cha, 29 Daham.

Wechsel: Holebas für Bierofka (87.), Kucukovic für L. Bender (87.) – Richter für Hartmann (31.), Djokaj für Bogavac (31.), Daham für Pektürk (54.).

Tore: 1:0 Di Salvo (27.), 1:1 Sukalo (36.), 2:1 Di Salvo (60.), 2:2 Djokaj (86.).
Gelbe Karte: L. Bender, S. Bender, Berhalter – Lomic, Vata, Daham.
Rote Karte: Mavric (22.).
Zuschauer: 27.800 in der Allianz Arena.
Schiedsrichter: Stefan Lupp (Zossen); Assistenten: Stefan Weber (Eisenach), Tino Wenkel (Mühlhausen).

7. Spieltag:
 
27.09.07 - 22:00 Uhr<
<
FSV Mainz 05

3 : 0

TSV 1860

0:3 in Mainz - Trotz erster Saisonniederlage weiter Spitzenreiter

Im siebten Saisonspiel kassierten die Löwen ihre erste Niederlage. Mit 0:3 (0:1) unterlagen sie bei Bundesliga-Absteiger Mainz 05. Die Treffer erzielten Daniel Gunkel nach einem äußerst umstrittenen Freistoss aus 22 Metern in der 34. Minute, Felix Borja nach einer Unachtsamkeit in der Hintermannschaft der Löwen (67.) und Miroslav Karhan per Handelfmeter. 1860 bleibt aufgrund der besseren Tordifferenz weiterhin Tabellenführer.
 

Personal: Weiterhin verzichten musste Trainer Marco Kurz auf die schon seit längerem verletzten Markus Schroth (Reha nach Sehnentzündung), Torhüter Philipp Tschauner (Teilabriss des vorderen Kreuzbandes im linken Knie) und Nikolas Ledgerwood (Verrenkungsbruch des linken Sprunggelenks). Dazu fielen im Vergleich zum letzten Heimspiel außerdem Danny Schwarz (Rippenbruch), Josh Wolff (Oberschenkelverhärtung), Sven Bender (muskuläre Probleme) und Timo Gebhart (Abstellung U19) aus.

Spielverlauf: „Jeder, der heute zum Zug kommt, genießt mein Vertrauen“, kommentierte Löwen-Coach Marco Kurz die Ausfälle vor Spielbeginn. Alexander Eberlein kam erstmals in dieser Saison im Profiteam zum Einsatz, Fabian Johnson stand zum zweiten Mal in der Startelf. Dauerregen in Rheinhessen hatte den Platz äußerst rutschig gemacht. Bereits nach zwei Minuten stockte den mitgereisten Löwen-Fans der Atem, als Felix Borja aus kurzer Distanz einnetzte, aber der Mainzer Stürmer stand bei der Ballannahme klar im Abseits (3.). Kritischer war die Situation zwei Minuten später. Ein weiter Ball aus der Hälfte der 05er kam erneut auf Borja, der freie Bahn Richtung Tor hatte, aber Michael Hofmann war hellwach, kam aus seinem Tor und klärte per Fuß fünf Meter vorm eigenen Strafraum (5.). In der 6. Minute prüfte Daniel Gunkel auf dem rutschigen Untergrund Hofmann mit einem 30-Meter-Freistoss, aber der Keeper zeigte sich erneut auf dem Posten, fing das Spielgerät sicher ab. Nach diesem fulminanten Auftakt der Mainzer konnten sich die Sechziger etwas vom Druck der Gastgeber befreien. In der 17. Minute versuchte es Berkant Göktan mit einem Linksschuss aus 32 Metern. Ein probates Mittel auf dem glitschigen Rasen, doch das Leder ging einige Meter am Tor vorbei. Auf der anderen Seite sah Milorad Pekovic, das Hofmann einige Meter vor seinem Kasten stand, aber den Heber aus 28 Metern fing der Löwen-Keeper sicher ab (24.). Zwei Minuten später die Riesenchance für die Sechziger zur Führung. Göktan hatte sich auf der linken Außenbahn durchgesetzt, seine weite Flanke auf den zweiten Pfosten erreichte Fabian Johnson, der das Leder aus neun Metern volley nahm, aber keinen Druck hinter den Ball brachte, sodass Torhüter Christan Wetklo keine Probleme damit hatte (26.). Im Gegenzug kam Miroslav Karhan auf der rechten Seite gegen Torben Hoffmann zum Flanken, Borja war am ersten Pfosten vor Gregg Berhalter am Ball, doch sein Schuss aus sieben Meter landete am Außennetz (27.). In der 33. Minute wehrte Berhalter mit dem Fuß den Ball am eigenen Strafraum vor Petr Ruman ab, Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer wollte dabei ein Foul gesehen haben, entschied auf direkten Freistoß für die Mainzer. Gunkel lief an, zirkelte mit rechts aus 22 Metern den Ball über die Mauer. Dieser sprang, unhaltbar für Hofmann, von der Unterkante der Latte zum 1:0 für die 05er ins Löwen-Tor (34.). Es war bereits das fünfte Saisontor für den 27-Jährigen – das vierte durch einen Freistoß! Beinahe sogar das 2:0 für die Rheinhessen. Markus Feulner kam am rechten Torraumeck zum Schuss, Torben Hoffmann konnte den Ball gerade noch vom Tor weggrätschen (38.). In der 42. Minute die zweite Großchance für die Sechziger. Göktan hatte von rechts einen Eckball hereingedreht, Berhalter kam sechs Meter vor dem Mainzer Tor frei zum Kopfball, aber das Leder rutschte ihm über den Scheitel und landete im Tor-Aus. So blieb es zur Pause beim 0:1-Rückstand für die Löwen.

Zwei Minuten nach Wiederanpfiff die nächste Möglichkeit für die Mainzer. Nach einem Kopfballduell zwischen Mate Ghvinianidze und Borja im Löwen-Strafraum fiel der Ball Ruman vor die Füße, der aus spitzem Winkel mit seinem Volleyschuss aus acht Metern nur das Außennetz traf (47.). In der 56. Minute versuchte es Borja über die rechte Seite, seine Flanke klatschte Löwen-Keeper Hofmann zunächst Richtung eigenes Tor ab, im Nachfassen konnte er das Leder rechtzeitig vor der Linie abfangen. Eine Standardsituation sorgte halbwegs für Gefahr vorm Mainzer Tor. Daniel Bierofka hatte von der linken Seite mit rechts einen Freistoß vors Gehäuse der 05er gezogen, Neven Subotic wehrte per Kopf zu kurz ab, Johnson versuchte es mit einer Direktabnahme aus 18 Metern, doch der Ball landete weit über dem Tor von Wetklo. In der 67. Minute passte Gunkel aus der eigenen Hälfte auf Borja an der rechten Außenlinie. Der Ecuadorianer zog mit dem Ball am Fuß in die Mitte, ließ zwei Löwen stehen und schoss aus 24 Metern. Der leicht abgefälschte Ball senkte sich über Torwart Hofmann zum 2:0 ins 1860-Tor. Es kam aber noch dicker für die Löwen. Nach einem Freistoss von Damir Vrancic entschied Schiri Kinhöfer auf Handelfmeter. Was war geschehen? Der eingewechselte José Holebas in der Mauer war hochgesprungen, drehte sich dabei ab, der Ball sprang ihm an den Oberarm und wie bereits im Auftaktspiel in Augsburg zeigte Kinhöfer – damals war es Danny Schwarz – auf den Elfmeterpunkt. Karhan ließ sich die Chance nicht entgehen, verwandelte sicher zum 3:0 (79.). In der Schlussphase durfte Benny Schwarz noch sein Zweitligadebüt für die Löwen feiern – einer der wenigen Lichtblicke an diesem Abend. Am Ende gewannen die Mainzer verdient, benötigten aber beim ersten und dritten Tor die tatkräftige Mithilfe des Unparteiischen.

Mainz: 29 Wetklo – 6 Hoogland, 2 Svensson, 28 Subotic, 5 Demirtas – 21 Karhan, 27 Gunkel, 13 Pekovic, 7 Feulner – 9 Borja, 11 Ruman.
Ersatz: 30 Ischdonat (Tor) – 3 D. Vrancic, 8 Baljak, 14 Wellington, 20 Jovanovic, 24 Markolf, 31 Laurent.

1860: 1 Hofmann – 16 Thorandt, 19 Ghvinianidze, 5 Berhalter, 4 Hoffmann – 22 L. Bender, 28 Eberlein – 33 Johnson, 10 Göktan, 7 Bierofka – 9 Di Salvo.
Ersatz: 34 Rössl (Tor) – 14 Holebas, 20 Burkhard, 23 B. Schwarz, 24 Kucukovic, 27 Ziegenbein, 30 Szukala.

Wechsel: Baljak für Ruman (63.), D. Vrancic für Gunkel (70.), Markolf für Feulner (81.) – Kucukovic für Eberlein (66.), Holebas für Johnson (67.), B. Schwarz für Hoffmann (88.).

Tore: 1:0 Gunkel (34.). 2:0 Borja (67.), 3:0 Karhan (79., Handelfmeter).
Gelbe Karte: Pekovic, Borja – Berhalter, Hoffmann, Di Salvo.
Zuschauer: 20.000 im Bruchwegstadion.
Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer (Herne); Assistenten: Detlef Scheppe (Wenden), Tobias Stieler (Obertshausen).

6. Spieltag:
 
21.09.07 - 19:45 Uhr
 
TSV 1860

2 : 2

FC St. Pauli


Knapper 2:1-Erfolg über St. Pauli - Löwen bleiben Tabellenführer
 

Die Löwen verteidigten in einer am Ende hochdramatischen Partie mit einem 2:1-Erfolg über den FC St. Pauli die Tabellenführung und bleiben weiterhin ungeschlagen. Antonio Di Salvo hatte mit seinem 5. Saisontreffer in der 13. Minute die Sechziger in Führung gebracht, Berkant Göktan erhöhte eine Viertelstunde später auf 2:0 (28.). Fünf Minute später verkürzten die Hanseaten durch einen indirekten Freistoss von Marvin Braun (33.).
 
Personal: Auf Markus Schroth (Reha nach Sehnentzündung), Torhüter Philipp Tschauner (Teilabriss des vorderen Kreuzbandes im linken Knie) und Nikolas Ledgerwood (Verrenkungsbruch des linken Sprunggelenks) musste Trainer Marco Kurz weiterhin verzichten. Christoph Burkhard, Alexander Eberlein, Lukasz Szukala und Björn Ziegenbein stellte er für die U23 ab, die fast zeitgleich beim SSV Reutlingen in der Regionalliga Süd antrat.
Spielverlauf: Beide Mannschaften begannen sehr konzentriert. So resultierte die erste Chance des Spiels aus einem Freistoss. Danny Schwarz hatte den Ball fast von der rechten Außenlinie nach innen geflankt, Torben Hoffmann kam zwar mit dem Kopf dran, konnte das Leder aber nicht Richtung Tor drücken. Irgendwie prallte der Ball von einem Hamburger Spieler Richtung St. Pauli-Tor zurück, wo beinahe Gregg Berhalter am Torraum mit einer Grätsche das Leder erreicht hätte (8.). In der 13. Minute konterten die Löwen mustergültig im eigenen Stadion die Gäste aus. Berkant Göktan hatte Josh Wolff auf der rechten Seite steil geschickt, der lief seinem Gegenspieler Ralph Gunesch davon, legte im Strafraum quer in die Mitte, wo Antonio Di Salvo nur noch aus neun Metern zur 1:0-Führung einschieben brauchte. Vier Minuten später legte Göktan am linken Strafraumeck auf Daniel Bierofka ab, dessen Flachschuss aus 20 Meter rauschte ans Außennetz des Hamburger Tores (17.). Die erste Chance für St. Pauli in der 24. Minute. Nach einem Freistoss von der rechten Seite kam Marcel Egger aus neun Meter zum Kopfball, aber das Leder landete weit über dem Löwen-Tor. Immer wieder schaffte es das Team von Marco Kurz, durch schnelles Spiel die Defensive der Hanseaten auszuhebeln. Bierofka spielte mit einem wunderschönen Pass in die Schnittstelle der St. Pauli-Abwehr Göktan frei, der lief übers linke Strafraumeck alleine auf Keeper Patrick Borger zu, verwandelte cool zum 2:0 (28.). Aber nur vier Minuten konnten sich die Sechziger am Zwei-Tor-Vorsprung erfreuen. Dann gab es einen indirekten Freistoss 24 Meter vorm Löwen-Tor. Marvin Brauns Flachsschuss schlug genau im rechten unteren Eck zum 1:2-Anschlusstreffer ein, Michael Hofmann chancenlos (33.). Nach einem Eckball von Danny Schwarz und einem anschließenden Kopfball von Hoffmann aus sechs Metern hatten viele Löwen-Anhänger bereits den Torschrei auf den Lippen, aber Thomas Meggle rettete für seinen geschlagenen Torwart Borger, wobei viele den Ball hinter der Linie sahen (37.). Auch die TV-Bilder gaben keinen hundertprozentigen Aufschluss darüber, ob es ein regulärer Treffer war. In der 42. Minute erneut Gefahr nach einem Freistoss von Schwarz, diesmal fast von der Mittellinie. Di Salvo stieg am Elfmeterpunkt am höchsten, aber sein Kopfball kam zu zentral auf Keeper Borger, sodass er problemlos klären konnte (42.). Im Gegenzug taucht plötzlich Timo Schultz alleine vor Löwen-Torwart Hofmann auf, doch dessen Schuss aus zehn Metern wehrt der 34-Jährige mit dem Fuß zur Ecke ab. Kurz danach musste Kapitän Schwarz das Feld verlassen. Erste Diagnose: Rippenprellung. Für ihn kam noch vor der Pause Sven Bender.

Zu Beginn der 2. Halbzeit verstärkte St. Pauli den Druck, die Löwen hatten einige brenzlige Situationen im eigenen Strafraum zu überstehen, ohne dass die "Totenköpfe" zunächst zu klaren Chancen kamen. Die hatten aber die Löwen. In der 56. Minute leitete Hoffmann auf der linken Seite einen Konter ein. Di Salvo dribbelte sich in den Strafraum, legte quer auf den zweiten Pfosten, wo der mitgeeilte Hoffmann nur um Zentimeter am Ball vorbeigrätschte. Glück in der 68. Minute für die Löwen. Erst wehrte Hofmann einen 18-Meter-Schuss von Ludwig mit den Fäusten ins Tor-Aus ab. Nach der Ecke kam Ludwig erneut an den Ball, sein Volleyschuss aus 20 Metern knallte diesmal an die Querlatte des 1860-Tores. Nach einem Freistoss des eingewechselten Timo Gebhart von der rechten Seite kam Markus Thorandt am Torraum zum Kopfball, köpfte aber einen Hamburger Abwehrspieler an (80.). Beide Teams spielten nun mit offenem Visier, gingen volles Risiko, eine klare Linie war dabei aber nicht zu erkennen. In der 87. Minute prallte der Ball wie eine Billiardkugel durch den 1860-Strafraum, doch keiner der Paulianer konnte einlochen. In der 90. Minute beorderte Hamburgs Teamchef Holger Stanislawski bei einer Ecke alle Feldspieler an den Münchner Strafraum, aber die Löwen konnten abwehren. In der Nachspielzeit klärte Carsten Rothenbach noch auf der Linie einen Schuss von Gebhart. Am Ende feierten die Löwen einen glücklichen 2:1-Sieg in einem emotionalen Fight, indem beide Mannschaften viel Leidenschaft gezeigt hatten.

1860: 1 Hofmann – 16 Thorandt, 19 Ghvinianidze, 5 Berhalter, 4 Hoffmann – 8 D. Schwarz, 22 L. Bender – 11 Wolff, 10 Göktan, 7 Bierofka – 9 Di Salvo.
Ersatz: 34 Rössl (Tor) – 14 Holebas, 17 S. Bender, 18 Gebhart, 23 B. Schwarz, 24 Kucukovic, 33 Johnson.

St. Pauli: 1 Borger – 24 Rothenbach, 4 Morena, 14 Eger, 11 Gunesch – 17 Boll, 10 Meggle – 5 Brunnemann, 18 Ludwig, 12 Schultz – 7 Braun.
Ersatz: 31 Pliquett (Tor) – 3 Joy, 8 Bruns, 9 Schnitzler, 20 Bourgault, 22 Karikari, 23 Kuru.

Wechsel: S. Bender für D. Schwarz (44.), Gebhart für Göktan (70.), Holebas für Bierofka (83.) – Schnitzler für Brunnemann (59.), Kuru für Braun (76.), Bruns für Morena (82.).

Tore: 1:0 Di Salvo (13.), 2:0 Göktan (28.), 2:1 Braun (33.).
Gelbe Karte: D. Schwarz, S. Bender – Ludwig, Boll.
Zuschauer: 46.500 in der Allianz Arena.
Schiedsrichter: Holger Henschel (Braunschweig); Assistenten: Malte Dittrich (Bremen), Arne Aarnink (Nordhorn).

5. Spieltag:
 
16.09.07 - 15:45 Uhr

 
Alemannia Aachen

0 : 0

TSV 1860
 
Löwen feiern nach 38 Jahren wieder Punktgewinn in Aachen

Der TSV 1860 München ist auch nach fünf Spieltagen noch ungeschlagen. Beim 0:0 auf dem Aachener Tivoli hatten die Löwen in der Schlussphase die besseren Chancen, brachten das Leder aber nicht über die Torlinie. Trotz des Remis blieben sie an der Tabellenspitze der Zweiten Liga. Ein gelungenes Saisondebüt feierte Torhüter Michael Hofmann in der über weite Strecken von Taktik geprägten Partie.
 

Personal: Auf Markus Schroth (Reha nach Sehnentzündung), Torhüter Philipp Tschauner (Teilabriss des vorderen Kreuzbandes im linken Knie), Timo Gebhart (Muskelprobleme) und Nikolas Ledgerwood (Verrenkungsbruch des linken Sprunggelenks).musste Trainer Marco Kurz am Tivoli verzichten.

Spielverlauf: Beide Teams begannen mit einer hohen Schlagzahl, aber ohne dass dies zu klaren Aktionen führte. Erstmals halbwegs gefährlich wurde es, als Ex-Löwe Matthias Lehmann im Anschluss an eine Ecke das Leder aus 18 Metern direkt nahm, jedoch rutschte ihm der Ball über den Spann, sodass er weit neben dem Tor landete (8.). Zwei Minuten später der erste sehenswerte Angriff der Löwen über die rechte Seite. Markus Thorandt kam zum Flanken, aber Antonio Di Salvo brachte bei seinem Drehschuss von der Strafraumgrenze nicht genügend Druck hinter den Ball, der Richtung Tor kullerte (10.). Keine 60 Sekunden später strich ein 30-Meter-Freistoss von Lehmann aus halbrechter Position einen halben Meter über das Tor von Michael Hofmann (11.). Danach neutralisierten sich beide Teams wieder gegenseitig. Bis zur 30. Minute. Aachens Kapitän Laurentiu Reghecampf hatte von der rechten Seite in die Mitte geflankt, der bedrängte Marius Ebbers brachte irgendwie die Fußspitze ans Leder, verlängerte es damit auf die linke Strafraumseite, wo Lubos Pecka aus zwölf Metern sträflich frei zum Dropkick ansetzte. Löwen-Keeper Hofmann lenkte den Schuss mit einem Super-Reflex gerade noch über die Latte. In der 37. Minute ein gelungener Angriff der Löwen. Daniel Bierofka hatte Josh Wolff auf der rechten Strafraumseite angespielt. Der US-Nationalspieler flankte gegen Jeffrey Leiwakabessy Richtung zweiten Pfosten, wo Di Salvo einen Schritt zu spät kam und das Leder um Zentimeter am langen Eck vorbeirauschte. Im Gegenzug musste Hofmann erneut gegen Pecka klären. Den 20-Meter-Flachschuss des Tschechen wehrte er zur Ecke ab (38.). Das waren auch schon alle Höhepunkte der ersten 45 Minuten, in denen viele kleine Fouls immer wieder den Spielfluss in einer fairen Partie nahmen.

Der erste Aufreger nach der Pause hatten die Löwen vor ihrem Tor zu verkraften. Bei einer zu kurzen Rückgabe von Mate Ghvinianidze auf Hofmann sprang Marius Ebbers in den Schuss des Keepers. Zum Glück für die Sechziger prallte der Ball jedoch zur rechten Seite ab (54.). Nach einem Foul von Alexander Klitzpera gegen Danny Schwarz an der Strafraumgrenze besaßen die Löwen eine gute Freistossposition. Doch Linksfuß Gregg Berhalter traf aus 17 Metern nur die Aachener Mauer (60.). Im Gegenzug setzte sich Christian Fiel gegen Markus Thorandt auf der Seite durch und steuerte in den Strafraum. Seine Hereingabe fälschte Ghvinianidze auf Todor Kolev ab, doch der hatte bei seinem Acht-Meter-Schuss zuviel Rücklage, sodass das Leder weit über dem Münchner Tor landete (61.). Nach einer Kontersituation konnte Berhalter gerade noch vor dem kurz zuvor eingewechselten Szilard Nemeth per Grätsche am Strafraum klären. Der Ball kam zu Pecka, der aus 18 Metern knapp über den 1860-Kasten zielte (68.). In der 83. Minute eine gute Möglichkeit für die Löwen. Im Anschluss an eine Ecke kam Danny Schwarz aus 20 Metern an den Ball, sein Schuss wurde auf die rechte Strafraumseite abgewehrt, wo Wolff stand. Doch dessen scharfe Hereingabe konnte Alemannen-Torhüter Stephan Straub abwehren, bevor ein Temkollege den Ball endgültig wegschlug (83.). Drei Minuten später die Riesenchance. Nach einem Vorstoss von Torben Hoffmann über die linke Außenbahn landete der Ball genau vor Berkant Göktan, der aber freistehend aus zehn Metern das Spielgerät zunächst nicht unter Kontrolle brachte. Anschließend konnte Klitzpera seinen Schuss abwehren (86.). Noch größer die Möglichkeit in der vorletzten Spielminute. Nach einer Flanke von halblinks durch Sven Bender auf Göktan am rechten Torraumeck ließ Straub den Kopfball des Münchners nach vorne abprallen. Di Salvo schaltete am schnellsten, stolperte den Ball Richtung langes Eck, rannte hinterher und versuchte ihn, per Hacke vom zweiten Pfosten aus ins leere Tor zu bugsieren, doch die Aachener Hintermannschaft konnte klären (89.). Das war auch die letzte Aktion in einer Partie, in der die Löwen in den letzten zehn Minuten mehr Chancen hatten, als beide Teams in den 80 Minuten zuvor.

Aachen: 1 Straub – 28 Casper, 3 Klitzpera, 5 Lagerblom, 22 Leiwakabessy – 21 Fiel, 20 Lehmann – 23 Reghecampf, 11 Pecka – 16 Ebbers, 9 Kolev.
Ersatz: 12 Stuckmann (Tor) – 4 Vukovic, 6 Polenz, 8 Nemeth, 10 Weigelt, 26 Milchraum.

1860: 1 Hofmann – 16 Thorandt, 19 Ghvinianidze, 5 Berhalter, 4 Hoffmann – 8 D. Schwarz, 22 L. Bender – 11 Wolff, 10 Göktan, 7 Bierofka – 9 Di Salvo.
Ersatz: 34 Rössl (Tor) – 14 Holebas, 17 S. Bender, 23 B. Schwarz, 24 Kucukovic, 30 Szukala, 33 Johnson.

Wechsel: Polenz für Casper (46.), Nemeth für Ebbers (67.) Milchraum für Pecka (75.) – Johnson für Bierofka (74.), S. Bender für L. Bender (82.).

Tore: -.
Gelbe Karte: Klitzpera – Berhalter.
Zuschauer: 21.300 am Tivoli (ausverkauft).
Schiedsrichter: Michael Kempter (Sauldorf); Assistenten: Guido Kleve (Nordhorn), Robert Kampka (Plüdershausen).

4. Spieltag:
 
31.08.07 - 19:45 Uhr
1:1 gegen Köln – Berhalter gleicht per Elfmeter aus
Nichts für schwache Nerve war das Spitzenspiel zwischen den Löwen und dem 1. FC Köln. Nach der Führung durch Milivoje Novakovic in der 67. Minute kämpften sich die Sechziger zurück. Der eingewechselte Timo Gebhart konnte nur per Foul im Strafraum gestoppt werden. Gregg Berhalter mit seinem dritten Saisontreffer verwandelte sicher zum 1:1-Endstand (78.). Damit bleiben die Löwen weiterhin Tabelleführer!
 
Personal: Auf Markus Schroth (OP diese Woche, sechs Wochen Pause) musste Trainer Marco Kurz weiterhin verzichten. Kurzfristig fiel auch noch Torwart Michael Hofmann mit Fieber aus. Für ihn nahm U23-Keeper Andreas Rössl auf der Bank Platz.

Spielverlauf: Nach vorsichtigem Beginn von beiden Seiten besaßen die Löwen die erste gute Chance des Spiels. Kölns Verteidiger Fabrice Ehret hatte sich bei einem Pass von Markus Thorandt verschätzt, dadurch kam Josh Wolff auf der rechten Angriffsseite zum Flanken. Seine flache Hereingabe verpasste Antonio Di Salvo im Zweikampf mit Youssef Mohamad in der Mitte jedoch knapp (8.). Erstmals halbwegs gefährlich kamen die Kölner in der 16. Minute vors Münchner Tor. Ex-Löwe Nemanja Vucicevic, der von den 1860-Fans gnadenlos ausgepfiffen wurde, versuchte es aus 30 Metern, doch seinem Schuss fehlte die Power und Zielgenauigkeit. Zwei Minuten später hatten die Löwen Riesenglück. Matthias Scherz kam unbedrängt auf der rechten Seite zum Flanken, in der Mitte hechtete sich der heranstürmende Thomas Broich im Rücken von Mate Ghvinianidze, der sich verschätzt hatte, in den Ball. Aber sein Flugkopfball aus sechs Metern knallte gegen die Querlatte (18.). In der 25. Minute konnten sich die Sechziger vom zwischenzeitlichen Druck der Rheinländer befreien, hatten ihrerseits eine gute Möglichkeit. Nach einem Angriff über die linke Seite kam das Leder zu Göktan am Strafraum, der legte nach hinten ab auf Lars Bender, doch dessen 20-Meter-Schuss verfehlte das Tor von Faryd Mondragon knapp (25.). In der 27. Minute war die Löwen-Abwehr erneut nicht im Bilde. Patrick Helmes schlug das Leder knapp hinter der Mittellinie von der rechten Seite vor den Strafraum, Kölns Stürmer Scherz pflückte das Leder freistehend aus der Luft, ließ es aber etwas zu weit nach vorne abtropfen, sodass sich Löwen-Keeper Philipp Tschauner ihm entgegen werfen und in höchster Not klären konnte (27.). In der Folge fanden die Sechziger wieder besser ins Spiel, aber ohne dass der letzte Pass kam. So musste eine Standardsituation helfen. Nach einem Freistoss von der rechten Seite durch Danny Schwarz, bei dem die Kölner Abwehr nach vorne rückte, stand plötzlich Torben Hoffmann mutterseelenallein mit drei weiteren Mitspielern vor Modragon, doch Schiedsrichter Manuel Gräfe pfiff Abseits, weil sein Linienrichter fälschlicherweise die Fahne hob. Wie die Fernsehbilder bewiesen, war keiner der Löwen bei der Ballabgabe im Abseits (41.). Von wegen Benachteiligung des 1. FC Köln! Wegen dieser Behauptung saß FC-Coach Christoph Daum in der Allianz Arena nicht auf der Bank, sondern auf der Tribüne. Trotzdem konnten die Hausherren mit dem torlosen Remis zur Pause zufrieden sein; die klareren Chancen hatten die Rheinländer.

Offensiv kamen die Löwen aus der Kabine und hatten auch gleich eine gute Möglichkeit. Thorandt wühlte sich im Strafraum an der rechten Außenlinie durch die Kölner Abwehr, legte zurück auf Göktan, der aus vier Metern den Ball nicht voll traf, sodass Kevin McKenna im Nachfassen klären konnte (48.). Der eingewechselte Fabian Johnson versuchte es in der 62. Minute mit einem Weitschuss vom rechten Strafraumeck, traf das Leder aber mit links nicht voll. Anschließend im Minuten-Takt zwei Schusschancen für die Kölner fast von der identischen Position. Erst scheitert Maynor Suazo aus 22 Metern an Tschauner (63.), dann Vucicevic (64.). In dieser Phase Köln wieder stärker. Patrick Helmes dribbelte von links in den Strafraum, sein Schuss blockte Ghvinianidze jedoch zur Ecke (66.). Im Anschluss an eine Ecke brachten die Löwen den Ball nicht aus der Gefahrenzone, Kölns Innenverteidiger Mohamad schoss dabei Di Salvo unglücklich an, von dessen Bein sprang das Leder hoch an den Torraum zu Milivoje Novakovic, der dadurch nicht im Abseits stand, und freistehend traf der Stürmer zum 1:0 für die Kölner (67.). Beinahe hätte Berkant Göktan zwei Minuten später wieder ausgeglichen, doch sein Schuss aus 16 Metern konnte Mondragon gerade noch mit den Fingerspitzen um den Pfosten lenken (69.). Beim anschließenden Eckball scheiterte Gregg Berhalter aus fünf Metern mit dem Kopf. Fünf Minuten später die Riesenchance für Danny Schwarz. Nach Zuspiel von Göktan kam er frei aus 17 Meter zum Schuss, aber er traf das Leder nicht richtig, sodass es Richtung Kölner Tor hoppelte. Aber beinahe hätte Di Salvo den Ball noch erreicht (74.). Dann bewies Trainer Marco Kurz ein glückliches Händchen. In der 75. Minute brachte er für Lars Bender mit Timo Gebhart eine weitere Offensivkraft. Und bereits kurze Zeit später hatte der Youngster seinen großen Auftritt. Nachdem er im Strafraum wunderbar von Johnson freigespielt worden war, konnte Mohamad nur noch per Foul den 18-Jährigen stoppen. Schiri Gräfe entschied sofort auf Elfmeter. Berhalter lief an, ließ Mondargon keine Chance: 1:1 (78.). Jetzt war wieder alles offen, mit leichten Vorteilen für die Löwen. In der 83. Minute tankte sich Bierofka über die linke Seite durch, flankte von der Außenlinie über den FC-Keeper an den zweiten Pfosten, wo der aufgerückte Torben Hoffmann das Leder mit dem Kopf nur um Millimeter verpasste (83.). Beide Teams versuchten in der Schlussphase nochmals alles, aber es bleib beim leistungsgerechten 1:1. Damit führt der TSV 1860 weiter die Tabelle an.

1860: 12 Tschauner – 16 Thorandt, 19 Ghvinianidze, 5 Berhalter, 4 Hoffmann – 8 D. Schwarz, 22 L. Bender – 11 Wolff, 10 Göktan, 7 Bierofka – 9 Di Salvo.
Ersatz: 34 Rössl (Tor) – 17 S. Bender, 18 Gebhart, 24 Kucukovic, 25 Ledgerwood, 28 Eberlein, 33 Johnson.

Köln: 1 Mondragon – 25 Schöneberg, 23 McKenna, 3 Mohamad, 22 Ehret – 26 Mitreski – 12 Suazo, 21 Vucicevic, 10 Broich – 9 Helmes, 8 Scherz.
Ersatz: 41 Kessler (Tor) – 4 Matip, 6 Özat, 11 Novakovic, 15 Nickenig, 18 Gambino, 36 Chihi

Wechsel: Johnson für Wolff (55.), Gebhart für L. Bender (75.) – Novakovic für Scherz (46.), Nickenig für Schönberg (79.), Özat für Suazo (90.).

Tore: 0:1 Novakovic (67.), 1:1 Berhalter (78., Foulelfmeter).
Gelbe Karte: Thorandt – McKenna.
Zuschauer: 50.400 in der Allianz Arena.
Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin); Assistenten: Marcel Bartsch (Marnitz), René Hammer (Ranis).

3. Spieltag:
 
26.08.07 - 15:45 Uhr
3:0-Erfolg in Hoffenheim – Löwen weiter Tabellenführer
Souverän verteidigten die Löwen auch bei der TSG Hoffenheim die Tabellenführung, kamen zu einem verdienten 3:0 (2:0). Antonio Di Salvo hatte mit seinem 4. Saisontreffer die Führung markiert (33.), Fabian Johnson erhöhte vor der Pause auf 2:0 (38.). Nach vielen ausgelassenen Chancen setzte Kapitän Danny Schwarz in der Nachspielzeit den Schlusspunkt. Für 1860 gaben Timo Gebhart und Mustafa Kucukovic ihr Debüt.
 
Personal: Auf Markus Schroth (Reha nach Sehnenentzündung) musste Trainer Marco Kurz frühzeitig verzichten. Kurzfristig kam nach dem Aufwärmen auch noch Daniel Bierofka hinzu (Rückenprobleme), womit die Startaufstellung aus den ersten beiden Partien passé war. Für Bierofka rückte Fabian Johnson ins Team. „Wir wollen nichts riskieren“, so der Kommentar von Kurz zu dieser Maßnahme. Außerdem stand Stürmer Mustafa Kucukovic, erst während der Woche verpflichtet, erstmals im Kader der Löwen.

Spielverlauf: Nach vorsichtigem Abtasten bei brütender Hitze kam Hoffenheim wie aus heiterem Himmel zur ersten Chance. Nach einer Flanke von der rechten Seite schlug Mate Ghvinianidze eine Kerze, der Ball drehte sich gefährlich Richtung Löwen-Tor, sprang vorm 1860-Torraum auf, wo Gregg Berhalter und Vedad Ibisevic im Zweikampf das Leder verpassten. Dieses kam zu Francisco Copado, dessen Kopfball aus fünf Metern 1860-Keeper Philipp Tschauner mit einem Reflex über die Querlatte lenken konnte (6.). In der 12. Minute drehte Danny Schwarz fast von der Außenlinie auf der linken Seite mit rechts einen Freistoß vors Hoffenheimer Tor, Berhalter stieg wie gegen Kaiserslautern am höchsten, konnte das Leder aber nicht drücken, sodass es zwei Meter über das TSG-Gehäuse ging. Nach einem kurz ausgeführten Eckball passte Josh Wolff nach hinten ans linke Strafraumeck zu Danny Schwarz, der steckte auf Berkant Göktan durch, der dadurch frei im Strafraum stand. Sein Zehn-Meter-Schuss aus spitzem Winkel lenkte Torhüter Daniel Haas jedoch mit dem Fuß ans Außennetz (20.). Dann innerhalb von 60 Sekunden zwei gute Möglichkeiten für Hoffenheim. Zunächst zirkelte Sejad Salihovic einen Freistoß von halbrechts aus 25 Metern mit dem linken Fuß direkt aufs lange Eck des Löwen-Tores, doch zum Glück für Tschauner verfehlte der Ball sein Ziel (24.). Wenig später brachte die Sechziger-Hintermannschaft das Leder nicht aus der Gefahrenzone. Es kam zu Copado, der aus 18 Meter sofort abzog. Durch Ghvinianidzes Beine fand der Ball den Weg zum Tor, aber genau in die Mitte, wo Tschauner ihn mühelos aufnehmen konnte (25.). In der 33. Minute die Führung der Löwen – ein Tor der Marke „Kurios“. Fabian Johnson wollte mit dem linken Fuß auf den rechts mitgelaufenen Göktan passen, verstolperte den Ball und passte unfreiwillig mit rechts das Leder Richtung Elfmeterpunkt. Antonio Di Salvo schaltete am schnellsten, umkurvte Torhüter-Haas und traf aus spitzem Winkel zum 1:0 ins Hoffenheimer Netz. Es war bereits der 4. Saisontreffer des Italieners. Aber es kam noch besser für die Sechziger, diesmal mit vertauschten Rollen. Göktan hatte Di Salvo auf der linken Seite steil geschickt, der ließ Matthias Jaissle stehen, tunnelte beim Flachpass in die Mitte Per Nilsson. Der von hinten heranstürmende Johnson musste nur noch den Fuß hinhalten, traf aus fünf Metern zum 2:0 (38.).

In der Pause wechselte Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick offensiv aus. Für den Ex-Löwen Christoph Janker, der auf der rechten Seite in der Defensivkette spielte, kam mit Mirnes Mesic ein weiterer Angreifer zur 2. Halbzeit. Die Gastgeber besaßen auch die erste Möglichkeit nach dem Wechsel. Matthias Keller flankte fast von der linken Torauslinie in den Rücken der Abwehr, Sejad Salihovic kam aus zwölf Metern frei zum Schuss, der Ball sprang ihm jedoch gegen das Schienbein, sodass er knapp das Tor verfehlte (53.). Eine Minute später machte Tschauner keine gute Figur. Weit vor seinem Tor wollte er gegen Ibisevic klären, der war aber vor ihm am Ball. Der Ex-Aachener umspielte den Löwen-Keeper an der Strafraumgrenze, doch zum Glück hatte Thorandt aufgepasst, hinderte Ibisevic erfolgreich am Torschuss (54.). Fünf Minuten später war die Löwen-Abwehr nach einem Eckball nicht im Bilde. Nilsson kam im Torraum vor Tschauner an den Ball, drosch das Leder aber aus vier Metern rechts neben den Kasten (59.). In der 62. Minute lag der Ball dann zum dritten Mal im Hoffenheimer Tor, doch Schiedsrichter Felix Zwayer verwehrte den Treffer, weil Di Salvo bei Göktans Schuss aus zwölf Metern Torhüter Haas die Sicht genommen hatte. Eine vertretbare Entscheidung! In der 67. Minute erneut Gefahr fürs 1860-Tor. Copado hatte an der Strafraumgrenze quer nach links auf Mesic gelegt, dessen schwacher Rechtsschuss aus 15 Metern stellte Tschauner jedoch vor keine Probleme. Nach einem mustergültig vorgetragenen Konter steuerte Johnson von links alleine auf 1899-Keeper Haas zu. Anstatt aus spitzem Winkel zu schießen, legte er mit viel Übersicht zurück an die Strafraumgrenze auf Göktan, dessen Schuss Nilsson mit der Hand im Strafraum abwehrte. Doch trotz Protesten des Münchners blieb der Pfiff von Schiri Zwayer aus (72.). Danach war Zeit für Debüts bei den Löwen: In der 74. Minute kam Riesentalent Timo Gebhart zu seinem ersten Profieinsatz, ab der 79. Minute durfte auch der Neuzugang vom HSV, Mustafa Kucukovic, mitmischen. Und der hätte nach vier Minuten eigentlich den dritten Treffer machen müssen, der Pfosten rettete jedoch für die Badener. Göktan hatte ihn von links mustergültig bedient, doch bei seinem Kopfball aus sieben Meter nahm der U21-Nationalspieler zu genau Maß (83.). Drei Minuten später eine tolle Kombination zwischen den beiden Deutschen B-Junioren-Meistern von 2006, Sven Bender und Timo Gebhart. Der 18-jährige Gebhart kam an der Strafraumgrenze zum Schuss, donnerte das Leder an Haas vorbei an die Unterkante der Latte. Leider sprang es aber wieder zurück ins Feld. Wenn man den Löwen in dieser Partie eines Ankreiden kann, dann ist es die mangelhafte Chancenverwertung in der 2. Halbzeit. In der Nachspielzeit gelang Danny Schwarz dann doch noch ein Treffer zum 3:0 (90.). Johnson hatte an der Strafraumgrenze quer gelegt, Göktan ließ den Ball durch die Beine passieren, irritierte so die Verteidigung der Hoffenheimer. Schwarz traf anschließend mit einem satten Flachschuss aus17 Metern. Damit verteidigte das Team von Marco Kurz souverän die Tabellenführung, erwartet am kommenden Freitag, 31. August, 18 Uhr, Aufstiegsfavorit 1. FC Köln zum absoluten Spitzenspiel in der Allianz Arena.

1899: 1 D. Hass – 14 Janker, 3 Jaissle, 24 Nilsson, 13 Löw – 25 Vorsah – Keller, 22 Copado, 23 Salihovic, 7 Paljic – 19 Ibisevic.
Ersatz: 30 Kirschbaum (Tor) - 4 St. Haas, 5 Throm, 8 Mayer, 12 Bindnagel, 17 Weis, 20 Mesic.

1860: 12 Tschauner – 16 Thorandt, 19 Ghvinianidze, 5 Berhalter, 4 Hoffmann – 8 D. Schwarz, 22 L. Bender – 11 Wolff, 10 Göktan, 33 Johnson - 9 Di Salvo.
Ersatz: 1 Hofmann (Tor) – 14 Holebas, 17 S. Bender, 18 Gebhart, 24 Kucukovic, 25 Ledgerwood, 30 Szukala.

Wechsel: Mesic für Janker (46.), Weis für Paljic (64.), Mayer für Keller (73.) – S. Bender für L. Bender (72.), Gebhart für Wolff (74.), Kucukovic für Di Salvo (79.).

Tore: 0:1 Di Salvo (33.), 0:2 Johnson (38.), 0:3 D. Schwarz (90.).
Gelbe Karte: Ibisevic, Keller, Salihovic – Wolff, Thorandt.
Zuschauer: 6.350 im Dietmar-Hopp-Stadion (ausverkauft).
Schiedsrichter: Felix Zwayer (Berlin); Assistenten: Stefan Weber (Eisenach), Tino Wenkel (Mühlhausen).
 

2. Spieltag:
 
19.08.07 - 15:45 Uhr
Löwen besiegen FCK mit 3:1 - Berhalter trifft doppelt
Revanche Nummer zwei ist eindrucksvoll geglückt. Nach zwei Siegen in der Vorsaison musste auch der 1. FC Kaiserslautern, wie eine Woche zuvor der FC Augsburg, mit 1:3 eine Niederlage hinnehmen. Dabei hatte Björn Runström (13.) die Pfälzer in Führung gebracht, nach der Pause glich Gregg Berhalter per Kopf aus (55.), ehe Berkant Göktan (72.) und erneut Berhalter per Foulelfmeter (83.) zum Endstand trafen. Damit bleiben die Löwen spitze!
 
Personal: Markus Schroth (Reha nach Sehnenentzündung) fehlte verletzt, Alexander Eberlein, der während der Saisonvorbereitung die U19-Europameisterschaft bestritten hatte, absolviert derzeit noch individuelles Training, soll am kommenden Mittwoch wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Christoph Burkhard, Benjamin Schwarz und Björn Ziegenbein spielten am Freitagabend bei der U23 (2:1 über KSC II).
Vor Spielbeginn wurde Rekord-Löwe (238 Spiele) Harald Cerny verabschiedet. Der Österreicher, der insgesamt elf Jahre für den TSV 1860 spielte, wird als Nachwuchstrainer beim Verein einsteigen. Nachdem ihm Geschäftsführer Stefan Reuter einen Blumenstrauß überreicht hatte, drehte er mit seinen drei Kindern unter den Klängen von „Time to say Goodbye“ seine letzte Ehrenrunde in der Allianz Arena.

Spielverlauf: In der Anfangsphase waren die Pfälzer wesentlich agiler und hatten nach etwas mehr als 60 Sekunden die erste gute Chance. Erik Jendrisek wurde nicht konsequent genug gestört, kam halblinks aus 18 Metern zum Schuss, doch der Ball ging zwei Meter übers Tor von Philipp Tschauner (2.). In der 7. Minute dann die erste gute Möglichkeit für die Löwen. Markus Thorandt hatte Antonio Di Salvo auf der Seite angespielt, der passte vom rechten Strafraumeck in die Mitte, wo Josh Wolff einen Schritt zu spät kam. Drei Minuten später setzte Wolff mit einem feinen Pass in den Strafraum Göktan in Szene, seine Hereingabe fast von der Tor-Auslinie konnte FCK-Keeper Florian Fromlowitz zur Ecke abwehren (10.). In der 12. Minute lag der Ball dann im Tor der Pfälzer. Danny Schwarz hatte aus dem linken Halbfeld einen Freistoß vors Tor geflankt, Gregg Berhalter verlängerte per Kopf, dadurch stand aber Torben Hoffmann am zweiten Pfosten im Abseits, weswegen Schiedsrichter Peter Gagelmann zu Recht den Treffer nicht anerkannte (12.). Eine Minute später lag der Ball plötzlich im 1860-Netz. Nach einem unnötigen Ballverlust in der Vorwärtsbewegung kam das Leder auf Jendrisek auf der linken Seite, dessen scharfe Hereingabe verpasste Sergej Neubauer noch, aber dahinter tauchte Björn Runström auf, der mit einer Grätsche nur noch ins freie Eck zum 1:0 für die Pfälzer einschieben brauchte (13.). Auch die nächste Möglichkeit gehörte den Gästen. Sebastian Stachnik wurde von Mate Ghvinianidze nicht entscheidend gestört, sein 20-Meter-Schuss strich knapp übers Kreuzeck des Löwen-Tores (17.). In der 24. Minute Hoffmann erneut im Pech. Nach einem Eckball kam Göktan vor dem FCK-Strafraum zum Schuss, der wurde geblockt. Das Leder sprang Hoffmann vor die Füße, der aus der Drehung mit links aus 15 Meter abzog, doch der Ball prallte nur an den Pfosten des Lauterer Tores. Immer wieder drangen die Löwen gefährlich in den Strafraum der Pfälzer ein, ohne aber die Aktion zu Ende zu bringen. Kaiserslautern blieb gefährlich. Eine Freistoss-Granate von Sven Müller aus 30 Metern fing Tschauner in der 35. Minute sicher ab. Lars Bender versuchte es mit einem Distanzschuss in der 43. Minute vom linken Strafraumeck mit dem rechten Fuß, doch das Leder strich am langen Eck vorbei. In der Nachspielzeit der 1. Halbzeit besaß Göktan noch eine Riesenchance zum Ausgleich. Im FCK-Strafraum narrte er Müller, doch sein Drehschuss aus 14 Metern, der noch leicht abgefälscht wurde, konnte Fromlowitz mit einem tollen Hechtsprung zur Ecke abwehren (45.).

Die Löwen begannen die 2. Hälfte forsch. Wolff kam – zur Abwechslung – über die linke Seite, passte auf Göktan, der vom linken Torraumeck schoss, doch Fromlowitz konnte abwehren. Dahinter riss Fabian Schönheim Di Salvo um, doch Schiri Gagelmann ließ weiterlaufen (46.). Im Anschluss an eine zu kurz abgewehrte Ecke kam Jendrisek aus 18 Metern an den Ball, sein Volleyschuss ging aber weit am langen Löwen-Eck vorbei (51.). Vier Minuten später der längst fällige Ausgleich. Einen Freistoß von der linken Seite zirkelte Danny Schwarz mit rechts vor das FCK-Tor, Berhalter stieg vor dem Torraum am höchsten, köpfte das Leder vor dem heranstürmenden Keeper Fromlowitz zum 1:1 in die Maschen (55.). Danach ein absolut offenes Spiel mit guten Szenen auf beiden Seiten. In der 59. Minute flog Runström knapp an einer scharfen Flanke von Steffen Bohl vorbei, fast im Gegenzug bediente Wolff mit einer butterweichen Flanke von der rechten Seite Daniel Bierofka in der Mitte, dessen zu schwacher Kopfball aus neun Metern aber Fromlowitz vor keine allzu großen Probleme stellte (60.). In der 65. Minute musste FCK-Keeper Fromlowitz gegen den heranstürmenden Göktan Kopf und Kragen riskieren. Kurz vor seiner Strafraumgrenze schoss er den Löwen-Stürmer an, schaltete aber am schnellsten und konnte im Nachsetzten klären. In der 72. Minute war er aber machtlos. Einmal mehr glänzte Wolff als Vorbereiter. Nach einem schnellen Angriff, den Lars Bender eingeleitet hatte, drang er auf der rechten Seite in den Strafraum ein, passte auf Göktan, der aus sechs Metern nur noch den Fuß zum 2:1 hinhalten musste (72.). Entsetzen im Stadion in der 76. Minute. In der Mitte der Löwen-Hälfte rutschte FCK-Spielmacher Patrice Bernier mit gestrecktem Fuß in Bierofka hinein, der sich vor Schmerzen krümmte. Schiedsrichter Gagelmann, mit dem die Sechziger-Fans alles andere als zufrieden waren, zögerte keinen Augenblick, zeigt dem Kandier völlig zu Recht die Rote Karte. Die Löwen hatten danach einige gute Konterchancen, die beste in der 85. Minute, als Hoffmann in der Mitte die mitgelaufenen Di Salvo und Göktan freispielte, doch Göktan legte sich den Ball zu weit vor, sodass Fromlowitz parieren konnte. Eine Minute später konnte der zu ungestüme Moussa Ouattara nur mit einer Grätsche im Strafraum Bierofka bremsen (86.), den fälligen Elfmeter verwandelte Berhalter mit seinem zweiten Treffer zum längst fälligen 3:1 (87.). Nach schwachem Beginn war der Sieg über die Pfälzer aufgrund der Überlegenheit der Löwen in der 2. Halbzeit am Ende mehr als verdient.

1860: 12 Tschauner – 16 Thorandt, 19 Ghvinianidze, 5 Berhalter, 4 Hoffmann – 8 D. Schwarz, 22 L. Bender – 11 Wolff, 10 Göktan, 7 Bierofka - 9 Di Salvo.
Ersatz: 1 Hofmann (Tor) – 14 Holebas, 17 S. Bender, 18 Gebhart, 25 Ledgerwood, 27 Ziegenbein, 30 Szukala, 33 Johnson.

FCK: 27 Fromlowitz – 23 Müller, 3 Beda, 2 Ouattara, 34 Schönheim – 42 Neubauer, 10 Bernier, 22 Bohl, 26 Jendrisek – 9 Runström, 37 Stachnik.
Ersatz: 1 Macho (Tor) – 7 Reinert, 14 Opara, 16 Bellinghausen, 20 Ziemer, 41 Banouas,.

Wechsel: S. Bender für Göktan (88.) – Opara für Runström (73.), Reinert für Neubauer (75.), Ziemer für Stachnik (82.).

Tore: 0:1 Runström (13.), 1:1 Berhalter (55.), 2:1 Göktan (72.), 3:1 Berhalter (87., Foulelfmeter).
Gelbe Karte: L. Bender – Müller, Beda, Ouattara.
Rote Karte: Bernier (76.).
Zuschauer: 40.000 in der Allianz Arena.
Schiedsrichter: Peter Gagelmann (Bremen); Assistenten: Harald Sather (Grimma), Marek Preuß (Hamburg).

1. Spieltag:
 
12.08.07 - 15:50 Uhr
Löwen deklassieren Augsburg mit 6:2 – Drei Tore von Di Salvo
Eindrucksvoll nahmen die Löwen Revanche für die beiden 0:3-Schlappen gegen den FC Augsburg aus der Vorsaison. Mit 6:2 (3:1) deklassierten sie die Schwaben in ihrem eigenen Stadion. Antonio Di Salvo traf – wie schon im Pokal vor einer Woche – drei Mal. Die weiteren Treffer erzielten Berkant Göktan, der überragende Daniel Bierofka und Lars Bender mit seinem ersten Profitor. Daneben verschoss Torben Hoffmann noch einen Elfmeter.

 

Personal: Markus Schroth (Reha nach Sehnenentzündung) fehlte verletzt, Timo Gebhart wegen einer Angina. Alexander Eberlein, der während der Saisonvorbereitung die U19-Europameisterschaft bestritten hatte, absolviert derzeit regeneratives Training. Christoph Burkhard aus dem Profikader, der wie Benjamin Schwarz und José Holebas tags zuvor bei der 0:4-Niederlage der zweiten Mannschaft über 90 Minuten bei Hessen Kassel spielte, wurde nachnominiert. Damit saßen in Augsburg sechs Feldspieler auf der Einwechselbank.

Spielverlauf: „Ich bin mir sicher, dass die Mannschaft gegen Augsburg anders auftreten wird als im letzten Jahr“, sagte Löwen-Geschäftsführer Stefan Reuter vor dem Anpfiff. „Die beiden 0:3-Niederlagen haben sehr geschmerzt, die Spieler sind in den vergangenen Wochen immer wieder darauf angesprochen worden, wollen Wiedergutmachung.“

Die erste gute Szene vor dem gegnerischen Tor hatten aber die Augsburger. Lars Bender verlor im Mittelfeld ein Duell gegen Elton da Costa, der wurde von der Innenverteidigung nicht konsequent attackiert, sodass er in zentraler Position aus 20 Metern zum Schuss kam, aber das Tor knapp verfehlte (6.). Drei Minuten später musste Löwen-Keeper Philipp Tschauner gegen da Costa parieren, der eine Ablage von Froylan Ledesma aus 22 Metern direkt nahm (9.). Danach kamen die Sechziger besser ins Spiel. Nach einem weiten Einwurf von Markus Thorandt kam Berkant Göktan im Strafraum an den Ball. Sein Drehschuss aus 14 Metern landete aber genau in den Armen von Torhüter Sven Neuhaus, der damit keine Mühe hatte (14.). Zwei Minuten später gab’s einen direkten Freistoß 22 Meter vor dem Tor für die Löwen. Göktan hämmerte das Leder aus halbrechter Position mit rechts unter die Querlatte des kurzen Ecks, von wo aus der Ball hinter die Linie zum 1:0 für die Münchner sprang (16.). So hatte es zumindest der Schiedsrichter-Assistent gesehen, der sofort die Fahne hob. Endlich ein Tor für die Sechziger gegen Augsburg! Der Torschütze lief sofort zum Mannschaftsbetreuer Wolfi Fendt an die Seitenlinie. Der hatte vor dem Spiel zu ihm gesagt. „Wenn du ein Tor schießt, zeige ich dir, was auf meinem T-Shirt steht.“ „I like Berki“, las der Deutsch-Türke nachdem er das Sweatshirt gelupft hatte. Danach versuchte es der agile Daniel Bierofka über die rechten Seite. Seine Flanke auf den ersten Pfosten erreichte Josh Wolff mit dem Kopf, Vaclav Drobny konnte jedoch in höchster Not zur Ecke klären (18.). Drei Minuten später stand erneut Tschauner im Blickpunkt. Mourad Hdiouad hatte einen Freistoß aus fast 30 Metern flach durch die Löwen-Mauer gehämmert, aber der 22-jährige Keeper fischte das Leder aus der unteren rechten Ecke (21.). In der 28. Minute ein gelungener Doppelpass zwischen Wolff und Bender an der Strafraumgrenze, wodurch Lars Bender alleine vor Torwart Neuhaus auftauchte. Roland Benschneider grätschte den 18-Jährigen von hinten um, Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer entschied sofort auf Elfmeter und zeigte Benschneider wegen „Notbremse“ die Rote Karte. Torben Hoffmann lief vom Strafstoßpunkt an, seinen unplatziert und schwach geschossenen Schuss konnte Neuhaus aber parieren (29.). Doch es blieb nicht lange Zeit, der vergebenen Chance nachzutrauern. Ein weiter Pass von Danny Schwarz aus der eigenen Hälfte auf die linke Seite erlief sich Antonio Di Salvo, der sich im Zweikampf gegen den zu ungestümen Ingo Hertzsch durchsetzen konnte. Der 28-Jährige lief alleine auf Torhüter Neuhaus zu, traf aus spitzem Winkel durch dessen Beine zum 2:0 (30.).Vier Minuten später war der Zwei-Tore-Vorsprung schon wieder dahin. Bei einem Freistoß von da Costa sprang dem in der Mauer stehenden Danny Schwarz der Ball an die Hand. Schiedsrichter Kinhöfer pfiff sofort Strafstoß, den Hdiouad sicher verwandelte, obwohl Tschauner die Ecke geahnt hatte (34.). Aber die Löwen ließen sich auch durch diesen Gegentreffer nicht aus dem Konzept bringen. Nach einer Göktan-Ecke wehrte da Costa den Ball im eigenen Torraum per Kopf zu kurz ab, Bierofka nahm das Leder aus 22 Metern direkt und traf zum 3:1 (42.). Sogar ein weiteres Mal lag der Ball kurz vor Ende der 1. Halbzeit im Augsburger Netz. Göktan hatte aus 22 Metern geschossen, Neuhaus konnte nur nach vorne abklatschen, Di Salvo schaltete am schnellsten, überlupfte elegant den FCA-Keeper. Doch der Italiener stand zuvor beim Göktan-Schuss im passiven Abseits (45.). Eine korrekte Entscheidung! So blieb es beim Zwei-Tore-Vorsprung der Löwen zu Pause.

Auch die zweite Hälfte begann mit einer Augsburger Chance. Hdiouad hatte wieder aus der Distanz draufgehalten, aber Tschauner parierte glänzend (49.). Im Gegenzug bediente Wolff von der rechten Seite Bierofka, der freistehend aus acht Metern das Leder nicht voll erwischte, sodass Neuhaus klären konnte (49.). In der 54. Minute war der Schlussmann aber machtlos. Nach einem Konter tauchte Wolff alleine vor ihm auf, legte im Strafraum uneigennützig auf den mitgelaufenen Di Salvo quer, der das Leder nur noch ins leere Tor zum 4:1 einschieben brauchte. In der 61. Minute strich ein 17-Meter-Schuss von Bierofka aus vollem Lauf nur knapp über die Querlatte des FCA-Tores. Wenig später musste Benjamin Kern für seinen geschlagenen Keeper auf der Linie klären, nachdem Wolff ihn vom rechten Torraumeck überlupft hatte (62.). In der 71. Minute versuchte es Lars Bender mit einer Direktabnahme aus 30 Metern, aber Neuhaus, der weit vor seinem Tor stand, konnte den Schuss abwehren. Eine Minute danach war er gegen Bender machtlos. Torben Hoffmann hatte fast von der Eckfahne flach in die Mitte gepasst, der ältere der Bender-Zwillinge kam von hinten angestürmt, nahm den Ball mit und überwand den Keeper souverän zum 5:1 (72.). Es war das erste Profi-Tor des 18-Jährigen. Aber auch die Augsburger kamen noch zu einem Treffer, und wieder war es der überragende Hdiouad. Einen Freistoß aus halblinker Position drehte er aus 20 Metern über die Mauer ins kurze Eck – Tschauner ohne Chance (78.). Es dauerte keine drei Minuten, da hatte Di Salvo mit seinem dritten Treffer den alten Abstand wieder hergestellt. Der eingewechselte Fabian Johnson flankte fast von der Torauslinie in den Rücken der Abwehr, Wolff verlängerte per Kopf auf Di Salvo am zweiten Pfosten, und dieser traf zum 6:2 (81.). Das war auch der Endstand. Die Löwen rvanchierten sich nicht nur für die beiden Schlappen aus der Vorsaison, sondern feierten ihren höchsten Auswärtserfolg im Profifußball.

FCA: 30 Neuhaus – 5 Hertzsch, 2 Drobny, 21 Benschneider – 18 Hdiouad, 14 Hlinka – 28 Strauß, 10 da Costa, 17 Müller – 9 Szabics, 8 Ledesma.
Ersatz: 25 Pentke (Tor) – 3 Dreßler, 4 Kern, 11 Vorbeck, 13 Pircher, 20 Becker, 22 Mölzl.

1860: 12 Tschauner – 16 Thorandt, 19 Ghvinianidze, 5 Berhalter, 4 Hoffmann – 8 D. Schwarz, 22 L. Bender – 11 Wolff, 10 Göktan, 7 Bierofka – 9 Di Salvo.
Ersatz: 1 Hofmann (Tor) – 17 S. Bender, 20 Burkhard, 25 Ledgerwood, 27 Ziegenbein, 30 Szukala, 33 Johnson.

Wechsel: Kern für Müller (46.) , Pircher für Hertzsch (46.), Vorbeck für Strauß (66.) – Ledgerwood für Thorandt (46.), S. Bender für Göktan (69.), Johnson für Bierofka (76.).

Tore: 0:1 Göktan (16.), 0:2 Di Salvo (30.), 1:2 Hdiouad (34., Handelfmeter), 1:3 Bierofka (42.), 1:4 Di Salvo (54.), 1:5 L. Bender (72.), 2:5 Hdiouad (78.), 2:6 Di Salvo (81.).
Gelbe Karte: Drobny, Hdiouad, Hertzsch, Pircher – Thorandt, Hoffmann, D. Schwarz, Ghvinianidze.
Rote Karte: Benschneider (28.).
Zuschauer: 28.000 im Rosenaustadion (ausverkauft).
Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer; Assistenten: Detlef Scheppe, Arno Blos.

zurück